Alpaka-Halter, ihr seid gefragt (oder auch Lama?)

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Dipla
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Beitrag von Dipla »

Ich bin keine Mutter Theresa, aber das kann doch echt keiner mit anschauen :S


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Dipla
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Beitrag von Dipla »

Mhm, ich weiß nicht, ich kenn´s halt auch anders.
Traurig ist es allemal.. wie er da hinter den Gitterstäben auf und ab ging und nur darauf wartete daß eine Reaktion kommt auf die er spucken kann :-(


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ElliBesch
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Beitrag von ElliBesch »

Boah, das sind ja Hammerbilder.

Das hab ich garnicht gewusst, dass die Tiere auf diese ( für den Menschen) sehr praktische Art geschoren werden.
Ich persönlich finde das schrecklich. :-o
Daher meine wirklich ernst gemeinte Frage: Was passiert eigentlich mit in der Wildnis lebenden Tieren, die nicht geschoren werden können? Würde ein Alpaka unter seiner Wolle leiden, wenn es denn nicht geschoren würde... oder ist es nur mal wieder der Mensch, der ein Tier (be-)nutzt?

Fragen über Fragen- ?(

LG Elli


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sanhestar
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Beitrag von sanhestar »

Die Wildform wäre das Vikunja oder das Guanako. Und ohne jetzt Alpaka-Fachmann zu sein, stelle ich einfach mal die These auf, dass sowohl Lama als auch Alpaka, wie Schafe, durch züchterische Selektion ein verändertes Fellwachstum haben, das bei den Wildformen nicht zu finden ist.

http://www.alpacazucht.com/alpacas/fram ... 1107072250


Sabine M.H.
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sanhestar
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Beitrag von sanhestar »

[quote='ElliBesch','index.php?page=Thread&postID=172929#post172929']Boah, das sind ja Hammerbilder.

Das hab ich garnicht gewusst, dass die Tiere auf diese ( für den Menschen) sehr praktische Art geschoren werden.
Ich persönlich finde das schrecklich. :-o [/quote]

Schafe werden im Sitzen geschoren und fallen dabei praktischerweise in Starre. Ein Schaf im Stehen scheren dauert definitiv länger und man muss da auch viel vorsichtiger rangehen. Würden es meine Bandscheiben mitmachen, würde ich unsere zwei Schafe auch lieber im Sitzen scheren, anstelle jedesmal einen Helfer zu brauchen, der beim im Stehen scheren darauf achtet, dass das Schaf ruhig hält, damit ich es nicht versehentlich verletze.


Sabine M.H.
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Bolivar
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Beitrag von Bolivar »

Die Wildform wäre das Vikunja oder das Guanako. Und ohne jetzt Alpaka-Fachmann zu sein, stelle ich einfach mal die These auf, dass sowohl Lama als auch Alpaka, wie Schafe, durch züchterische Selektion ein verändertes Fellwachstum haben, das bei den Wildformen nicht zu finden ist.
Genauso ist es.




Das hab ich gar nicht gewusst, dass die Tiere auf diese ( für den Menschen) sehr praktische Art geschoren werden.
Ich persönlich finde das schrecklich. :-o
Diskutabel bei dem gezeigten Video ist das Strecken der Gliedmaßen. Es gibt allerdings auch Schertische die man kippen kann. Das Alpaka wird stehend an dem Tisch festgebunden / fixiert und anschließend wird die Tischplatte von der senkrechten in die waagerechte Position gekippt.Das Tier wird dann ohne zu strecken geschoren.

Interessant an dem Video ist, das zum Schluss auch geschorene Lamas zu sehen sind... :-D 8) Diese werden jedenfalls nicht getragen und gestreckt geschoren ( das gäbe einen Kampf und da würde auch ordentlich gerotzt werden #jubel# ). Für Lamas gibt es Scherstände ( die aber sehr stabil sein müssen ) und manche kann man auch stehend scheren, aber das bedarf des Trainings.

Zum Tierschutzgedanken : Der gezeigte ( scherende ) Engländer ist ein Meister seines Fachs ( o.k. Strecken gefällt mir auch nicht ), aber er arbeitet schnell und sauber ( leider sieht man die Lamaschur nicht ) und darauf kommt es an. Die Wolle MUSS allerspätestens nach 2 Jahren runter. Gerade Alpakas wurden schon von den Inkas als reine Wolllieferanten gezüchtet. Bleibt die Wolle drauf können die Tiere einen Hitzschlag erleiden und / oder sogar unfruchtbar werden. Der Züchter hat also die Verantwortung für eine regelmäßige Schur zu sorgen. Die in dem Bericht erwähnte Familie Luginbühl hat ca. 200 Lamas und Alpakas, jedes einzelne Tier darauf zu trainieren, beim Scheren stillzustehen ist unmöglich. Und wie gesagt gute Scherer arbeiten schnell.

Noch etwas zum Tierschutz : Es gibt auch Tierfreunde die ihre Lamas oder Alpakas jahrelang nicht scheren ( lassen ), weil sie sich an ihre eigenen Tiere nicht herantrauen...


Traurig ist es allemal.. wie er da hinter den Gitterstäben auf und ab ging und nur darauf wartete dass eine Reaktion kommt auf die er spucken kann
Also für mich ist es nicht ausgeschlossen, das da mal "was war", man kann ein Tier festhalten / fixieren. Man kann es aber auch an Ohren und Schwanz packen und zu Boden werfen / niederringen. Ich habe da schon einige Methoden erlebt.


Ok, ich habe heute gelernt: Der Alpakawallach hasst Männer im allgemeinen und Frauen die ihn nicht anschauen
Denn als wir heute da waren wurde mein Partner gleich erst mal groß bespuckt (was mich nach der Geschichte die man uns erzählte nicht mehr wunderte) und mich ließ er in Ruhe sobald ich mich groß machte und ihn direkt anschaute. Da ging er sogar zurück, fast höflich war der. Ui!
War da immer noch das Gitter zwischen euch? Falls ja informiert euch mal über das Berserk-Male-Syndrom bei Neuweltkameliden. Das er Männer anspuckt aufgrund evtl. negativer Erfahrungen könnte ja vielleicht noch sein, was wegschauende Frauen damit zu tun haben....weiß ich nicht.


"Ich liebe Tiere über alles" und co, Tiere lieben und sie artgerecht halten sind ein großer Unterschied.
Das ist jetzt ganz allgemein formuliert : Auch alle die Tiere retten wollen, sollten über die betreffende Tierart bescheid wissen. Gerade bei der Schergeschichte ist es wichtig, Lamas und Alpakas z.B. beim stehend Scheren "erlebt" zu haben. Da sie Fluchttiere sind haben sie echten Stress, wenn das Vlies ( soll ja in einem Stück runter ) an ihnen runtergleitet und Beine und Füße berührt, da kann dann der Tanz losgehen. Und man muss auch aufpassen, das man mit der Schermaschine keine Hautfalte erwischt. Das wichtigste ist eben das die Wolle runterkommt. Der Schertisch ist ( bei Alpakas ! ) eine Alternative, wenn nicht gestreckt wird. Lieber auf solch einem Tisch liegen als niedergerungen und festgehalten zu werden.

Nochmals zum Wallach. Ich empfehle ihn von seinen Besitzern aufhalftern zu lassen und mit ihm mal spazieren zu gehen. Einfach zum Kennenlernen.

Viele Grüße

Michael


"Zeige ihnen einen roten Kometenschweif, jage ihnen eine dumpfe Angst ein, und sie werden aus ihren Häusern laufen und sich die Beine brechen.Aber sage ihnen einen vernünftigen Satz und beweise ihn mit sieben Gründen und sie werden dich einfach auslachen."

Bertolt Brecht
Dipla
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Beitrag von Dipla »

Der Wallach hat keiner Besitzer.. viel schlimmer, der lebt in Einzelhaft in einem Tierheim :S
Und gerade das erschreckt mich so, ein Tierheim das Nutztiere aus Tierliebe aufnimmt, dann aber keine Ahnung davon hat. Das Alpaka auch, bekam nie Gesellschaft weil als unverträglich eingestuft eben weil er angefangen hat zu spucken. Ach, er spuckt Männer auch an die ohne Zaun vor ihm stehen und Frauen auch wenn sie Respekt vor ihm zeigen. Bei geradem Rücken und offensiver Haltung (mat mir mein Pferd beigebracht, man lernt nie aus) scheut er die Konfrontation und zieht sich lieber zurück.
Für mich Laien klares Revierverhalten, er erkennt allerdings den "Stärkeren" nach Kontrolle an, so der Anschein.
Aber wie gesagt, bei Alpakas hört´s bei mir mit der Fachkenntnis aus, daher habe ich mich bei Leuten schlau gemacht die Ahnung davon haben. Und die würden ihn auch erst mal nehmen und schauen wo er steht. Demnach von Halfterführigkeit keine Rede, zumindest meine Schätzung aus den Erzählungen. Wenn schon 2 Leute nötig sind das Wasser bei ihm auszutauschen, einer lenkt ab, einer schleicht sich rein... ich sag´s ja, der hat gelernt daß er höher steht.


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Bolivar
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Beitrag von Bolivar »

Hallo Dipla,

dann schau mal unter dem Berserk-Male-Syndrom. Das hat weniger mit Revierverhalten als mit Fehlprägung zu tun .Google auch mal unter NWK-Nothilfe, die haben Erfahrung mit Neuweltkameliden aus schlechter Haltung. Leider sind Tierheime ein sehr eigenes, und aus meiner eigenen Erfahrung, oftmals trauriges Thema.

Grüße und viel Glück

Michael


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ElliBesch
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Beitrag von ElliBesch »

Hallo Michael,

vielen, lieben Dank für Deine aufschlußreichen Informationen!
Ich hab auch mal das Berserk-Male-Syndrom ergoogelt, au weia, da tun sich ja Abgründe auf- denn ich befürchte, dass gerade wegen des niedlichen Kindchenschemas sehr gerne mit jungen Alpakas geschmust wird..... UND SPÄTER DANN: :-o :-o :-o ....

Oha. Leider habe ich nicht herausgefunden, ob diese Fehlprägung behandelbar ist. Das würde mich noch sehr interessieren, denn man liest viel über Einschläfern des Tieres mit dem Berserk-Male-Syndrom.

@ Dipla: Wenn dem so ist, vielleicht überdenkst Du das ganze nochmal, auch wenn dein Herz blutet bei dem Gedanken daran. Kann ich verstehen. Ich ticke ähnlich...... #trost#

Danke nochmals, Michael!

LG Elli


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Dipla
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Beitrag von Dipla »

Elli,
die Verantwortung trage bzw trüge später nicht ich sondern der Alpakahof der sich bereicht erklärt hat es mit dem Kerlchen versuchen zu wollen. Und der hat wohl schon so einige spuckende Monster wieder in die Spur bekommen. Na, wir werden sehen.
Erst mal muss das ok kommen, dann kommen die Leute vom Alpakahof und schauen sich den Kerl mal an, ist es evtl in den Griff zu bekommen geht er mit.


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