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Berufstätige Ziegenhalter und Pferdereiter
Verfasst: 02.01.2007, 20:05
von Zieglinde
Hallo,
nun gehe ich schon seit ca. 30 Jahren mit der Idee schwanger, mir ein Pferd zuzulegen. Fatalerweise habe ich mich auf den Seiten der Pferderettung verirrt!
Jetzt mal meine Frage an die gerichtet, die Ziegen und mind. ein Pferdchen haben, nebenbei noch Vollzeit arbeiten und kein arbeitslosen Partner oder Eltern im Ruhestand haben, die sich um die Tiere kümmern können: Wie schafft ihr das???
Das Finanzielle wäre ja durch o. g. Maßnahme geklärt, aber wie funktioniert das Zeitlich?
Ich bitte um Vorschläge und wäre auch echt dankbar für "Management"-Ideen.!
Und übrigens, ich lasse mich von meinem Pferdetraum nicht abbringen, höchstens nach hinten verschieben, aber später wirds ja auch nicht besser, im Gegenteil, ich meine Knochen werden mürber....
LG
Silke
Verfasst: 02.01.2007, 20:33
von Irene
Hy Silke!
Am Besten Du suchsts Dir 2 "arme" Pferde und gewöhnst sie langsam an die Ziegen,....und darann daß Du zu wenig Zeit hast,......
denn andersrum gelingst noch weniger #bonk#
Stell mal ich WILL ein(2) Pferd(e) in den Mittelpunkt und denk Dir den Alltag darüber herum.
Denn es gibt Ziegen die Pferde lieben/hassen und alles auch von der Pferdeseite dazwischen,......
Ich weiß daß war keine Hilfe, nur zum Nachdenken,....egal wer "Tiersitter" spielt,...
LG Irene
Verfasst: 02.01.2007, 21:56
von Nicola
Hallo,
wie schaffe ich es?? Eigendlich gar nicht.
Als erstes streicht man so Sachen wie "saubere Kleidung tragen", "einen geordneten Haushalt führen", "mal schick ausgehen", "in Urlaub fahren"...
Dann streicht man "Ausreiten"
Außerdem braucht man 2 ruhige Pferde mindestens im mittleren Alter (vielleicht so 12-15 Jahre alt), denn die Jungspunte müssen jeden Tag was tun, während die Älteren für eine Woche Pause auf der Weide eher dankbar sind.
Man braucht einen Offenstall, denn Boxenhaltung verursacht viiiiel mehr Arbeit.
Wenn man dann noch in Kauf nimmt von allen für völlig bekloppt gehalten zu werden wird man ein überreiches Leben im Glück führen!!!!
Jeden Tag misten, putzen, betüddeln ersetzt mir meinen Jahresurlaub mehr als reichlich. Im Stall vergißt du jede Hektik, Streß und Ärger.
Liebe Grüße
Nicola
Verfasst: 03.01.2007, 08:22
von Leiliche
Hallo Silke,
es geht sehr gut Ziegen+Pferde+Hühner+Hasen+Garten+Vollzeit arbeiten.So war unsere Situation bis vor 2 Jahren
Es ist eine Frage des Managments im Stall, z.B. die Hühnertüren öffnen sich automatisch. Morgens benötige ich für den ganzen Stall 15 Minuten, Abends sind wir 1-2 Stunden im Stall.
Das Füttern geht folgendermaßen
Ziegenfuttertisch abkehren-Getreidefütterung
Pferde Getreidefütterung
Hühnerfutter herunterhängen (hängt oben wegen Mäusen), Legenester öffnen
Ziegen Heu+Ehmd geben
Pferde Stroh + Heu geben fertig für den Tag.
Abends wurden dann die Ziegen und die Pferde auf die Weide gelassen für ca. 2 Std. oder länger. Die Hasen und der Garten versorgt, Kotbretter bei den Hühner gesäubert, Ziegen und Pferde wie morgens versorgt und der restlichen Abend genossen
Pferde wurden wöchentlich gemistet, die Ziegen nur alle 2-3 Monate.
Meine Frau und ich arbeiten beide Vollzeit, und ich im Schichtdienst zwischen 5:30 Uhr und 18:30 Uhr .
Wir waren seit 2000 nicht mehr im Urlaub, und es fehlt uns trotzdem nichts.
Im Gegenteil die Zeit mit den Tieren und der Garten ist jeden Tag wie ein bisschen Urlaub.
Also laß Dich von Deinem Traum nicht abhalten, es geht, und Du bekommst soviel zurück.
Ach so die Pferde waren 20/21 Jahre alt und wurden nicht mehr geritten.
Seit ca. 1 Jahr haben wir die Pferde nicht mehr, sie sind kurz nacheinander verstorben. Meine Frau schafft es noch nicht sich neue Pferde anzuschaffen, aber vielleicht eines Tages wer weiß.
den Gruß entsendet
Andreas
Verfasst: 03.01.2007, 15:31
von Osiris
Hallo , das was Nicola sagt bringt mich zum Lachen , denn es stimmt bis auf den letzten Punkt ! Es geht ! Aber die Ausritte machen oft die anderen , während Du die Mistkarre schiebst und manchmal putzt Du Dein Pferd und bist dann wenn es glänzt zu müde es zu reiten ! Es ist ein ständiger Drahtseilakt mit immer einem schlechten Gewissen , weil irgendetwas liegen bleibt , aber es ist herrlich und jeder Tag lohnt sich ! Mach es ! Ich rate Dir zu ! Das Timing wirst Du selber herausfinden müssen, aber Wäsche bleibt in Zukunft ungebügelt und besser wär eine Putzfrau !

Grüße Marion
Verfasst: 03.01.2007, 18:11
von C.Andrea
Ich könnte mich auch schlapplachen, denn es stimmt wirklich jedes Wort von Nicola. lol Als ich noch kein eigenes Pferd hatte, bin ich einmal in der Woche reiten gefahren. Das waren noch Zeiten!
Zum Management:
Morgens gibt es für alle nur Heu, die Nager bekommen noch Möhrchen. Wasser ist vom Abend noch genug da, meistens. Bei starkem Frost muss ich mehr Zeit einplanen, zwecks auftauen und so. Das Geflügel hat noch genug Futter vom Abend. Hunde und Katzen zähle ich gar nicht mit, wir frühstücken zusammen.Dann Stalltüren auf und ab zur Arbeit. Zeitaufwand knapp 15 Minuten.
Mittags gibt es bei magerer Weide nochmal Heu.Zweimal in der Woche bin ich den ganzen Tag arbeiten, dann macht das meine Tochter und wenn die nicht kann die Nachbarstochter. Dafür fütter ich morgens noch deren Pferde mit, wenn sie mal wieder zu lange gefeiert hat....*g* Das ist überhaupt das allerwichtigste: Dass Du jemanden hast, der mal, z.B.auch im Krankheitsfall, einspringen kann. Sonst kann es nicht funktionieren.
Abends ist dann das große Füttern angesagt, was auch schon mal zwei Stunden dauern kann. Und wenn ich Nachmittags frei habe, wird gemistet.Gerade wegen dem misten bin ich in letzter Zeit öfter mal am meckern, weil ich bei dem nasskalten Wetter vieel lieber auf dem Sofa liegen würde...aber man muss halt Priroritäten setzen.... lol Berichte mal, wie Du Dich entschieden hast.
L.G. Andrea
Verfasst: 03.01.2007, 19:52
von Zieglinde
Hallo,
eure Antworten sind furchtbar lieb und machen mir viel viel Mut. Ich dachte schon, ihr beschimpft mich von Wegen "ist die den völlig bekloppt, das geht doch gar nicht".
Das Pferdchen will ich erstmal nicht bei den Ziegen halten, sondern auf eine Wiese außerhalb stellen, wegen der Artgenossen, die ich ja nicht hier habe. Und leider leider sollte es auch ein ganz bestimmtes Fohlen sein. Aber gut, hätte ich ja 3 Jahre Zeit, mich daran zu gewöhnen bis es richtig los geht. Vielleicht füttern die da beim Stall ja zumindest morgens Heu und Stroh mit? Das gilt es zu klären, aber dort sind die zumindest tagsüber die ganze Zeit draußen und es sollen da noch andere Fohlen rumlaufen. Aber wie gesagt, das überprüfe ich nächstes Wochenende.
Ich bin, seitdem wir die Ziegen haben, auch nicht mehr in Urlaub gefahren, aber ich vermisse es auch nicht, im Gegenteil. Was hilft mir eine gewonnene Reise in die Südsee, wenn ich die Hunde nicht mitnehmen könnte? Nix! Erfreulicherweise, Andrea, kann ich aber berichten, das unser Nachbar gelernt hat, die Ziegen zu füttern. Jedoch sollte das nur eine absolute Notlösung sein. Soviel zum Krankheitsfall. Und verheiratet bin ich ja auch, da sollte mein Mann sich dann ums Pferd kümmern können.
Nur muß ich das für mich erst mal klarkriegen, ohne gleich einspannen von Ehemann, der muß nämlich eigentlich unseren Resthof sanieren.
Ach Nicola, und wenn du mich hier rumlaufen sehen würdest, der letzte Asi eigentlich, Kleidungstechnisch. Aber die saubere Kleidung habe ich in einem Extra-Zimmer für die Arbeit (muß ich leider haben, arbeite am Empfang), die wird für lau nicht angezogen. Und Marion, jetzt gibts ja Knittermode, das Bügeleisen mache ich 1xjährlich an, das werd ich wohl noch hinkriegen.
Und Andreas, so ähnlich mit dem anderen Viehzeug habe ich mir das schon vorgestellt, nur den Garten habe ich sogar als Halbtagskraft nicht hingekriegt!
Auf das misten freue ich mich schon, ich liebe den Geruch und den gibt es hier bei Getreidebauern gar nicht! Da wird fürs Feld nur Hühnerkacke aus Holland importiert, ehrlich!!!
Auffällt, ihr sprecht alle von älteren Tieren. Das sollte mir zu denken geben!
Ich denke weiter drüber nach, außerdem muß ich mir ja erst noch den Platz ansehen, wo ich ein Pferdchen unterstellen könnte. Und dann gucke ich mir das Pferd an. Und dann fällt die Entscheidung, wenn ich nicht schon vorher den Schwanz eingezogen habe.
Vielen Dank erstmal und selbstverständlich berichte ich.
LG
Silke
Verfasst: 03.01.2007, 20:06
von Nicola
Hallo,
ich kann dir nur raten: laß die Finger von einem Fohlen!!!
Ich habe selbst schmerzlich die Erfahrung mit einem jungen Pferd gemacht.
Paul war 3,5 Jahrealt - (M)ein Traumpferd!
Ich habe seid Jahren Pferde, aber immer ältere. Jetzt hatte ich aber noch eine superliebe Reitbeteiligung, die mir fest 2x pro Woche zugesagt hatte.
Eine Zeitlang gings gut, dann wurde es immer weniger. Es blieb doch alles an mir hängen und dann ging meine Gesundheit in die Knie.
Ich konnte nicht jeden Tag volles Programm mit dem Kerl arbeiten, max. 2x pro Woche habe ich geschafft.
Er fing sich Unarten an, wurde unleidlich, ein Problem, das ich nicht lösen kann. Folgerichtig: ich muß Paul wieder verkaufen. Heulend, aber ich werde dem Prachttier nicht mehr gerecht.
Stattdessen hole ich mir eine 12-jährige, ruhige Stute ("Iskia" , auch von der Pferderettung)
Bei einem Fohlen hast du nicht 3 Jahre Zeit, da mußt du auch mit arbeiten. Benimmregeln, Spaziergänge, die Welt zeigen.
Man braucht viel Wissen, viel Zeit und unendlich Geduld, um aus dem Fohlen ein tolles Reitpferd zu machen!!!
TU DIR DAS NICHT AN!
Liebe Grüße
Nicola
Verfasst: 03.01.2007, 20:16
von Zieglinde
Ach so Nicola,
ich habe natürlich schon an Bodenarbeit und Spaziergänge und und und gedacht, was dann natürlich abends stattfinden müsste, im Winter leider im Dunkeln, und auch nur an 2-3 x die Woche, zuzüglich Wochenende.
Ich hatte deine Geschichte mit Paul mitverfolgt und das hatte mich schon etwas nachdenklich gemacht, denn das kam bei dir erkennbar ja nicht aus einer Laune heraus.
Mein anderes Problem ist, ich will nicht irgendein Pferd sondern ein ganz spezielles (hast du dir den Ardenner angeschaut?). Sollte ich mich gedanklich von der Anschaffung dieses Pferdes verabschieden (ich hoffe die ganze Zeit, jemand anderes nimmt es), würde ich sicherlich noch ca. 3 Jahre warten, bis ich gezielt nach anderen Pferdchen gucke. Dann könnte ich nämlich noch zu Hause was schaffen (Sanierung).
Man könnte natürlich sagen "hol dir doch eine Reitbeteiligung". Die wachsen aber nicht auf den Bäumen und verlassen kann man da sich nicht drauf.
Ich hoffe ja, das ich im Alter gesünder werde....
Ich lege deine Worte auf eine Goldwaage, Nicola!
Ich krieg noch graue Strähnen!!!
LG
Silke
Verfasst: 03.01.2007, 20:17
von Elise
Hallo, und wie bei allem "Jungvieh" sollte man ordentlich was reinstecken an Futter.
Vlg Claudia