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Zaun-Probleme, die keine werden dürfen =)

Verfasst: 17.03.2011, 09:08
von Matohund
Hallo ihr Lieben,

auch ich bin neu und habe mich schon durch das Forum gewühlt, aber irgendwie nicht das gefunden, was ich gesucht habe.
Also, das erste Problem fängt ja schon mit der Zahl der Ziegen (es werden Kastrate ab einem Jahr) an. Also in Aussicht habe ich einen 1 Jährigen BDE Kastraten, einen 2 Jährigen unfruchtbaren Strahlenbock, noch einen 1 oder 1,5 Jährigen noch nicht kastrierten Strahlen und noch, evtl. einen 1 Jährigen kastrierten Pfauen.

So, ob es nun 3 oder 4 werden sollen, weiss ich nicht, aber ich denke 4 sind besser als 3, aber ich glaube mein Freund bringt mich dann um *oops*

Okay, zum eigentlichen Problem. Meine Weide, Weiden, sind Südhang und so ziemlich direkt an einer Bahnlinie. Wie um alles in der Welt sicher ich das so perfekt ab, dass keiner auf die Schienen hüpft?

Ich dachte an 2 m Holzpfähle, die ich 40-50 cm in die Erde stecke und einen Wildzaun von 1,5-1,6 m Höhe. Hinter der Schiene ist eine Siedlung und da gibt es eigentlich nichts zu fressen, nach links und rechts und nach hinten hat es Weide und Wald, da müssten sie ja rein theoretisch eher dahin abhauen.

So, die Strahlen befinden sich momentan auf ca. 3000 qm, eingezäunt von einem 1 m hohen Wildzaun ohne Strom, nichts, nada, niente mehr. Ringsum ist Wiese pur. Die machen da aber auch nicht raus.
Der BDE ist mit Schafsnetzen eingezäunt, aber die fallen für mich weg.

Was würdet ihr mir raten? Wäre über jede Antwort dankbar *fg*

Re: Probleme, die keine werden dürfen =)

Verfasst: 17.03.2011, 09:28
von Bunnypark
hallo

wie groß ist den deine fläche, die du einzäunen willst?

wenn du ohne strom arbeiten willst / musst, sind 40 - 50 cm einschlagen zu wenig.
die ziegen scheuern sich das fell an den zäunen bzw werden sie zum "schleifen" der hörner benutzt - besonders die pfähle sind einer besonderen belastung ausgesetzt.
es wäre also zu empfehlen, sie ohne stromsicherung etwa 70-80 cm einzuschlagen.

wenn sie bis jetzt noch nicht über zäune geklettert sind würde eine höhe von 1,50m ausreichend sein - die natürlich nach unten abgesichert werden muss damit sie den zaun nicht in die höhe bringen.

bei einer bahnlinie würd ich die tiere auf alle fälle anfangs beobachten, ob sie das zuggeräusch nicht in panik versetzt - werden sie ja vermutlich nicht kennen.

panik + ziegen = kaputter zaun *fg*

Re: Probleme, die keine werden dürfen =)

Verfasst: 17.03.2011, 09:53
von sanhestar
Hallo,

Theorie ist schon, Praxis immer anders.

Wir haben eine Pflegefläche, die ebenfalls in Bahnnähe ist, jedoch 2 Äcker und ein viel genutzter Feldweg dazwischen. Trotzdem habe ich immer ein ungutes Gefühl, wenn die Tiere dort stehen.

OK, sie haben sich noch nie in Richtung Schienen auf den Weg gemacht, Erfahrung vieler Packer zeigt, dass Ziegen, wenn sie sich selbstständig machen, bevorzugt in höher liegende Regionen wandern, nicht runter in eine Senke oder ein Tal.

Aber man leider nie beeinflussen, ob nicht ein Hund oder anderer Störfaktor sie doch in Richtung Gefahrenquelle treibt.

Stimme aber Bunnypark zu, 40-50 cm sind nicht tief genug, Stromunterstützung würde ich unbedingt nutzen, egal, ob es jetzt nötig ist oder nicht. Es geht hier ja auch ein wenig um Deine Haftung als Tierhalter, sollten die Ziegen sich wirklich mal auf die Schienen verirren und einen Schaden verursachen. Kannst Du dann nachweisen, dass Du Deiner Sorgfaltspflicht in punkto sicherer Zaun nachgekommen bist, ist schon mal viel gewonnen.

Bzgl. Siedlung in direkter Reichweite:

wenn es Deine Fläche zulässt, plane ggfs. einen "Korridor", sprich, einen vorgesetzten Zaun, der Hunden, Spaziergängern und fütterungswütigen Mitgliedern der Spezies Homo sapiens den direkten Kontakt zu den Ziegen verwehrt.

Wir hatten schon Kinder in unserem Futterlager, aufgemachte Zäune, Brötchen, Kirschlorbeer und andere giftige Nettigkeiten auf den Weiden.

Re: Probleme, die keine werden dürfen =)

Verfasst: 17.03.2011, 15:15
von Matohund
Also ein fester Zaun sollte 1200 qm (eigen) und zusätzlich 1 ha (gepachtet) einzäunen. Also Strom soll auf jeden Fall drauf. Ich habe gelesen, dass 3 Joule reichen sollten.
Meines hat monentan 1,7 Joule, aber das ist für die Schweine und die Wildtiere gedacht.

Ja, die Bahnlinie liegt unterhalb, der Wald oberhalb der Weide. Also die Grundstücke sind bereits schon eingezäunt mit 1 m Wildzaun, das habe ich so übernommen, den könnte ich als Korridor lassen, aber der ist wirklich winzig.

Würde ich 4 Ziegen nehmen ist die Wahrscheinlichkeit geringer, dass jemand ausbricht als mit 3, stimmt das? Ich schau extra auf den Charakter. Ich denke, vielleicht zeigt alleine dieser schon, ob Ziege im Zaun bleibt oder nicht. Ich meine bei unserem Müller haben 2 grosse Ziegen ca. 250 qm und da wächst nichts. Ausserhalb an der Bahnlinie wächst super Grünzeugs, aber die beiden bleiben drinne und der Maschendrahtzaun ist an einer Seite 1,8 m hoch und an der anderen lächerliche 1 m. Also ich denke schon, dass es auf den Charakter ankommt.
Nachbars frühere Ziegen, es waren Buren, da war der Zaun 1,2 m hoch und kein Strom drauf, die sind auch nicht ab, obwohl die ca. 800 qm hatten, wenn überhaupt. Also sie sind höchstens mal auf die Nachbarwiese, aber nie auf das Gleis oder in die Stadt.

Ich habe da schon ein bissl angst, aber bei anderen klappt es doch auch und Ziegen sind ja intelligent.

Schliesslich geh ich ja mit ihnen regelmässig spazieren und bilde sie als Packer aus, dann dürfte ihnen ja nicht all zu langweilig werden, hoffe ich.

Muss man da eine extra Versicherung abschliessen und über wen oder was? Sowas wie eine Hundeversicherung?

Vielen Dank schon mal für die Antworten *fg*

Re: Probleme, die keine werden dürfen =)

Verfasst: 17.03.2011, 17:47
von sanhestar
Hallo,

die Gruppengrösse hat keinen Einfluss darauf, ob sie ausbrechen oder nicht.

Aber nach meiner Erfahrung bleiben sie eher innerhalb eines Zaunes, wenn sie durch Spaziergänge oder eben Packarbeit regelmässig draussen beschäftigt sind und auch ihr Futterangebot aufbessern können. Bedeutet aber im Umkehrschluss, dass sie das dann auch einfordern.

Re: Zaun-Probleme, die keine werden dürfen =)

Verfasst: 20.03.2011, 20:05
von Matohund
Das sollen sie auch, ich wäre froh drum, wenn es ihnen gefällt. Ich finde man soll Tiere fordern :D

Mal sehen, 3 oder 4. Aber du meintest ja wegen mögen und nicht gemocht werden und Grüppchenbildung =)

Re: Zaun-Probleme, die keine werden dürfen =)

Verfasst: 20.03.2011, 20:32
von Zotti
Muss man da eine extra Versicherung abschliessen und über wen oder was? Sowas wie eine Hundeversicherung?
Hallo Matohund

Wenn du eine Privathaftpflichtversicherung hast, laß Dir von denen schriftlich geben, daß Deine 4 Ziegen mitversichert sind.
Bei mir hat es geklappt und die Ziegen wurden kostenlos mitversichert.

Gruß Zotti

Re: Zaun-Probleme, die keine werden dürfen =)

Verfasst: 21.03.2011, 05:57
von sanhestar
Hallo,

die Privathaftpflicht übernimmt Schäden, solange die Ziegen privat genutzt werden. Wenn ich Matohund jedoch in unserem email-Verkehr richtig verstanden habe, plant sie auch eine "gewerbliche" Nutzung der Ziegen beim Packen. War das richtig?

Wenn ja, musst Du Dich rechtzeitig um eine landwirtschaftliche Versicherung/Reitlehrerversicherung o.ä. kümmern. Wird etwas Zeit kosten, da Packziegen bei den Versicherungen noch nicht geläufig sind und die meisten nicht wissen, wie sie das Risiko einstufen sollen.

Re: Zaun-Probleme, die keine werden dürfen =)

Verfasst: 22.03.2011, 14:17
von Matohund
Das kommt ganz drauf an, wenn die Ziegen auf Packen keine Lust haben, dann möchte ich sie nicht dazu zwingen, aber muss ich das schon 1-2 Jahre vorher gewerblich anmelden oder reicht erst über die Privathaftpflicht?
Und wo meldet man die gewerblich an, weil du meintest Reitlehrerversicherung? Also bei der eigenen Versicherung oder gibt es da eine spezielle? Ich kenn mich was Versicherung angeht nicht sonderlich gut aus #engel#

Re: Zaun-Probleme, die keine werden dürfen =)

Verfasst: 22.03.2011, 16:46
von sanhestar
Hallo,

wie schon geschrieben, solange Du die Ziegen nicht gewerblich nutzt, kannst Du das über die Privathaftpflicht laufen lassen. In dem Augenblick, in dem Geld in's Spiel kommt, muss das aber anders gelöst werden.

Eine Möglichkeit ist die landwirtschaftliche Haftpflicht, die deckt Schäden aus Tierhaltung und -nutzung ab. Die Reitlehrerhaftpflicht übernimmt eine "Lücke", die mit menschlicher Fehleinschätzung beim Vermitteln von Lerninhalten oder Trainingsaufbau zu tun hat. Also, wenn Du als Tourenführer einen Teilnehmer überschätzt und von ihm Leistungen verlangst, die er nicht bringen kann und er dadurch Schaden nimmt. Ob Du das brauchst oder nicht, musst Du mit der Versicherung, die die Grundhaftpflichtgeschichten übernimmt, klären.

Wie gesagt, Packziegen sind Sonderfälle, das kostet Zeit und Telefonieren und Versicherungsvertreter nerven.