Leitbock möchte gaaaaar nicht mehr spazieren gehen

Linni
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Re: Leitbock möchte gaaaaar nicht mehr spazieren gehen

Beitrag von Linni »

Mit Helene von Mecker.ch bin ich eh in Kontakt, und auch im Forum von Judith Schmidt, danke dir! :)


Linni
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Re: Leitbock möchte gaaaaar nicht mehr spazieren gehen

Beitrag von Linni »

Nadua hat geschrieben: 16.06.2021, 09:22 Wenn ich mir das so durchlese, scheint da einiges nicht optimal gelaufen zu sein.

Wie alt sind die Ziegen denn? Du hast nur diese drei? Und es sind Deine ersten?

Zunächst verwundert mich dann etwas, dass diese "Therapeutin" Dir so ohne Weiteres einen intakten Bock übergibt. Nicht dass die zwangsläufig schwierig oder aggressiv wären. Aber es ist doch noch mal eine etwas andere Hausnummer als ein Kastrat.

Zum zweiten finde ich die Gruppenkonstellation etwas unglücklich. Faustregel sagt, dass man einem intakten Bock mindestens 3 bis 4 Weibchen zugesellen sollte, damit er ausgelastet ist. Und damit sich seine "Aufmerksamkeit" besser verteilt. Das kann sonst in der Brunst auch für das Mädel purer Stress werden, wenn er sich ganz auf sie konzentriert. Mal davon abgesehen, dass - sorry - meiner Meinung nach auch Vermehrung und Aufzucht nicht unbedingt in Anfängerhände gehört.

Zum dritten finde ich es schlicht zu viel erwartet, einem Neuling Ziegen mitzugeben und zu denken, dass da alles klappt wie am Schnürchen. Auch wenn die Tiere eine gewisse Grundausbildung haben. Für eine gelingende Zusammenarbeiten braucht es auf BEIDEN Seiten der Leine das notwendige Wissen und ständige Übung. Sie setzt eine gute Kommunikation voraus, und dazu müssen die beiden Partner eine gemeinsame Sprache finden. Du musst erst einmal lernen, wie Du den Tieren klar und unmissverständlich zeigst, was Du von ihnen erwartest. Dazu gehören Stimmlage, Körpersprache, 'Kommandos'. Wenn Du da unbekannte oder widersprüchliche Signale gibst oder Unsicherheit zeigst, weiss das Tier nicht, was Du von ihm willst, macht dann entweder irgend etwas oder gar nichts mehr. Die Folge ist Frust und Unlust auf beiden Seiten. Nicht umsonst gibt es Reitschulen und Hundeschulen, wo man solche Dinge lernen kann. Für Ziegen bräuchte es das genau so, nur leider sind die Angebote da äußerst spärlich.

Mein Rat:
1. Hektor kastrieren lassen
2. Dir einen guten Coach suchen, der die gemeinsame Ausbildung begleitet und unterstützt.
Mögliche Anlaufstellen:
https://www.ziegenworkshop.com/workshop ... -seminare/ (Youtube-Kanal: https://www.youtube.com/user/JudithSchmidt/videos)
http://www.packziegen.de/index.php/pack ... cktraining
https://www.mecker.ch/ (Youtube-Kanal: https://www.youtube.com/channel/UCFGMx3 ... ARakcQKBMw)


Wir haben 4 kastrierte Zwergziegenböcke, mit denen wir auch regelmäßig Spazieren gehen. Allerdings ohne den Erwartungsdruck einer solchen Disziplin: "Immer an der Leine, und immer rechts, ohne fressen am Weg, und ohne stehen bleiben. Nur wenn die Leine locker gelassen wurde, durfte gefressen werden." Was unbedingt klappen muss: dass sie auf Zuruf sofort zu uns kommen, das üben wir auch regelmäßig. Ansonsten suchen wir uns Spazierwege abseits von befahrenen Straßen, da dürfen die Ziegen dann frei mitlaufen, das Tempo ein Stück weit selbst mitbestimmen und wenn wir an Stellen vorbeikommen, wo es besonders leckere Pflanzen gibt, machen wir kurz Halt und lassen sie ein paar Blätter naschen. Gehen wir dann weiter, laufen sie ganz von selbst wieder mit... das macht schon der Herdentrieb, sofern man eine Vertrauensbasis aufgebaut hat - dann wollen sie nicht allein zurückbleiben.

Das heißt nicht, dass ich prinzipiell gegen Training und Disziplin bin. Gewisse Regeln und Grenzen muss man setzen, nicht zuletzt weil Ziegen wehrhafte Tiere sind und im schlechtesten Fall für einen selbst und für andere zur Gefahr werden können. Aber das ungezwungene und entspannte Zusammensein sollte auch nicht zu kurz kommen.
Judith Schmidt meint, ich habe zu früh gestartet mit dem Training an der Leine draußen, anscheinend haben sie noch keine Vertrauensbasis zu mir, die groß genug ist.
Sie rät mir weiter auf der Weide zu üben, vor allem eben Führtraining. Dass sie dann frei folgen, kommt von alleine.
Eventuell ergibt sich auch eine andere Konstellation, wenn die drei weiteren Ziegen kommen bzw ist dann die Herde größer, und bleibt vielleicht eher zusammen mit uns, als wenn es so eine kleine Truppe von 3 ist.
Mit Heinrich war ich auch schon bei der Schule in der Früh beim Bringen der Kinder, da wollte er uuuunbedingt mit rein, als alle um 8:00 Uhr in die Schule gestürmt sind. Also eine größere Gruppe ist sicher ein größerer Reiz für den Herdentrieb, als wenn nur ich vorne weg laufe.


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