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OCD-Osteochondrose: Wer hat Kenntnisse ?
Verfasst: 31.10.2006, 19:19
von Ziegenfreundin
Hallo,
heute suche ich mal einen Rat über die Krankheit OCD.Diese Krankheit
wurde gestern bei meinem 19Monate alten Riesenschnauzer festgestellt.
Ich wurde in eine Spezialklinik in Trier verwiesen, wo ich mir eine Zweitmeinung einholen soll. Gesetzten Fall es handelt sich wirklich um diese Krankheit, soll unser Riese auch dort operiert werden. Nun zu meiner eigentlichen Frage, wenn der Hund operiert ist, ist er danach wieder völlig genesen? Ich habe im Web nicht viel über diese Gelenkkrankheit gefunden. Ich wurde zwar aufgeklärt, das Röntgenbild wurde mir auch bis ins kleinste Detail erklärt, aber es bleibt immer noch ein kleines Fragezeichen übrig. Vielleicht kann mir ja ein Foreaner in dieser Hinsicht etwas weiterhelfen. Ich bin wirklich froh über jeden Hinweis.
Im voraus vielen lieben Dank
Anouschka
Verfasst: 31.10.2006, 19:43
von Sven
Hallo Anouschka,
was ist OCD überhaupt?
Viele liebe daumendrückende Grüße,
Sven
Verfasst: 31.10.2006, 20:54
von Moritz
Selbst um den Preis, meine Unbeliebtheit zun steigern ( heutige PN einer Forum-Teilnehmerin, ich würde "Fachchinesisch" schreiben, aus Lehrbüchern abschreiben, Leute vergraulen) hier einige Bemerkungen als Anregungen:
Meines Wissens soll es sich um die Osteochondrose handeln.
Du müßtest einmal viel, viel detaillierter Symptome beschreiben:
1) seit wann, 2) ständig? 3) einseitig? 4) Übergewicht? 5) Verschlimmerung wetterabhängig?, 6) Geschwistertiere ebenfalls betroffen 7) wie hat er gelebt bisher? 8) wo schläft er? Art des Liegeplatzes?, 9) Frottierst Du ihn ab, wenn er naß ist? 10) Ist er schon sehr gefordert, verschlissen worden?
11)Was fütterst Du? 12) Beschwerden in Schüben oder plötzlich aufgetreten? 13) Hat er schon vor Schmerz geschrieen? 14) Kann er noch springen?
An der Fülle der Fragen merkst Du, wie schwierig eine für Dich befriedigende Antwort wäre.
Ein einfaches: "Ja, hat meiner auch"! bringt ja nichts.
Über den Röntgenbefund schreibst Du auch keine Details.
Aus der Ferne kann man nicht einmal sagen, ob die Diagnose richtig ist.
Vor einer eventuellen OP, für deren Erfolg Dir keiner eine Garantie gibt,
würde ich noch viele Meinungen einholen.
Lyon Uni-Tierklinik hat Superruf und Tradition.
Im Süddeutschen Raum kenne ich mich nicht aus,
Gut ist Duisburg, Tierklinik am Kaiserberg (man kann auch anrufen und sich
mal mit Dr. Zeisser unterhalten, sich empfehlen lassen, wo gute Spezialisten dafür sitzen)
Auf keinen Fall würde ich das bei einem Landtierarzt oder einem Schicki-Micki-Stadttierarzt ("Ich kann alles, dafür ist es auch teuer, aber ich mache es erst zum 2. Mal") operieren lassen. FALLS OP überhaupt notwendig ist.
Was hat man bei Röntgenerklärung gesagt? Schwimmt da ein Splitter rum? Gibt es eingelagerte Flüssigkeit?
Kann es nicht doch "nur" eine Dysplasie sein?
Du siehst: Fragen über Fragen
Verfasst: 31.10.2006, 21:59
von Ziegenfreundin
hallo,
@moritz: ich versuche jetzt etwas näher auf deine fragen einzugehen, hoffentlich lass ich nichts aus, ich mache es stichpunktartig:
-aaron hinkt seit letzten montag sehr stark, wir dachten zuerst an eine zerrung, weil er immer rumrennt wie ein dilldopp.
- seit dieser zeit hinkt er ständig, ohne nur ein fünkchen besserung, im gegenteil es verschlimmerte sich
- der rechte vorderlauf ist betroffen
-übergewicht hat er nicht im gegenteil, man fühlt deutlich seine rippen, er hat 40,8 kg und hat eine schulterhöhe von 71cm
-wetterabhängigkeit konnten wir nicht feststellen, nur wenn er gelegen hat und aufgestanden ist, war es extrem schlimm. wenn er längere zeit steht bessert sich die lage, er hinkt weniger. nur seit gestern beobachte ich, dass aaron schief läuft. auch beim fressen hat er den vorderlauf in der höhe.
- von den zwölf anderen geschwister hab ich nur von einem gehört, dass er ne knochenhautentzündung hatte, zwei andere rüden haben bauchspeicheldrüsenentzündung.zu den anderen haltern hab ich keinen kontakt, da sie in ganz deutschland verstreut sind.
- schlafen tut aaron im haus vor unserem schlafzimmer oder auf dem flurteppich. sein spezielles hundekissen rührt er nicht an.
-sicher frottiere ich ihn ab, wenn er nass ist. aaron bevorzugt immer ein bad in unserem weiher.
- überfordert haben wir ihn nicht, wir wollten von anfangan keinen austellungshund zum leidwesen der züchterin, die aaron gerne überall ausstellen würde.
- ich füttere lamm und reis kroketten (proplan und royal verträgt er nicht, er erbrach sich zu anfang öfters), ich barfe auch nicht..
- er hat noch nicht gewimmert, aber gefiept, er zittert nur ständig an diesem lauf, beim wasserlasen hebt er auch nicht mehr das bein, er bleibt auf den vieren und geht etwas in die hocke, wie ein weibchen eher.
- er kann noch springen, aber von sich aus lässt er das seit einigen tagen.
so nun zum röntgenbild:
es wurde der kompl. vorderlauf geröntgt und am sprunggelenk und ellenbogengelenk wurde nichts festgestellt also o.b, eine knochenhautentzündung wurde auch ausgeschlossen , weil dann die oberfläche uneben wäre. dann kam die ärztin zur schulter. im gelenk zum oberschenkel war ein schatten, der da nicht so sein sollte. sie erklärte mir, aufgrund des schnellen wachstums gerade bei grossen rassen wird der knochen nicht ausreichend verkalziumisiert (?) und es würden sich knochenschuppen absetzen und sich im gelenk verlagern und den natürlichen knorpel vernichten. wenn der hund recht aktiv ist, passiert so etwas schnell beim springen oder laufen. danach hätte der hund aufgrund der abgelagerten knochenschuppen starke schmerzen, weil es ja zur reibung kommt. die ärztin hat mir auch noch die fachausdrücke dafür gesagt, aber leider habe ich mir diese worte nicht behalten. die ärztin verwies mich nun an die tierklinik in trier, weil dort die spezialisten für diese krankheit wären. ich sollte mir dort auf jeden fall eine zweitmeinung einnehmen und im falle einer op wäre ich dort an der richtigen adresse. es wäre für diese klinik routine, sie hätten ständig hunde mit ocd.
das wars mal fürs erste, ich hoffe ich hab nichts vergessen, wenn doch, dann frag ruhig nochmal nach.im voraus vielen dank
anouschka
Verfasst: 31.10.2006, 23:08
von Moritz
Von Hundehalter zu Hundefreundin: habe das alles gerade mit meiner Frau durchgesprochen/durchgedacht.
An den von Dir gegebenen Details ist Superhundehaltung zu erkennen, da kann also nicht der Ursprung liegen. Lamb and Rice -Futter auch gut.
Mit den Erklärungen der Röntgenaufnahme ist davon auszugehen, dass Diagnose richtig.
Diese Erkrankung trifft insbesondere große Hunderassen, ist nicht so selten, so daß - wenn Trierer Klinik wirklich gut und erfahren - Du dort and der richtigen Stelle wärest.
Röntgenaufnahmen mit hin nehmen.
Mit "kalziumisiert" meinst Du sicher "calcifié" (ausreichend Kalk gebildet).
Knochen zu schnell gewachsen, an der Stelle nicht das richtige Verhältnis von Festigkeit und Elastizität. Knochen sind nämlich auch in bestimmtem Umfang elastisch.
Ich will nicht zu sehr ins Detail aller Möglichkeiten im Zusammenhang mit dem Gelenk gehen, im Wesentlichen ist es - trifft der Fall zu - wirklich ein oder mehrere "schwimmende" Teilchen, die sich mal festsetzen, mal wieder lösen bei den Bewegungen und diese Schmerzen auslösen bzw. verstärken.
Es gibt in Frankreich Metacam (von Boehringer / Ingelheim hergestellt), ein Schmerzmittel und Entzündungshemmer pour chiens / für Hunde
1,5 mg/ml suspension orale (= Sirup), wichtig ist diese 1,5mg/ml Angabe
Beim Tierarzt oder in Apotheke erhältlich
einmal täglich mit der Mahlzeit mit dem Futter geben, beigelegte Spritze füllen,
Sirup über die Kroketten, am ersten Tag für 80 kg Körpergewicht, danach für 40 kg Körpergewicht.
Ganz selten Magendarmprobleme (Durchfall), ganz selten wirklich.
Frag TA, ob Du das bis Vorstellung in Trier geben kannst.
Würde die Schmerzen lindern, nicht das Problem beheben.
Frage in Trier, ob Rückfallgefahr besteht.
Mitschreiben bei Erklärungen.
Es gibt etwas zum Knorpelaufbau (Produkt heißt in FRankreich Seraquin, Wirkstoffe müßten auch in Deutschland bekannt sein). Vielleicht für die Zeit nach OP
Du siehst ganz oben jetzt Osteochondrose, das ist ok.
Verfasst: 31.10.2006, 23:19
von Ziegenfreundin
Hallo nochmal,
vielen lieben Dank euch beiden.
Die Tä hat mir gestern für sieben Tage noch das Schmerzmittel
"Rimadyl 100" gegeben. Ich soll dem Aaron zwei Tabl. täglich zum ersten Fressen verabreichen. Hier könnte es auch in seltenen Fällen zu Magenverstimmungen kommen, deshalb soll ich sie zum Fressen geben, damit im Magen eine Pufferschicht vorhanden ist.
Ich werde jedenfalls am Freitagabend den Beitrag nach dem Besuch in Trier ergänzen.
liebe Grüsse
Anouschka
Verfasst: 04.11.2006, 13:16
von Ziegenfreundin
Hallo,
also wir kamen gestern abend sehr spät nach hause von der tierklinik.
der verdacht auf osteochondrose bestätigte sich NICHT.
es gab zwei diagnosen, zum einen
aaron hat eine starke knochenhautentzündung,( er wurde nochmals geröntgt in zwei ebenen), die schon sehr ausgebuchtet ist.
die zweite diagnose wäre ein knochentumor, was mich natürlich in der klinik zusammenbrechen liess, denn ich hatte mit allem gerechnet nur mit dieser diagnose nicht. um dies auszuschliessen wird nächste woche eine knochenbiopsie gemacht. drei tage später hab ich dann das ergebnis. bis dahin wird aaron mit antibiotika behandelt und weiterhin mit entzündungshemmern.
wenn aaron wirklich krebs haben sollte, wird ihm ein bein amputiert.
wir können nur hoffen.
ich werde meinen beitrag anfang übernächster woche ergänzen.
gruss anouschka
Verfasst: 14.11.2006, 23:30
von Ziegenfreundin
Hallo,
mir liegt seit heute Abend der Befund von Aaron's Biopsie vor.
Aaron hat ein malignes Osteosarkom zu deutsch, er hat Knochenkrebs.
Der Schock sitzt noch sehr tief. Ich hatte ein sehr langes Gespräch mit der Tierärztin. Es bestehen auch keinerlei Zweifel an der Diagnose. Der Tumor wächst sehr schnell und es wurde uns nahe gelegt den Termin für die Amputation in den nächsten vierzehn Tage vorzunehmen.Der Vorderlauf wird an der Schulter abgetrennt, falls bei Öffnung noch Metastasen sichtbar werden, wird er eingeschläfert während der Narkose.
Ich bin mir in diesem Moment vorgekommen als würde ich träumen, aber es war bittere Realität. Ich weiss auch nicht wie ich auf dem Heimweg gefahren bin, ich war irgendwie traumatisiert. Jetzt liegt Aaron neben mir mit seinem rasierten Vorderlauf und diesem riesigen Tumor am Bein. Das Wachstum des Geschwulstes konnte man Tag für Tag sehen, mittlerweile hat es Hühnereigrösse. Aaron hat erst 19 Monate. Ich wurde auch aufgeklärt über die Zeit nach der Amputation. Unser Umfeld wird der Sache sehr negativ gegenüberstehen und es wird uns viel Kritik entgegengebracht werden. Aber mein Mann und ich sind uns einig. Aaron bekommt bei uns sein Gnadenbrot, nur wenn wir sehen, dass der Hund leidet aufgrund schnellerem Gelenkverschleisses oder anderen Krankheiten, dann werden wir ihn erlösen lassen, aber jetzt ist noch nicht der Zeitpunkt.
Das waren schlimme Neuigkeiten für uns, zumal ich bis heute Mittag fest im Glauben war, dass es sich "nur" um eine Knochenhautentzündung handelt.
traurige Grüsse
Anouschka
Verfasst: 15.11.2006, 06:37
von DasBastet
Hallo Anouschka, mit grossem Entsetzen las ich gerade deinen Bericht über Aaron.
Wenn es mein Hund wäre, würde ich ihn ebenfalls operieren lassen, ohne Zweifel.
Und was das Umfeld angeht, es reagiert häufig seltsam, wenn etwas anders ist. Sogar, wenn ein Hund schwarz ist, wie meiner, werde ich oft darauf angesprochen.
Dein Mann und du ihr seid euch einig, als Unterstützung kann ich euch nur sagen, steht zu Aaron mit drei Beinen. Denn glaube mir die Kerlchen können ganz schön flitzen, wenn es erstmals überstanden ist. Wir haben hier auch einen.
Viel Kraft wünsche ich euch, und für Aaron alles Gute
Tine
Verfasst: 15.11.2006, 08:08
von Mazzu
Hallo Anouschka
tut mir es sehr leid, dass Du eine so schlimme Diagnose erhalten hast. Ich wuerde es auf jeden Fall auch tun und die Leute reden lassen. Meist sind es sowieso Nichtbetroffene die alles besser wissen.
Weiss nicht, ob Du diese Seiten kennst:
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Dort kannst Du Dich evtl. mit anderen Betroffenen austauschen und mehr.
Ich finde auch ein dreibeiniger Hund kann ein lebenswertes Leben fuehren, solange die Leiden nicht ueberhand nehmen.
Wuensche Euch und Eurem Aaron viel Kraft fuer die Zukunft.
Mitfuehlende Gruesse
Franco