Seite 1 von 4

Alpaka-Halter, ihr seid gefragt (oder auch Lama?)

Verfasst: 16.07.2013, 18:31
von Zieglinde
Hallo, ihr Alpakahalter.
Ich bin gebeten worden, am Samstag bei Alpakas die Klauen zu schneiden. Sollen so sein wie bei Schafen. Okay, seit 11 Jahren schneide ich Ziegenklauen und bringe es auch immer gerne anderen bei, das geht schon. Schaf geht auch, hab ich auch schon machen müssen.
Worauf aber muß ich beim Alpaka achten? Was ist anders als bei den Ziegen? Gibt es Besonderheiten?
Bitte klärt mich schnell auf, damit ich mich für Samstag bestmöglich darauf vorbereiten kann.
Danke für eure Hilfe!

Liebe Grüße
Silke

Verfasst: 16.07.2013, 19:05
von Bolivar
Hallo Silke,

Alpakas können ganz schön zappelig sein....Ohne den Leuten Böses zu wollen, wenn sie aber jemand anderen bitten die Zehennägel( es sind keine Klauen und mit Schafen hat das auch nichts zu tun ) ihrer Tiere zu schneiden geht das in diese Richtung. Einige Lama- bzw. Alpakahalter machen das in Pflegeständen wo die Tiere fixiert werden. Da Alpakas Fluchttiere sind, sind sie an den Beinen bzw. Füßen logischerweise sehr empfindlich. Natürlich kann man Pflegemaßnahmen trainieren, aber das dauert. Was Panik auslösen kann ist z.B. ein fester Griff ums Fesselgelenk. Bei unserem Alpakawallach funktioniert es vorne gut, wenn ich die Fessel auf meiner flachen Hand ruhen lasse. Das Bein hebt man an, indem man mit der Hand am Bein des Tiers hinunterfährt und es vorsichtig beugt d.h. man blickt auf die Sohle und die Zehen zeigen Richtung Hinterbein. Zum Schneiden nimmt man z.B. eine scharfe Rosenschere, mittlerweile gibt es auch spezielle Lama- bzw. Alpakascheren. Vielleicht haben ja die Alpakabesitzer so etwas da. Die Nägel werden so geschnitten das sie mit der Sohle auf einer Höhe sind. Da es sich hier um Alpakas handelt müsste es auch reichen, wenn du noch Helfer zum Fixieren hast, bei Lamas gäbe das einen Ringkampf ;-). Oft legen sich die Tiere, wenn es ihnen zuviel wird auch hin, das kann dann auch schwierig werden, wenn sie die Beine unter den Körper ziehen, also Vorsicht beim Ziehen und Zerren an versteckten Beinen. Aber wie gesagt, im Fall der Fälle legt man das Alpaka hin und hält es fest. Das gefällt ihm zwar nicht, aber die geschnittenen Zehennägel sind wichtiger als ein beleidigtes Alpaka. Wenn das Tier steht ist es wichtig das es Gleichgewicht hat ( was natürlich nicht einfach ist, wenn man auf drei Beinen stehen soll ). Wir stellen unseren Wallach deswegen an eine Wand. Ich hoffe das ist einigermaßen verständlich beschrieben. Melde dich wenn du noch Fragen hast bzw. schildere mal wie es dann gelaufen ist.

Viele Grüsse

Michael

Verfasst: 16.07.2013, 19:13
von Bolivar
ähm...ich habe die Hinterbeine vergessen.... *oops* Es gibt friedliche Tiere die stillstehen und andere die...treten und das sehr geschickt. Ist eben eine Abwehrmaßnahme. Das heißt dicht ans Tier heran, damit kein Freiraum zum Kicken bleibt. Hält das Tier nicht still, müssen es deine Helfer fixieren, damit du schneiden kannst. Aber ich will jetzt keine Panik schüren, da ich die Alpakas denen du die Zehennägel schneiden sollst nicht kenne. Aber es ist besser vorher zu wissen, was evtl. auf einen zukommen kann.

Gruss Michael

Verfasst: 16.07.2013, 21:46
von Zieglinde
Ach herrje,
ich bin jetzt davon ausgegangen, das wir die Beine locker hochnehmen können und das korrekte Schneiden eher das Problem ist. Na, da scheint ja die Baustelle vorher zu sein. Wie sieht es mit den Zehennägeln aus? Sind die leicht zu erkennen, wo man schneiden muß? Gibt es da auch ein Leben in dem Horn? Eigentlich dachte ich, die haben mich deswegen angerufen.... Sie scheinen wohl mit den Beinen hochheben weniger ein Problem zu haben.

Liebe Grüße
Silke

Verfasst: 16.07.2013, 22:01
von Zieglinde
Gute Güte,
dann bin ich gespannt, was mich eigentlich erwarte.
Anstatt wie gewohnt Haargummi, Haarband, bequeme dreckige Hose, nur Halbschuhe, kein Kaputzenshirt etc. anzuziehen zum Klauenschneiden sollte ich mir vielleicht irgendwo einen gepolsterten und atmungsaktiven Kampfanzug ausleihen :-(

Herzlichen Dank, Michael und Alexa!

Liebe Grüße
Silke

Verfasst: 17.07.2013, 21:00
von Zieglinde
So, noch mal für Blöde:
Alexa, die Ballen sind ja etwas abgerundet. Schneide ich die Zehennagel dann auch abgerundet ab? Dass das Alpaka quasi auf den Ballen schaukeln kann oder schneide ich echt gerade ab? Dann bliebe vorne eine Spitze stehen, vermutlich. Früher hab ich bei Ziegen die Spitze vorne auch rund geschnitten, da gab es Kufenklauen, aber jetzt weiß ich auch, das ist nicht richtig.
Und wo beginnt dort das Leben?
Wenn ich das mal mit einem Finger vergleiche, Männer schneiden ja meist den Nagel bei sich richtig runter, so das kein Weiß am Nagel mehr zu sehen ist, wie abgekaute Fingernägel eben. Wir Frauen lassen gerne etwas Rand stehen.
Kann es passieren, das ich bei den Alpakas "ins Leben" schneide?

Das beschäftigt mich doch jetzt ganz schön.

Fragen über Fragen.

Liebe Grüße
Silke

Verfasst: 17.07.2013, 21:56
von Hans-Willi
Hallo Silke #jubel#

Als erstes ist es immer wichtig RUHE zu bewahren :thumbup: und auch versuchen auszustrahlen. #schlafen#
Alpis sind wie Lamas sehr empatisch und spühren jede angespanntheit. :-o
Rede doch mal mit den Besitzern ob Sie das heben der Füße nicht noch etwas trainieren können,
denn es ist alles ne sache der Übung. 8|
Habe grad gestern bei ner Bekannten ein Lama Ihren Alpaka Hengst und das Fohlen geschoren,
und die Klauenspitzen gekürzt, es war letztes Jahr die absolute Katastrophe mit den beiden alten. #heul#
und dieses Jahr zwar nicht perfek aber um Welten besser. ;-)
Ich hatte als Sie anrif ob ich scheeren könne darum gebeten das Sie zumindest jeden 2.Tag nur mal die Beine anfasst,
was Sie aber glaube auch nur 1x die Woche gemacht hat.
Aber es war schon besser der kleine war total easy der kannte das alles noch nicht hatte zum ersten mal ein Halfter drauf und hat sich erstma hingeworfen aber mit viel ruhe und ausdauer stellte er sich dann und es ging richtig gut. Wie schon geschrieben versuch die Tiere an eine Wand zu stellen das gibt sicherheit für alle beteiligten, binde sie sehr kurz an das schränkt die Bewegungsfreiheit nochma ein. hebe die Füße mehrmals an ohne etwas zu machen das ermöglicht dir, dir einen Überblick zu verschaffen und die Tier werden mit jedem mal lockerer. Wenn ich bei meinen trainierten am Bein runter streiche und up sage knicken die schon ein bei down setzen sie es wieder ab. Dauert ne weil funzt aber irgend wann. Machdir keinen Stress wenn du nur eins am Tag schafst, ist es halt so. Lieber in RUHE und nachhaltig als AUA. Also schagga Du schafst das. :thumbsup: :thumbsup: schreib dann mal wies gelaufen ist.
GLG
HWB aus G.

Verfasst: 17.07.2013, 23:16
von Bolivar
Hallo Alex,

sehr gute Anleitungen :thumbup:

@Silke je nachdem wie lang die Nägel gewachsen sind, ist das "Leben" mitgewachsen und man muss in Etappen schneiden, das hat Hans- Willi sehr gut beschrieben. Alex´ Beispiele zeigen die Technik jedenfalls sehr gut.

Viele Grüsse an euch alle #freunde#

Michael

Verfasst: 19.07.2013, 18:54
von Zieglinde
Super Alexa,
damit kann ich was anfangen.

Ich denke schon, es geht hier weniger um das Festhalten oder Beruhigen, sondern vermutlich handelt es sich um so schiefe Klauen, wie im ersten Beitrag von Alexa bebildert.
Okay, hab ich bei Ziegen auch schon gesehen, nach und nach schneiden. Problem: ist gar nicht um die Ecke, ist für mich finanziell nicht häufiger machbar.
Die Frau hatte mir schon gesagt, das ein Alpaka komische Klauen hat, geerbt von den Elterntieren, aber der Tierarzt macht da nicht wirklich was, weil er nicht kann/will. Also geben die Alpakas auf jeden Fall schon mal beim Tierarzt die Füße, das läßt mich hoffen, das der Part der einfachere ist.
Ich hab auch schon mal versucht, hier einen Klauenpfleger zu bekommen, wir haben einfach keine Chance.
Also fahre ich da hin mit Sabines Buch unter dem Arm (da steht ja auch was zu Fehlstellungen drinnen und dem veränderten Schneiden), meinen gesammelten Klauenscheren und Blauspray und schaun wir mal, was mich erwartet.
Grusel!
Ich hoffe nicht, solche schlimmen Klauen wie auf den Fotos, aber meistens bittet man mich um Hilfe, wenn es so aussieht. Herrje, dabei bin ich doch selbst nur ein Kurpfuscher....

Liebe Grüße
Silke

Verfasst: 20.07.2013, 18:24
von Zieglinde
Liebe Kinners,
so, jetzt bin ich wieder zuhause. Also, ausgerüstet mit euren guten Ratschlägen, einen Schutzanzug mit Helm und Asbesthandschuhen, Fotos von Alexa bin ich zu den Alpakahaltern hingefahren.
Was soll ich sagen:
ich konnte im Bikini auf den Ballen Klavier spielen.
Im Ernst, hammermäßig lieb, alles ganz unproblematisch. Da zickt ja meine pflegeleichteste Ziege mehr. Die Halter selber haben nicht täglich geübt, sondern wie sie sagen "wir reden mit den Tieren". Sobald das Alpaka ein Halfter aufkriegt, wird "gearbeitet". Ist das Halfter ab, dürfen sie machen, was sie wollen. Wir saßen am Kaffeetisch und haben uns unterhalten, da kamen die Alpakas vorbei, wollten schmusen und gucken und wieder weggehen, wie Mietzekatzen! Es ging auch nur bei einem Alpaka um eine klitzewinzigkleine Fehlstellung eines Nagels. Vorbildlich gepflegt, ging aber ein Nagel leicht mit einem Bogen nach innen. Minimal. Nicht so, das es den anderen Nagel behinderte oder das dadurch Dreck in der Spalte bleiben würde. Aber ich kann schon verstehen, so fürsorglich, wie sich um die Alpakas gekümmert wird, sollte der Fuß auch vorbildlich sein.
Auf jeden Fall habe ich eine supertolle Erfahrung gemacht!

Ich danke euch aber herzlich für die Infos, wie es auch sein kann.

Liebe Grüße
Silke