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Euterprobleme

Verfasst: 06.07.2017, 20:31
von Chevrette
Hallo liebe Forumsmitglieder,

wie ich bei meiner Vorstellung schon abgedeutet habe, hat meine Ziege Euterprobleme. Tessa hat genau wie ihre Mutter ein relativ ungleiches Euter. Die rechte Seite ist normal entwickelt, die linke Seite ist jedoch viel kleiner. Tessa hat im Mai angefangen Milch zu produzieren, damals war sie ein Jahr und zwei Monate alt und hatte noch nie gelammt. Wir haben dann angefangen zu melken und aus den Anfangs nur 100 ml sind wir jetzt bei ca. 1,5 l täglich (beide Seiten mitgerechnet).
Es ist jedoch so, dass die unterentwickelte Euterhälfte Blutpartikel enthält, die sichtbar werden, wenn man die Milch einige Stunden stehen lässt. Bei dieser Zitze ist es außerdem so, dass anscheinend die Euterhaut klitzekleine Löcher hat, da wenn ich die Milch in der Zitze einschließe, Milchtropfen (rinnt aber nicht am Euter herunter) aus der Haut treten. Das Euter fühlt sich jedoch nicht heiß an und die Ziege ist auch nicht besonders empfindlich. Die Milchbildung ist auch nicht zurückgegangen, sondern wird immer mehr. Die andere Seite ist tadellos, die Milch ist schön weiß und ganz wie Milch eben sein sollte. Ich bin jetzt etwas ratlos, wir haben es schon mit Bellys Perinnis, Vitamin K und Antibiotikum versucht, geholfen hat jedoch nichts. Soll ich es einfach dabei belassen, nur die gesunde Milch zu Käse zu verarbeiten und die Milch aus der kranken Euterhälfte einfach ins Gras zu melken? Pendelt sich das wieder ein wenn Tessa im Herbst trocken gestellt wird? Der Tierarzt weiß langsam nämlich nicht mehr weiter, vielleicht habt ihr das ja schon einmal erlebt und könnt mir weiter helfen? :-)

Liebe Grüßle aus Südtirol,
Stefanie & Tessa

Verfasst: 07.07.2017, 08:41
von Susanne M.
Hallo Stefanie,
kurz meine Gedanken zum Euterproblem.

Blut in der Milch hatte ich ab und zu, wenn das Euter durch einen Tritt oder so verletzt war, ging aber immer schnell wieder weg.

Kann es sein, dass das Euter deiner Ziege derart missgestaltet ist, dass man es beim melken immer irgendwie innerlich verletzt, daher das Blut?

Ich würde eine Zeit lang, die blutige Milch an Hund, Katze, Lämmer verfüttern und schauen, ob es sich bessert.

Vielleicht die Milch noch untersuchen lassen?

LG Susanne

Verfasst: 07.07.2017, 09:25
von Toshihikokoga
[quote='Susanne M.','http://ziegen-treff.de/forum/index.php? ... post212064']Kann es sein, dass das Euter deiner Ziege derart missgestaltet ist, dass man es beim melken immer irgendwie innerlich verletzt, daher das Blut?
[/quote]Das war auch mein Gedanke - oder zu fester Druck beim Melken durch zum Beispiel einen recht engen Strichkanal in Kompination mit einem großen Strich. Da neigt man dann dazu fester zu drücken.

Verfasst: 21.07.2017, 17:54
von Chevrette
Hallo,

Entschuldigung, dass ich mich so lange nicht mehr gemeldet habe, die Arbeit steht mir im Moment bis zum Hals :S

Danke erstmal für die Antworten, ich habe mir das mal durch den Kopf gehen lassen aber ich denke nicht, dass es eine Verletzung des Euters ist. Ich melke beide Seiten mit gleich viel Druck, habe sogar versucht eine Woche lang die eine Seite "extra sanft" zu melken, aber leider hat sich nichts verändert. Die Milch lässt sich auch auf beiden Seiten gleich gut abmelken, der Strichkanal ist meiner Meinung nach nicht enger und die Zitze ist auch nie verstopft oder ähnliches.(Anbei das Bild der Milch, das Blut kann man deutlich erkennen, die Flasche lag auf der Seite für eine Nacht, deshalb sieht man nur seitlich Blut)
So missgebildet scheint mir das Euter auch nicht zu sein, eine Seite ist einfach etwas kleiner und hat sich erst später entwickelt (Bild).

Denkt ihr eine Milchanalyse macht Sinn? Wie teuer ist das?

Liebe Grüßle,
Stefanie

Verfasst: 22.07.2017, 11:25
von Jassi
Wenn Du auf Nummer sicher gehen willst, dann lass die Milch aus dem Euter beproben. Am besten beiden Seiten, als Referenz für die kranke Hälfte. In der Regel weiß Dein Tierarzt, wo Du die Proben abgeben/einschicken kannst. Je nach Bundesland sind dafür unterschiedliche Labore zuständig. Wir machen das über unseren Tierarzt, der die Proben nimmt und einschickt. Die Kosten sind nicht so hoch.

Wie lange hat sie schon diese Blubeimengung? Riecht und schmeckt die Milch denn anders? Wie schon geschrieben sind meist (Stoss-) Verletzungen,falsche Melktechnik,rabiate Lämmer oder Entzündungen die Ursache.

Unterschiedlich große Euterhälften, Fistelbildung und Blutbeimengung können durchaus auf eine (chronische) Euterentzündung hindeuten.

Auch bei Stossverletzungen kann es lange dauern, bis kein Blut mehr in der Milch ist. Wir hatten auch mal eine Ziege, da hatten wir ewig Blut im Becher. Dann wurde es wieder besser, dann wieder schlechter. Aber das war dann auch irgenwann wieder ok.

Ich würde die Milch täglich zweimal abmelken, aber nicht verwenden und abwarten, wie sich die Lage entwickelt. Es scheint ja auch nur ganz wenig Blut zu sein, wenn man es erst nach einer Weile in der Flasche sieht. Bis zum trocken stellen ist ja noch ein wenig Zeit.


VG,Jassi

Verfasst: 11.08.2017, 11:47
von Jassi
Bewegt sich Deine Ziege viel? Also läuft (rennt,springt) sie viel? Das könnte auch eine Ursache für das Blut in der Milch sein.

Ich habe dieses Jahr auch wieder zwei Ziegen, die ein ungleichmäßiges Euter haben und zum wiederholten Male in den Sommermonaten Blut in der Milch haben (siehe oben). Jeweils nur einseitig. Letztes Jahr war es schon, da tippte ich eher auf Stossverletzung, obwohl sich die Blutbeimengung sehr lange hinzog, mal wieder weg war und dann wiederkam. Nun das gleiche wieder.

Es ist sehr wenig Blut, man sieht es nur in einem weißen Melkgefäß. Morgens ist es oft ok (die Nacht verbringen sie Ziegen im Stall), Nachmittags ist dann Blut in der Milch. Die Ziegen legen tagsüber relativ weite Strecken zurück. Vorallem im Sommer, wenn der Bewuchs nicht üppig und frisch ist. Dann laufen sie viel mehr, als zB im Frühjahr. Es ist hügelig, bergab rennen sie oft. Die Euter der betroffenen Ziegen gehen eher in Richtung "Flascheneuter". Ich vermute, dass es durch die Bewegung zu kleinsten Verletzungen der Blutgefäße kommt.

VG

Jassi