Raubtier Hund

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sanhestar
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Re: Raubtier Hund

Beitrag von sanhestar »

Chrysantheme hat geschrieben: Bin eigentlich ziemlich traurig und gebe mir Mühe nicht auf Hektor wütend zu sein.

Liebe Grüße v. Chrysantheme
Hallo,

es gibt eben Hunde, die sich selbst eine Aufgabe suchen oder in Aufgaben verfallen, die in ihre Genetik passen. Würde ich hier die Hütehunde sich selbst überlassen, hätte ich zwar keine unkontrollierten Hüteaktionen - DAS machen die Aussies gottseidank relativ selten im Vergleich zu den BC's - aber durch den Schutz- und Kontrolltrieb würde jede Aktion am Zaun und in der Umgebung mit Bellen, Hinrennen, Stellen, danach dann Rudelmobberei zum Abbau der Spannung, danach vermutlich Katzenhüten, uvm. den Tag unsinnig ausfüllen.

Was Dein Hund sich da so angewöhnt hat, ist selbstbelohnendes Verhalten, das geht allerdings auch nicht nach 14 Tagen strikter Kontrolle weg. Ein "mehr" an täglicher Supervision für Deinen Hund wirst Du Dir in Zukunft einfach angewöhnen müssen.


Sabine M.H.
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Locura
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Re: Raubtier Hund

Beitrag von Locura »

Uah, ich überlege gerade, was meine Hunde so anstellen würden, wenn ich sie nur im Garten parken würde..."Garten-Parking" im Sinne von "Sonst mach ich nix mit denen"...

Der Rüde (Dobi-Rotti-Mix) würde nur am Gartenzaun lauern und darauf warten, dass er Passanten verbellen kann und vermutlich auch probieren, einen Weg zu finden, wie er hinterherhertzen kann...
Die kleine Hündin (Berger des Pyrenèes) steht laut kläffend hinter dem Haus auf der Wiese und pöbelt blind ins Nichts...
Die große Hündin (Maremano-Mix) ist aufgrund ihrer Vorgeschichte etwas ängstlich und würde versuchen, sich systematisch in die Haustür einzuarbeiten...
Die Hündin meines Freundes (Labb-Dogge-Mix) würde sich auf die Suche nach ihren Zweibeinern machen und bis sie einen Ausweg aus dem Garten gefunden hat, ihr Mißfallen lautstark kundtun..

Ja, sehr geil...Stress mit Nachbarn, Passanten und evtl. sogar Polizei ist vorprogrammiert!

Ein Garten macht noch lange keinen glücklichen Hund. Meine Dogge und später auch mein Dobermann lebten mit mir früher auf 70 qm. Sie liefen morgens vor der Arbeit eine halbe Stunde am Rad und begleiteten mich ab nachmittag immer und überall. Sie waren weder unglücklich noch unausgelastet, sondern stets gut gelaunte und ausgeglichene Begleiter.


Man sollte sich die Ruhe und Nervenstärke eines Stuhles zulegen. Der muss schließlich auch mit jedem Ar*** klar kommen!
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Die meisten Tiere haben Besitzer - Ziegen haben Personal!
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Nehmt Euch mal die Zeit!!!
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Bunnypark
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Re: Raubtier Hund

Beitrag von Bunnypark »

sanhestar hat geschrieben:
Bunnypark hat geschrieben: noch dazu wenn sie nur einen hund und keinen garten haben! #heul#
Hallo,

und wie soll ein Garten bei einem Hund helfen, wenn er die Abwesenheitszeit seiner Menschen in diesem Garten alleine und ohne Kontrolle verbringt?

Gibt genug Hunde, die sich "dank" Garten zu unkontrollierten Bellern, Auto-, Schatten-, etc.-jägern, Zaunpöblern, Zaunspringern, übersteigerte Beschützer, usw. entwickelt haben.
naja....da kann ich meine hunde wenigstens einige stunden alleine lassen ohne mir gedanken zu machen. wenn ich zb einkaufen gehe, oder zu kunden fahren....
wie gesagt - einige stunden- natürlich nicht regelmäßig und den ganzen tag - dann geschieht genau das was du geschrieben hast

ich weiß aus erfahrung dass ein garten viel mehr zum spielen mit den hunden verleitet als ohne garten *fg*
und da ich für meine tiere immer das optimum an platz, ablenkung usw anstrebe, gehört für mich ein garten zum hund(e)
(genauso wie für ne ziege der strauch #jubel# )


Herrchen unser, der du bist am Hofe; geheiligt werde deine weide; das astwerk komme, unser Wille geschehe, wie im stall so auch auf der Weide; Uns're täglichen Kräuter gib uns heute; Und vergib uns unsere Schuld, wenn wir hopsen auf nachbars Weide; führ uns also nicht in Versuchung, sondern Erlöse uns von dem Astwerkmangel....so is'es .Bild
Chrysantheme
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Re: Raubtier Hund

Beitrag von Chrysantheme »

Sie liefen morgens vor der Arbeit eine halbe Stunde am Rad und begleiteten mich ab nachmittag immer und überall.
Ja so in etwa ist es bei Hektor ja auch!
Ich sehe jetzt schon, das in erster Linie die Fehler bei mir liegen, in jeder Hinsicht, ob nun nicht ausgelastet oder Ungehorsam oder beides zusammen. Durch sein Verhalten zwingt er mich nun nachhaltig eine Veränderung herbei zu schaffen, was ich auch tun werde!
#trost#

Liebe Grüße v. Chrysantheme


Zieglinde
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Re: Raubtier Hund

Beitrag von Zieglinde »

Hallo,
auch ich muß leider Vollzeit arbeiten, um den Hof abzubezahlen. Deshalb haben wir uns gleich 2 Hunde angeschafft. Wir haben keinen Wert auf Topp-Bindung/Prägung zum Hund gelegt, weil die Hunde die meiste Zeit doch sich selbst überlassen sind. Das bedeutet aber auch beim Gassigehen, ohne Leine nicht möglich, weil nicht wirklich Disziplin/Gehorsam herrscht. Aber daran gewöhnt man sich auch.

LG
Silke


Chrysantheme
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Re: Raubtier Hund

Beitrag von Chrysantheme »

Ohja, im Rudel jagt es sich noch besser! :D ;-)
Ne, daran ist im Moment nicht zu denken! Leider!

Liebe Grüße v. Chrysantheme


sanhestar
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Re: Raubtier Hund

Beitrag von sanhestar »

Bunnypark hat geschrieben:
naja....da kann ich meine hunde wenigstens einige stunden alleine lassen ohne mir gedanken zu machen. wenn ich zb einkaufen gehe, oder zu kunden fahren....
wie gesagt - einige stunden- natürlich nicht regelmäßig und den ganzen tag - dann geschieht genau das was du geschrieben hast

ich weiß aus erfahrung dass ein garten viel mehr zum spielen mit den hunden verleitet als ohne garten *fg*
und da ich für meine tiere immer das optimum an platz, ablenkung usw anstrebe, gehört für mich ein garten zum hund(e)
(genauso wie für ne ziege der strauch #jubel# )
Sorry,

aber für ein paar Stunden kann ein Hund auch innerhalb einer Wohnung/eines Hauses verbleiben. Und ich kenne es eher so, dass ein Garten "bequemer" macht.


Sabine M.H.
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Bunnypark
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Re: Raubtier Hund

Beitrag von Bunnypark »

@sanhestar:

#engel# musste ja so kommen wenn man mit profis diskutiert *fg*

klar dass man für ein paar stunden keinen garten braucht, und es sicherlich bequemer für den besitzer ist einen garten zu haben.... #jubel# (ein garten alleine ist aber noch keine ausreichende beschäftigung)
und dennoch glaub ich, dass das umfeld im garten für die hunde aufregender und kurzweiliger ist als eine wohnung.
kein hundebesitzer kann seine tiere 24 stunden beschäftigen...ist auch nicht notwendig, aber sie sind meiner meinung und meiner beobachtung nach in einem garten ausgeglichener... was jetzt aber kein vorwurf gegen wohnungshunde sein soll #freunde#
hatte selbst mal einen wohnungshund vor jahren.
die hunde muntern mich im garten regelrecht auf zu spielen, was natürlich auch an meiner einstellung liegt *oops* .
könnte mir eine hundehaltung ohne garten nie wieder vorstellen *fg*


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Anni71

Re: Raubtier Hund

Beitrag von Anni71 »

Also, mein Benny (Labrador/Retriver Mix) tobt sich am Morgen und am Abend am Stall, wohin er natürlich mitdarf, ausgiebig aus.
Ab und an besucht er seine Freunde im Dorf (was er auch darf, sie besuchen ihn ja auch ;-) ) und er ist total glücklich, wenn er dann noch beim Ausritt mit laufen darf. Er läuft auch bei den Ziegenspaziergängen mit. In der Wohnung dann, pennt er den ganzen Tag und macht keinen mucks. Er bleibt beim Einkaufen etc. dann daheim ist ist auch völlig entspannt, wenn wir wiederkommen. Doch sobald ich die Stallsachen anziehe, dreht er auf und freut sich riesig.

Anderseits hat er auch keine Probleme damit den ganzen Tag draussen rumzutoben (z.B. bei grösseren Zaunbauten und Arbeiten am Stall). Er kann auch 40 km neben dem Fahrrad herlaufen (ohne wunde Pfoten und natürlich vielen Pause) , oder bei einem Halbtagesausritt viele km rennen. Draussen ist er ein absolutes Powerpaket, der nie genug bekommt und zwanghaft ausgebremst werden muss und in der Wohnung ist er die Ruhe selbst und tankt Endergie.
Wenn er draussen dann die Kläfferei lassen würde, wäre er der absolute Traumhund !
Wir hatten mal einen grossen Garten und ich musste arbeiten. Der damalige Hund war 6 Stunden alleine. Er hätte in den Garten können, doch das machte er nie, er lag wohl die ganze Zeit auf den Sofa und hat gepennt. In den Garten ging er nur, wenn wir auch drin waren. Soviel zum Garten und Hunde. Ich finde, sowas braucht ein Hund nicht zwingend. Die Ausschreibungen im Tierheim, nur abzugeben in Haus mit Garten, halte ich für nicht wirkich klug und sinnvoll.
Der Mensch muss sich mit dem Tier beschäftigen und ihm Kopfarbeit bieten und auch Auslauf gewähren. Ein Garten wo er alleine vor sich hin dümpelt finde ich zu öde und langweilig.

Liebe Grüsse
Anja


Zieglinde
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Registriert: 06.03.2003, 18:21

Re: Raubtier Hund

Beitrag von Zieglinde »

Jetzt muß ich Anja als auch Thomas recht geben.
Ich habe, als ich noch in Hannover wohnte, nicht im Traum daran gedacht, mir einen Hund zu halten. Nicht weil ich nicht wollte, sondern weil ich in einer Wohnung lebte. So hatte ich den Traum vom Hund, aber wegen Wohnung nie verwirklicht.
Jetzt habe ich ein Hof, also mehr oder weniger 4-Seiten-Hof, ein Loch in die Waschküchentür gesägt, so das Hunde selbst entscheiden können, ob sie im Schlafzimmer auf dem Bett liegen oder draußen rumlaufen. Nach meinen heimlichen Beobachtungen (also wenn ich zum Beispiel draußen - für Hunde langweilig - Gras zwischen dem Kopfsteinpflaster rauszupfe und das stundenlang) sind die Hunde lieber im Haus. Sie kommen raus, wenn der Briefträger vorbeikommt oder ich was esse, ansonsten liegen sie oben im Schlafzimmer und pennen. Vielleicht legt sich auch mal jemand aufs Sofa... Ich war ziemlich verwirrt durch diese Feststellung. Da hätte ich mir glatt einen Hund in Hannover halten können.
Es ist natürlich klar, wenn man mit Hundegeschirr klappert, ist auch der tiefste Sofaschlaf vorbei!

LG
Silke


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