OCD-Osteochondrose: Wer hat Kenntnisse ?

Hier ist Platz für alle sonstigen Fragen aus der Tierwelt ...
Henry
Beiträge: 933
Registriert: 23.05.2006, 20:05

Beitrag von Henry »

Hallo Anouschka !

Ich kann Dich wirklich sehr gut verstehen !!!!!!!!!
Ich habe neben meinen Ziegen auch zwei Hunde , an denen ich wirklich sehr hänge . Außerdem habe ich ein Kaninnchen , dem auch schon zwei mal Tumore operativ entfernt worden sind . Da hoffe ich auch jeden Tag , das sie noch ein paar schöne Tage ( auch noch einige mehr ) hat .
Aber auch ein dreibeiniger Hund kann noch viel spaß und Lebensfreune haben !! Ich hoffe für Dich , das sich der Krebs noch nicht ausbereitet hat !
Nur leider haben viel Menschen da über haupt kein Verständnis , wenn ein Hund mit drei Beinen über die Wiese läuft - aber wenn es so sein sollte , must Du da drüber stehen . Sollche Leute glotzen auch behinderte Menschen an .
Ich bin der Meinung , wenn der Hund noch Spaß und Lebensfreude mit drei Beinen hat und nicht irgendwie Schmerzen hat und leidet , ist doch alles OK ! Der Hund lernt eigentlich recht schnell auf drei Beinen zu laufe .
Ich hoffe für Euch das Allerbeste !!!
Und drücke Euch die Daumen !

Viele liebe Grüße
martina


Ziegenfreundin
Beiträge: 1698
Registriert: 09.04.2006, 11:30

Beitrag von Ziegenfreundin »

Hallo guten Abend,
nun habe ich Gelegenheit meine Geschichte zu ergänzen. Am Freitagmorgen (17.11) wurde unserem Aaron der rechte Vorderlauf mit Schulterblatt amputiert. Die Op dauerte drei Stunden und verlief ohne Komplikationen. Aaron war auch direkt wieder wach. Wir haben ihn um 17 Uhr nach Hause geholt. Vor der Op sprach ich nochmals mit der Ärztin. Sie sagte uns , dass es uns positiv zuzuschreiben wäre, dass wir sehr frühzeitig gekommen sind, somit stehen die Chancen für Aaron 90 zu 10. 10 % Restrisiko bleibt immer. Wenn es ihr Hund wäre, würde sie ihn auf jeden Fall operieren. Falls wir aber uns den Hund für Zuchtzwecke,
Ausstellungen und Sport zugelegt hätten, sollten wir uns überlegen ob wir vielleicht nicht das Geld für die Op in einen neuen Hund investieren sollten. Das kam bei uns sowieo nicht in Frage, wir wollten immer einen Familienhund. Als wir Aaron dann abends zu Hause hatten war es zunächst sehr schwierig, denn er war sehr wackelig, musste getragen werden, was ihm auch nicht gefiel, denn mein Mann musste ihn auch am Oberkörper halten.Die Nacht über war er sehr unruhig und vorallem sehr hungrig. Morgens liess er sich auch hängen, ich war schonwieder entmutigt, aber nach seinem ersten Fressen blühte Aaron regelrecht auf . Er folgte unserer Bouvierhündin in den Garten, entleerte seine Blase und hielt wieder nach Fremdkörpern(Nachbars Katzen) im Garten Ausschau. Danach war er erschöpft und gönnte sich eine längere Ruhephase, als ich dann nach unten ging um die Ziegen zu füttern, war Aaron nicht mehr zu halten.Er eilte mir nach, verbellte die Ziegen und als ich unsereren Ganter in sein Gehege zurücksetzte sprang er sogar auf den Zaun. Später gönnte er sich noch ein Einpfotenfussbad in unserem Weiher und versuchte den Fischen wieder das Wasser wegzusaufen. Letzte Nacht war er ruhig: Heute Nachmittag war ich zum Verbandswechsel. Die Ärztin ist sehr zufrieden mit der Narbe, sie heilt schön. Die Drainage wird am Dienstag gezogen. Zum Schluss wurde dem Aaron wieder ein lustiger Verband angelegt, diesmal nicht blaurot wie das Fusballtrikot von Hansa Rostock, diesmal ist es ein grün/weiss/roter Verband. Ein Hauch Italien umhüllt nun unseren Riesenschnauzer und weil Aaron so allerliebst war, schnitt die Ärztin noch ein rotes Herz aus dem Pflaster und klebte es auf den grünen Untergrund. Wir hoffen nun alle das Beste für ihn und dass er noch einpaar schöne Jahre bei uns verbringen wird .
Aaron bellus ramus= der Erleuchtete vom schönen Zweig

Liebe Grüsse und ein dickes Dankeschön an alle Ziegentreffler, die mir in den letzten Tagen so lieb und einfühlsam zur Seite standen, sei es durch Beiträge, via PN's oder Telefonaten .Es war eine schlimme Zeit für meine Familie und mich, da wir nicht genug Zeit hatten uns in diese neue Situation einzuleben.
DANKE, seid alle #umarm#


Ziegenfreundin
Beiträge: 1698
Registriert: 09.04.2006, 11:30

Beitrag von Ziegenfreundin »

Hallo,
anbei ein kleines Feedback vom Wohlergehen von unserem Riesenschnauzer. Aaron lebt seit elf Tagen auf drei Beinen. Ich muss sagen, er meistert seine Behinderung mit Bravur. Er öffnet mittlerweile wieder Türen, rennt durch den Garten wie ein wilder Keiler, scheucht die Enten in den Weiher zurück und macht auch vor dem Ziegenzaun nicht halt. Letzten Montag hat er sich eine Dummheit in der Nacht erlaubt und riss seinen Brustverband auf, hat ein Stück Drainage gefressen und hat die Naht ein Stück aufgeleckt. Das Ende vom Lied war, dass sich diese Stelle entzündete. Sie musste antibiotisch behandelt werden und ich durfte von da an täglich zum Verbandswechsel und Wundtoilette. Das Loch muss von innen ausheilen. Klappt mittlerweile auch, denn Aaron geht nicht mehr an diesen Brustverband. Aufgrund des einseitigen Liegens hat sich Aaron das Ellenbogengelenk aufgescheuert. Ich spielte selbst Krankenschwester und verarztete Aaron mit Wund und Heilsalbe und legte auch an dieser Stelle einen Mullverband an, weil er immer gleich die Salbe aufleckt. Hab natürlich nicht bedacht, dass dieser Mullverband genauso interessant für Aaron war, denn er riss ihn auch auf und ich fand den Verband später auf dem Boden liegend. Hatte nicht bedacht, dass er schon ungefähr 30 cm gefressen hat. Jedenfalls am Samstag ging es Aaron sehr schlecht, er hechelte wie verrückt, jaulte rum und hatte absolut keine Ruhe im Hintern. Uns wurde angst und bange. Ich gab ihm Notfalltropfen und wartete ab. In der Nacht war er ruhig, aber am Sonntagmorgen war es wieder so schlimm, wenn nicht noch schlimmer. Ich wollte schon zum Notdienst, ging aber vorher mit ihm in den Garten zur Notdurft. Ich wartete und beobachtete und endlich entleerte Aaron sich. Ich schaute mir die Sache näher an und sie da, die Sch.... kam eingepackt raus. Das waren mind. 15cm Mull mit Knoten. Ein weiteres Mal dasselbe. Jetzt wusste ich auch was dem Hund Schmerzen verursacht hatte. Von da an gings dem Aaron wieder bestens. Das ist nochmal glimpflich abgelaufen, das hätte auch eine Darmverschlingung geben können. Ich darf garnicht dran denken.
Die ersten Spannerangriffe haben wir auch gemeistert, wir haben uns nicht beirren lassen und sind mit erhobenen Hauptes an diesen Leuten vorbeigegangen. In der Nachbarschaft hat Aaron einen Sonderbonus, er bekommt noch mehr Streicheleinheiten wie vorher, die Nachbarn haben sich auch alle positiv geäussert. Aaron ist jetzt noch verschmuster wie vorher, er klebt regelrecht an mir. Ich glaub er ist einfach nur froh, dass er leben darf und diese Dankbarkeit zeigt er uns täglich aufs Neue.

Viele Grüsse
Anouschka


Sven
Beiträge: 8291
Registriert: 06.03.2001, 00:00

Beitrag von Sven »

Hallo Anouschka,

das freut mich unheimlich zu lesen! Ihr und Aaron meistert das klasse! Hoffe, er bleibt Euch noch lange erhalten.

Viele liebe Grüße,
Sven


DasBastet
Beiträge: 1379
Registriert: 27.09.2006, 10:49

Beitrag von DasBastet »

Hi Anuschka, habe heute schon in Erwägung gezogen mal im Ziegenforum öffentlich nachzufragen, wie es euch so ergeht.
Bin froh, jetzt davon zu lesen. Notfalls muss der Knabe mit Trichter rumlaufen, sie sind schon erfindungsreich mit den Verbänden.
Habe bei meinem mal einen Hundesitter bestellt, der ließ mich aus einem Theater rausholen, weil der Hund sich ins Bett verzog und ihn anknurrte und sich die Fäden zog:-(
Bin heimgefahren wir ne irre und packte Hund, und kam pickfein und blutverschmierter Kleidung, Samstag Abend in der Tierklinik an.
Finde ich toll, dass ihr dem ganzen postiv gegenüber steht . Wünsche euch noch viel Spass und Aaron baldige Genesung, damit er keine Verbände mehr essen muss.

gute Nacht
Tine


Erstens kommt es
zweitens anders
drittens als man denkt.
Henry
Beiträge: 933
Registriert: 23.05.2006, 20:05

Beitrag von Henry »

Hallo Anouschka !
Schön , von Euren Fortschritten zu hören !!!
Ich freue mich sehr für Euch , das es bisher alles so gut läuft !
Wünsche Euch auch weiterhin alles Gute !!!

LG
Martina


Ziegenfreundin
Beiträge: 1698
Registriert: 09.04.2006, 11:30

Beitrag von Ziegenfreundin »

Hallo,
anscheinend meint das Schicksal es nicht gut mit uns. Aaron hat wirklich tolle Fortschritte gemacht. Er kommt mit seinen drei Beinen sehr gut zurecht, wir waren letzte Woche schon der Meinung, weil er so aktiv ist, müssten wir die Spaziergänge ausdehnen. Jetzt hat ihn die Grippe erwischt mit Bronchitis, Fieber, tränenden Augen und Abgeschlagenheit.
Er muss wieder Antibiotika nehmen, einen Saft zur Stärkung der Immunabwehr und ne Augensalbe. Das hört sich eigentlich alles nicht so schlimm an, nur macht mich die Schlappheit von Aaron wieder total fertig.
Ich war eben wieder in der Klinik und muss Sonntag wieder hin zum abhören. Ich hoffe es entwickelt sich keine Lungenentzündung draus.
Uns stimmt das ganze wieder total traurig. *cry*

Gruss
Anouschka


Buren-IZ
Beiträge: 3480
Registriert: 30.12.2005, 19:23

Beitrag von Buren-IZ »

Hallo liebe Anouschka,
ach man dem armen Aaron bleibt auch nichts erspart *cry*
Wir drücken ganz fest die Daumen dass er bald wieder auf dem Damm ist.
Fühl Dich gedrückt #umarm#
Grüsse Kalle und die Kleinen.
Und für Aaron ein extra Leckie.

Liebe Grüsse Bernd und Nicole


Buren von der Schulenburg___Moin moin
DasBastet
Beiträge: 1379
Registriert: 27.09.2006, 10:49

Beitrag von DasBastet »

Hi Anouschka,

halte uns auf dem Laufenden mit Aaron, hoffentlich geht es ihm bald besser. Verwöhnt ihn gut.
Tine


Erstens kommt es
zweitens anders
drittens als man denkt.
Ziegenfreundin
Beiträge: 1698
Registriert: 09.04.2006, 11:30

Beitrag von Ziegenfreundin »

Aaron ging heute Abend um 19 Uhr 45 über die Regenbogenbrücke.......
Ja das Schlimmste ist eingetreten.Nachdem Aaron am Freitag fiebersenkend gespritzt wurde, waren wir am Nachmittag wieder guter Hoffnung. Das Fieber sank auf normale Werte, er frass wieder und nahm am allgemeinen Familientreiben wieder rege Anteil. Am Samstagmorgen sprang er sogar in der Wohnung und im Garten rum. Ich kontrollierte seine Körpertemperatur ständig, doch am späten Nachmittag verweigerte Aaron seine Nahrung, er trank nur recht viel. Ich ging kurz vor acht noch einmal mit ihm in den Garten, doch da löste er sich schon ziemlich am Anfang. Er war auch schlapp. Nachts suchte er sich noch mit aller Kraft einen anderen Schlafplatz, konnte sich aber nicht wie gewohnt fallen lassen, denn er hatte in den Hinterläufen keine Kraft. Es dauerte ne zeitlang. Heute früh weigerte er sich wieder zu fressen, sein Fell war extrem glanzlos und struppig, auch hatte er einen komischen Geruch angenommen. Er legte sich mit letzter Kraft in den Flur und dort blieb er liegen bis heute Nachmittag. Ich verstand seine Art mir mitzuteilen, dass es jetzt an der Zeit wäre über die Regenbogenbrücke zu gehen. Am Nachmittag mussten wir sowieso in die Klinik und als es an der Zeit war sich auf den Weg zu machen, versuchte mein Mann den Aaron ins Auto zu tragen, aber er liess ihn nicht an sich ran, er jaulte kläglich und zog auch die Leftzen zurück. Ich rief in der Klinik an und die Ärztin sagte mir sofort zu, dass sie nach der Notsprechstunde kommt. Sie war kurz nach sieben bei uns und schaute ihren liebgewonnenen Freund mit besorgten Augen an und hörte ihn ab. Dann übergab sie mir das Stetoskop mit der Bitte, dass ich auch mal hören sollte.Ich war geschockt, das waren keine Atemgeräusche mehr, das war wie wenn Schlittschuhe über Schmiergelpapier gleiten. Aaron hatte eine schwere Lungenentzündung. Die Ärztin schaute uns an und fragte uns, ob wir es versuchen sollten, unseren Riesen zu heilen. Ich teilte ihr mit, dass ich keine Kraft mehr habe, denn die Erfolgsaussichten wären doch gering. Sie sagte uns, dass Aaron es durch sein angegriffenes Immunsystem nicht schaffen würde und wenn es ihr Hund wäre, würde sie ihn schlafen lassen, es wäre eine schlimme Quälerei für den Hund.Mein Mann und ich stimmten der Erlösung zu. Aaron bekam zuerst eine Beruhigungsspritze, auf die er einschlummerte und dann bekam er die Erlösungsspritze und innerhalb einer Minute hörte sein Herz auf zu schlagen. Ich hab ihm dabei die Ohren gegrault,danach haben wir uns alle von ihm verabschiedet .Wir haben ihn in sein Autobettbezug eingewickelt und mein Mann hat ihn runter in den Anbau getragen und in noch in einen Müllbeutel eingewickelt.
Morgen fahre ich mit unserem toten Aaron nach Saarbrücken, wir werden ihn einäschern lassen und die Urne bei uns im Garten beisetzen.
Das war ein schwarzer Sonntag für uns, aber auf jeden Fall besser für Aaron. Jetzt hat er keine Schmerzen mehr und das beruhigt uns auch wieder auf eine gewisse Art und Weise.

Aaron *27.03.2005 +17.12.2006
Es war eine kurze, aber eine wunderschöne Zeit mit ihm

Bild Bild


Antworten