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aussterbene Haustierrassen....
Verfasst: 24.01.2006, 16:54
von Butterblume
Was denkt Ihr.Bin ich zu idealistisch,wenn ich daran denke alte Haustierrassen zu halten,auch wenn sie etwas unrentabel scheinen?
Wem nützt eine Ziege,die Wolle gibt,aber zum Schlachten nicht geht-weil zu selten?
Moralisch gesehen-Artenvielfalt.
Mein Gatte sagt immer,alles muß sich rechnen....
Mein Herz sagt,es lohnt sich anders.Die Wiese tät sonst eine Fleischziegenrasse zieren.
Re: aussterbene Haustierrassen....
Verfasst: 24.01.2006, 17:49
von Luci
Hallo Butterblume (?)
Ich denke so lange ihr nicht eine riesen Herde von diesen Wollziegen habt, kann man doch bestimmt die Wolle für eigen Bedarf nutzen. Ich tue zu Zeit unsere erste Schafwolle von unseren drei #maeh# #maeh# #maeh# zu Schuhanlagen, Hausschuhen etz. verfilzen - bei den Temperaturen die jetzt bei uns in Bayern herschen sind die Einlagen einfach Spitze...endlich warme Füße... lol
Wenn die Wolle versponnen wird dann werden wohl mal Socken gestrickt - Ich denke, daß dies auch aus Ziegenwolle geht - könnte sogar feiner sein.... auch für Pulli oder so....
Wie schaut es bei der Ziege mit Milch? Gibt sie den keins? #frage#
Ich denke, daß sich solche Ziege mehr lohnen könnte als ne Zwergziege. Allerdings ist ja auch mehr Arbeit als nur Fleisch produzieren... Mann mußte nur bichen für Handarbeiten übrig haben (keine Ahnung wie es bei dir damit steht - leider hast nichts angegeben in dein Profil... *cry* ).
Wahrscheintlich mußt ihr zwei Rassen halten - eine für Man und andere für dich... #baeh#
Grüß
Luci
Verfasst: 24.01.2006, 19:42
von Inge
Hallo Butterblume,
es spricht nichts dagegen, ein Tier, das einer seltenen Rasse angehört, zu nutzen / essen. Schließlich würden viel weniger Menschen diese Tiere halten, wenn sie keinen Nutzen davon hätten.
Du hast auch als Ergebnis der Zucht nicht immer perfekte Rassetiere. Wir halten es mit unseren Thüringer Wald Ziegen so, dass wir 'rassetypische' Tiere zum Verkauf anbieten und die anderen schlachten.
Unsere Sundheimer Hühner sind eine sehr gute 'Zwiehuhnrasse'; sie legen genügend Eier und geben auch einen hervorragenden Braten ab. Der Nachwuchs unserer bayerischen Landgänse war dieses Jahr unsere erste Brut und vom Gewicht her nicht so toll.
Im letzten Jahr hatten wir noch reinrassige Bronzeputen, eine Henne ist jedoch vom Fuchs geholt worden und die letzte Henne ist uns bei der Aufstallungspflicht an der Schwarzkopfkrankheit eingegangen. In diesem Jahr werden wir dann vermutlich Mischlinge aus Kelly-Puten (Henne) und Bronzeputen (Hahn) ziehen.
Der Geflügelnachwuchs wird verspeist oder auf Nachfrage abgegeben; auch Bruteier haben wir im letzten Jahr etliche verkauft.
Verfasst: 24.01.2006, 21:23
von Ela
Hi,
kann mich nur anschliessen mit den 2 Rassen.
Bei uns war es damals so als wir mit den Wallisern anfingen, dass es so gut wie unmöglich war an Tiere zu kommen. Also haben wir von unserer Nachzucht auch anfangs nichts verkauft. Dazu hatten wir die Thüringer und Bündner. Wenn man allerdings nicht mehr als eine handvoll Tiere halten kann wird´s mit mehr als einer Rasse schwierig.
Und was die Selektion im Endeffekt betrifft, kann ich Inge nur zustimmen. Es kommen immer Böckle, oder mal schlecht gebaute/gezeichnete Tiere zur Welt...
Aber eine gehörige Portion Idealismus gehört bei solchen "seltenen" Rassen auf alle Fälle dazu.
LG Ela
Verfasst: 25.01.2006, 01:39
von Bacardi
Hallo Butterblume,
ich denke auch, daß es sich "anders" lohnt.
Wir halten TWZ, Jakobschafe, Meißner Widder Kaninchen, Angorakaninchen von den aussterbenden Rassen. Auch eine Vorwerk- und eine Lakenfelderhenne laufen in der Hühnerschar mit (da wir eh keinen Hahn halten können, können wir auch nicht züchten).
Uns passiert es nicht selten, daß Leute sagen, daß sie so ein Kaninchen, Schaf oder Huhn oder so eine Ziege noch nie gesehen haben und daß die aber hübsch sind.
Da kann man dann ansetzen und ein bißchen erzählen und die Rasse wieder bekannter machen. Und wer weiß, wer sich dann evtl. auch für eine alte Rasse statt für eine moderne Hochleistungsrasse entscheidet.
Einen "Nutzen" haben wir von unseren Tieren allemal. Die TWZ gibt genügend Milch für unseren Bedarf, die Hühner legen fleißig Eier und die Kaninchen und Schafe geben Wolle und einen guten Braten.
Ich freue mich täglich auf's Neue, daß wir diese Tiere haben. Eine moderne Rasse möchte ich gar nicht haben, da sie mir zum einen nicht so gut gefallen und zum anderen zu empfindlich vorkommen. Außerdem sind mir die Erträge der Hochleistungsrassen zu extrem, was meiner Meinung auf Kosten der Tiere geht.
Ich muß keine Tiere haben, die in kürzester Zeit mit wenig Einsatz einen hohen Ertrag liefern, sondern freue mich, wenn das Tier noch Tier sein kann und natürlich aufwachsen etc. kann.
Ob man allerdings davon leben kann? Ich glaube kaum. Deshalb betreiben wir das ganze auch nur als Hobby nebenbei und für den Eigenbedarf.
Bunte Bentheimer Schweine
Verfasst: 25.01.2006, 21:25
von Winnie23
hallo
ich habe soo gedacht:
ne normale sau hat jeder
also wollte ich "besondere" schweine die mir gefallen
und keine die tag täglich mit antibiotika gefüttert werden.
rechnen werden die sich schon da so ein schweinchen mit ca. 15-20kg 60€ kostet oder man hält sie länger und schlachtet die dann
der nebeneffekt is dabei das ich etwas für die rasseerhaltung tue da diese rasse auch auf der roten liste steht.
wenn sich immer alles rechnen müßte dann sollte man mal mit dem rechnen aufhören spaß und freude is unbezahlbar und dann rechnet sich doch jedes tier mit dem man einen abschnitt seines lebens verbringt
mfg
Verfasst: 26.01.2006, 06:43
von Bunz
Hallo Butterblume,
ich halte zwar von meinen Tieren die stinknormalen Arten bzw. Rassen, aber ich freue mich immer über Leute, die sich aussterbenden Tierarten widmen. Selbst die jetzt verbreitete Thüringer Wald Ziege stand kurz vor dem Aussterben und verdankt ihre jetzige Existenz dem Engagement einiger weniger.
Nur Mut!!!
Es ist nicht alles mit Geld zu bemessen!
lg
Bunz
Re: Bunte Bentheimer Schweine
Verfasst: 26.01.2006, 07:37
von Inge
Winnie23 hat geschrieben:
wenn sich immer alles rechnen müßte dann sollte man mal mit dem rechnen aufhören
genau! Überlegt mal, was ein Bier in der Kneipe kostet, wenn man die Zeit berechnet, die man dort sitzt... *shock*
Für einen Hobby-Tierhalter sollte die Freude am Tier wichtiger sein als die Rentabilität.
Verfasst: 26.01.2006, 09:59
von ClaudiaH
Moin,
richtig Geld im Sinne von Rentabilität bringt so eine kleine Tierhaltung ohnehin nicht. Dabei hat man höchstens mal so viel in der Tasche, daß man davon das Bier in Inges Kneipe bezahlen kann :) Ich habe eine Viecherkasse, da kommt das Eiergeld rein und wenn wir Wurst verkaufen usw., aber das ist eigentlich ein Lacher, obwohl sich die Summe am Jahresende ganz gut anhören würde, wenn was übrig bliebe :) Davon kaufe ich immer Futter, wenn wir mal pleite sind und ich trotzdem mein Getreide vom Bio - Bauern holen will.
Ich stell es mal neu rein als Umfrage.
Liebe Grüße,
Claudia
Verfasst: 26.01.2006, 19:43
von Butterblume
Nun,der Rassebock,den ich holen möchte hätte mehr Ziegen,als ich im Stall habe.Nämlich sämtliche Ziegen der Umgebung.
Und wir hätten hier im Dorf mindestens pro Ziege ein Mischling.
Es wäre schon Verbreitung der Art-aber sicher nicht im sinne der Reinrassigkeit.Aber es könnte sich Nachfrage entwickeln.Und eine breite Basis zur Rückkreuzung.
Also könnte man jedes Herdenbuch vergessen.Und ich würde die hiesigen wenigen Züchter zur Verzweiflung treiben.
Meine Kaninchen erhalten sich selbst.Verkaufte Kaninchen geben Pellets und Möhren her.