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Kalzinose

Verfasst: 10.08.2008, 12:11
von Elisabeth
Letztes Wochende sind bei uns drei Ziegen verstorben, ganz plötzlich einfach umgefallen (bei einer waren wir dabei, ging innerhalb von Sekunden - die Ziege hatte gerade an der Heuraufe gefressen und fiel dann einfach um). Alle waren völlig entsetzt und Tierärzte wollten uns gar nicht glauben, dass das passieren kann... Bei der Sektion hat sich herausgestellt, dass es Kalzinose ist (Verkalkungen der Lunge, Aorta usw.). Ich würde sagen, wir haben auf unserer Wiese einen Goldhafer-Anteil von ca. 10-20%, was aber offensichtlich schon ausreicht. Hab jetzt auch im Internet gelesen, dass Ziegen sehr schnell an Herzversagen sterben, wenn sie zuviel Goldhafer fressen. Auch letztes Jahr sind bereits zwei Ziegen verstorben, auch die waren bei der Sektion, damals ist aber nichts rausgekommen.Ich denke, dass die Diagnose aber stimmen dürfte, denn es würde erklären, weshalb immer nur ältere/erwachsene Tiere sterben und die ganze Sache dann so plötzlich geht. Probleme mit den Gelenken und der Bewegung hatten sie aber nicht, sie waren allerdings alle eher dünn und in den letzten Tagen haben manche ziemlich geschnauft (was einen bei 30 Grad aber auch nicht so verwundert...).
Nun dürfen die Tiere nicht mehr auf die Weide und wir werden Heu aus tieferen Lagen ohne Goldhafer zukaufen. Und natürlich steht eine Weideneueinsaat an... Was ich aber euch fragen wollte: Welche Mineralstoffmischung sollten die Ziegen jetzt bekommen? Darf da nur kein Vitamin D drin sein oder wie schaut es mit Kalzium aus? Sollte der Gehalt an Ca auch eher gering sein oder ist das egal, wenn kein Vitamin D drin ist? Und Phosphor (steht ja in der Absorption in Zusammenhang mit Ca)? Wie schaut es mit der Fütterung von Kräutern aus? Bei Dr. Schaette gibt es ja die "Ursonne Ziegen", aber da ist wieder Vitamin D zugesetzt. Was kann ich ihnen geben? Möchte sie auf jeden Fall aufbauen und sinnvoll mit Mineralstoffen und Vitaminen versorgen, noch dazu wo sie jetzt kein Grünfutter mehr bekommen können. Oder was sagt ihr zu Bierhefe?
Leider gibt es immer wieder solche Schicksalsschläge bevor man klüger wird... Auf Kalzinose wär ich ehrlich gesagt nie gekommen und die Tierärzte und Bauern rundherum auch nicht. Ich hoff nur, wir kriegen das in den Griff ohne weitere Verluste.

Re: Kalzinose

Verfasst: 10.08.2008, 12:29
von Therapiehof
Hallo Elisabeth, tut mir leid für die tiere und Euch.
Danke aber für den Hinweis, kann es auch kaum glauben, ändere bitte den Titel und füge "Vorsicht bei Goldhafer" hinzu.
Grüsse
Andreas

PS: zu den Mineralien kann ich nichts sagen, würde mich aber an Deiner Stelle nicht scheuen z.B. die Tierhochschule Hannover zu kontaktieren, auch die können von so einem Fall nur lernen und wissen evtl. was nun zu tun ist.

Re: Kalzinose

Verfasst: 10.08.2008, 12:41
von ElliBesch
Hallo Elisabeth,
auch ich bin entsetzt und es tut mir sehr leid für Deine Tiere! Ich danke Dir für Deinen Beitrag.
Bis eben wusste ich noch nicht mal was von der Giftigkeit des Goldhafers. Und weil ich vielleicht nicht die Einzige bin,hier der link zu dem Thema: <!-- m --><a class="postlink" href="http://www.botanikus.de/Botanik3/Ordnun ... ik3/Ordnun ... hafer.html</a><!-- m -->
Liebe Grüsse
Elli&Co

Re: Kalzinose

Verfasst: 10.08.2008, 23:56
von Moritz
Ich wage es mal, zweifelnd mit dem Kopf zu wackeln: so ohne jegliche vorherige Symptome außer Abmagerung? Ist der Labmagen auf Würmer untersucht worden? Ablagerungen in den Gefäßen, ja, bei älteren Tieren - aber Tod von jetzt auf gleich?
Müßte eigentlich dann in der Gegend häufiger passieren.
Gruß Moritz

Re: Kalzinose

Verfasst: 11.08.2008, 09:15
von Elisabeth
In der Gegend gibt es nicht so viele Ziegen, und Rinder scheinen ja nicht ganz so empfindlich zu sein. Wobei wir noch keine Umfrage gestartet haben, wie oft so was vielleicht doch vorkommt (wohnen noch nicht so lange hier auf dem Land - abgesehen davon ist die durchschnittliche Lebenserwartung eines Rindes, gleich ob bio oder konventionell, fünf Jahre...). Verwurmung ist auszuschließen, wurde untersucht und auch eine Blutprobe bei einer verstorbenen Ziege aus dem letzten Jahr (wurde einen Tag vor ihrem Tod entnommen) waren die eosinophilen Lymphozyten ganz niedrig (müssten ja bei Wurmbefall erhöht sein). Außerdem ist das Fell sehr schön und glänzend. Und generell bin ich mit der Entwurmung sehr genau. Das einzig komische ist, dass drei Tiere so kurz hintereinander gestorben sind, alles andere passt eigentlich gut.
Hast du eine Idee wegen Mineralfutter?

Re: Kalzinose

Verfasst: 11.08.2008, 10:13
von Therapiehof
Elisabeth hat geschrieben:abgesehen davon ist die durchschnittliche Lebenserwartung eines Rindes, gleich ob bio oder konventionell, fünf Jahre...
ist zwar off topic: aber letztes Jahr musste ich meine Kuh Fauna wegen unheilbaren Hosteinfiebers kurz vor ihrem 20. geburtstag einschläfern lassen..
meine andere Gnadenbrotkuh Jaffa feiert in 7 Tagen ihren 16. Geburtstag und bekommt dann ein Moped :P
soll nur heissen, es ginge auch anders, aber mit dem Schnitt von nichtmal 5 Jahren hast Du recht..

lg
A.

Re: Kalzinose

Verfasst: 11.08.2008, 12:59
von Barbara2
Hallo Elisabeth,
ruf doch mal bei Schaette an wegen dem Mineralfutter. Die haben da auch ganz kompetente Leute.
Gruß
Barbara