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Landschaftspflege und Weinberge???

Verfasst: 20.02.2007, 11:24
von Anonymous
Hallo Ihr Lieben,
ich habe wohl die Möglichkeiten, einen ehemaligen Weinberg durch meine Geissen beweiden zu lassen. Pfosten und Drähte sind keine mehr vorhanden, dafür ist die Lage etwas steiler und schön verbuscht, inkl. Brombeeren.
Dumm ist nur, dass rechts und links noch bewirtschaftete Weinberge sind. Bewirtschaftet heisst bei uns automatisch auch Spritzaktivität alle paar Wochen. Es kann also nicht ausgeschlossen werden, dass Schleier auf "meine" Fläche ziehen.
Was tun?
Angebot ausschlagen? Irgendwie habe ich da leichtes Magengrimmen, wenn Pflanzenschutz neben den Geissen ausgebracht wird...auch hinsichtlich der Nutzung.

Danke für Eure Hilfe...

Michael

Verfasst: 20.02.2007, 11:54
von Lafayette
*hust* meine Geißen leben noch, Cybister.

Überwiegend werden im Weinbau Fungizide gespritzt. Das sind in der Regel Netzschwefel und Strobilurine. Strobilurine sind der synthetische Nachbau eines organischen Wirkstoffes aus Kiefernzapfen (glaube ich). Es gibt aber noch ein paar andere Wirkstoffgruppen.

In weiten Teilen der Weinbaugebiete gibt es keine Insektizidbehandlung mehr. Die Traubenwicklerbekämpfung wird per Pheremonverwirrmethode geregelt. Sollte die Verwirrmethode in Deinem Gebiet nicht angewendet werden, dann werden zur Schädlingsbekämpfung Bacillus Thuringiensis (BT) oder Pyrethroide eingesetzt.

BT ist völlig harmlos. Pyrethroide sind der sythetische Nachbau des Chrysanthemengiftes Pyrethrum. Pyrethroide (z. B. Deltamethrin) sind auch der Wirkstoff des Butox spot on Mittels für Außenparasiten, was z. B. gegen Haarlinge bei Ziegen eingesetzt wird.

Unkrautbekämfung erfolgt im Weinbau entweder mit mechanischen Geräten, oder mit speziellen Spritzgeräten zur Unterstockbekämpfung.
Bei diesen Unterstockspritzgeräten gibt es praktisch keine Spritznebel, weil mit großen Tropfen in schmalen Streifen sehr erdnah gearbeitet wird.

Du mußt selber entscheiden, ob Du die Fläche brauchst, oder eben nicht.
Ich muß es in Kauf nehmen, weil ich sonst keine Sommerweide für meine Ziegen hätte. Persönlich hat die ausreichende Sommerweide für mich den Vorrang. Außerdem nebeln die Winzer auch nicht dauernd in der Gegend herum, daß ist denen nämlich zu teuer.

Grüßle
Lafayette

Verfasst: 20.02.2007, 21:55
von Anonymous
Vorhin hat sich die Sache mit der Ex-Weinbergs-Weide erledigt: der Winzer hat Angst, das was vom Ziegengeruch auf seinen Wein im Weinberg daneben übergreift :-) Spinner, das...wäre halt nett gewesen, so richtig schön zugewachsen...

Allerdings haben wir dann im Anschluss bei einem Treffen mit unserem Ortsbürgermeister das grosse Los gezogen: knapp 1 ha Weidefläche aus Gemeindebesitz. So wie es aussieht zum Nulltarif :-)

Nach der Mähwiese (zu weit von zuhause weg und am Waldrand, Wildschweine ohne Ende) von letzer Woche mit einem 3/4-ha ebenfalls für lau sollte ich wohl doch anfangen Lotto zu spielen.

:-)
Michael

Verfasst: 21.02.2007, 08:15
von Lafayette
*fg* und ich dachte schon, daß die einzigen Spinner im Wingert aus der Pfalz kommen.

Bei uns sind die Winzer sehr froh, daß wir da sind. In den ehemaligen Weinbergen sind ja oft noch sehr viele ehemalige Weinstöcke, die wieder austreiben. Auf diesen Weinpflanzen macht sich hier in der Pfalz langsam die Schwarzfäule breit. Das ist eine ernste Bedrohung für die Erwerbswinzer, weil man dagegen nichts machen kann - außer eben Beweidung mit Ziegen.

Die Schwarzfäulekiste wäre aber ein Argument für Dich, falls Du das Gebüschstück doch noch haben willst.

Und das Argument mit dem Geruch ist vorgeschoben. Der Winzer hat Angst, daß die Ziegen ausbüchsen und seine kostbaren Trauben anfressen. Wenn das nämlich Rotwein ist, am Besten noch Dornfelder, dann werden die Jungs unzurechnungsfähig.

Meine Ziegen schwören auf Ortega im Frühherbst und später dann Riesling. Sie mögen die feinsäuerliche Note. Rote kommen ziemlich ungeschoren davon #damdidam# . Ich stehe jedesmal wenn sie ausbrechen fürchterliche Ängste aus, wegen Pansenübersäuerung.

Grüßle
Lafayette

Verfasst: 21.02.2007, 08:34
von Anonymous
...dabei liegen wir gar nicht so dicht am Saarland...aber vielleicht ist der Winzer ja ein Zugereister :-)
Mit der jetzigen Weidefläche bin ich voll und ganz ausgelastet, zumal ich auf dem Steilstück nicht so ohne weiteres einen Unterstand aufstellen kann, noch nicht mal meinen Wassertank...

Michael

Verfasst: 21.02.2007, 09:50
von Lafayette
Ich kann auf keines meiner Stücke einen Wassertank stellen, geschweige denn einen Unterstand #stoned# . Einen Wassertank bekomme ich garnicht drauf, und Unterstand ist verboten. Wir behelfen uns mit Kanistern, Bottichen und Strandmupfeln von ALDI wenn es regnet.

Und ich bin nicht aus dem Saarland, sondern aus der Pfalz *fg*. Das soll aber nicht heißen, daß die Winzer hier deshalb normal sind eher das Gegenteil.

Grüßle
Lafayette

Verfasst: 21.02.2007, 19:38
von Anonymous
Lafayette hat geschrieben: Und ich bin nicht aus dem Saarland, sondern aus der Pfalz *fg*. Das soll aber nicht heißen, daß die Winzer hier deshalb normal sind eher das Gegenteil.
Ich wollte Dir zu keinem Zeitpunkt unterstellen, aus dem Saarland zu kommen. So was tut man unter Rheinland-Pfälzern einfach nicht. :-)

Grüsse aus Rheinhessen,
Michael

Verfasst: 22.02.2007, 08:35
von Lafayette
*fg*

Aber die Rheinhessen und die Pfälzer mögen sich ja auch nicht #bonk# .

Grüßle
Lafayette

Verfasst: 22.02.2007, 09:06
von Maddin
Es wäre ja nicht wirklich eine Unterstellung #shock#- aus dem Saarland zu sein

eher eine Anmaßung ;-)

Aber eigentlich verstehen sich die Saarländer und Pfälzer hier ja ganz gut -siehe Stammtischforum,
Vielleicht hast Du ja lust zum Stammtisch zu kommen @Cybister, ist zwar ne kleine Ecke aber nett wird es bestimmt. Ich selbst war zwar noch nicht da und kann auch leider diesmal nicht kommen, aber @Elise hat mir davon berichtet und die "kommunikation" im Stammtischforum regt doch arg zum Schmunzeln an.


Schöne Grüsse

Martin

Verfasst: 22.02.2007, 11:33
von Elise
@Maddin #freunde#