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Diskussion über Unterwerfungsmethoden

Verfasst: 05.03.2011, 21:34
von ClaudiaH
@Kosinus

Ich habe das "Aufhängen" auch schon live miterlebt und mich entschlossen, diese Aktion als hilfreich und sinnvoll zu werten. Der Zusammenhang würde zu weit führen, nur so viel: Es gibt Hunde, die glauben es einem einfach nicht, daß man es ernst meint- und das müssen sie. Es handelte sich um einen Shar-Pei mit entsprechender Vorgeschichte und einer Person mit über 25 Jahren Erfahrung in den verschiedensten Bereichen (u.a. Abnahme von Wesenstests). Ich mach's kurz: Ich war entsetzt, es machte aber Sinn, ohne das Tier zu "zerstören". Ohne diese harte Hand wäre der Shar-Pei eine lebende Zeitbombe gewesen- ich bin auch nachdem ich sie ein halbes Jahr mitversorgt hatte, nicht mehr in seine Box gegangen bzw. habe ihn auch nicht mehr mit in den Freilauf gelassen, wenn der Spannungspegel beim Hund so hoch wurde, das ich mich nicht mehr sicher gefühlt habe. Der hat einfach nie, nie, nie aufgegeben, bis er geglaubt hat, daß man es richtig, richtig ernst meint. Todernst sozusagen....

Gibt immer zwei Seiten der Medaille....auch wenn's hart ist.

LG,
Claudia

Re: Burenbock wird aufmüpfig

Verfasst: 05.03.2011, 22:59
von Locura
Für solche Methoden fehlt mir das Verständnis und ich will/ werde auch keins entwickeln! #daumen_runter#

Das eght auch anders.

Re: Burenbock wird aufmüpfig

Verfasst: 06.03.2011, 09:18
von Ziegentrekking Altmühlfra
Locura hat geschrieben:Für solche Methoden fehlt mir das Verständnis und ich will/ werde auch keins entwickeln! #daumen_runter#

Das eght auch anders.
Furchtbar... #shock# #daumen_runter#
Ich bin ganz Petras Meinung.

Re: Burenbock wird aufmüpfig

Verfasst: 06.03.2011, 09:42
von ClaudiaH
Moin,

ich hab auf Hintergründe und Zusammenhänge verzichtet- nur in dem Kontext war die Aktion für mich nachvollziehbar. Und GUT finde ich auch was anderes. Es stellte auch keine "Erziehungsmethode" im Sinne von "...der braucht mal wieder..." o.ä. dar, sondern entstand aus der Situation. Aber egal ob Hund oder Bock: Man sollte sich nie auf eine Auseinandersetzung einlassen, wenn man nicht willens und in der Lage ist, sie zu gewinnen. Weil, was kommt danach? Problemkerze und Hirsetee?

Habt einen schönen Sonntag!
Claudia

Re: Burenbock wird aufmüpfig

Verfasst: 06.03.2011, 12:03
von Bolivar
Hallo Claudia,
Man sollte sich nie auf eine Auseinandersetzung einlassen, wenn man nicht willens und in der Lage ist, sie zu
gewinnen. Weil, was kommt danach? Problemkerze und Hirsetee?


Also findest du die Geschichte mit dem Shar Pei doch irgendwie gut.. #ka# Die ironische Bemerkung mit Kerze und Tee
lässt mich vermuten, das du ausser dem Zeigen wer der Chef ist, keine Alternativen siehst.
einer Person mit über 25 Jahren Erfahrung in den verschiedensten Bereichen (u.a. Abnahme von Wesenstests
das sehe ich nicht unbedingt positiv.Man kann auch in 25 Jahren nix lernen und ebenso lang falsch handeln.
Dieser Aufhängeunsinn ist mir auch von Peter Schlegel bekannt, der von vielen als Fachmann angesehen wird.
es machte aber Sinn, ohne das Tier zu "zerstören
Tierquälerei macht niemals Sinn.Wenn der Shar Pei sich jetzt angemessen verhält, warum tut er das wohl? Aus Einsicht
sich vorher falsch verhalten zu haben ? Und wem gegenüber wird er das Verhalten zeigen ? Hunde verallgemeinern schwer.
Das er der Person die ihn aufgehängt hat, ein akzeptables Verhalten zeigt ist logisch, wie sieht es aber bei anderen aus?
Gibt immer zwei Seiten der Medaille....auch wenn's hart ist.
Eine Seite kann ( leider ) auch sein solch ein Tier einzuschläfern, anstatt in menschlicher Arroganz darauf zu bauen, es mit tierquälerischen Methoden zu "therapieren". Solche Hunde werden von Geburt an misshandelt und als letzte Chance das Aufhängen.... #wb#

Gruss Michael

Re: Diskussion über Unterwerfungsmethoden

Verfasst: 06.03.2011, 23:50
von Holzwurm
GSD- verschoben, hab sowieso ein Problem damit, wenn das Thema von Ziege auf Hund wechselt !!! ;-)

Re: Diskussion über Unterwerfungsmethoden

Verfasst: 07.03.2011, 09:37
von Uzou
Hallo,
jetzt komm ich und verschiebe nochmals: Aufs Pferd! (Asche auf mein Haupt, dass ich das wage!!!)
Hier ist es ganz deutlich zu sehen, dass Probleme mit dem Tier nicht von Anbeginn bestehen sondern zu ca 97% erzeugt werden! Darin werden mir auch fast Alle zustimmen.
Ich werde oft zu Problemfällen gerufen und mir ist es auch schon passiert, dass mich ein Pferd beim ersten vorsichtigen Kontakt körperlich angegriffen hat. Nicht nur so ein bisschen Ohrenanlegen, sondern ganz unvorhersehbar mit Gefahr für Leib und Leben! Wenn ich solch einem Pferd blitzartig ins Gesicht schlage, stoppt das den ersten Angriff, und wir haben die Chance neu zu verhandeln! Toll finde ich das auch nicht! Und mir kann Keiner sagen, dass die selbsternannten Pferdeflüsterer das besser können! Die suchen sich für ihre Shows nämlich die vermeintlich leichter Korrigierbaren aus!
Ein Tier, das auf Grund von einer angezüchteten Intelligenz und Härte richtige Schlüsse aus menschlichem Fehlverhalten zieht, kann man leider für diese Erkenntnisse nicht belohnen. Das ist traurig aber nicht zu ändern! Da hilft alles Weichspülen nichts! Nach einer "gnadenlos" wirkenden Maßnahme kann weiter neu und fair verhandelt werden. Ob das "Aufhängen beim Hund" sein muss, kann ich nicht beurteilen, will ich auch nicht, aber ich möchte eine Lanze brechen für Maßnahmen, die kurzfristig hart wirken, aber lebenserhaltend sind (Für Mensch und Tier)
Was passiert, wenn ein Pferd mit einem solchen Angriff durchkommt??? Ein Tier, dass sich entschlossen hat den Menschen zu bekämpfen, wo immer er ihm begegnet, hat nur diese eine Chance. Sonst droht der Schlachter! Ich habe nur in einem Fall erlebt, dass die Besitzer mit ihrem Pferd wieder nach Hause gingen, weil ich es ablehnte mich nicht zu wehren! Das Pferd lebt nicht mehr!
Ich glaube ob Hund, Pferd oder Ziegenbock... die Erkenntnisse dieser Tiere ähneln sich, auch wenn sie sich unterschiedlich ausdrücken! Sie haben erkannt, dass der Mensch schwächer ist oder unangenehm ist! Diese Erkenntnis behandeln sie mit den ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln.
In all diesen Fällen ist das Kind aber schon in den Brunnen gefallen.
Nun wieder zum Thema Pferd, weil ich es da beurteilen kann: mangelnde Konsequenz, Unkenntnis von Körpersprache, Fehlverhalten beim Reiten und vermenschlichendes Verhalten sind die ersten Meilensteine auf diesem unheilvollen Weg! Das dürfte aber bei Hund und Ziegenbock nicht anders sein!
Ein weiterer Fehler ist die Denkart: Alles Verhalten sei erworben! Dies Idee ist inzwischen überholt! Wieviel ererbt oder erworben ist ist noch nicht ganz geklärt, aber der Prozentsatz von Ererbtem ist größer als wir annehmen.
Weiterhin rechnet man mit 3% der Population, die ererbt nicht integrierbar in menschliche Obhut sind. In Amerika gab es Vollbluthengste, die das vererbten! 2jährig auf der Rennbahn waren sie gerade noch zu händeln, aber ausgewachsen nicht mehr! Sie wurden in speziell gebauten Käfigen gehalten, in denen sie ohne menschlichen Kontakt zur Stute gebracht werden konnten. Auch einer der legendären Pferdeflüsterer war an einem solchen Syndikat beteiligt und hat angesichts der Kosten, die reinkamen, keine Miene verzogen und mitgemacht!
Bitte denkt mal darüber nach! Es ist immer schöner durch Sachkenntnis Solches zu verhindern, aber das werden wir nie erreichen!
Zurück zu den Böcken: Die Emotionalität und Intelligenz eines Bockes gleicht nicht der eines Anderen. Schwierigkeiten bekommen wir immer dann, wenn Jemand eine Methode gefunden hat, die bei seinem Bock wirkt und nun glaubt, das müsse bei allen Anderern auch so wirken! Unterschiedlichen Emotionalitäten muss man eben auch hier unterschiedlich kommen. Ich besitze einen ungehornten Bock, der mir gefährlicher werden kann, als mein Gehornter. Dementsprechend muss ich für Beide unterschiedliche Herangehensweisen finden! Der Ungehornte ist superintelligent und älter zu mir gekommen! Der Gehornte ist jung zu mir gekommen und ein bisschen behäbig. Mit ihm kann man etwas unkompetenter umgehen, als mit dem Anderen, der genau auf jede Lücke im Verhalten lauert. Dennoch kann man mit Beiden umgehen! Der Eine erfordert nur mehr Gehirnschmalz.
LG Marion

Re: Diskussion über Unterwerfungsmethoden

Verfasst: 07.03.2011, 09:58
von Locura
Ich mag grundsätzlich Tiere mit "Freestyle-Denken" deutlich lieber als strukturiert und blind folgsame...das inkludiert natürlich auch, dass man sich mehr mit ihnen auseinandersetzen muss, um rechtzeitig zu erkennen, welche Handlungen meinen Rang bedrohen.

Bei meinen eigenen Tieren gilt die Prämisse "Wehret den Anfängen", sprich ich beobachte sehr genau und reagiere dementsprechend sehr schnell, wenn versucht wird, mir meinen Rang abspenstig zu machen.
Dies hat den für mich unschlagbaren Vorteil, dass wiederum kleinste Verhaltensänderungen meinerseits zum Erfolg führen, da sich "Ungehörigkeiten" mir gegenüber gar nicht erst einschleifen können.

Leider geht das nur bei eigenen Tieren und fällt meistens flach, wenn ich mit fremden Tieren umgehe.
Gerade bei meinen Ausbildungshunden bekomme ich das sehr deutlich zu spüren, da die meisten Leute erst zu mir kommen, wenn die Tiere überhaupt nicht mehr zu regulieren sind. Solche Hunde, die zuhause keine Konterposition erfahren, reagieren meistens sehr verblüfft, wenn es nun doch zu menschlicher Gegenwehr kommt.
Diesen Überraschungseffekt nutze ich für mich, d.h. ich bin am Anfang für den Hund so dermaßen unberechenbar, dass er sich mir gegenüber deutlich anders verhält als seinen Besitzern. An diesem Punkt kann ich dann ansetzen und anfangen zu arbeiten; ich drücke auf "Reset" und "programmiere" neu.

Glücklicherweise musste ich in den ganzen Jahren nie zu Methoden wie Aufhängen greifen...dies finde ich genauso maßlos wie Böcken die Luft bis kurz vorm Ersticken abzudrücken oder Pferde blutig zu peitschen.
Eine Bestrafung für Missverhalten muss schnell und effizient sein, darf aber m.E. nie (!) in die Maßlosigkeit und Unverhältnismäßigkeit abdriften.
Ziel soll auch nicht sein, dem Tier (Todes-)Angst einzuflößen und einen Kadavergehorsam zu erwirken. Ich möchte auch weiterhin mitdenkende Tiere, die gerne und freiwillig etwas tun...nämlich, weil sie mich und meinen Status respektieren und nicht um ihr Überleben fürchten müssen.

Re: Diskussion über Unterwerfungsmethoden

Verfasst: 07.03.2011, 19:38
von Kosinus
hi! eigentlich bedauere ich sehr, dass dieses thema noch zum thema geworden ist. ich dachte das aufhängen wäre eine absolute seltenheit. wie gesagt, dachte ich anfangs, es handle sich um ein gerücht. in diesem zusammenhang noch von sinnvoll zu sprechen, ist für mein verständnis weit entfernt. was denn sinnvoll? dass der hund weiter leben durfte? und wenn das damit gemeint ist, was ist denn das für ein leben? es aufzugeben, menschen anzugreifen, weil man um sein leben fürchtet? aber um mal bei dem "sinnvoll" zu bleiben, das du wohl meinst, ist es mir völlig rätselhaft, wie sowas ablaufen soll, denn:
Eine Bestrafung für Missverhalten muss schnell und effizient sein, darf aber m.E. nie (!) in die Maßlosigkeit und Unverhältnismäßigkeit abdriften.
an dieser stelle (und an vielen anderen auch ;-) ) gebe ich locura völlig recht. auch wenn ich solche methoden schlichtweg ablehne, wüsste ich gern -ernsthaft!- wie sich der "erfolg" dieses vorgehens denn gestaltete. es ist mir ein rätsel, wie man einen hund im "richtigen" moment aufhängen soll und was daran sinnvoller sein sollte, als ihn einfach "nur" machtlos dastehen zu lassen, wenn man schon zu harten methoden greift. kaputtmachen und aufbauen ist ein ansatz, der mir nicht ganz neu ist, eher ist er schon fast veraltet, aber so???

@uzou: der schlag ins gesicht ist wirklich nicht vergleichbar. vielleicht sollte es deinerseits auch kein vergleich sein. wie gesagt: manchmal kommt man mit "härte" weiter, solang man sie emotionslos und gezügelt einsetzt doch, wie gesagt, es gibt grenzen. wir haben auch einen ehemaligen knochenbrecher auf der weide. sie hat gerne schultern ausgekugelt. nun reiten kleine kinder auf ihr. ich war während des wandels nicht dabei doch es war sicherlich kein weichspüler in der wäsche. sie ist nach wie vor ein sensibles pferd.

@bolivar: nur eine kurze frage, denn das sprengt sonst wirklich noch den rahmen: meinst du hans schlegel oder gibt es da noch nen anderen? ich war nämlich schon häufiger irritiert, dass sich so viele negativ über ihn äußern und habe bislang nur wirklich gute ausbildungsansätze von dem mann gesehen. #ka#

es schaudert mich dabei, mich mit diesem thema auseinanderzusetzen aber leider gehört es dazu. kosinus.

Re: Diskussion über Unterwerfungsmethoden

Verfasst: 07.03.2011, 21:37
von Bolivar
Hallo Kosinus,

kann auch der Hans Schlegel sein #engel# *oops* Jedenfalls ist er Schweizer ;-) und polarisiert die Hundeszene.Ich mag seine Methoden nicht #daumen_runter# .

Gruss Michael