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Weidemanagement

Verfasst: 13.12.2013, 07:42
von Burenziege
Hallo Leute,

mich würde interessieren wie Ihr euer Weidemanagement gestalltet. Also Standweide, Wechselweide (welche Intervalle) usw
Die älteren sagen ja immer "3 Tage weiden, 9 Tage meiden!"
Wir haben 4 Koppeln könnten also 3 Tage weiden lassen und und nach 12 Tagen kommen die Tiere wieder rauf. Geht bestimmt um die Verschmutzung des Futters, den Wurmbefall und einen besseren Bewuchs oder?

Wie sind eure Erfahrungen so?

LG Bea

Verfasst: 13.12.2013, 08:10
von Bunnypark
hallo

ein passendes weidemanagement ist abhängig von den weidegrößen (und die sind bei allen verschieden)
also gibt es diesbezüglich nur faustregeln

meiner ansicht nach macht es wenig sinn, 3 tage beweiden und die tiere nach 9 tagen wieder auf die gleiche weide zu lassen #kapier#

der zeitraum spielt eher weniger rolle - der abfras UND vermeidung von einschleppung umsomehr
bedeutet: die tiere sollten eine gewisse bewuchshöhe nicht unterschreiten, da die meisten parasiten sich um die bodennahen 5 cm befinden
sobald sie auf die, für ziegen verträgliche höhe abgeweidet haben, sollten sie auf eine neue weide
wobei es mehr sinn macht den abgemampften abschnitt im gleichen jahr nicht mehr zu beweiden (diese gegebenheit hat aber nicht jeder)

öfter als zwei mal sollten ziegen den gleichen abschnitt im jahr nicht beweiden, da ansonsten das risiko von parasiten mit jeder beweidung steigt bzw. eine überweidung eintreten kann

je öfter sie auf den gleichen flächen mampfen, desto weniger kräuter werden dort wachsen (gräser verdrängen die kräuter) - und gerade diese werden von den ziegen benötigt

Verfasst: 13.12.2013, 08:26
von sanhestar
9 Tage Ruhezeit sind viel zu kurz, um eine Entwurmung zu verhindern. Man geht mittlerweile von 4 Wochen Ruhezeit aus. Diese verlängert sich ab dem Hochsommer, da dann auch der Futteraufwuchs sich reduziert.

Verfasst: 13.12.2013, 10:28
von Burenziege
Macht es Sinn nach jedem Abweiden die Flche nachzumähen? Wir haben 6 ausgewachsene Burenziegen auf 0,8 ha. Die wachsen aber jedes Jahr im Futter ein und schaffen es nicht die kurz zu halten. Ist ne alte Gartenanlage mit vielen Obstbäumen, mit Kräutern ist schlecht bei uns. Starke Südhanglage im Tal Niedermoor und auf dem Hang Lehm.

Herbst und Winter haben sie sonst immer die gesamte Flche, aber das gefällt mir auch nicht so, weil mitlerweile alles zu geköttelt ist... Im ersten Jahr hatten wir sie über Herbst und Winter nur im Padock. Der ist gleich am Stall und haben zugefüttert. Den kann man nämlich gut abharken.

Wieviel Tiere habt ihr den pro ha und wie teilt ihr das ein das ihr keine Überweidung habt?

Verfasst: 13.12.2013, 12:09
von Bunnypark
hallo

klar macht nachmähen sinn, die kräuter und gräser können frisch (ohne kontamination) austreiben - allerdings verlängert es auch die wartezeit bis zu einer wiederbeweidung

im idealfall lässt man die weide nach der beweidung wachsen und mäht dann für heu ab - zusätzliche wartezeit bis zu einer neubeweidung

ich hab per hektar 3 ziegen :-D .....trotzdem muss ich kräuter nachsäen
sind meine geißlein in der landschaftspflege kann sich die weide optimal erholen

im winter kommen meine auf ne standweide....da brauchen sie ja nicht so viel platz (dürfen täglich für eine stunde in den wald) - vorher werden sie allerdings wenn nötig entwurmt
dieses jahr war das nicht notwendig #jubel#

Verfasst: 13.12.2013, 12:29
von Barbara2
Hallo,

nach meinem Kenntnisstand ist es so, dass die Würmer einen Entwicklungszeitraum von ca. 10 Tagen haben. Also die Wurmeier werden ausgeschieden und dann dauert es ca. 10 Tage bis die Larven in den Schnecken sind und darauf warten, von den Ziegen aufgenommen zu werden. Aus diesem Grund sollen die Tiere nicht länger als ca. 9 Tage auf derselben Weide sein. Man geht davon aus, dass das höchste Infektionsrisiko dann während der nächsten 4-6 Wochen ist, weshalb dieses Stück mindestens 6 Wochen lang nicht wieder von den Ziegen beweidet werden soll. Die Weide soll dann auch mindestens gemulcht werden, am besten wäre es, auf diesem Stück dann danach erst mal einen Heuschnitt zu machen.

Wir machen es so, dass die Tiere ca. 1 Woche auf einem Teilstück stehen, dieses dann gemulcht wird und frühestens nach 6 Wochen wieder beweidet wird.

Schöne Grüße

Barbara

Verfasst: 14.12.2013, 13:19
von Strahli
Hallo
Im Winter hat Stall 1 eine Standweide. Stall 2 einen betonierten Auslauf.

Im Frühjahr gibt es eine kleine Weidefläche zur Angewöhnung ans Gras. Auf den Wiesen erfolgt dann erst ein Heuschnitt. Danach folgt die Beweidung.
Wie Bunny schreibt, spielen bei der Weidedauer viele Faktoren eine wesentliche Rolle. Auch können die je nach Jahr sehr unterschiedlich sein.
Zwischen den Beweidungen erfolgen Silograsschnitte und/oder eine Wechselbeweidung mit den Rindern. Im Herbst üerbweiden die Ziegen dann nochmals die ganze Weidefläche und dann ist fertig.

beweidung

Verfasst: 14.12.2013, 22:22
von Timber
ich habe im tal 120 hektar davon ein teil gezäunt strom und festzaun den rest zur freien beweidung,nach dem zweiten schnitt,tiere schafe und ziegen,2 bayrisch kaltblut, 2 brabanter und 3 muli,aber nur winter im sommer gehe ich auf almen in die kandschaftsplege in reelstal schweiz,mit cirka 150 tiere,es kommt immer darauf an was für tiere zum beweiden genommen werden,ich habe 61 hörnerböcke die brauchen mehr und gehen überall durch der verbiss ist enorm und gewünscht
timber

Verfasst: 25.04.2014, 22:29
von Muckla
Wenn die Würmer in den Schnecken sind.... könnte man dann nicht einfach Laufenten mitlaufen lassen, die fressen ja Schnecken...?

Verfasst: 25.04.2014, 22:52
von Cirkle-B-Ranch
neeee - dann hast du ja den kot der enten - und somit andere erreger ....