"Ein ganz zäher und harter Bursche"
Verfasst: 18.11.2007, 11:34
Als ich gestern meiner Frau beichtete, daß ich einen etwas flapsigen Beitrag im Bereich Sonstige Ziegenthemen unter "Ziege ....Bierflasche..." geschrieben habe, erinnerte sie mich in der anschließenden Diskussion an einen Fall, den wir in diesem Sommer behandelt haben (ich bekomme nicht mehr alle Details zusammen, aber die wesentliche Struktur stimmt):
Vorgang: Forumsmitglied übernimmt von anderem Forumsmitglied Ziegenbocklamm (Handaufzucht mit Flasche u. Zusatzprodukten), Bocklamm hat an ständigen Durchfällen oder dickbreiigem Kot zu leiden.
Beide Halterinnen waren extrem bemüht, dem Lamm alles Erdenkliche angedeihen zu lassen von Bierhefe, Malzbier, Vitamin- und Mineralcocktails, Spritzen, Obst, Gemüse, Nüsse (?) - die Liste ist unvollständig, im einen oder anderen Punkt zu ergänzen oder die Nahrung war bei erster Halterin noch nicht so komplex, spielt letztlich keine Rolle. "Fläschchen" wurde bei zweiter Halterin weiter gegeben.
Lamm, dann bald ein halbes Jahr alt, durfte auch mit den anderen auf die Wiese, Gras fressen.
Nur der Kot änderte sich nicht.
Wie bei der Familie eines seinerzeit bildschirmfüllenden Schauspielers, die, als die "Ärzte nicht mehr weiter wußten", gegen den ausdrücklichen Rat der empörten Ärzte einen Geistheiler aus Afrika einfliegen ließen,
kam die vorsichtige an uns gerichtete Anfrage, "ob (mir) nicht noch etwas einfällt, was man versuchen könnte."
Wie schon oft erwähnt: der gesunde Menschenverstand hilft.
Nach zähem Erfragen aller Details, die von den Haltern oft gar nicht mehr wahrgenommen werden, sosehr sind sie in ihrer Einwegsroutine bescheuklappt (das ist analytisch gemeint, nicht etwa kritisierend), kam dann der banale Therapievorschlag:
1) Lamm mit Gesellschaft einsperren zur besseren Kontrolle der Ausscheidungen durch Inaugenscheinnahme
2) Als Futter nur Heu und Wasser, nicht mal Leckstein.
Als ich dann das Stöhnen und Sichwinden am andern Ende der Leitung hören konnte, daher auch wußte, sie würde es nicht durchhalten, Kompromißvorschlag:
Heu und Wasser und aus der Flaschenfütterung eiligst herausschleichen.
Das ging. Nach weniger als einer Woche keine Flasche mehr.
Nach wenigen Tagen sind die ersten echten KOTPILLEN in diesem Ziegenlammleben gerieselt.
Nach vielen Monaten mehr oder weniger flüssigen Kots.
Die Diagnose war: Überversorgung, und, wenn auch nicht statistisch abgesichert, scheint mir dies besonders häufig bei Frauen als Halterinnen der Fall zu sein, so, als hätten sie in ihrer Kindheit zuviel oder zu wenig Puppenmutti gespielt.
Ich habe dafür keine Erklärung bisher, vielleicht gibt es auch mehrere.
Auf jeden Fall muß begriffen werden, daß für Tiere Fressen etwas Normales ist, daß sie dafür nicht dankbar sind und daß man sich so keine Zuneigung erkaufen, erarbeiten kann. Dies wären menschliche Fehlinterpretationen.
Bilanz ziehend über das Bocklamm, das sicher heute noch quicklebendig durchs Sauerland springt, sagte meine Frau anerkennend, daß er das alles viele Monate überlebt hat: "Ein ganz zäher und harter Bursche."
Wir wünschen ihm ein langes Leben. Moritz
Vorgang: Forumsmitglied übernimmt von anderem Forumsmitglied Ziegenbocklamm (Handaufzucht mit Flasche u. Zusatzprodukten), Bocklamm hat an ständigen Durchfällen oder dickbreiigem Kot zu leiden.
Beide Halterinnen waren extrem bemüht, dem Lamm alles Erdenkliche angedeihen zu lassen von Bierhefe, Malzbier, Vitamin- und Mineralcocktails, Spritzen, Obst, Gemüse, Nüsse (?) - die Liste ist unvollständig, im einen oder anderen Punkt zu ergänzen oder die Nahrung war bei erster Halterin noch nicht so komplex, spielt letztlich keine Rolle. "Fläschchen" wurde bei zweiter Halterin weiter gegeben.
Lamm, dann bald ein halbes Jahr alt, durfte auch mit den anderen auf die Wiese, Gras fressen.
Nur der Kot änderte sich nicht.
Wie bei der Familie eines seinerzeit bildschirmfüllenden Schauspielers, die, als die "Ärzte nicht mehr weiter wußten", gegen den ausdrücklichen Rat der empörten Ärzte einen Geistheiler aus Afrika einfliegen ließen,
kam die vorsichtige an uns gerichtete Anfrage, "ob (mir) nicht noch etwas einfällt, was man versuchen könnte."
Wie schon oft erwähnt: der gesunde Menschenverstand hilft.
Nach zähem Erfragen aller Details, die von den Haltern oft gar nicht mehr wahrgenommen werden, sosehr sind sie in ihrer Einwegsroutine bescheuklappt (das ist analytisch gemeint, nicht etwa kritisierend), kam dann der banale Therapievorschlag:
1) Lamm mit Gesellschaft einsperren zur besseren Kontrolle der Ausscheidungen durch Inaugenscheinnahme
2) Als Futter nur Heu und Wasser, nicht mal Leckstein.
Als ich dann das Stöhnen und Sichwinden am andern Ende der Leitung hören konnte, daher auch wußte, sie würde es nicht durchhalten, Kompromißvorschlag:
Heu und Wasser und aus der Flaschenfütterung eiligst herausschleichen.
Das ging. Nach weniger als einer Woche keine Flasche mehr.
Nach wenigen Tagen sind die ersten echten KOTPILLEN in diesem Ziegenlammleben gerieselt.
Nach vielen Monaten mehr oder weniger flüssigen Kots.
Die Diagnose war: Überversorgung, und, wenn auch nicht statistisch abgesichert, scheint mir dies besonders häufig bei Frauen als Halterinnen der Fall zu sein, so, als hätten sie in ihrer Kindheit zuviel oder zu wenig Puppenmutti gespielt.
Ich habe dafür keine Erklärung bisher, vielleicht gibt es auch mehrere.
Auf jeden Fall muß begriffen werden, daß für Tiere Fressen etwas Normales ist, daß sie dafür nicht dankbar sind und daß man sich so keine Zuneigung erkaufen, erarbeiten kann. Dies wären menschliche Fehlinterpretationen.
Bilanz ziehend über das Bocklamm, das sicher heute noch quicklebendig durchs Sauerland springt, sagte meine Frau anerkennend, daß er das alles viele Monate überlebt hat: "Ein ganz zäher und harter Bursche."
Wir wünschen ihm ein langes Leben. Moritz