Milch zum Käsen ungeeignet?

Annabella
Beiträge: 1746
Registriert: 19.11.2003, 10:48

Beitrag von Annabella »

hallo, darf ich auch was dazu sagen????
Also:
ich hab schon Lab verwendet, das über ein Jahr über das Verfallsdatum war- der Käse wurde trotzdem was!
die "Säurewecker" die man als solche kaufen kann sind gut! Wenn man ca. 1000 Liter Milch auf einmal verkäsen kann/will, denn auf diese Menge sind sie ausgelegt (nagelt mich bitte nicht fest auf ein paar Nullen mehr oder weniger- seit Ronny haben Nullen ja nicht mehr so die Bedeutung #engel# - ich habs ehrlich vergessen)!
Buttermilch, auch die aus dem Supermarkt, ist sehr wohl als Säurestarter geeignet (Müller -wo ist hier der k...-smilie?, Berchtesgadener Land, etc.)
Ich bevorzuge Yoghurt, das passt scheinbar zu der Milch meiner Ziegen und zu meinem "Käsemilieu". Und zwar den Sahneyoghurt "griechische Art" von Weideglück.
Ich sehe das Problem hier am ehesten in der "toten" Milch, ebenso wie sich die Milch meines Heubauern (er füttert Silage) nicht verkäsen ließ.


Liebe Grüße,
Katja
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Ich bin wie ich bin.
Die einen kennen mich, die anderen können mich!
(Konrad Adenauer)
Julius
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Registriert: 03.01.2008, 11:35

Beitrag von Julius »

Hallo Uli,
wenn ich es mit Molke ansäuer, nehm ich dann die gleiche Menge wie von Buttermilch?
Kann ich die Molke auch 2 Tage später noch nehmen, da ich nur alle 2 Tage käse.
Gruß
Anja


Dirk
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Buttermilch

Beitrag von Dirk »

Hallo !
Wenn mich nicht alles täuscht gibt es Buttermilch auf der steht ... aus Konzentrat hergestellt. .. damit dürfte der Käse nix werden.
Ansonsten immer auf noch lange haltbarkeit beim Kauf achten desto mehr Leben ist noch drinn.
Anja, optimal ist das selbstanziehen seiner Säurungskultur. Geht bei größerren Mengen auch nicht anders , damit die Qulität immer möglichst gleichbleibend ist. Lohnt sich bei kleineren Mengen aber nicht .

Gruß Dirk


Julius
Beiträge: 68
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Beitrag von Julius »

Ich benötige schon eine genaue Anleitung, wie ich meinen Säurewecker selbst anziehe.
Bisher hab ich nur fertige Buttermilch verwendet.
lg
Anja


Eifelhexe
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Beitrag von Eifelhexe »

Hallo Anja

Ja die Menge ist gleich und auch ja wenn Du die Molke sofort in den Kühlschrank stellst (geschlossenes Gefäss ist am besten, ich habe für diesen Zweck ein Glass mit Deckel) kannst Du die Molke auch nach 2 Tagen noch brauchen.


Alles Liebe aus der Eifel,
Uli
PS: Die Natur ist der Balsam gegen die Leiden, die alle jene verursachen, die die Natur misshandeln.
Matscher
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Registriert: 08.11.2007, 21:11

Beitrag von Matscher »

Hauptproblem des Threadstellers: Ultrahocherhitzt Homogenisiert. Ultrahocherhitzt bedeutet kurzzeitig richtig warm damit alle Keime tot, homogenisiert heisst, so behandelt, dass sich keine Inhaltsstoffe mehr absetzen können= homogene Masse. Der Verbraucher, wer auch immer, wollte es wohl so. Diese "Milch" hält im Tetra relativ lang und ist deswegen fast "Tot".
Wer käufliche Milch verwenden will, nehme zu Quark, Joghurt, Käserei "pasteurisierte Frischmilch", die wurde nur auf ca. 70 °C erhitzt und nicht homogenisiert.
Die Abgabe von unbehandelter Rohmilch an Endverbraucher ist in D verboten (dank Verbraucherschutz), deshalb muss man sich sein Milchvieh notfalls selber halten.....Dieselben Verbraucherschutzgesetze sorgen für allerlei Konservierungsmassnahmen, um den Verbraucher vor allen möglichen Keimen zu schützen. Vor den guten Inhaltsstoffen, wie Vitaminen und gesunden Kulturen aber auch. Ausser, man lässt sich spezielle Kulturen patentieren und verkauft sie dann extrem gewinnbringend patentgeschützt als Actimel usw.....so wie mittlerweile jede Getreide oder Kartoffelsorte.....
Hirn vom Himmel hilft bei der Problematik nicht mehr, die Leute am Geldhahn sitzen in sicherer Position.
Zur Buttermilch: die meisten käuflichen sind tot. Diejenigen, welche teuer als gesundblasülz verkauft werden, enthalten oft tatsächlich lebende Kulturen. Die Menge ist dabei nicht so sehr wichtig, wie die Verarbeitungstemperaturen.....
Gruss, Mathias


Therapiehof

Beitrag von Therapiehof »

Hallo Anja,
Du bestellt einen Säurewecker, z.b. bei Leidinger, Bunte Kuh oder wo anders.
Erhitze einen Liter Deiner Milch auf min. 80 Grad und lass ihn wieder abkühlen, dann rührst Du die Kultur 3 Min. rein (vorher in etwas kaltem Wasser auflösen) Dann teilst Du die Mengen in kleine Portionen, je nachdem wieviel Milch Du verabeitest und gefrierst sie in kleinen Gefrierbeuteln ein. Zum Gebrauch nimmst du jeweils dann einen Beutelinhalt und gibst ihm in Deine Milch.

Bsp Leidinger Omega DL1 für 100 Liter, du machst aus 5 Liter Käse, fertigest Du 20 Portionen je 50 ml. Kosten 4,90 incl. Versand für 20 Mal

Was kostet ein Becher Buttermilch? Was ist also teurer? Bitte vorher rechnen, bevor ihr hier von teuren Kulturen schreibt. Und wenn die Buttermilch nur einmal nicht funktioniert ist es den Ärger nicht wert.



http://kaesereibedarf-leidinger.com/ind ... L_1704.htm

lg
Andreas

Nachtrag zu Mathias: Deine Aussage zum Rohmilchverkauf ist schlichtweg falsch. Selbstverständlich darf ein Milcherzeuger seine Milch ab Hof an Endverbraucher abgeben. Näheres regelt die Milch-ab-Hof-Abgabeverordnung....

§ 17
Abgabe von Rohmilch
oder Rohrahm an Verbraucher
(1) Es ist verboten, Rohmilch oder Rohrahm an Verbraucher
abzugeben.
(2) Abweichend von Absatz 1 darf Rohmilch in Fertigpackungen
unter der Verkehrsbezeichnung „Vorzugsmilch“
an Verbraucher, ausgenommen in Einrichtungen
zur Gemeinschaftsverpflegung, abgegeben
werden, wenn sie
1. in einem Milcherzeugungsbetrieb, für den die zuständige
Behörde eine Genehmigung nach § 18
Abs. 1 erteilt hat, unter Einhaltung der Anforderungen
der Anlage 9 Kapitel I Nr. 1 und 2 gewonnen und
behandelt worden ist,
2. den Anforderungen an die Beschaffenheit nach Anlage
9 Kapitel I Nr. 3 entspricht,
3. in der Zeit von der Abfüllung bis zur Abgabe eine
Temperatur von + 8 °C nicht überschritten hat und
4. auf der Fertigpackung mit dem dem Verbrauchsdatum
vorangestellten Wort „Rohmilch“ sowie dem
nachgestellten Hinweis „Aufbewahren bei höchstens
+ 8 °C“ gekennzeichnet ist, wobei das Verbrauchs-
datum eine Frist von 96 Stunden nach der Gewinnung
nicht überschreiten darf.
Die zuständige Behörde kann für die Abgabe tiefgefrorener
Vorzugsmilch Ausnahmen von den Anforderungen
nach Satz 1 Nr. 4 genehmigen.
(3) Abweichend von Absatz 1 darf Rohmilch in verschlossenen
Kannen oder ähnlichen Behältnissen unter
der Verkehrsbezeichnung „Vorzugsmilch“ an Verbraucher,
ausgenommen in Einrichtungen zur Gemeinschaftsverpflegung,
abgegeben werden, wenn die Anforderungen
nach Absatz 2 Satz 1 Nr. 1 bis 3 erfüllt sind
und die Behältnisse mit einem mit ihnen fest verbundenen
Etikett versehen sind, das die Angaben nach Absatz
2 Satz 1 Nr. 4 enthält.
(4) Abweichend von Absatz 1 darf Rohmilch ferner
von Milcherzeugungsbetrieben unmittelbar an Verbraucher
abgegeben werden, wenn
1. die Abgabe im Milcherzeugungsbetrieb erfolgt,
2. die Rohmilch im eigenen Betrieb gewonnen und behandelt
worden ist,
3. die Rohmilch am Tag der Abgabe oder am Tag zuvor
gewonnen worden ist,
4. an der Abgabestelle gut sichtbar und lesbar der Hinweis
„Rohmilch, vor dem Verzehr abkochen“ angebracht
ist und
5. die Abgabe von Rohmilch zuvor der zuständigen Behörde
angezeigt worden ist.
Im Falle des Satzes 1 gelten die Anforderungen nach
Anlage 2 der Lebensmittelhygiene-Verordnung entsprechend.
Die zuständige Behörde kann im Einzelfall für
die Abgabe von Rohmilch an einen bestimmten Personenkreis
Ausnahmen von den Anforderungen des Satzes
1 Nr. 3 bis 5 genehmigen.


im Klartext:
- du musst es der Behörde melden
- du musst die Milch immer unter 8 Grad halten
- die milch darf nie älter als 48 Std. sein
-die milch muss "behandelt", d.h. mit Milchsieb gesiebt sein
- der kunde muss seine gefäße mitbringen
- du musst die Miclh 14 tägig vom Milchprüfring untersuchen lassen, bei Überschreiten einer gewissen Keimzahl oder Antibiotikarückständen wird dir der verkauf untersagt
- du musst das schild "rohmilch vor verzehr abkochen" leserlich im verkaufs/abfüllraum anbringen
[/i]


Matscher
Beiträge: 289
Registriert: 08.11.2007, 21:11

Beitrag von Matscher »

Danke,
da erlag ich einer Fehlinformation.
Im Moment ist das für uns nicht relevant, da wir für die Milcherzeugung und erst recht deren Abgabe keine Nerven haben. Im Zweifelsfall gehen wir entweder auf Nummer Sicher und/ oder verarbeiten und verbrauchen die Milch lieber selber....da muss ich keine Preisgestaltung rechtfertigen....ich heiss nich ALDI, das kapiert hier aber kaum jemand. Die Bürger wollen 1 Liter für 50 Cent incl. Flaschespülen.....Wartezeiten sämtlicher Medikamente: ist klar.
Also nochmals Danke für Deinen erweckenden Beitrag, ich sollte wohl wirklich mal die entsprechenden Vorschriften zur Milch lesen *oops*
Gruss, Mathias


Lafayette
Beiträge: 1256
Registriert: 13.05.2005, 12:53

Beitrag von Lafayette »

Moin,

das Problem bei Packelmilch ist nicht, dass sie bakteriell tot ist, sondern dass durch den Erhitzungsvorgang genau die Eiweisse zerstört werden, die das Lab in Verbindung mit Calcium braucht, um die Milch dick werden zu lassen.
Man kann das Problem lösen, indem man Calciumchlorid zugibt. Mit entsprechender Säurekultur ist dann auch das Verkäsen von H-Milch kein Problem mehr.

In großen Käsereien wird überwiegend mit Calciumchlorid gearbeitet. Die Milch wird Pasteurisiert und durch die Zugabe von Calciumchlorid wieder optimal Labfähig gemacht. Ohne solche Tricks wäre eine gleichbleibende Käseherstellung in großem Stil nicht gewährleistet.

Bei Frischmilch aus dem Kühlregal sind die Eiweisse auch schon etwas durch die Erhitzung angeknackt, aber vernünftiges Käsen ist trotzdem noch möglich.

Grüßle
Lafayette


Sowas habe ich noch nie gesehen - zumindest nicht als Ziege. (M. H., Ostermontag 2009)
Maelektro
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Registriert: 31.08.2006, 18:01

H-Milch-Kalciumchloridzusatz

Beitrag von Maelektro »

Ich möchte meinen Versuch nochmal angehen-ich denke insbesondere durch das UHT Verfahren wird nahezu alles zerstört-dennoch möchte ich durch Zugabe von Calciumchlorid Lösung sehen ob die Milch zum Käsen geeignet ist.
In welcher Konzentration (%) enthalten die Lösungen Kalziumchlorid?
Hat jemand hierzu Angaben /Erfahrungen ?


Es trinkt der Mensch, es säuft das Pferd, bei Albrechts ist das umgekehrt.
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