Seite 1 von 3

Moos auf der Weide

Verfasst: 07.03.2007, 08:20
von Leiliche
Hallo,
habe auf meiner sonnigen, nicht feuchten, kalkigen mageren Weide sehr viel Moos was kann man tun.

Mechanische Bearbeitung, Düngen mit was ??? z. B. Magnesia-Kainit , Perlka,

Danke für Eure Antworten

den Gruß entsendet
Andreas

Verfasst: 07.03.2007, 09:54
von Lafayette
Hallo,

normalerweise Kalken mit kohlensaurem Kalk, das macht aber bei kalkhaltigem Boden mit Magerrasen keinen Sinn.

Da hilft nur Lüften! Eine leichte Egge mit starren Zinken hernehmen und drüberfahren. Eine Gareegge mit Federzinken, nicht zu tief eingestellt, soll ja nur die Grasnarbe ankratzen, geht auch.

Je nach dem ginge auch eine Wiesenschleppe. Die muß aber schon etwas schwerer sein.

Zeitpunkt: Sobald die Wiese befahrbar ist. Jährlich wiederholen.

Welche Lage hat die Wiese? Nordhang?

Grüßle
Lafayette

Verfasst: 07.03.2007, 10:08
von Leiliche
Hallo Lavayette,
Flach keine Hanglage und Sonne von allen Seiten ausser Norden"G"

Gruß
Andreas

Verfasst: 07.03.2007, 11:09
von Lafayette
Hmm, komisch. Da fällt mir jetzt nur noch das Stichwort Verdichtung ein.

Leihe Dir von einem Landwirt mal den Bohrstock für Bodenproben aus. Jage das Ding so tief wie möglich an den vermoosten Stellen in den Boden und guck Dir an, ob Du in 10 - 60 cm Tiefe eine Schicht entdeckst, die anders gefärbt ist, wie der Oberboden. Diese Schicht ist schmieriger zwischen den Fingern, als der Rest.

Solche Verdichtungsschichten kann man zwar mit viel Aufwand mechanisch knacken, das steht aber in keinem Verhältnis.

Dir bleibt nur eine verbesserte Belüftung der Grasnarbe und eine optimierte Düngung um Bodenlebewesen anzureichen. Diese Bodenlebewesen übernehmen mit der Zeit die bessere Durchlüftung.

Wegen der Düngung würde ich an Deiner Stelle unbedingt mal eine Bodenprobe ziehen und auswerten lassen. Auf dem Analysezettel steht dann auch die Düngeempfehlung mit drauf.

Wie das mit den Bodenproben geht, erklärt Dir der Landwirt, der den Bohrstock für den Ort verwaltet. Meistens ist dies der Ortsvorsitzende des Bauernverbandes.

Grüßle
Lafayette

Verfasst: 07.03.2007, 11:13
von Mountain Meadows
Hallo!

Also normalerweise wächst Moos auf feuchten, nicht durchlässigen Wiesen...
Bei uns im Gartenbau benutzt man einen Vertikutierer und kratzt damit den Boden an. Dadurch wird dann ein Teil des Moos gelöst und man kann es "abbürsten". Danach wird dann Kalk ausgestreut. Der Kalk hat zwei positive Eigenschaften; er "verbrennt" das Moos und düngt das Gras. Man kann auch versuchen den Boden mit Sand durchlässiger zu bekommen, aber da ist der Aufwand viel grösser. Also, ich würde es mit Kalk ausprobieren. Das kann man nach Bedarf wiederholen. Aber normalerweise reicht einmal pro Jahr.
Beim vertikutieren muss man nur beachten, dass man nicht nur von (z.B.) Nord nach Süd, sondern auch von Ost nach West arbeitet. Soweit ich weiss gibt es diese Maschinen auch in gross, als Anbaugerät für einen Schlepper, aber da kann man sich bestimmt im Landmaschinenhandel erkundigen (ich denke, man kann soetwas leihen).

Ich hoffe der Tip hilft Dir etwas.

Viele Grüsse!
Tine

Verfasst: 07.03.2007, 11:25
von Leiliche
Hallo,
Verdichtung ist ein gutes Stichwort, kann das durch Beweidung mit Pferden verursacht werden, die Wiese war jahrelang Pferdekoppel.

den Gruß entsendet
Andreas

Verfasst: 07.03.2007, 11:30
von Ziegenhund
Ich habe von einem lanwirt den Tip bekommen mit Kalkamonsalpeter (BayWa) zu düngen.Zuerst ist das ganze Moos braun geworden sodas ich dachte die Wiese ist jetzt hin! Aber dann war alles Moos weg und es wurde wieder schön grün.
Das mache ich jetzt jedes Jahr und habe nur noch selten Moos #jubel#
Gruß Heinz

Verfasst: 07.03.2007, 12:04
von Lafayette
#shock# #stoned# In Zeiten der Düngeverordnung etc. so einfach drauflos zu düngen, ohne vorherige Bodenprobe mit KAS ist mir zu krass und einfach nicht mehr zeitgemäß. Wenigstens sollte vorher eine Bodenprobe erfolgen.

Das funktioniert auch nur auf saurem Boden! Leiliches Boden ist ja eher alkalisch.
Desweiteren greift man mit Stickstoffdüngern extrem in das Ökosystem Magerrasen ein. Damit unterdrückt man die Artenvielfalt zu Gunsten der Gräser.

Leiliche, das mit den Pferden und den Verdichtungen kann schon teilweise ein Grund sein.
Der frostarme Winter hat das auch nicht besser gemacht.

Was hast Du in den letzten Jahren bearbeitungstechnisch auf dem Stück gemacht? Nur Heu und Weide? Keine Düngung? Ist das ein NSG?

Grüßle
Lafayette

Verfasst: 07.03.2007, 13:25
von Manfred
Hallo Lafayette,

ein Ökosystem Magerrasen stellt sich nur bei entsprechender Anpassung der Pflege und Nutzungshäufigkeit ein.
Das beschriebene hört sich mehr nach einer jahrelang übernutzten und nicht gepflegten Dauerweide an.
Bodenproben nehmen und Düngeempfehlung mit anfordern.
Da die wertvollen Obergräser vermutlich weitgehend ausgerottet sind:
Falls zulässig und von der Fläche her möglich: Pfügen und neu einsähen.
Wenn nicht, dann über mehrere Jahre in Frühjahr mit harter Striegel mehrmals überfahren um die "Gras"narbe aufzureißen und eine standort- und nutzungsangepasste Grasmischung (vom Landhandel beraten lassen) nachsähen.
Mit einer Intensivdüngung alleine kannst du das Moos zwar killen und die noch vorhandenen Untergräser treiben, eine anständige Weide wird es dadurch auf Dauer aber nicht mehr.

VG,
Manfred

Verfasst: 07.03.2007, 13:40
von Leiliche
Hallo,
die Wiese wurde im November mit ZiegenMist gedüngt und im Frühjahr mit der Egge der Mist verrieben und die Grasnarbe etwas aufgerissen.
Die Wiese wirde zu erst zum Heu gewinnen genutzt, dann als Ziegenweide.
Eine zwischendüngung unterm Jahr mache ich nicht.
Dieser Ablauf ist so seit 5 Jahren, davor war die Wiese Pferdeweide 2 Jahre lang und davor Acker mit zuletzt Mais darauf und im Jahr davor Gerste. Eine Einsaat nach dem Ackerbau erfolgte nicht.

@Manfred Magerrasen nur deshalb weil nicht viel darauf wächst.

den Gruß entsendet
Andreas