Hallo,-Sabine- hat geschrieben: Und zum selektiven Fressen: Ja, Ziegen fressen sehr selektiv - das tun sie den ganzen Winter über auch mit Heu. Und da steuert man auch gegen, weil es durch das große Angebot an Futter ja nicht nötig ist. Das ist in den erkunftsgebieten der Ziege anders. Ich glaube nicht, dass man eine Ziege unnötig quält, wenn man ihr so viel Futter anbietet, wie sie will, aber durchaus auch dafür sorgt, dass sie das Heu z.B. nicht weiträumig auseinanderziehen und verschmutzen kann.
DAS habe ich NICHT geschrieben. Ich beziehe mich darauf, dass Ziegen zwar gezwungen werden können, sich überwiegend von Gras zu ernähren, dass dies aber nicht den physiologischen Ansprüchen der Ziege entspricht. Es geht nicht darum, dass man verhindern sollte, dass Heu verzettelt wird oder dass Ziegen ausreichend Futter haben (wobei, ist ausreichend nur über Menge zu definieren? Oder sollte es nicht auch über Qualität/Vielfalt/Artgerechtigkeit definiert werden?) sondern um ganz andere Dinge.
Ja, Ziegen fressen im Winter überwiegend Heu. Wenn Du jedoch genau beobachtest, wirst Du erkennen können, wie gierig sie auf Zweige von Nadelgehölzern sind und wie intensiv die Beobachtungen "nach draussen" gehen, sobald die Vegetationsperiode einsetzt.
Ich lade jeden mal ein, uns einige Male beim abhüten freier Flächen zu begleiten und das Verhalten der Tiere bzw. ihre Auswahl an Futterpflanzen selbst zu bewerten. Ich glaube, ich stelle ein entsprechendes Video aus dem letzten Jahr mal bei youtube ein.
JA, sie gehen jetzt in den ersten Wochen auch gerne an's Gras, aber die erste Entscheidung ist IMMER in Richtung eines höher wachsenden Busches. Ganz aktuell erst wieder beim anweiden beobachtet: raus aus dem Auslauf und der erste Stopp ist nicht im Gras sondern an der Holunderhecke des Nachbarn. Oder am Wochenende beim Austrieb: raus aus dem Hänger, ein paar Maulvoll Gras vom Wegrand, rauf auf die Weide, die bereits über knöcheltiefes Gras hat und nein, nicht die Nase runter in's Gras, sondern 5 Meter weiter zum ersten Hagebuttenstrauch und über Kopf (!) gefressen.
Das Weiden und das runterfressen zu erzwingen bedeutet doch auch ein erhöhtes Ansteckungsrisiko mit Darmparasiten = mehr Notwendigkeit für Wurmkuren. Das im Hintergrund mit der gewünschten Milchnutzung erzeugt meiner Meinung nach bereits ein Szenario, das nicht ideal ist, weil wirksame Wurmkuren eben oft mit entsprechenden Wartezeiten für Milch einhergehen.
