Wie ich zu "meinem" Shetty kam....
Verfasst: 17.10.2007, 01:28
Hallo,
ich will euch mal die Geschichte mit "meinen" Unterstellpferden erzählen.
Letztes Jahr zum ersten November hab ich drei Untersteller bei mir aufgenommen, einen Hafi, sowas Reitponyähnliches und ein Shetlandpony. Die Tiere waren äußerst schlank. Abmachung mit der Besitzerin war, daß sie die Unkosten bezahlt. Wasser, Heu und Diesel. Weil ich sie nämlich jeden Tag aus ihrem sechs Kilometer entfernten Dorf geholt und wieder gebracht habe. Das Misten der Boxen im Winter hat ja noch geklappt. Als das Heu zur Neige ging, passierte gar nichts. Als ich dann für meine Ziegen auch nichts mehr hatte, hab ich welches besorgt. Die Hufe waren katastrophal. Hab ich den Schmied geholt. Getränkt wurde in den steinernen Pferderinnen, aber saubergemacht wurden die nicht, bis ich dazu Befehl erteilte und ihr einen Abzieher in die Hand drückte. Begründung: Der Heusud wäre ja total gesund und würde ja auch zur Behandlung diverser Krankheiten eingesetzt, das müsse da drin bleiben. Heu füttern? Stroh reicht doch! Mineral? Na ja, sie wollte dann mal einen Sack Quetschhafer besorgen, davon könnten sie dann eine kleine Handvoll haben, das würde reichen. Ist nie angekommen. Zum Ende des Winters hab ich dann mal einen Sack Mineralpellets besorgt und verfüttert. Die Pferde haben monatelang die komplette Einstreu gefressen, die standen morgens in einem See aus Urin und Sch...., trotz reichlicher Fütterung mehrmals täglich. Koppel abäppeln? Nur nach Androhung von Sanktionen. Zaun bauen? Mit meiner Litze und meinen Steckpfählen. Weggedrückte Zaunpfähle aufrichten? Totale Gleichgültigkeit. Zerbrochene Zäune reparieren? Oder das NEUE Tor mit den verbogenen Beschlägen? Hätte sie nur meinen Mann fragen müssen.
Der Hufschmied - ein Freund von mir - ein eher zurückhaltender Mensch, bat doch um mehr Kultur bei den Pferden, wenn er das nächste Mal kommt. Die Besitzerin war beleidigt, kam beim nächsten Mal wieder nicht zurecht, mein Mann mußte wieder mal versuchen die Pferde zu bändigen und letztendlich ließen sie sich nur auf der Koppel neben den anderen die Hufe so halbwegs machen. Einen Hufkratzer haben die das ganze Jahr nicht gesehen. Der Hufschmied war auch nur zweimal da.
Das Reitpony hatte eine Kolik. Die Besitzerin stellte sich besorgt daneben und verabreichte zwei Eimer eiskaltes Wasser. Ich kam leider zu spät, um das zu verhindern. Das Pony hat sich aber wieder erholt. Immerhin haben sie in diesem Jahr eine Wurmkur erhalten. Auf mein Drängen hin. Impfungen waren aus Kostengründen nicht möglich.
Seit ein paar Wochen brachen die Pferde immer wieder aus, das Reitpony riss mir regelmäßig das Halfter aus der Hand und ging durch, der Haflinger drückte Tore auf und setzte hinterher. Hindurch zwischen Kindern, Hunden und Katzen ins Weizenfeld mit dem unreifen Weizen. Ganz toll, ich wollte immer schon im Gewitter Pferde vom Acker holen. Holen heißt treiben, da die Pferde sich auch auf der Koppel nicht haben abholen lassen. Auf meine deutlichste Ansage hin, daß die Pferde lernen müßten, auf Zuruf zu kommen und bei Bedarf den Huf zu geben passierte nichts. Sie hat's nicht mal versucht. Sie ließ zwei Pferde hinter dem am Halfter geführten hinterher laufen, weil die ja nicht weglaufen. Ich hab's verboten, weil ich meine Kinder nicht unter den Hufen sehen wollte und es außerdem völlig kulturlos ist. Kommentar dazu, die Pferde würden nicht auf Menschen treten, die wären ja sooo sensibel, da passiert nichts. Das mußte ich dann mehrfach neu durchsetzen. Zuletzt ist der Hafi ausgebrochen, wann immer er Lust hatte und spazierte über den Hof. Zweimal täglich Heu auf der Weide war ihm nix.
Die Krönung kam dann, als ich vom Forumstreffen zurück kam: Beide große Wasserwannen auf der Weide waren leer, d.h. in einer war noch ein kleiner veralgter stinkender Rest Wasser. Kein Heu. Alles vollgeschissen. Zäune runtergebrochen. Latten auf der Koppel, offene Nägel. Schon vorher hatte der Hafi sich eine Rißwunde am Bein zugezogen, als er an einem Nagel hängengeblieben war. Ob ich ihr denn mal das tolle Wundspray geben würde, was sie mir für eine Ziege gegeben hatte. Nöööö......das war seit sieben Jahren abgelaufen und ich hatte es sofort weggeworfen, bevor sie damit noch Schaden anrichten konnte. Mußte mir dann einen Vortrag anhören, das wäre doch noch gut gewesen und hätte immer geholfen. Sie hat einmal Blauspray draufgemacht und sich das Bein danach nicht ein einziges Mal mehr angesehen.
Dann brach in den folgenden 18 Stunden der Hafi dreimal aus. Am Samstag bin ich zurück gekommen, am Sonntagnachmittag waren wir Freunde besuchen. Als wir abends zurück kommen, steht ein fremder Pick- up auf dem Hof, ein paar Freunde/Bekannte von uns und die Besitzerin samt einem Pferdehänger. Den hatten wir seit einem Jahr da stehen, war noch ein bißchen Zeug vom Umzug drin. Der Hänger gehört einem der Männer, die dabei waren. Da hatten die unseren persönlichen Kram in den Stall gebracht und waren gerade dabei, die Pferde zu verladen. Ich hatte vorher fast zwei Monate lang versucht, die Pferde vom Hof zu kriegen, es ging angeblich nicht, weil ihr Zaun noch nicht fertig war. D.h. sie hatte noch kein Breitband an irgendwelche Pfosten geknotet. Ich muß dazu dagen, ich habe ein ausgeprägtes Revierverhalten und vier Hunde auf dem Hof - ich hasse es, wenn sich jemand bei uns zu schaffen macht, wenn keiner da ist. Das weiß sie auch. Jedenfalls bin ich hochgegangen wie eine V1 und habe alle vom Hof geschmissen. Das Shetty konnten sie ja nun noch nicht mitnehmen, also habe ich es bis zur Beseitigung aller Schäden und Zahlung der ausstehenden Gelder beschlagnahmt.
Seit nunmehr drei Wochen habe ich nichts mehr gehört. Die laufenden Kosten will ich natürlich auch wiederhaben, also hab ich die Box besonders nett mit Spänen eingestreut, es gibt Mineral und Heu und
Birnen und Möhrchen und Hufschmied und Wurmkur und alles andere, was das Pferdchen so braucht bzw. brauchen wird. Angesichts der Passivität und Gleichgültigkeit des letzten Jahres wird sie sich wahrscheinlich gar nicht rühren.
Hab ich jetzt wohl ein Pony.
Aber wißt ihr, weshalb ich das Pony eigentlich behalten habe? Damit wenigstens eins der Tiere dieses Jahr nicht hungern muß.
Liebe Grüße,
Claudia
ich will euch mal die Geschichte mit "meinen" Unterstellpferden erzählen.
Letztes Jahr zum ersten November hab ich drei Untersteller bei mir aufgenommen, einen Hafi, sowas Reitponyähnliches und ein Shetlandpony. Die Tiere waren äußerst schlank. Abmachung mit der Besitzerin war, daß sie die Unkosten bezahlt. Wasser, Heu und Diesel. Weil ich sie nämlich jeden Tag aus ihrem sechs Kilometer entfernten Dorf geholt und wieder gebracht habe. Das Misten der Boxen im Winter hat ja noch geklappt. Als das Heu zur Neige ging, passierte gar nichts. Als ich dann für meine Ziegen auch nichts mehr hatte, hab ich welches besorgt. Die Hufe waren katastrophal. Hab ich den Schmied geholt. Getränkt wurde in den steinernen Pferderinnen, aber saubergemacht wurden die nicht, bis ich dazu Befehl erteilte und ihr einen Abzieher in die Hand drückte. Begründung: Der Heusud wäre ja total gesund und würde ja auch zur Behandlung diverser Krankheiten eingesetzt, das müsse da drin bleiben. Heu füttern? Stroh reicht doch! Mineral? Na ja, sie wollte dann mal einen Sack Quetschhafer besorgen, davon könnten sie dann eine kleine Handvoll haben, das würde reichen. Ist nie angekommen. Zum Ende des Winters hab ich dann mal einen Sack Mineralpellets besorgt und verfüttert. Die Pferde haben monatelang die komplette Einstreu gefressen, die standen morgens in einem See aus Urin und Sch...., trotz reichlicher Fütterung mehrmals täglich. Koppel abäppeln? Nur nach Androhung von Sanktionen. Zaun bauen? Mit meiner Litze und meinen Steckpfählen. Weggedrückte Zaunpfähle aufrichten? Totale Gleichgültigkeit. Zerbrochene Zäune reparieren? Oder das NEUE Tor mit den verbogenen Beschlägen? Hätte sie nur meinen Mann fragen müssen.
Der Hufschmied - ein Freund von mir - ein eher zurückhaltender Mensch, bat doch um mehr Kultur bei den Pferden, wenn er das nächste Mal kommt. Die Besitzerin war beleidigt, kam beim nächsten Mal wieder nicht zurecht, mein Mann mußte wieder mal versuchen die Pferde zu bändigen und letztendlich ließen sie sich nur auf der Koppel neben den anderen die Hufe so halbwegs machen. Einen Hufkratzer haben die das ganze Jahr nicht gesehen. Der Hufschmied war auch nur zweimal da.
Das Reitpony hatte eine Kolik. Die Besitzerin stellte sich besorgt daneben und verabreichte zwei Eimer eiskaltes Wasser. Ich kam leider zu spät, um das zu verhindern. Das Pony hat sich aber wieder erholt. Immerhin haben sie in diesem Jahr eine Wurmkur erhalten. Auf mein Drängen hin. Impfungen waren aus Kostengründen nicht möglich.
Seit ein paar Wochen brachen die Pferde immer wieder aus, das Reitpony riss mir regelmäßig das Halfter aus der Hand und ging durch, der Haflinger drückte Tore auf und setzte hinterher. Hindurch zwischen Kindern, Hunden und Katzen ins Weizenfeld mit dem unreifen Weizen. Ganz toll, ich wollte immer schon im Gewitter Pferde vom Acker holen. Holen heißt treiben, da die Pferde sich auch auf der Koppel nicht haben abholen lassen. Auf meine deutlichste Ansage hin, daß die Pferde lernen müßten, auf Zuruf zu kommen und bei Bedarf den Huf zu geben passierte nichts. Sie hat's nicht mal versucht. Sie ließ zwei Pferde hinter dem am Halfter geführten hinterher laufen, weil die ja nicht weglaufen. Ich hab's verboten, weil ich meine Kinder nicht unter den Hufen sehen wollte und es außerdem völlig kulturlos ist. Kommentar dazu, die Pferde würden nicht auf Menschen treten, die wären ja sooo sensibel, da passiert nichts. Das mußte ich dann mehrfach neu durchsetzen. Zuletzt ist der Hafi ausgebrochen, wann immer er Lust hatte und spazierte über den Hof. Zweimal täglich Heu auf der Weide war ihm nix.
Die Krönung kam dann, als ich vom Forumstreffen zurück kam: Beide große Wasserwannen auf der Weide waren leer, d.h. in einer war noch ein kleiner veralgter stinkender Rest Wasser. Kein Heu. Alles vollgeschissen. Zäune runtergebrochen. Latten auf der Koppel, offene Nägel. Schon vorher hatte der Hafi sich eine Rißwunde am Bein zugezogen, als er an einem Nagel hängengeblieben war. Ob ich ihr denn mal das tolle Wundspray geben würde, was sie mir für eine Ziege gegeben hatte. Nöööö......das war seit sieben Jahren abgelaufen und ich hatte es sofort weggeworfen, bevor sie damit noch Schaden anrichten konnte. Mußte mir dann einen Vortrag anhören, das wäre doch noch gut gewesen und hätte immer geholfen. Sie hat einmal Blauspray draufgemacht und sich das Bein danach nicht ein einziges Mal mehr angesehen.
Dann brach in den folgenden 18 Stunden der Hafi dreimal aus. Am Samstag bin ich zurück gekommen, am Sonntagnachmittag waren wir Freunde besuchen. Als wir abends zurück kommen, steht ein fremder Pick- up auf dem Hof, ein paar Freunde/Bekannte von uns und die Besitzerin samt einem Pferdehänger. Den hatten wir seit einem Jahr da stehen, war noch ein bißchen Zeug vom Umzug drin. Der Hänger gehört einem der Männer, die dabei waren. Da hatten die unseren persönlichen Kram in den Stall gebracht und waren gerade dabei, die Pferde zu verladen. Ich hatte vorher fast zwei Monate lang versucht, die Pferde vom Hof zu kriegen, es ging angeblich nicht, weil ihr Zaun noch nicht fertig war. D.h. sie hatte noch kein Breitband an irgendwelche Pfosten geknotet. Ich muß dazu dagen, ich habe ein ausgeprägtes Revierverhalten und vier Hunde auf dem Hof - ich hasse es, wenn sich jemand bei uns zu schaffen macht, wenn keiner da ist. Das weiß sie auch. Jedenfalls bin ich hochgegangen wie eine V1 und habe alle vom Hof geschmissen. Das Shetty konnten sie ja nun noch nicht mitnehmen, also habe ich es bis zur Beseitigung aller Schäden und Zahlung der ausstehenden Gelder beschlagnahmt.
Seit nunmehr drei Wochen habe ich nichts mehr gehört. Die laufenden Kosten will ich natürlich auch wiederhaben, also hab ich die Box besonders nett mit Spänen eingestreut, es gibt Mineral und Heu und
Birnen und Möhrchen und Hufschmied und Wurmkur und alles andere, was das Pferdchen so braucht bzw. brauchen wird. Angesichts der Passivität und Gleichgültigkeit des letzten Jahres wird sie sich wahrscheinlich gar nicht rühren.
Hab ich jetzt wohl ein Pony.
Aber wißt ihr, weshalb ich das Pony eigentlich behalten habe? Damit wenigstens eins der Tiere dieses Jahr nicht hungern muß.
Liebe Grüße,
Claudia