Prüfbericht Bodenuntersuchung auswerten
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Burenziege
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- Registriert: 29.11.2013, 10:21
Prüfbericht Bodenuntersuchung auswerten
Hallo Leute,
Ich habe Bodenproben unserer Ziegenweide eingeschickt und nun die Auswertung bekommen. Kann mir einer von euch genau sagen wie, was und was ich am besten dünge???
Bodenart l`S
pH .............6,5 ....................pH-Klasse E
P2O5 .........52,9 mg/100g........ P-Gehaltsklasse E
K2O .............11 mg/100g ........K-Gehaltsklasse C
Mg ................9 mg/100g .......Mg-Gehaltsklasse C
B ..............0,47 mg/Kg
Cu ..............3,8 mg/Kg
Mn ..............57 mg/Kg
Zn ...............11 mg/Kg
Se .............0,31 mg/Kg
Nun hab ich aber leider keine Werte gefunden, die eine Ziegenweide haben sollte. Dünger und Kalk kann ich kostenfrei von unserem benachbarten Landwirtschaftsunternehmen haben muss aber wissen was und wieviel und vorallem wann!
Zudem wollten wir im Frühjahr die Weide fräsen und eine Kräutersamenmischung eieggen. Kann man das gleich mit der Düngung kombinieren?
Hoffe mir kann jemand helfen. Die Blutwerte meiner Ziegen sind leider noch immer nicht da, Habe die Tiere auch auf Se, Cu und Zn bluten lassen.
Lg Bea
Ich habe Bodenproben unserer Ziegenweide eingeschickt und nun die Auswertung bekommen. Kann mir einer von euch genau sagen wie, was und was ich am besten dünge???
Bodenart l`S
pH .............6,5 ....................pH-Klasse E
P2O5 .........52,9 mg/100g........ P-Gehaltsklasse E
K2O .............11 mg/100g ........K-Gehaltsklasse C
Mg ................9 mg/100g .......Mg-Gehaltsklasse C
B ..............0,47 mg/Kg
Cu ..............3,8 mg/Kg
Mn ..............57 mg/Kg
Zn ...............11 mg/Kg
Se .............0,31 mg/Kg
Nun hab ich aber leider keine Werte gefunden, die eine Ziegenweide haben sollte. Dünger und Kalk kann ich kostenfrei von unserem benachbarten Landwirtschaftsunternehmen haben muss aber wissen was und wieviel und vorallem wann!
Zudem wollten wir im Frühjahr die Weide fräsen und eine Kräutersamenmischung eieggen. Kann man das gleich mit der Düngung kombinieren?
Hoffe mir kann jemand helfen. Die Blutwerte meiner Ziegen sind leider noch immer nicht da, Habe die Tiere auch auf Se, Cu und Zn bluten lassen.
Lg Bea
Zuletzt geändert von Burenziege am 31.12.2013, 20:33, insgesamt 1-mal geändert.
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Burenziege
- Beiträge: 194
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Cirkle-B-Ranch
hallo
mineralstoffe, die im boden nicht oder zuwenig vorhanden sind, kannst du mittels düngung nicht ans tier bringen
dazu brauchst du einen wissenschaftler, der die düngung punktgenau abstimmt....auf die mineral aufnahmefähigkeit der pflanzen (welche arten) in abwägung auf den bedarf der jeweiligen tierart :-D
nun kann ich mir eher nicht vorstellen dass die tiere anhand des cu-wertes im boden einen cu-mangel bei deinen tieren hast - da dürfte etwas anderes noch im busche sein (bin da leider zu wenig fachkraft)
ziegenweiden sollten im normalfall wenig gedüngt sein (wie von cbr beschrieben) wenn die fläche passt.
eventuelle mängel gibt man dem tier mittels mineralien zu - und so düngt das tier seine weiden selbst
mineralstoffe, die im boden nicht oder zuwenig vorhanden sind, kannst du mittels düngung nicht ans tier bringen
dazu brauchst du einen wissenschaftler, der die düngung punktgenau abstimmt....auf die mineral aufnahmefähigkeit der pflanzen (welche arten) in abwägung auf den bedarf der jeweiligen tierart :-D
nun kann ich mir eher nicht vorstellen dass die tiere anhand des cu-wertes im boden einen cu-mangel bei deinen tieren hast - da dürfte etwas anderes noch im busche sein (bin da leider zu wenig fachkraft)
ziegenweiden sollten im normalfall wenig gedüngt sein (wie von cbr beschrieben) wenn die fläche passt.
eventuelle mängel gibt man dem tier mittels mineralien zu - und so düngt das tier seine weiden selbst
Herrchen unser, der du bist am Hofe; geheiligt werde deine weide; das astwerk komme, unser Wille geschehe, wie im stall so auch auf der Weide; Uns're täglichen Kräuter gib uns heute; Und vergib uns unsere Schuld, wenn wir hopsen auf nachbars Weide; führ uns also nicht in Versuchung, sondern Erlöse uns von dem Astwerkmangel....so is'es .

Puh, wie Bunny das schon ganz richtig geschrieben hat: so einfach ist dat nicht!
Wir sind verpflichtet alle 10 Jahre Bodenproben nehmen zu lassen. Doch geht es dabei primär darum um eine grobe Über- oder Unterversorgung der Böden ausschliessen zu können. Thats it.
Rein von den Bodenpropen auf die Tiere zu schliessen kannste vergessen. Unmöglich!
Der PH Wert zeigt Dir z.B. an, welche Pflanzen auf Deinem Boden u.U. gar nicht wachsen können oder dann umgekehrt sehr gut gedeihen.
So ist er im Ackerbau ein Muss, da Getreide wie Gerste auf Böden unter PH 5.5/6 kaum wächst, usw...
Bodenproben sind daher wirklich nur als "Richtungsweiser" zu verstehen und nur in Kombi mit Futteranalysen und Blutproben, allenfalls sogar Biopsien richtig zu interpretieren.
Weiteres Beispiel:
Hast Du in Bodenproben sehr schlechte Kupferwerte und gewinnst Du von den Parzellen Heu, kannste mit der Futteranalyse schauen, ob sich der Bodenmangel auch bereits in den Futterpflanzen zeigt. Ist dem so und Deine Ziegen haben einen ausgewiesenen (mittels Leberbiobsie) Mangel, dann müsstest Du überlegen wo Du künftig ansetzen möchtest. D.h. willst Du versuchen eine Bewilligung zur "Kupferdünung" zu erhalten oder ergänzt Du künftig Dein Futter?
Merkst Du, ganz schwieriges und extrem unfangreiches Gebiet.
Lass Dir mal die Blutanalysen kommen und stell sie wenn möglich als PDF im Forum ein. Vermutlich wird das mehr helfen.
Du kannst aus den Proben noch entnehmen, ob Ihr ein krasses Mangelgebiet habt oder nicht. Dazu benötigst Du jedoch auch die Richt-/Normwerte für Eure Region.
Wir sind verpflichtet alle 10 Jahre Bodenproben nehmen zu lassen. Doch geht es dabei primär darum um eine grobe Über- oder Unterversorgung der Böden ausschliessen zu können. Thats it.
Rein von den Bodenpropen auf die Tiere zu schliessen kannste vergessen. Unmöglich!
Der PH Wert zeigt Dir z.B. an, welche Pflanzen auf Deinem Boden u.U. gar nicht wachsen können oder dann umgekehrt sehr gut gedeihen.
So ist er im Ackerbau ein Muss, da Getreide wie Gerste auf Böden unter PH 5.5/6 kaum wächst, usw...
Bodenproben sind daher wirklich nur als "Richtungsweiser" zu verstehen und nur in Kombi mit Futteranalysen und Blutproben, allenfalls sogar Biopsien richtig zu interpretieren.
Weiteres Beispiel:
Hast Du in Bodenproben sehr schlechte Kupferwerte und gewinnst Du von den Parzellen Heu, kannste mit der Futteranalyse schauen, ob sich der Bodenmangel auch bereits in den Futterpflanzen zeigt. Ist dem so und Deine Ziegen haben einen ausgewiesenen (mittels Leberbiobsie) Mangel, dann müsstest Du überlegen wo Du künftig ansetzen möchtest. D.h. willst Du versuchen eine Bewilligung zur "Kupferdünung" zu erhalten oder ergänzt Du künftig Dein Futter?
Merkst Du, ganz schwieriges und extrem unfangreiches Gebiet.
Lass Dir mal die Blutanalysen kommen und stell sie wenn möglich als PDF im Forum ein. Vermutlich wird das mehr helfen.
Du kannst aus den Proben noch entnehmen, ob Ihr ein krasses Mangelgebiet habt oder nicht. Dazu benötigst Du jedoch auch die Richt-/Normwerte für Eure Region.
grüsse von strahli
Hallo Bea,
es gibt bei der Bodenuntersuchung 5 Gehaltsstufen:
A = sehr niedrig
B = niedrig
c = optimal
D = hoch
E = sehr hoch
Die Analyse Deiner Bodenprobe ist folgendermaßen zu bewerten.
Phosphorgehalt im Boden ist ist extrem hoch und Kali und Magnesium ist im optimalen Bereich.
Demzufolge brauchst Du da nichts zu düngen.
Ich würde im Frühjahr lediglich ca 80 kg Stickstoff z.B. in Form von Kalkamonsalpeter ausstreuen.
Entzugswerte einer Wiese mit Weidelgras und Wiesenrispe bei einem Trockenmasseertrag von 75 dt je ha sind:
165 kg Stickstoff (N)
70 Kg Phosphor (P2O5)
220 kg Kali (K2O)
40 kg Magnesium (MgO)
Aber irgendwelche fehlende Mineralstoffe durch die Wiese in das Tier zu bringen, halte ich für nicht möglich, dazu musst Du Mineralfutter füttern und Se injektzieren.
Entsprechende Minerallecksteine gibt es ja auch.
Beim fräsen der Wiese wäre ich vorsichtig, ich würde wenn die Wiese schon eine Grasnarbe hat, die Kräuter im Frühjahr nur oben aufsäen, ohne die Wiese zu fräsen, wenn es nähmlich trocken wird, dann keimen Dir die Sämlinge an und verdörren.
Ich habe die besten Erfahrungen mit Wiesennachsaaten gemacht, wenn ich im September, wenn die Böden durch die direkte Sonneneinstrahlung nicht mehr austrocknen die Gräser und Kräuter einfach ohne den Boden zu bearbeiten obendrauf gesät habe, weil im Frühjahr das Problem besteht, dass die Kräuter ankeimen und dann durch extreme Sonneneinstrahlung und Trockenheit vertrocknen.
Wenn Du den Boden auffräsen willst, ganz flach und die Kräuter höchstens 1 cm tief im Boden ablegen und ganz wichtig die Wiese danach walzen.
Ich hoffe, ich konnte Dir etwas weiterhelfen.
Liebe Grüße
Martin
es gibt bei der Bodenuntersuchung 5 Gehaltsstufen:
A = sehr niedrig
B = niedrig
c = optimal
D = hoch
E = sehr hoch
Die Analyse Deiner Bodenprobe ist folgendermaßen zu bewerten.
Phosphorgehalt im Boden ist ist extrem hoch und Kali und Magnesium ist im optimalen Bereich.
Demzufolge brauchst Du da nichts zu düngen.
Ich würde im Frühjahr lediglich ca 80 kg Stickstoff z.B. in Form von Kalkamonsalpeter ausstreuen.
Entzugswerte einer Wiese mit Weidelgras und Wiesenrispe bei einem Trockenmasseertrag von 75 dt je ha sind:
165 kg Stickstoff (N)
70 Kg Phosphor (P2O5)
220 kg Kali (K2O)
40 kg Magnesium (MgO)
Aber irgendwelche fehlende Mineralstoffe durch die Wiese in das Tier zu bringen, halte ich für nicht möglich, dazu musst Du Mineralfutter füttern und Se injektzieren.
Entsprechende Minerallecksteine gibt es ja auch.
Beim fräsen der Wiese wäre ich vorsichtig, ich würde wenn die Wiese schon eine Grasnarbe hat, die Kräuter im Frühjahr nur oben aufsäen, ohne die Wiese zu fräsen, wenn es nähmlich trocken wird, dann keimen Dir die Sämlinge an und verdörren.
Ich habe die besten Erfahrungen mit Wiesennachsaaten gemacht, wenn ich im September, wenn die Böden durch die direkte Sonneneinstrahlung nicht mehr austrocknen die Gräser und Kräuter einfach ohne den Boden zu bearbeiten obendrauf gesät habe, weil im Frühjahr das Problem besteht, dass die Kräuter ankeimen und dann durch extreme Sonneneinstrahlung und Trockenheit vertrocknen.
Wenn Du den Boden auffräsen willst, ganz flach und die Kräuter höchstens 1 cm tief im Boden ablegen und ganz wichtig die Wiese danach walzen.
Ich hoffe, ich konnte Dir etwas weiterhelfen.
Liebe Grüße
Martin
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Burenziege
- Beiträge: 194
- Registriert: 29.11.2013, 10:21
Danke für eure vielen Angaben. Morgen hole ich ja meinen Blutbefund ab, dann werde ich den mal rein setzten.
Mein jetziges Mineralfutter ist ohne Cu. Zn und Se sind aber enthalten. Aber das die Ziegen so einen großen Se Überschuss haben sollen kann ich mir garnicht vorstellen... Nur vom Mineralfutter???
Den Cu und Zn Mangel kann man auch nur über Mineralfutter ausgleichen oder?
Mein jetziges Mineralfutter ist ohne Cu. Zn und Se sind aber enthalten. Aber das die Ziegen so einen großen Se Überschuss haben sollen kann ich mir garnicht vorstellen... Nur vom Mineralfutter???
Den Cu und Zn Mangel kann man auch nur über Mineralfutter ausgleichen oder?
Zuletzt geändert von Burenziege am 02.01.2014, 12:39, insgesamt 1-mal geändert.
hallo
ich würd mal den befund abwarten....
komisch erscheint mir dass du trotz ausreichendem cu und zn gehalt im boden diese mineralien nicht ans tier bringst
dies kann einerseits an einer einseitigen flora, einer falschen zusammensetzung des lecksteines (viele mineralien entfalten ihre optimale wirkung im tier in coexistenz mit anderen) oder aber an parasiten liegen
...und noch viele gründe mehr #freunde#
ich würd mal den befund abwarten....
komisch erscheint mir dass du trotz ausreichendem cu und zn gehalt im boden diese mineralien nicht ans tier bringst
dies kann einerseits an einer einseitigen flora, einer falschen zusammensetzung des lecksteines (viele mineralien entfalten ihre optimale wirkung im tier in coexistenz mit anderen) oder aber an parasiten liegen
...und noch viele gründe mehr #freunde#
Herrchen unser, der du bist am Hofe; geheiligt werde deine weide; das astwerk komme, unser Wille geschehe, wie im stall so auch auf der Weide; Uns're täglichen Kräuter gib uns heute; Und vergib uns unsere Schuld, wenn wir hopsen auf nachbars Weide; führ uns also nicht in Versuchung, sondern Erlöse uns von dem Astwerkmangel....so is'es .

@Bunny
ausreichender Cu und Zn Gehalt im Boden heisst noch lange nicht, dass dies in der Pflanze dann auch so ist. Die erste Frage wäre hier: wie sieht das im Futter aus?
Wir haben eine Parzelle mit Eisenüberschuss, jedoch in der Futteranalyse liegt ein Eisenmangel vor. Das Eine muss nicht zwangsläufig auf das andere hinweisen.
Selbst wenn der Cu-Mangel nachgewiesen ist, bleibt es immer einer Gratwanderung.. Cu ist toxisch.....
Doch bevor Du Dich verrückt machst, Blutergebnisse!
ausreichender Cu und Zn Gehalt im Boden heisst noch lange nicht, dass dies in der Pflanze dann auch so ist. Die erste Frage wäre hier: wie sieht das im Futter aus?
Wir haben eine Parzelle mit Eisenüberschuss, jedoch in der Futteranalyse liegt ein Eisenmangel vor. Das Eine muss nicht zwangsläufig auf das andere hinweisen.
Zn ist ein Antiagonist von Cu und beeinflusst ihn direkt.Mein jetziges Mineralfutter ist ohne Cu, Zn und Se sind aber enthalten.
Jaein. Cu-Mangel im Blut bedeutet noch nicht zwangläufig Cu-Mangel in der Ziege. D.h. es kann sein, dass der Cu-Blutspiegel zu tief ist, jedoch in der Leber (ist der Speicherort von CU) genügend hoch oder gar zu hoch. Dann wären Cu-Gaben kontraproduktiv.Den Cu und Zn Mangel kann man auch nur über Mineralfutter ausgleichen oder?
Selbst wenn der Cu-Mangel nachgewiesen ist, bleibt es immer einer Gratwanderung.. Cu ist toxisch.....
Doch bevor Du Dich verrückt machst, Blutergebnisse!
grüsse von strahli
