TIEFSCHLAF und LÄRM

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Piroschka
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Registriert: 15.07.2012, 18:15

TIEFSCHLAF und LÄRM

Beitrag von Piroschka »

Das Thema Tiefschlaf hat uns in diesem Forum schon öfter beschäftigt, ebenso der Lärm als gesundheitsschädlicher Einfluß. Heftige Kritik konnte man lesen von Leuten, die meinten, ihre Tiere könnten schon viel "ab" = vertragen.
Vor allem durfte man nicht das Glockengebimmel kritisieren, dem die Tiere ausgesetzt werden. "Altes Brauchtum", "unsre Altvorderen wußten schon, was für die Tiere gut war" -
Hier nun mal ein Beitrag einer Dame, die es wissen könnte.

https://www.schweizerbauer.ch/tiere/mil ... weniger-2/

Meine eigenen Gedanken dazu:

Tiefschlaf ungestört – eine Notwendigkeit für Ziegen

Unlängst gab es eine heftige Diskussion im Forum darüber, ob Lärm für Ziegen ungesund sei oder ob sie sich daran gewöhnen (können). Selbstverständlich glaubt jeder Halter, er tue für seine Tiere nur das Beste. Das geht allerdings nur im Rahmen seiner Möglichkeiten und gemäß seinen Kenntnissen. Beim fraglichen Thema ging es um Strassenlärm.
Schon im 19. Jahrhundert versuchten Städter in besseren Vierteln sich von dem als störend empfundenen Geräusch von Pferdehufen und Wagengeklapper dadurch zu schützen, dass man hölzernes Strassenpflaster verwandte.

Ich zitiere aus: http://www.pharma.uzh.ch/static/schlafbuch/KAP7.htm


« Huftiere wie Kühe, Pferde, Schafe und Schweine verbringen viel Zeit im Zustand des Dösens, der gewöhnlich nicht dem eigentlichen Schlafe zugeordnet wird. Beispielsweise schläft eine Kuh etwa vier Stunden pro Tag, döst aber weitere acht Stunden. Sie nimmt dabei eine liegende Stellung ein, hat aber Kopf und Hals erhoben. Im Dösen zeigt das EEG-Kurvenbild sowohl schnelle Wellen, wie sie gewöhnlich im Wachen auftreten, als auch langsamere Wellen, die für den Non-REM-Schlaf typisch sind. Auch das Wiederkäuen geht im Dösen vor sich und kann sogar noch im eigentlichen Schlafe andauern. Offensichtlich ist der Übergang vom Wachzustand in den Schlaf bei vielen Tieren ausgesprochen fließend. Die Kuh zeigt aber auch sehr deutlich, wie stark Umwelteinflüße die Schlafstadien beeinflussen können. Wie der französische Schlafforscher Yves Ruckebusch beobachtet hat, verbringt die im Stall gehaltene Kuh 40 Minuten pro Tag im REM-Schlaf, das auf der Weide lebende Tier jedoch nur 20 Minuten. Kehrt die Kuh nach einem Aufenthalt von fünf Wochen auf der Weide in den Stall zurück, so verlängert sich die REM-Schlafzeit vorübergehend auf bis zu 110 Minuten pro Tag, um dann allmählich wieder den Normalwert von 40 Minuten zu erreichen. Die Zeit auf der Weide scheint also mit einem REM-Schlafdefizit einherzugehen, das dann in der Folge wieder ausgeglichen wird. »

Aus dem wikipädia-artikel « Anbindestall »:
"Bei Verwendung von Metallketten wirkt sich zudem das lautere Geräusch bei einer Bewegung störend aus. Die Tiere reagieren nervös auf den Lärm, den die Ketten verursachen. Es kann zu Verhaltensstörungen kommen."

So:
und man sollte nicht vergessen, daß durch die Hirnaktivität auch im Schlaf der Organismus weiter funktioniert, die Hirnaktivität sogar stärker ist als in der Wachphase und 20 % der zur Verfügunhg stehenden Energie verbraucht.


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