„Der Besuch des Amtsveterinärs“ oder „Wie lebensbedrohlich i
Verfasst: 30.09.2008, 23:24
Vor unserem Ziegenhofprojekt habe ich mir 3 Käsereien angesehen: eine ganz kleine, die mit 2 Ingafertigern arbeitet und auf dem Markt den Käse verkauft, eine größere Demeter – Rohmilch - Käserei und die Käserei auf Haus Riswick. Daraufhin dachte ich mir: so schlimm wie man immer so hört ist es mit den Auflagen ja doch nicht. Jetzt bin ich aber eines Besseren belehrt worden.
Das Wort ROHMILCHKÄSE brachte dem hier zuständigen Veterinäramt-Beamten wohl den Angstschweiß auf die Stirn und er bedachte mich mit so feinen Auflagen wie: eine Umkleide-Schleuse mit 2 Spinden, berührungslose Waschbecken Armaturen in jedem Produktionsraum, einen Betreuungsvertrag mit dem Tierarzt zwecks Gesundheitskontrolle der Ziegen (vielleicht meiner Gesundheit direkt mit), jede Menge mikrobiologische Untersuchungen, ganz schlimm ist unser Wasser, das zwar eine gute Qualität hat, aber aus einer Quelle und nicht aus der Leitung kommt und zu guter letzt eine Toilette mit Wasserspülung in der Schleuse, denn ich sollte ja nicht meinen ich dürfte die Toilette im Wohnhaus benutzen – Angestellte habe ich nicht eingeplant, es geht also nur um mich. Aber: eine Dusche würde er nicht fordern…. und das hat mich doch sehr gefreut!
Übrigens seien in Kanada jetzt wieder Menschen an Listerien gestorben und das wollen wir hier im Kreis ja nicht haben. Ich habe später erfahren, daß es sich dabei um Fleischprodukte einer großen Fabrik handelte und nicht um Rohmilchkäse einer Hofkäserei, wie ich in meiner Einfalt glaubte.
Als mir dann etwas Angst und Bange wurde und dachte ich, na ja, vielleicht ist pasteurisieren doch nicht so blöde, wurde aber wieder eines Besseren belehrt: Untersuchungen brauche ich dann nicht mehr so viele, aber dafür einen amtlich zugelassenen, Computergesteuerten, mit Temperaturschreiber versehenen, während des Pasteurisierungsvorgangs nicht zu öffnenden Pasteurisierungskessel- denn ich könnte ja während des Pasteurisierungsvorgangs kalte Milch nachschütten (warum auch immer und warum gibt es dann den Temperaturschreiber?) - der ca. 8000,- € kostet, denn: der Pasteurisierungsvorgang ist SO heikel, daß man ihn nicht in MEINE Hände legen könne.
Tja, bin ich jetzt zu empfindlich, oder ist das nicht etwas merkwürdig? Ich bin 48 Jahre alt, habe Mann und Kinder – die immer noch nicht durch meine schlampige Haushaltsführung ums Leben gekommen sind und lebe auch nicht auf einer Müllkippe.
Am nächsten Tag hat er mich ganz freundlich angerufen und mir noch ein 4-seitiges Infoschreiben zur Rohmilchkäseherstellung gefaxt. Wahrscheinlich damit ich auch ganz sicher dieses Vorhaben aufgebe und er ruhig schlafen kann.
Meine älteste Ziege Lisbeth hat uns diesen Sommer mit Milch versorgt die ich im Selbstversuch zu sehr leckerem Rohmilch-Frischkäse verarbeitet und gegessen habe und auch getrunken (auch noch nach 2 Tagen). Uns ist sie gut bekommen und ich hatte ein gutes Gefühl dabei. Vor Jahren hatte ich mal einen Milchviehbetrieb zum Nachbarn und habe mir da die Milch frisch geholt und hatte nie Probleme, im Gegenteil so „euterwarm“ fand ich sie immer Klasse.
So, was mache ich jetzt mit dieser Panikmache? Diese ganzen Auflagen sind für uns finanziell nicht tragbar, vielleicht in ein paar Jahren, wenn wir die Renovierungskosten des Hauses verdaut haben und gebrauchte Ausstattung kaufen, wie geplant, fällt jetzt flach.
Wir waren immer begeistert von französischem Rohmilchkäse – je stinkiger umso besser - und haben alle kleinen Höfe auf unseren Urlaubsreisen abgeklappert. Und so was Feines möchte ich auch gerne machen - vor allem bei all diesen „künstlichen“ Lebensmitteln die es so zu kaufen gibt. Hier im Ort gibt es nur „Aldi - Lidl & Co“ mit fertig verschweißtem Kram und ich kann es nicht mehr sehen. Von dieser ganzen Lebensmittelindustrie - Mafia halte ich persönlich nicht viel und das es H-Ziegenmilch im Bioladen zu kaufen gibt ist für mich auch ein echter Werteverfall – auch wenn ich keinesfalls ein Bio-Hardliner bin und mich auch gelegentlich an Fritten mit Majo oder Imbissbuden Gyros erfreue.
Es ist nur leider wirklich so, daß alles was klein ist und aus dem gewohnten Rahmen fällt unerwünscht zu sein scheint – nicht nur in Ziegen-Kreisen. Über dieses Thema kann man sich ja stundenlang auslassen….
Aber hier meine Frage:
Wie gefährlich ist denn der Rohmilchkäse eurer Meinung nach wirklich - habt ihr persönlich schon schlimme Erfahrungen gemacht? Ich werde auf jeden Fall Rohmilchkäse machen (weil ich so was Feines wie frische Ziegenmilch wirklich nicht tot - erhitzen will) und vielleicht die Verwandtschaft damit beglücken – oder vergifte ich dann doch die Schwiegermutter mit Listerien??? Was kosten diese mikrobiologischen Untersuchungen denn so?
Ja, ja ich weis - in der Suchfunktion findet sich schon was dazu, aber ich habe schon so viel gesucht und gelesen aber ein wenig „frisches“ und ein bisschen Aufmunterung könnte ich schon gebrauchen.
Besten Dank und viele Grüße
Sabine
Das Wort ROHMILCHKÄSE brachte dem hier zuständigen Veterinäramt-Beamten wohl den Angstschweiß auf die Stirn und er bedachte mich mit so feinen Auflagen wie: eine Umkleide-Schleuse mit 2 Spinden, berührungslose Waschbecken Armaturen in jedem Produktionsraum, einen Betreuungsvertrag mit dem Tierarzt zwecks Gesundheitskontrolle der Ziegen (vielleicht meiner Gesundheit direkt mit), jede Menge mikrobiologische Untersuchungen, ganz schlimm ist unser Wasser, das zwar eine gute Qualität hat, aber aus einer Quelle und nicht aus der Leitung kommt und zu guter letzt eine Toilette mit Wasserspülung in der Schleuse, denn ich sollte ja nicht meinen ich dürfte die Toilette im Wohnhaus benutzen – Angestellte habe ich nicht eingeplant, es geht also nur um mich. Aber: eine Dusche würde er nicht fordern…. und das hat mich doch sehr gefreut!
Übrigens seien in Kanada jetzt wieder Menschen an Listerien gestorben und das wollen wir hier im Kreis ja nicht haben. Ich habe später erfahren, daß es sich dabei um Fleischprodukte einer großen Fabrik handelte und nicht um Rohmilchkäse einer Hofkäserei, wie ich in meiner Einfalt glaubte.
Als mir dann etwas Angst und Bange wurde und dachte ich, na ja, vielleicht ist pasteurisieren doch nicht so blöde, wurde aber wieder eines Besseren belehrt: Untersuchungen brauche ich dann nicht mehr so viele, aber dafür einen amtlich zugelassenen, Computergesteuerten, mit Temperaturschreiber versehenen, während des Pasteurisierungsvorgangs nicht zu öffnenden Pasteurisierungskessel- denn ich könnte ja während des Pasteurisierungsvorgangs kalte Milch nachschütten (warum auch immer und warum gibt es dann den Temperaturschreiber?) - der ca. 8000,- € kostet, denn: der Pasteurisierungsvorgang ist SO heikel, daß man ihn nicht in MEINE Hände legen könne.
Tja, bin ich jetzt zu empfindlich, oder ist das nicht etwas merkwürdig? Ich bin 48 Jahre alt, habe Mann und Kinder – die immer noch nicht durch meine schlampige Haushaltsführung ums Leben gekommen sind und lebe auch nicht auf einer Müllkippe.
Am nächsten Tag hat er mich ganz freundlich angerufen und mir noch ein 4-seitiges Infoschreiben zur Rohmilchkäseherstellung gefaxt. Wahrscheinlich damit ich auch ganz sicher dieses Vorhaben aufgebe und er ruhig schlafen kann.
Meine älteste Ziege Lisbeth hat uns diesen Sommer mit Milch versorgt die ich im Selbstversuch zu sehr leckerem Rohmilch-Frischkäse verarbeitet und gegessen habe und auch getrunken (auch noch nach 2 Tagen). Uns ist sie gut bekommen und ich hatte ein gutes Gefühl dabei. Vor Jahren hatte ich mal einen Milchviehbetrieb zum Nachbarn und habe mir da die Milch frisch geholt und hatte nie Probleme, im Gegenteil so „euterwarm“ fand ich sie immer Klasse.
So, was mache ich jetzt mit dieser Panikmache? Diese ganzen Auflagen sind für uns finanziell nicht tragbar, vielleicht in ein paar Jahren, wenn wir die Renovierungskosten des Hauses verdaut haben und gebrauchte Ausstattung kaufen, wie geplant, fällt jetzt flach.
Wir waren immer begeistert von französischem Rohmilchkäse – je stinkiger umso besser - und haben alle kleinen Höfe auf unseren Urlaubsreisen abgeklappert. Und so was Feines möchte ich auch gerne machen - vor allem bei all diesen „künstlichen“ Lebensmitteln die es so zu kaufen gibt. Hier im Ort gibt es nur „Aldi - Lidl & Co“ mit fertig verschweißtem Kram und ich kann es nicht mehr sehen. Von dieser ganzen Lebensmittelindustrie - Mafia halte ich persönlich nicht viel und das es H-Ziegenmilch im Bioladen zu kaufen gibt ist für mich auch ein echter Werteverfall – auch wenn ich keinesfalls ein Bio-Hardliner bin und mich auch gelegentlich an Fritten mit Majo oder Imbissbuden Gyros erfreue.
Es ist nur leider wirklich so, daß alles was klein ist und aus dem gewohnten Rahmen fällt unerwünscht zu sein scheint – nicht nur in Ziegen-Kreisen. Über dieses Thema kann man sich ja stundenlang auslassen….
Aber hier meine Frage:
Wie gefährlich ist denn der Rohmilchkäse eurer Meinung nach wirklich - habt ihr persönlich schon schlimme Erfahrungen gemacht? Ich werde auf jeden Fall Rohmilchkäse machen (weil ich so was Feines wie frische Ziegenmilch wirklich nicht tot - erhitzen will) und vielleicht die Verwandtschaft damit beglücken – oder vergifte ich dann doch die Schwiegermutter mit Listerien??? Was kosten diese mikrobiologischen Untersuchungen denn so?
Ja, ja ich weis - in der Suchfunktion findet sich schon was dazu, aber ich habe schon so viel gesucht und gelesen aber ein wenig „frisches“ und ein bisschen Aufmunterung könnte ich schon gebrauchen.
Besten Dank und viele Grüße
Sabine