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Kaninchenweide, tolle Haltungsweise oder Verrückt???
Verfasst: 25.01.2005, 17:41
von Benjamin A.
Hallo ihr!!!
Hab heute den neuen Katalog von ARND Europadiscount bekommen, indem ein hütesicherer Zaun für die Freilandhaltung von Kaninchen abgebildet ist. Dieser Zaun wurde in Australien (Kaninchenplage) zum vernhalten der Tiere eingesetzt. Ein Kaninchenhalter soll diesen Zaun für ca. 400 Mastkaninchen mit Erfolg einsetzen. Die Tiere würden die Wiese abweiden und er würde nur Brot ec.. zufüttern.Diese Tiere sahen sehr Vital aus!!! Wäre ja super für die Kaninchenhaltung, die mit ihren engen Ställen ja nich sehr Tiergerecht ist.
Giebt es da aber nicht auch Probleme??? Räuber und so???
Habt ihr sowas schon gehört???
Kann man Kaninchen eigentlich auch zusammen halten??? Also männchen, weibchen und Nachzucht??
Gruß Beni
Verfasst: 25.01.2005, 18:48
von Bacardi
Hallo Benjamin,
ich würde die Probleme bei der dauerhaften Zusammenhaltung beider Geschlechter darin sehen, daß die Häsin nach jeder Geburt direkt neu gedeckt wird - und 11 Würfe im Jahr finde ich doch reichlich viel.
Ich selber habe auch erst seit einem Jahr Kaninchen (schwarze Angora), von daher ist mein Erfahrungsschatz noch nicht so wahnsinnig groß. Da ich die Buchtenhaltung allerdings auch nicht mag, habe ich größere Freilaufgehege. Meinen ersten Kaninchenwurf habe ich nicht mitbekommen - ich hatte die Häsin und den Rammler zusammengesetzt, die sich auch wunderbar verstanden haben. Das Datum hatte ich mir aufgeschrieben und nach 4 Wochen regelmäßig kontrolliert, ob die Häsin mit dem Nestbau etc. anfängt. Als dann nach weiteren 10 Tagen immer noch keine Anzeichen zu sehen waren, hatte ich schon überlegt, ob sie überhaupt gedeckt ist. Beide Tiere verstanden sich nach wie vor absolut super, es gab keinerlei Anzeichen von Aggression oder so.
Ich habe trotzdem mehrfach täglich kontrolliert, ob sich da noch was tut. und irgendwann,( ich war knapp 3 Stunden weg und hatte vorher noch nachgeschaut und nichts Auffälliges gefunden), war dann ein Nest mit Babys da. Daraufhin habe ich den Rammler sofort separiert, der seine Schuldigkeit aber unmittelbar nach der Geburt getan hatte, nach weiteren 30 Tagen kam der nächste Wurf. Daraufhin habe ich die inzwischen 4 Wochen alten Kaninchen zum Papa gesetzt, der sich rührend um den Nachwuchs gekümmert hat und Mama konnte in aller Ruhe die neuen Babys großziehen. Nach weiteren 8-10 Wochen habe ich dann die Babys nach Geschlechtern getrennt und eine reine Männergruppe und eine Frauengruppe laufen gehabt. Die Männer waren auch ein gutes halbes Jahr zusammen ohne daß es zu Streitigkeiten gekommen ist (Weihnachten haben wir dann geschlachtet...).
Ich habe auch schon das Argument gehört, daß der Rammler den Nachwuchs töten würde... ich kann das nicht bestätigen und könnte mir auch nicht erklären, warum das so sein soll, zumindest nicht, wenn er von Anfang an bei der Häsin bleibt und "weiß", daß es sein Nachwuchs ist.
Ich weiß nicht, ob es evtl. an dem unglaublich sanften Gemüt der Angorakaninchen liegt, daß diese Form der Vergesellschaftung so problemlos geklappt hat. Allerdings versuche ich grundsätzlich, die Kaninchen nicht in Einzelhaft zu halten.
Dieses Zaunsystem finde ich sehr spannend, gibt es da noch Infos im Internet zu? Natürlich muß man die Gefahr von Beutegreifern berücksichtigen, aber wenn man ein - und ausbruchsichere Gehege hat ist gegen eine Gruppenhaltung doch nichts einzuwenden.
Verfasst: 25.01.2005, 20:57
von Claudia-SH
Hallo Benjamin und Dagmar,
die meisten Kaninchen fangen früher oder später an zu buddeln, da sie naturgemäß ja im Bau mit vielen Gängen wohnen und schaffen dann auch irgendwann einen Gang nach draußen außerhalb des Geheges. Wirklich sichere Gehege, wo die Tiere unbeaufsichtigt laufen können, sollten auch von unten gesichert sein - Drahtgeflecht auf den Boden legen und mit weiteren Boden abdecken oder Aushub machen, Wegeplatten auf den Boden und an die Seitenwände und Aushub wieder rein füllen.
Von oben sollte man Kleintiergehege natürlich auch sichern.
Viele Grüße
Claudia
Verfasst: 25.01.2005, 21:02
von Bacardi
Hallo Claudia,
deshalb hatte ich ja auch von ein-und ausbruchsicheren Gehegen gesprochen
Aber es ist nicht verkehrt, nochmal besonders auf das Buddelverhalten der Kaninchen hinzuweisen, danke! :D
Verfasst: 25.01.2005, 21:31
von Benjamin A.
Hallo ihr, also ich kann nur sagen, dass der da auf einer großen Fläche die Kaninchen hält, ABER MIR UNTERSTAND!! Außerdem sin es große Stallhasen, die buddel kaum, außerdem muss man die Weide abunzu umstecken, wegen überweidung und so... Also dieser Halter da macht keine schlechte Haltung, seine Wiesen sind gemäht, nebenher macht er Geld mit den Kaninchen und sein Altes brot verfüttert er einfach und spart so Futter!!! Und die Tiere sehen echd toll aus!
Verfasst: 25.01.2005, 21:39
von Bacardi
Hm, große Stallhasen buddeln nicht? Warum das nicht? Weil sie seit ewigen Zeiten oft in kleinen Buchten auf Rosten gehalten werden? Meine Angoras (~ 4kg) haben anfangs auch nicht gebuddelt - inzwischen tun sie es aber schon (besonders wenn sie frisch geschoren sind). Meine Meißner Widder (~5kg) saßen vorher auch auf Rosten. Bei mir sitzen sie auf Streu und Stroh - und buddeln wie jeck.
Verfasst: 26.01.2005, 04:57
von Boogaloose
Hallo Beni,
im Webkatalog von Arndt find ich leider nix drüber,weiß also nicht wie das aussehen soll.Aber die anderen haben da schon recht.Beutegreifer gibts bei uns en masse also müßte das Ganze wohl oben zu sein.Ich habe Hasen bisher nur in Buchten gehalten,aber ich glaub nicht daß es so einfach ist sie in größerer Menge im Freilauf zu halten.Müßte man wohl mit Medikamenten usw.füttern.Hört sich irgendwie immer nach Geldmaschine an.Ein Rammler und zehn Häsinnen = Euros ohne Arbeit.Der Absatz von Schlachthasen ist auch nicht mehr das was es war,besonders hier bei uns im RM-Kreis.Das siehst Du in Winnenden auf dem Wochenmarkt,2 Anbieter und beide nehmen die Hälfte wieder mit.
Grüßle Hubert
Verfasst: 26.01.2005, 07:56
von Anonymous
ich erinnere mich schon vor ca 20 Jahren in einem Buch über Kaninchenzucht von solchen Haltungen gelesen zu haben. Die allerdings waren mit Maschendraht gesichert , der in die Erde eingegraben war . Auch große Wirtschaftsrassen graben bei einer solchen Haltung . Ein Bekannter hielt seine Neuseeländer auf folgende Art robust : Er hatte einen großen Teich geschoben - und mittendrin eine Insel !!!! *idee* Fand ich gut und der Fuchs schlecht . Versorgen , kontrollieren ging nur mit Kahn ... Allerdings werden sie auch sehr scheu ! Hatte aber als eine Myxomatose Epedemie unter den Wildkaninchen ausbrach keine Verluste .
Würd ich also sofort nachmachen , wenn ich einen Teich mit Insel hätte ... :D Marion
Verfasst: 27.01.2005, 18:03
von Claudia-SH
Hallo Marion,
ist das echt wahr mit der Insel? Ist ja heiß....
Wobei, wird die Myxomatose nicht durch Mücken übertragen? Und die dürften am Teich doch verbreitet sein.
Aber davon abgesehen lustige Vorstellung!
Lieben Gruß
Claudia
Verfasst: 27.01.2005, 23:40
von -Johanna-
Hallo,
ich fand Kaninchen-Freilandhaltung auch immer toll. ABer ist schon schwierig. nfangs hatten wir so eine Art Hühnergehege, in der sie lebten. Natürlich oben zu und mit einem Stallhaus und täglichem Futter, weil dort nichts mehr wuchs. Ich hatte Riesenschecken und die buddelten auch. Und zwar richtige Gänge mit Höhlen drin. Morgens, wenn ich zur Arbeit bin, habe ich oft schnell einen Blumentopf reingesteckt, damit sie abends noch da waren. Und abends habe ich die Löcher wieder zugemacht. Und einmal hat dann ein Hase gefehlt. Den habe ich dann schnell wieder ausgegraben. Der saß ganz weit hinten und war völlig ungerührt. Aber da hat mir Nachbars Kater die jungen Hasen nachts rausgeholt (unserer hätte das nie gemacht!!!)
Später hatten wir sie dann in großen Buchten (immer 2 Buchten zusammen pro Mutter mit Kindern). Und tagsüber habe ich sie in einem Wiesenkäfig rausgesetzt. Da mußte dann alle halbe Stunde weitergeschoben werden. Weil, wo die mal dringelegen haben, das mögen sie auch nicht mehr fressen. Und wenn sie satt sind, fangen wie wieder an zu graben.
Ein anderes Problem ist die Sonne. Hasen sind wärmeempfindlich, d.h. Schatten muß im Sommer auch da sein, denn sie würden die heiße Zeit ja im Bau sitzen.
Also, so süß ich mir weiße Angoras in sattgrüner Wiese vorstelle, von den praktischen Qualitäten solcher Haltung bin ich nicht so überzeugt.
Schöne Grüße -Johanna-