wölfe in brandenburg

Zieglinde
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Re: wölfe in brandenburg

Beitrag von Zieglinde »

Bunnypark hat geschrieben:
-Sabine- hat geschrieben:
entweder stirbt er....oder er ernährt sich notgedrungen von den haustieren
Ohoh, was glaubst du, wie groß das Geschrei dann ist???? Dann ist es nur ein kleiner Sprung, und der böse Wolf frißt kleine Kinder und Großmütter!

Heute war ein klasse Leserbrief in "unserer" Zeitung (nein Holzwurm, immer noch nicht die BILD). So hab ich das eigentlich noch nicht gesehen. Der Schreiber sagt, der Schäfer hätte ja gesagt "da muß schon etwas kommen als Entschädigung". Der Schreiber möchte diesen Satz bei der Polizei auch anbringen, wenn in seinem Geschäft Einbrecher den Laden verwüsten, weil er nicht richtig abgeschlossen hat. Wobei er auch überzeugt ist, das die Polizei bei ihm nur mit dem Kopf schütteln wird, da es um die eigene Verantwortung für eine geschäftliche Existens geht. Da stellt sich mir beim näheren Nachdenken auch die Frage, wann Entschädigung und wann nicht oder gar ob überhaupt.
(Der Schreiber empfiehlt übrigens dem Schäfer ein Besuch im Wolfcenter Verden, damit dieser u. a. auch lernt, einen Hütehund von einem Herdenschutzhund zu unterscheiden....)

Ich frage mich natürlich auch, erst reißen wilde Tiere (ob Hund oder Wolf hab ich noch nicht rausgekriegt) also 25 Mutterschafe bei Zerbst. Okay, dumm gelaufen. Extrem dumm. Dann aber ein paar Tage später 2 Hunde in Zerbst 6 Kamerunschafe. Ja, haben die Bewohner um oder in Zerbst nicht daraus gelernt? Wie konnte jetzt das passieren? Wenn ich in der Zeitung lese, hier in der Nähe geht der Butzemann um und holt sich die Ziegen, ja, dann würde ich doch sofort etliche Maßnahmen ergreifen, damit der Butzemann die Ziegen eben nicht holen kann. Sei es den Zaun verstärken, die Ziegen nachts einstallen oder Wache schieben. Allerdings hätte auch der Butzemann eine Daseinsberechtigung (d. h., abknallen kann keine Maßnahme sein), nur soll er sich bitte von Schwarz- oder Dammwild ernähren, davon hätten wir ja echt genug.
Was frißt so ein Butzemann eigentlich? #ka#

Heute mit nachdenklichen Grüßen
über Entschädigungen
Silke


Holzwurm
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Re: wölfe in brandenburg

Beitrag von Holzwurm »

Hallo Silke !

In der Mitteldeutschen Zeitung ist das Thema jetzt out.
Keinen interessiert es wirklich, zum Wolfsthema nicht ein einziger Leserbrief !

Es geht um die Sicherung unserer Tiere, um auch anderen Ziegenhaltern mitzuteilen, der Wolf kommt !!!
Deswegen habe ich die Beiträge geschrieben. Uns kann es egal sein, wo Isegrimm zuschlägt.
Wer seine Tiere sicherer als wir hält, hat sie wahrscheinlich nur im Stall.
Besser ist, sich Gedanken zu machen, was kann ich jetzt schon tun, wenn er doch in meine Gegend kommen sollte.

Viele Grüße


Wir leben alle unter demselben Himmel, aber wir haben nicht alle denselben Horizont!
(Konrad Adenauer)
Dorchen
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Re: wölfe in brandenburg

Beitrag von Dorchen »

Allerdings hätte auch der Butzemann eine Daseinsberechtigung (d. h., abknallen kann keine Maßnahme sein), nur soll er sich bitte von Schwarz- oder Dammwild ernähren, davon hätten wir ja echt genug.
Das wäre ja praktisch, würde er sich von Schwarzwild ernähren. Aber ob er es tut - ich weiß es nicht, denke eher, alles andere ist für ihn einfacher. #ka#

@Sabine
-Sabine- hat geschrieben: das widerspricht dem, was ich gelernt habe. Wie kommst Du darauf?
Zum einen habe ich es so gelernt, zum anderen entspricht es meiner Erfahrung.

LG
Ute


Bolivar
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Re: wölfe in brandenburg

Beitrag von Bolivar »

Hallo,
Es geht um die Sicherung unserer Tiere, um auch anderen Ziegenhaltern mitzuteilen, der Wolf kommt !!!
Besser ist, sich Gedanken zu machen, was kann ich jetzt schon tun, wenn er doch in meine Gegend kommen sollte.
Das kann ich nachvollziehen. Nur sehe ich Jäger und Tageszeitungen nicht als geeignete Quellen an, die helfen sollen auf dieses Problem zu reagieren, dann schon eher :

<!-- m --><a class="postlink" href="http://www.nabu.de/aktionenundprojekte/ ... dprojekte/ ... utschland/</a><!-- m -->

oder : <!-- m --><a class="postlink" href="http://www.lausitz-wolf.de/index.php?id ... 89</a><!-- m -->

oder : <!-- m --><a class="postlink" href="http://www.bmu.de/files/pdfs/allgemein/ ... allgemein/ ... woelfe.pdf</a><!-- m -->

Man kann sich auf dieses Problem angemessen vorbereiten.Panikmache nutzt keinem.

Gruss Michael


"Zeige ihnen einen roten Kometenschweif, jage ihnen eine dumpfe Angst ein, und sie werden aus ihren Häusern laufen und sich die Beine brechen.Aber sage ihnen einen vernünftigen Satz und beweise ihn mit sieben Gründen und sie werden dich einfach auslachen."

Bertolt Brecht
Holzwurm
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Re: wölfe in brandenburg

Beitrag von Holzwurm »

Hallo Michael !

Panikmache nutzt wirklich Niemandem !!!
Aber wer die Bilder der getöteten Schafe gesehen hat, vergißt sie so schnell nicht.

An Alle !
Nun denken Viele, der Wolf ist weit weg, geht mich ja nichts an.
Mein Appel an Alle, schützt eure Tiere, der wildernde Hund oder sogar der Wolf,
könnte bei euch als nächstes sein.

Viele Grüße


Wir leben alle unter demselben Himmel, aber wir haben nicht alle denselben Horizont!
(Konrad Adenauer)
Bunz

Re: wölfe in brandenburg

Beitrag von Bunz »

Nur...an Eines scheint hier keiner zu denken:
Nicht der Anschaffungspreis ist es, der einen Herdenschutzhund ziemlich aufwändig erscheinen läßt, sondern seine Unterhaltung.
Also denke ich mal, daß man sich, um seine drei Ziegen zu schützen, schon mal eine kleine Herde Schafe zulegen sollte, denn so ein Hund wird schon mal was wegfressen in seinem Leben. *fg*
lg
Bunz


Holzwurm
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Re: wölfe in brandenburg

Beitrag von Holzwurm »

Ach wie schön finde ich diese "Geiz ist Geil"-Mentalität.
Einige hier haben eh schon mehrere Hunde, die werden auch ernährt.
In Spitzenzeiten hatten wir 12 Hunde, die noch dazu sportlich Aktiv waren, sprich wir sind auch noch Hunderennen gefahren !
Wir haben all die Jahre Haare auf dem Kopf gehabt,soll heißen sie wurden uns nicht vom Kopf gefressen.
Haben 3 Kinder ernährt u. uns ein Haus gekauft u. umgebaut !

Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg !

Viele Grüße


Wir leben alle unter demselben Himmel, aber wir haben nicht alle denselben Horizont!
(Konrad Adenauer)
Locura
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Re: wölfe in brandenburg

Beitrag von Locura »

Bunz hat geschrieben: Nicht der Anschaffungspreis ist es, der einen Herdenschutzhund ziemlich aufwändig erscheinen läßt, sondern seine Unterhaltung.
Also denke ich mal, daß man sich, um seine drei Ziegen zu schützen, schon mal eine kleine Herde Schafe zulegen sollte, denn so ein Hund wird schon mal was wegfressen in seinem Leben. *fg*
Du, am allergünstigsten isses sogar, wenn "man" die Ziegen verscherbelt, die Weide zubetoniert und entweder Liegestühle oder Reihenhäuser draufstellt... #wb#


Man sollte sich die Ruhe und Nervenstärke eines Stuhles zulegen. Der muss schließlich auch mit jedem Ar*** klar kommen!
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Die meisten Tiere haben Besitzer - Ziegen haben Personal!
_________________________________________________________________________________

Nehmt Euch mal die Zeit!!!
http://veg-tv.info/Earthlings
Bunz

Re: wölfe in brandenburg

Beitrag von Bunz »

Langsam habe ich den Eindruck, man hat hier was gegen mich.
Na gut.
Also zur Sache:
Worauf ich hinaus will ist die Tatsache, daß es in unserem Land Leute gibt, die die Wiederansiedelung des Wolfes begrüßen und sogar begleiten. Daß diese Leute keine Haustiere haben...darauf verwette ich mein linkes Ei.
Natürlich liebe ich auch den Wolf und ich habe sogar einen schönen wolfsähnlichen Hund.
Und daher weiß ich auch, was so ein Tier frißt. Ab und zu schlachten wir nämlich ein Schaf, und das teile ich mir redlich mit meinem Hund (allerdings gebe ich zu, daß ich mir die besten Stücke nehme).
Nicht richtig finde ich nun, daß man den Schäfern die Aufrüstung zu fort knox und die Anschaffung von Herdenschutzhunden rät. Auf den Kosten bleiben diese Leute dann sitzen. Da helfen auch alle Zuschußprogramme nichts.
Abgesehen davon sind Herdenschutzhunde in unserer dichtbesiedelten Landschaft etwas problematisch.
Was das nun mit "geiz ist geil" und Zubetonieren zu tun hat ist mir ein Rätsel.
Bunz


sanhestar
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Re: wölfe in brandenburg

Beitrag von sanhestar »

Hallo,

ich mache mir ähnliche Gedanken wie Bunz.

Sollte der Wolf (als Spezies) bis in den Vogelsberg kommen, habe ich ein logistisches Problem. Unsere Weiden liegen Kilometer von unserem Wohnort entfernt, also MUSS dort mindestens 1 HSH in Einsatz kommen. Je nach Jahr habe ich sogar 2 Gruppen (so wie 2010), die in verschiedenen Orten weiden (also 4 HSH?).

Einige dieser Flächen sind so strukturiert, dass "Wolfsabwehrzäune" überhaupt nicht gestellt werden können. Wer schon mal Zäune durch Schwarzdorn oder auf Hängen aus losem Geröll gezogen hat, weiß, wovon ich spreche.

Aber! einige dieser Weiden liegen in der Nähe von Wanderwegen, die auch von Hundebesitzern frequentiert werden. Also schonmal Konfliktmöglichkeit Nr. 1.

Ein HSH wird idealerweise von einem Menschen unterstützt, ich verbringe im Moment aber meine Nächte (noch) in meinem Bett.

Unsere Winterunterbringung ist mitten im Ort, mit Häusern rechts und links - eine hohe Anforderung an HSH und die Nachbarn sowie an mich.

Hessen hat seine Verordnung zur Abwehr gefährlicher Hunde erst vor knapp einem Jahr verschärft.

Da ist definitiv mehr Handlungsbedarf "von oben" nötig:

- Genehmigungen für Schaf- und Ziegenhalter zur Haltung der HSH, einige davon stehen ja schliesslich auf Kampfhundelisten
- Akzeptanz des HSH-typischen Verhaltens im Hinblick auf Hundeverordnungen (z.B. darf ein HSH AN EINER HERDE, der einen Hund abwehrt, nicht automatisch als gefährlich eingestuft werden)
- erleichterte Verfahren für Baugenehmigungen von Ställen ggfs. auch als Gemeinschaftsställe konzipiert, an strategisch günstigen Punkten in den Gemeinden, um das nächtliche Verbringen in ein gut gesichertes Areal - gerade von Kleinbeständen, für die sich die Anschaffung eines HSH nicht empfiehlt - zu ermöglichen.
- evtl. Wiederbelebung des "Gemeindehirten": Dirlammen z.B. hatte so einen bis in die 1960er Jahre. Dies wäre ggfs. auch durch Privatinitiative der örtlichen Schaf- und Ziegenhalter möglich


Sabine M.H.
http://www.working-goats.de Pack- und Fahrziegen
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