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Bewegliches Gehege

Verfasst: 25.03.2007, 18:12
von Kudu
Hallo!
Oh nein, nun hatte ich so viel geschrieben, falsche Taste und alles weg #bonk#

Na gut, dann noch einmal..
Wie bereits im "Wer bin ich" angekündigt, möchte ich ein paar Fragen bezüglich Gehege und Stall stellen.
Wir sind eine Einrichtung für Menschen mit Autismus und betreiben daher keine professionelle Ziegenzucht oder haben wenig Ahnung von Gehegen und Ziegen im Allgemeinen.. Eigentlich gar keine!
Aber wir wohnen sehr ländlich, haben auch einen Garten von etwa 3500m² Fläche und möchten uns zwei oder drei Ziegen als Freunde zulegen. ZZ habe ich gehört, seien die unkompliziertesten Ziegen und daher für Anfänger gut geeignet. Ich dachte an eine Dame und einen kastrierten Bock, erst einmal.

In unserem Garten befindet sich bereits ein Hühnerstall mit provisorischem Gehege (10 Hühner, die ich gern in dem angestrebten Gehege für die Ziegen mit unter bringen würde.).
Dann haben wir in unserem Garten einen Geräteschuppen, Bänke und im Sommer ein Wasserbecken und einen Gemüsegarten (der ist schon etwas größer, ca. 800-1000m², da soll die Ziege natürlich nicht naschen). Wir haben also Fläche, die wird aber zum Teil bereits genutzt.
Daher war meine Idee, ein bewegliches Gehege für die Ziegen zu bauen. So können die Ziegen dann erst den einen Teil vom Garten begrasen und bewohnen, dann einen anderen Teil. Die Größe des Geheges könnte vielleicht so um die 800m² liegen? Wie oft müsste ich den Zaun dann wohl bewegen, kann das jemand abschätzen?

Hat vielleicht schon jemand einen solchen beweglichen Zaun gebaut oder kennt sich aus? Für Anregungen und den noch so kleinen Tip bin ich wirklich dankbar!

Ich habe gelesen, dass der Zaun auch für ZZ mindestens 1 Meter hoch sein muss. Viereckgeflecht wäre wohl ok? Da der Zaun ja beweglich sein soll, darf er aber nicht tief in der Erde verankert sein. Flüchten ZZ gern mal unten drunter durch (mittels graben o.ä.) oder ist das Problem schnell lösbar?
Wir haben keinen Strom im Garten, können auch keinen legen. Daher kommt ein E-Zaun also nicht in Frage.

Zum Thema Stallbau habe ich mich schon letzte Nacht im Chat informieren können. Ich dachte erst daran, den Stall zu isolieren, habe mir aber sagen lassen, dies sei bei Ziegen gar nicht nötig. Lediglich gegen Wind und Feuchtigkeit müssen sie geschützt sein.
Nun muss aber auch der Stall beweglich sein, schließlich sollte er ja für die Ziegen jederzeit vom Gehege aus zugänglich sein.. hat auch für die Stallbewegung jemand eine Idee?

Ein Pflock wäre wohl die einfachste Lösung. Aber da wir die Ziegen als Freunde halten möchten, finde ich die Vorstellung, am Fuss angekettet zu sein, nicht so schön. Gerade für unsere Leute hier, denen ich das Liebwesen der Tiere näher bringen möchte, wäre so ein Pflock grausam zu beschauen.

Ok, ich glaub, nun hab ich erst einmal alles gefragt, was ich fragen wollte.
Euch noch einen schönen Sonntag!

Alles Liebe, Katja

Verfasst: 25.03.2007, 18:46
von sanhestar
Hallo Katja,

irgendwie hört sich das alles furchtbar kompliziert an. Mobile Weideunterteilung ist nachvollziehbar, aber warum kein Strom? Der behinderten Menschen wegen?

Strom kann auch mobil sein - Autobatterie, WEidezaungerät, Erdungspfosten - fertig!

Je nach Form und Grösse der Weideflächen würde sich doch ein Schafshütenetz (elektrifizierbar, 106 cm hoch) als beste Lösung anbieten - es sei denn, die Weide ist extrem verwinkelt und man muss viele Ecken stecken, dann verliert solch ein Zaun an Stabilität und man muss enorm viel mit Abspannungen, zusätzlichen Pfosten, etc. arbeiten.

Mobiler Stall: ausgedienter Autoanhänger (1-Achser), diesen mit einem Aufbau versehen, eine Rampe dran oder auch nicht, dann reicht es, eine Seite offenzulassen, damit die Ziegen rauf und runter können, stabil abstellen mit Unterlegkeilen - ist jederzeit verrückbar.

Ziegen graben nicht! Hühner und Ziegen zusammenhalten kann zu Problemen führen, da die Ziegen sehr, sehr gerne Hühnerfutter stehlen = fressen und dann zum Dickwerden neigen. Auch Hühnereier sollen bei manchen Ziegen beliebt sein.

Häufigkeit des Umkoppelns: hängt von der Bodenqualität (fetter Boden, magerer Boden), dem Graswachstum, der Artenvielfalt und der Zahl der Tiere ab. Generell sollte man beachten, dass Ziegen keine reinen Grasfresser sind und IMMER (das ganze Jahr durch) Laub, Buschwerk, Unkräuter, Rinde, etc. benötigen und oftmals sogar bevorzugen. Kann euer Garten das auf Dauer bieten? Wenn nein, muss das von euch zusätzlich angeboten werden.

Man müsste die Fläche mal vor Augen haben - Fotos? - um sich ein besseres Bild machen zu können.

Bitte KEINE Pflockhaltung, nicht nur, dass es unschön anzuschauen ist, es ist eindeutige Tierquälerei!

Gruss

Verfasst: 25.03.2007, 19:29
von Ziegenfreundin
Hallo Katja,

nur ganz kurz. Für Zwergziegen wäre
ein Zaun von 1,50m Höhe von Vorteil.
Ich weiss wovon ich rede, habe selbst zwei Zwerge,
die zu Anfang mehrfach ausgebrochen sind, #ka#
darin sind Zwerge einfach einmalig, zumal sie sehr hoch springen können.


Gruss Anouschka

Verfasst: 25.03.2007, 19:36
von Kudu
Hallo Sabine, danke für dein Interesse. Setze sehr gern Bilder rein. Lade schon die Akkus für die Digicam :-)
Wir haben viele Bäume, Sträucher und Büsche.

Der Elektrozaun geht, wie du bereits vermutest hast, wegen unserer Leute nicht. Das ist einfach zu gefährlich! Wenn ich mal einen gewischt bekomme, dann steck ich das weg, ich weiss nicht wie die anderen darauf reagieren, das geht wirklich nicht.

Die Idee mit dem Hänger finde ich klasse! Die werd ich mir mal merken.


Ach, das ist schade mit den Hühnern, die haben so wenig Platz in ihrem Provisorium und würden sich im Ziegengehege sicher wohl fühlen. Ich überlege mal, ob man sie nicht im Provisorium weiterfüttern kann und sie am Nachmittag dann zu den Ziegen lässt. Mit den Eiern wird das ein Problem..
So weit habe ich noch garnicht gedacht, ist schon fast peinlich.
Zur Not erweitern wir das Hühnergehege separat.

Nein, unsere Ziegen bekommen keinen Pflock. Ganz bestimmt nicht.


Alles Liebe, Katja

Verfasst: 25.03.2007, 19:45
von Amelie
Hallo Katja,

meine Erfahrungen mit ZZ sind auch,dass sie sehr gerne ausbrechen und dabei auch Zäune überspringen.Ohne Strom wirst du sie schwer halten können.Meine Großen sind da deutlich einfacher zu halten.Das kann aber auch Zufall sein!Ich will ja nichts falsches behaupten.Ist bloß meine persönliche Erfahrung

Verfasst: 25.03.2007, 23:20
von Capragrigia
Hallo:

Deine Anfrage hat mich besonders interessiert, weil ich selbst vor knapp drei Jahren mit der Ziegenhaltung auf dem Gelände eines Wohnheims für Autisten begonnen habe.

Ich habe mir damals vorab sehr viele Gedanken gemacht (darunter auch überflüssige). Ich habe dann, nach vielen Beobachtungen verschiedener Rassen und Typen, Pfauenziegen geholt - wunderschöne Tiere, sehr robust und "pflegeleicht". Zwergziegen schienen mir aus verschiedenen Gründen, auch gerade wegen der Größe, nicht ideal, außerdem sind sie - trotz der Größe - sicher nicht leichter im Gehege zu halten (am Entspringen zu hindern) als "richtige" Ziegen.

Eine stromlose, bewegliche Einzäunung (und einen beweglichen Stall oder Unterstand) kann ich mir als Dauerlösung übrigens nicht vorstellen. Wenn wirklich kein Stromdraht sein darf, reicht nach meiner Erfahrung ein stabiler Zaun von 1,5 m Höhe - wenn erst einmal die allerletzte Schwachstelle gefunden und gesichert ist. So ein Zaun will aber erst mal gebaut (und dann auch bezahlt) sein.

Wir haben seit Jahren einen stromführenden Weidezaun. Als Eingang habe ich ein 1,5 m breites Holztor gebaut, rechts daneben auf ca. 5 m Holzzaun, jeweils ca. 1,5 m hoch, rechts und links anschliessend ist der Stromdraht durch eine einfache Holzkonstruktion noch etwas abgeschirmt, so dass man dort, wo das Gehege zugänglich ist, einen Bereich hat, in dem der Weidezaun keine Gefahr darstellt. Unmittelbar daneben ist er allerdings auf 30 m Länge frei zugänglich; passiert ist bisher nichts.

Nach meinen Erfahrungen reagieren die Heimbewohner sehr unterschiedlich auf die Tiere. Für einige scheinen sie gar nicht da zu sein, andere lassen sich mehr oder weniger gerne an sie heranführen oder gehen inzwischen regelmäßig selbständig mit ihnen um (Füttern), manchmal beobachtet man eine Art der Kommunikation mit den Tieren, wie sie mit Menschen nicht möglich wäre. Voraussehbar ist das nicht, im Alltag planmäßig/therapeutisch einsetzen lässt es sich dann in gewissem Umfang durchaus. Allerdings setzt das voraus, dass auch die Betreuer mit den Tieren umgehen können und einen Sinn für das Experimentieren in dieser Richtung haben.

Also viel Erfolg.

Verfasst: 25.03.2007, 23:58
von Fridolin
Vielleicht ließe es sich machen, einen Stall, ein mit z.B. einem Forstzaun fix umzäuntes Gehege und eine Weide, mit einem variablen, stromführenden Schafsnetz, einzurichten. Damit hättest Du einige Deiner Probleme gelöst. Die Patienten könnten gefahrlos das Gehege betreten und sich mit den Tieren beschäftigen. Die Weide hingegen sollte ohnehin immer nur zum Teil freigeben werden, damit sich erstens das Gras wieder erholen kann und zweitens damit einem Wurmbefall vorgebeugt wird. Auch sollte die Weide nicht in einem Feuchtgebiet liegen, wegen der dort lebenden Parasiten, die über vielfache Weise die Ziegen schädigen würden. Über die Suchfunktion findest Du unter dem Begriff "Weide" einige sehr gute Beispiele über das Weidemanagement.

Hühner würde ich nicht unbedingt mit den Ziegen auf engem Raum zusammen halten. Hühner sind Allesfresser, Ziegen aber reine Pflanzenfresser. Über den Kot der beiden Tierarten könnten Krankheiten übertragen werden.

Bäume, vor allem den Stamm, musst Du vor den Ziegen schützen, sonst würden ihn die unweigerlich abschälen und damit zugrunde richten.

Hier ein Beispiel von Gehege und angrenzender Weide. Im Vordergrund das eingezäunte Gehege, dahinter der Ausgang zur Weide.

Bild

Ich habe meine Weide in drei Teile geteilt und gebe sie nach jeweils 14 Tagen nach und nach frei. So wird die Grasnarbe nicht zerstört und das Gras kann bis zum nächstne Turnus nachwachsen.

Bild

Verfasst: 26.03.2007, 12:27
von Bastet
Ich möchte anmerken, dass man auf keinen Fall ein Schafsnetz, das ja mobil ist, ohne Strom verwenden sollte!!! Und zwar nicht nur, weil er dann weniger ausbruchssicher ist, sondern auch, weil das lebensgefährlich für die Tiere sein kann, da die Gefahr groß ist, dass die Tiere durch den Zaun kriechen wollen und sich dabei strangulieren.

Ich habe zuhause bei meinen Ziegen auch erst ein Teil von ca. 3-4m Länge am Anfang des Zaunes als festen Zaun mit Törchen drin, daran setzt dann der Elektrozaun an. Ich habe damit super Erfahrungen gemacht, weil man Zugang zum Gehege/ zur Weide hat, ohne den Elektrozaun überqueren zu müssen.

Ich hoffe, ihr findet noch eine schöne, geeignete Möglichkeit zur Ziegenunterbringung!

LG, Bastet

Verfasst: 26.03.2007, 13:15
von Kudu
@Sabine

Nur ganz kurz, da ich in 5min zur Arbeit muss..

Die Bilder habe ich aufgenommen. Aber wie kann ich sie einfügen? #ka#


Hmm.. vielleicht gibt es einen Trick?

Alles Liebe, Katja

Verfasst: 26.03.2007, 13:34
von Ziegen-Heinz
hallo katja
unter "häufig gestellten fragen" findest du den beitrag von sven
"wie setze ich ein bild in beitrag

mfg uwe