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Milch sauer werden lassen am Holzofen wie früher

Verfasst: 08.12.2005, 18:02
von Maria
Hallo :D
ich habe zum 1. mal versucht milch so wie es früher war neben dem holzofen sauer werden zu lassen. Die milch habe ich gestern vormittag aufgestellt (frische u. unbehandelte ziegenmilch) und mit Deckel versehen. Jetzt scheint sie gestockt zu sein riecht aber nach hefe und nicht sauer! Was hab´ich falsch gemacht?
Liebe grüße aus niederösterreich
Maria

Verfasst: 08.12.2005, 18:17
von xandra68
Hallo Maria,
Du fragst was Du falsch gemacht hast, ich denke der Deckel war schuld, die Milch muß Atmen können.
Probier es nochmal nur mit einem Tuch zugedeckt :wink:
Und ich würde auf jeden fall noch 2 esslöffel Molke, pro 1 l Milch dazu geben.
Viel Glück, bye
Alex

Milch sauer werden...

Verfasst: 08.12.2005, 18:23
von Elise
Hallo und ich muß mal fragen: was macht man dann mit der Milch? Meine wurde im Kühlschrank sauer, habe sie probiert, schmeckte stark nach Ziege. Vlg Claudia

Verfasst: 08.12.2005, 18:40
von Maria
Hallo, ich bins schon wieder :D
bitte nicht böse sein, wenn ich hier was falsch mache, bin neuling! Danke!
Also mir wurde gesagt, daß man diese gestockte milch dann nochmals erwärmen sollte, damit sich die molke absetzt und ich sie dann in förmchen pressen kann, um sozusagen frischkäse zu erhalten. Aber das mit sauerwerden versteh´ ich nicht ganz. Wenn keine säurewecker wie z.b. sauermilch o. ä. beigesetzt wird wie kann das vonstatten gehen? Die milch kann dann doch nur stocken oder?!

Verfasst: 08.12.2005, 19:52
von xandra68
Hallo Maria,
nur keine falsche Scharm, wenn man nicht fragt kann mans nicht lernen.
Ich hab schon von manchen Leuten gehört damit sie die Milch erwärmen und dann für 2-3 Tage an einen warmen Ort stellen, um dann den Bruch zu schöpfen und in Formen zu geben.
Das geht, aber ich finde diesen Käse voll eckelig, da er einfach nur nach saurer Milch schmeckt.
Aber es geht auch ohne Säurewecker, damit sich der Bruch von der Molke trennt, das stimmt schon.

Deshalb würde ich von einem Frischkäse den Du vorher gemacht hast, die 2 esslöffel Molke pro l dazugeben, das reicht vollkommen aus als Säurewecker.

Im entdefeckt bleibt es Dir überlassen wie Du den Käse machst, kannst ja einfach mal mit einer kleinen menge Milch beides ausprobieren, und dich dann entscheiden wie er Dir schmeckt, und wie Du ihn in Zukunft Herstellen willst.
Bye
Alex

Verfasst: 08.12.2005, 21:04
von Maria
hallo :D
ist echt lieb, daß ihr das "alte" nicht total verteufelt!! DANKE!
ich werde mal schauen und ausprobieren, wie ich mit den alten rezepten bzw. neuerungen zurande komme!
Mit labextrakten hab ich im großen und ganzen keine probleme. ich frag´mich nur, wie es unsere ahnen geschafft haben aus milch ohne vielen Zusätzen leckeren käse zu erzeugen!
ich danke vielmals für die antworten!
Liebe grüße an alle
Maria

Verfasst: 08.12.2005, 22:02
von Mathilda
Moin,
ich kann mich als kleines Kind daran erinnern, daß meine Mutter selbst "Harzer Käse" machte, indem sie Milch einfach in einer Schüssel mit Tuch drüber auf dem Küchentisch in Nähe der Heizung stocken ließ, dann durch das Tuch(Windel) abgoß und noch mal, mit Salz und Kümmel versetzt, für ein paar Tage stehen ließ.
Und auch Dickmilch mit Zimt und Zucker wäre bei uns nie gekauft worden. Die Milch dafür hat meine Mutter auch einfach stehen gelassen.

Allerdings haben wir Kuhmilch benutzt, die wir vom Käseladen lose im Milcheimer holen konnten. Ebenso wie die Butter aus dem Faß.
Alles Sachen, die heute nicht mehr möglich sind.

Ich denke, es ist eine Frage der Temperatur und eine Frage der Erfahrung. Übung macht halt den Meister.

Gruß
Thilda

Verfasst: 08.12.2005, 22:19
von Maria
liebe thilda, danke dir herzlichst für deinen beitrag!
ja, hast recht , ist wohl eine erfahrungssache, wie man guten käse macht! Schade, daß ich niemanden habe, dem ich über die schulter schauen kann. Würde mir so mache enttäuschung ersparen!
bin aus der stadt und hab´ keine ahnung, wie man käse früher machte, leider!
liebe grüße an alle
maria

Verfasst: 09.12.2005, 06:32
von Bunz
Hallo Maria,
danke Dir, daß Du dieses Thema hier 'rein bringst.
Auch ich habe mich immer gefragt, wie unsere Vorfahren den Käse gemacht haben. Sicher hatten einige Lab aus der Tierschlachtung. Aber für den Rest der Menschheit mußte es anders gehen. Auch ich bin erst vor ca. 15 Jahren von der Stadt auf's Land gezogen und habe mir in der Zwischenzeit alles angeeignet, was man so braucht.
Nachdem ich mir die Ziegen angeschafft hatte, ging es an's Käsemachen.
Zuerst die große Umfrage unter den Leuten. Überall hatte die Oma den Käse gemacht. Nach meinen Aufforderungen:"Her mit der Oma", war diese dann in allen Fällen bereits verstorben. Ich habe mir dann mit Büchern weitergeholfen und mache eben den Labkäse wie alle hier.
Das Thema läßt mich aber nicht ganz los. Vielleicht findet sich -angeregt durch Dein Thema- doch noch jemand, der Bescheid weiß, wie es ohne Lab geht.
Eine andere Spur in dieser Richtung habe ich auch schon verfolgt:
Es existiert in der Natur ein sogenanntes Labkraut. Meine Nachforschungen in dieser Richtung ergaben, daß hier eine Möglichkeit besteht, daß man aber auf Grund der geringen Konzentration riesige Mengen Labkraut einsetzen müsse.
Ich würde mich zusammen mit Dir freuen, wenn es in dieser Richtung
Also: Käse-und Quarkmachen ohne Lab- noch Zuschriften kämen.
lg
Bunz

Verfasst: 09.12.2005, 07:09
von sanhestar
Hallo,

ich stelle unsere Dickmilch immer ohne lab dick, lasse sie im warmen stehen. Im Moment dauerts etwas länger, im Sommer steht sie nach 1,5 bis 2 Tagen dick.

Der Geschmack ist säuerlicher und "gäriger"als die gekaufte, schädliche NEbenwirkungen habe ich nicht feststellen können. Die Hunde und katzen fressen sie auch sehr gerne.

Ach ja, ich verwende die Rohmilch vom Bauern nebenan.

Sobald ich welche habe, will ich mit "Dickwerden mit EM' - Effektive Mikroorganismen" experimentieren (sind vorwiegend Milchsäurebakterien).

Kefirkulturen gehen sicherlich auch.

Gruss