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Heubehandlung mit Propionsäure...

Verfasst: 04.07.2007, 22:38
von Osiris
Hallo , wer kennt sich mit dieser Haltbarkeitsmachung aus und kann mir genau erklären , was sich dabei im Heu abspielt . Ich habe gehört , dass so etwas in der Schweiz gemacht wurde und es nun in Brandenburg auch schon Landwirte gibt , die das so handhaben ! Ich hoffe sehr , dass mir ein Landwirt unter Euch weiterhelfen kann ! Gruß Marion

Verfasst: 04.07.2007, 23:01
von Günter
Hallo Marion,

Propionsäure kenne ich nur bei Silage (vom Lesen, nicht aus Erfahrung), nicht beim Heu. Bin auch kein Profi-Landwirt. Das ist doch ein Konservierungsmittel, welches auch bei Nahrungsmitteln für Menschen genutzt wird. (Ich versuche diese allerdings aus Überzeugung zu meiden).
Was alles , wie Pilze, Bakterien etc am Leben und Vermehren durch Propionsäure gehindert wird, bin ich mir nicht sicher.
Da kommen bestimmt noch Beiträge von anderen.
Oder, unter wikipedia findest Du sicherlich was über die Wirkung von Propionsäure.

Grüße
Günter

Verfasst: 04.07.2007, 23:26
von Osiris
Hallo Günter, was mich nur stutzig macht , ist , dass Futter- und Saatgetreide auch behandelt wird und im Käse (Emmentaler und Leerdamer) ist ja auch eine Propionsäurebakterienkultur drin ... Man kann sie also gar nicht vermeiden ! Danke für Deine Antwort. Gruß Marion

Verfasst: 05.07.2007, 07:36
von Elise
Hallo, gehört zwar nicht zum Thema: Marion du schreibst "man kann sie nicht vermeiden", genauso ist es beim Jodsalz, das wird mittlerweile auch überall reingetan !

Vlg Claudia

Verfasst: 05.07.2007, 07:41
von Therapiehof
Als Biobauer kann ich Dir sagen, daß Propionsäure weder im Käse, noch im Saatgut und auch nix im Heu verloren hat. Ich vermute die Info bezieht sich auf Gärheu, d.h. sehr trockene Silage (verwendet man für Pferde mit Stauballergie), da ist es evtl. sinnvoll um Schimmel zu vermeiden.
Gruss
Andreas

Verfasst: 05.07.2007, 08:28
von Lafayette
Hallo,

Propionsäure in Silagen: pH-Senker. Wird eingesetzt wenn erwartet wird, daß die Milchsäuregärung Probleme bereiten wird weil a) Witterung zu warm, b) Grüngut überständig, c) Grüngut zu naß. Propionsäure dämpft die Folgen von Fehlgärungen u.a. bei Lufteinschluß.

Popionsäure in Futtergetreide: In schlechten Jahren, also wenn die Getreideernte unter sehr feuchten Bedingungen stattfinden muß, werden Getreidepartien, die nicht den Vermarktungskriterien entsprechen mit Propionsäure besprüht und eingelagert. Durch die pH-Absenkung auf der Kornoberfläche wird Schimmelbildung unterdrückt. Dieses Getreide wird m. E. nur als Futtergetreide vermarktet.

Propionsäurebildende Bakterien in Käse: Zuständig für die typische Lochbildung bestimmter Schnitt- und Hartkäsesorten.

Propionsäure im Pansen von Wiederkäuern: Jeder Wiederkäuer besitzt im Pansenmilieu propionsäurebildende Bakterien. Diese Bakterien leisten grob gesagt einen wichtigen Beitrag zur Verdauung.

Mal ehrlich gesagt, es gibt schlimmere Konservierungsmittel in der Lebensmittelindustrie als Propionsäure.

Grüßle
Lafayette

Verfasst: 05.07.2007, 10:37
von Manfred
Hallo Lafayette,

Danke für die gute Übersicht.
Ich z.B. würde mir wünschen, dass Probionsäure als Konservierungsmittel auch im Biolandbau überall eingesetzt werden darf. Diese Säure entsteht ja wie schon angesprochen in größerer Menge bei Wiederkäuern in den Vormägen und wird gut verdaut.
Feuchte Futtergetreidepartien lassen sich damit mit wenig Energieaufwand (im Vergleich zur extrem Energieaufwändigen Trocknung) sehr gut konservieren.
Dass saugiftiges Zeug, wie Neem und Bt-Präparate, zugelassen ist, weil es ja natürlich ist, und harmlose aber industriell hergestellte Mittel nicht, wie eben die Propbionsäure, geht mir nicht in den Kopf...
(Die Anreicherung von Bt-Gift in der Nahrungskette ist z.B. eines der Hauptargumente gegen die grüne Gentechnick.)

Viele Grüße,
Manfred

Verfasst: 05.07.2007, 13:32
von Osiris
Hallo , ich danke Euch allen für Eure schnellen Antworten! Jetzt sehe ich klarer ! Gruß Marion