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Hühner und Inzucht
Verfasst: 28.01.2004, 21:22
von Manu
Hallo Ihr Lieben,
Ich habe ja schon einiges hier über Inzucht /Risiken/Chancen gelesen, aber mich würde interessieren ob Inzucht auch bei Geflügel ein Thema ist?
Oder spielt das keine Rolle?
Ich überlege ob ich mir wirklich wieder einen neuen Hahn hertun muss, ich mag meinen letztjährigen Vererber, sehr schöne, gesunde Nachzucht und einfach sehr brav für einen Hahn.
Kann mir jemand Bescheid geben, wie das in der ersten Generation aussieht oder ob ich gar die "Enkeln" (und gleichzeitig "Kinder") nochmal mit Papa/Opa ( #bonk# wie sich das anhört..."Hühneropa"...ziemlich besch...*lach*) zusammenlassen kann?
Liebe Grüße
Manu
Verfasst: 28.01.2004, 22:02
von Zickenvoigt
Liebe Manu,
ich finde, man sollte mit keinem Tier Inzucht betreiben.Das geht auf die Dauer nie gut.
Schöne Grüße, Manuela
Inzucht bei hühnern
Verfasst: 29.01.2004, 01:02
von Christa
hallo manu!
du kannst den guten,netten behalten!
im gegensatz zum menschen, ist bei geflügel die verpaarung naher verwandter kein hindernis, sondern geradezu erwünscht!! es ist ein probantes und erfolgreiches mittel der züchtung. inzucht in jeder form ist sogar erlaubt, will man eine herde kosequent auf ein oder mehrere merkmale durchzüchten.( diese info stammt aus meinen gefügelbüchern!)
..aus eigener erfahrung kann ich das auch bestätigen...und die bauern im dorf kaufen auch nur dann einen neuen hahn, wenn seine fruchtbarkeit nachläßt..
liebe grüsse.christa
Verfasst: 29.01.2004, 22:21
von Mic
Hallo Manu,
die Verpaarung nah verwandter Menschen ist tatsächlich besser zu unterlassen. (Verwandschaft kann ja so schon lästig genug sein, muß man nicht auch noch züchten, ne?! ;-)) aber auch bei allen anderen Tieren gelten die Gesetze der Vererbung. Da ist Geflügel selbstverständlich nicht ausgeschlossen. Wenn du nicht genau weisst was du da tust ist es Russisches Roulette - für die Küken.
LG
mic
hühner und inzucht
Verfasst: 30.01.2004, 00:03
von Christa
hallo mic,es ist tatsächlich so, dass bei der hühnerzucht inzucht betrieben wird, um z.b.eine reinform zu erhalten!
für die rassezucht ist dies von grosser bedeutung, kann aber auch,wenn sie über längere zeit betrieben wird zu inzuchtschäden führen. darum müssen immer wieder tiere von der gleichen rasse, aber von anderen eltern, eingekreuzt werden.du nimmst dann aber immer nur ein huhn!! setzt du einen hahn hinzu, können in der gesamten nachzucht unerwünschte merkmale auftreten,während bei einer henne nur deren küken betroffen sind.klar wechselst du auch mal einen hahn,dafür wählt man aber immer einen junghahn aus der gleichen linie..
viele züchter halten mehrere linien,also mehrere inzuchten,deren merkmale mit hoher wahrscheinlichkeit reinerbig sind. diese linien werden untereinander wieder verbunden...trotzdem kreuzen sie dann ab und an neue glucken ein....klingt fürchterlich..aber ist so...und für manu bedeutet dies, sie kann den guten netten,denn das ist auch ein merkmal!!und ein wesentliches,denn besser als einer, der dir in die hacken fliegt, behalten.denn ein längerer zeitraum ist angesagt, bis ein neuer hahn hinzu soll, und der ist nicht im folgejahr! und älter als 5-6Jahre werden die guten meistens nicht.
liebe grüsse,christa
Verfasst: 30.01.2004, 17:22
von Mic
Vielen Dank für deine Belehrung, Christa.
und ich dachte immer Inzucht sei ein umfassendes Thema das man Leuten überläßt die das entsprechende Wissen haben. Welche man mit erbsicheren Tieren betreibt, deren Elternleistungen man kennt etc.
Aber es ist ja viel einfacher: man nimmt einen netten Hahn, x-beliebige, evtl. hübsche, Hennen und paart diese miteinander und mit der Nachzucht an und siehe da, man betreibt Reinzucht, oder man nennt es auch Linienzucht, Rassezucht, Inzucht - je nach Wunsch. Toll. Und es gibt keine Nachteile bei dem Spielchen? Wenn der Hahn nur nett genug ist und ein Jahr gute Nachkommen hatte? Keine rezessiven Erbgänge bei Hühnern die zu unliebsamen Überraschungen führen können? Letalfaktoren, Unfruchtbarkeit, Zwergwuchs, sonstige Mißbildungen? Keine Bedenken via Internet "Zuchttiere" und deren Genotyp zu beurteilen und dahingehend Empfehlungen auszusprechen? Da bin ich ja erleichtert. Dann auf zum fröhlichen Vermehren und wenn es gut geht hast du recht gehabt und wenn es nicht gutgeht das Tier halt Pech, naja.
Gruß
mic
Verfasst: 30.01.2004, 17:47
von Eifelhexe
Hallo ihr Lieben
ich denke auch das die Inzucht vor Hühnern nicht halt macht.
Lass den Hahn zwei Jahre laufen und besorg dir dann ein anderes Tier (in dem Alter gibt er noch ne gute Suppe und das Fleisch ist nicht soo zäh das man es nicht mehr kauen kann).
Mit diesen Rassezuchten habe ich ganz in meinem inneren wohl auch Schwierigkeiten ( deshalb hab ich in allem nur Mixe).
Hier der Grund:
Wir haben schon seit sehr vielen Jahren Kaninchen und um Frisches Blut reinzukriegen sind wir einmal im Jahr auf sogenannte Ausstellungen vom Karnickelzuchtverein gegangen.
Einmal haben wir uns ganz intensiv mit einem Halter unterhalten und der hat uns erklärt wie man dazu kommt, das ein weisser Wiener die richtige Ohrlänge, Hinterpfotendicke, Vorderpfotenlänge, Oberweitenbreite, Schwanzlänge und Augenfarbe hat.
Man nehme Mama und Sohn oder Papa und Tochter und decke lustig drauf los, nämlich immer dann wenn die Ohren lang genug und die.....s.o.
Das es zu Krüppeln und Totgeburten kommt ist nicht so schlimm, denn man hat ja genug Karnickel im Stall, die paar kann man eleminieren.
Die Hauptsache ist: Der Erfolg auf der Ausstellung stimmt.
Da laufen die Richter mit Zollstöcken rum und messen das Vieh aus.
Die gleichen Richter und Richtlinien haben uns Perserkatzen beschert die so ein flaches Gesicht haben, das sie krank sind von Geburt an und auch die HD-gefährdung bei Hunden wurde so angezüchtet.
Ach ja Nacktkatzen und Hunde sowie Faltenhunde und sonst noch extreme Züchtungen stammen auch aus dem Topf der Richtlinien von Zuchtvereinen.
Bei uns gilt:
Keine dauernde Inzucht (bei keinem Tier) da die nebenwirkungen nicht unterschätzt werden dürfen.
Wir haben immerhin Lebewesen vor uns.
Ist ein neuer Hahn denn sooo teuer?!?
hühner und inzucht
Verfasst: 30.01.2004, 20:20
von Christa
hallo,ihr lieben, ich möchte doch noch mal meinen senf dazu geben, denn ich fühl mich unwohl in der rolle als rassefanatikerin und so..und als belehrung wars nicht gemeint..
die ausgangsfrage von manu war, ob sie ihren letztjährigen hahn weiterhin bei ihrem hühnervolk laufen lassen kann. sie beschreibt ihn als nett und brav und das bedeutet für mich ein sehr wesentliches merkmal, denn wer hühner hält und ein nicht nettes exemplar sein eigen nennt, der weiss, wie schmerzhaft flügelschläge sein können!
auch bin ich davon ausgegangen, dass manu den netten braven , noch nicht in den topf packen will, vielleicht ist er sogar ihr haustier (!)
klar, hähne sind nicht teuer, aber sie sind auch lebewesen, die wir nicht aus unwissenheit jedes jahr, nach vollbrachter nachzucht in den topf packen müssen...mehr wollte ich manu damit nicht sagen.
um sie etwas zu beruhigen, habe ich nen kleinen einblick in die zuchtpraktiken der geflügelzüchter gegeben..
bei uns auf dem dorf, und ich spreche jetzt mal lieber nur für unsere ecke,werden die hähne in der regel nicht älter als 5-6 jahre, dann leben sie ab, oder die fruchtbarkeit hat nachgelassen. dann kommt ein neuer hahn an die stelle. auch werden neue hennen mal hinzugekauft, weil die meisten auch nicht uralt werden, oder es werden fremde eier untergelegt...egal was für ne rasse... und mit dieser praxis hat unser kleines völckchen am rande des wendlands bisher bisher "vermehrt"
so, nun mog i net mehr...was zur hühnervermehrungspraxis sagen..liebe grüsse, christa
Verfasst: 30.01.2004, 21:39
von Manu
Hallo Ihr Lieben,
vielen Dank, das war sehr interessanter Lesestoff - das Grübeln hats mir aber nicht erspart

.
Der Grund für meine Überlegung, Uli, ist keinesfalls der Preis von einem neuen Hahn, aber viel schlechte Erfahrung mit aggressiven Hähnen, und zudem ist er sehr rassetypisch und schön.
Und @mic, es ist weder ein x-beliebiger Hahn, noch x-beliebige Hennen, sondern (bis auf zwei Ausnahmen) reinrassige Altsteirer, von denen mehrere vorangegangenen Generationen bekannt sind, also BIS DATO sicher keine Inzucht.
Ich habe auch per mail interessante Stellungnahmen bekommen und viel darüber gegrübelt *roll* , und ich denke, ich werde ihn wenigstens für heuer noch behalten, natürlich wird der Nachwuchs auf Herz und Nieren geprüft - aber es sind ja nur einige Junghennen, die neben den "alten" (ihm nicht verwandten) zur "Eispende" in Frage kommen.
Vielen Dank und liebe Grüße
Manu
Verfasst: 30.01.2004, 23:32
von Eifelhexe
Hallo Manu
also ich wollte jetzt hier mit meinem Beitrag nicht sagen das ich wirklich jedes Jahr den Hahn wechsele.
Ich habe zwei Linien (mit auch zwei Hähnen) die gleichrangig sind und genügend Hennen zur verfügung haben um sich nicht in die Quere zu kommen.
Mein Wechsel des Hahns ist nach zwei Jahren (hat auch was mit dem Fleisch zu tun wenn ich denn schon wechseln muss).
Mit aggressiven Hähnen hab ich erst einmal zu tun gehabt (in 7 Jahren) der gute ist aber auch nicht alt geworden :-)
Was sind das für Hühner Manu die Du da hast?
Wo bekommt man z.B. Bruteier her?
Mit meinem Eintrag wollte ich eigentlich nur klar machen, das gerade in Zuchtvereinen die Rassestandarts sehr oft wichtiger sind als das Tier selber.
Die länge der Ohren bei einem guten Widderkaninchen ist wichtiger als die vielen Krüppel die durch Inzucht gleich nach der Geburt sterben oder vom Halter getötet werden.
Das ist das was mich an der Inzucht so stört.
Da die Risiken nicht abzuschätzen sind, sollte man es nur als Profi durchführen.