Seife aus Ziegenschmalz

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Leiliche
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Seife aus Ziegenschmalz

Beitrag von Leiliche »

Hallo,
nachdem jetzt wieder viel geschlachtet wird, fällt auch einiges an Fett an,
dazu mein Tip das Fett (Nierenfett,inneres Fett, äusseres Fett) sammeln.
Das Fett durch den Fleischwolf lassen grobe Scheibe 8mm und dann auslassen wie Schweineschmalz.
Ein einfaches Seifenrezept:

Mit selbstgemachten Seifen kann man viel Freude bereiten. Schon das Seifenkochen kann viel Spaß machen. Man entscheidet selbst, wie die Seife duften soll, man wählt die Farbe die man liebt und bestimmt welche Öle zur Pflege der Haut dazugemischt werden. Die Belohnung der eigenen Arbeit ist ein wertvolles Stück Seife. Eine selbstgekochte Seife fühlt sich beim Waschen ganz anders an, als eine Industrieprodukt.

Wir Hobby-Seifensieder machen unsere Seifen nicht mehr so, wie man es in alten Kochbüchern und Hausfrauenratgebern findet. Früher wurde noch häufig Seife gekocht, besonders auf dem Land. Auch in Notzeiten hat man sich immer daran erinnert, daß man aus Fettabfällen eine halbwegs brauchbare Haushaltsseife kochen kann.

Heute ist die selbstgemachte Seife fast ein Luxusprodukt. Wir verwenden nur gute Fette und Öle in Lebensmittelqualität und reine Natronlauge. Als Pflegemittel werden teure Pflanzenöle dazugemischt und wertvolle Extrakte werden zum Beduften der Seife genommen. Der Fantasie sind kaum Grenzen gesetzt. Manche Seifensieder nehmen nur pflanzliche Fette und solche aus biologischem Anbau, andere verwenden gerne Schweineschmalz und Rindertalg, weil tierische Fette sich gut verseifen lassen und eine feste und gut schäumende Seife ergeben.

Das Seifensieden selbst ist eine einfache Sache. Man kann auch als Anfänger aus wenigen Grundstoffen eine gute Seife herstellen. Dieses Hobby macht Spaß und man freut sich, wenn man spürt, wie angenehm es ist, sich mit selbstgemachten Seifen zu waschen.

Vorbereitungen
Der Seifensieder muß immer daran denken, daß er mit einer starken Lauge arbeitet. So müssen nicht nur alle Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden, sondern man muß auch alle Geräte und Hilfsmittel in passender Größe vorbereitet haben. Es darf nicht passieren, daß ein Topf zu klein ist, daß ein Löffel fehlt oder daß Kinder und Haustiere dazwischenlaufen und stören. Lieber zuerst an alles denken als später die Arbeit abbrechen zu müssen.

Wir müssen entscheiden, wie viel Seife wir kochen wollen. Kleine Mengen, also weniger als 500g Seife, sind für den Anfänger oft schwieriger herzustellen als Seifenmengen von 1 bis 2 Kilo. Wir entscheiden uns für die Verarbeitung von 500 g tierisches Fett und 500 g Pflanzenöl. Aus 1kg Fett/Öl wird man etwa 1,5kg Seife bekommen. Wir brauchen daher einen

großen Topf, emailliert oder aus nichtrostendem Stahl (kein Aluminium oder Kupfer) für 2 bis 3 Liter Inhalt. Ein hoher Topf ist besser als ein flacher, damit die Seifenmasse nicht so leicht herausspritzt.
Einen kleinen Topf zum Mischen der Lauge, ebenfalls emailliert oder rostfrei für etwa 1 Liter Inhalt. Ein Topf mit Griff und Ausgießer vermindert die Gefahr des Verschüttens.
Ein kleines Plastik- oder Glasgefäß zum Abwiegen der Lauge.
Einen Holzkochlöffel oder Holzspatel zum Umrühren der Seifenmasse.
Eine gute Hilfe ist ein Stabmixer, damit kann man viel Zeit sparen.
Ein Küchenthermometer bis etwa 100°C. Gut geeignet ist ein Bratenthermometer.
Eine genaue Küchenwaage, auf 1 Gramm oder 2 Gramm genau ablesbar.
Eine Seifenform. Für den Anfang genügt ein Holzkistchen, welches groß genug ist für 1,5 Liter Seifenmasse. Man kann auch flexible Kunststofformen (z.B. solche aus Silikon) benutzen. Man muß nur bedenken, daß die Form auch Hitze bis zu 100°C aushalten soll und flexibel oder zerlegbar sein muß, damit man die Seife auch gut herausbekommt. Man kann dafür auch das Holzkistchen mit einem dünnen Tuch oder einer Plastikfolie auslegen, so wird man die fertige Seife leicht herausheben können.
Sicherheitsvorkehrungen
Weil wir mit ätzender Natronlauge arbeiten, müssen wir unsere Haut und Kleidung schützen. Seifenkochen ist nichts für Kinder. Man soll konzentriert arbeiten können und soll sich ausreichend Zeit (1 bis 2 Stunden) dafür nehmen.

Wichtig sind:

Gummihandschuhe, sie bewahren uns vor der ätzenden Lauge. Auch frisch gerührte Seife ist noch immer eine starke Lauge.

Plastikschürze, schützt Haut und Kleidung.

Schutzbrille. Ein Laugenspritzer im Auge kann schlimme Folgen haben.

Ein Waschbecken soll in der Nähe sein, damit man sofort die Lauge wegwaschen kann. Zusätzlich kann mit Essig die Laugenspritzer neutralisieren.

Lüftung. Beim Anrühren der Lauge entstehen ätzende Dämpfe. Lieber besser durchlüften als stark husten.

Alte Handtücher oder Geschirrtücher, auch Küchenrolle oder Toilettpapier sollte immer bereit sein, um Seifenreste abwischen zu können.

Zutaten
Für eine einfache Anfängerseife nehmen wir

500g Schweineschmalz oder Rindstalg

500g Sonnenblumenöl oder Rapsöl.

Das Fett und das Öl werden in dem großen Topf langsam erwärmt. Es soll nicht zu heiß werden. 60 - 90 °C ist gut. Wenn alles geschmolzen ist läßt man den Topf wieder bis auf 50 - 60 °C abkühlen.

In der Zwischenzeit bereitet man die Lauge zu. Wir verwenden reine Natronlauge (chemische Formel: NaOH). Sie sieht wie weiße Kristalle aus. Man nennt sie auch Ätznatron oder Natriumhydroxid. Man bekommt sie in Apotheken oder Drogerien.

Die notwendige Laugenmenge kann genau berechnet werden. Jedes Fett oder Öl braucht eine ganz bestimmte Menge Lauge zur Verseifung. Nimmt man zuviel Lauge, dann wird die Seife ätzend und kann für die Haut gefährlich werden. Nimmt man zu wenig, dann bleibt ein Teil des Öles unverseift in der Seife zurück. Die Seife wird dadurch "fett". Das ist meistens wünschenswert, denn das Fett kann die Haut pflegen und es bringt auch eine gewisse Sicherheit gegen die Gefahr des Verätzens.

Wir nehmen für die Fettmenge in unserem Rezept

Genau 130g Natronlauge (Ätznatron oder Natriumhydroxid).

Das Ätznatron wird aufgelöst in

380g destilliertem Wasser (oder sauberem Regenwasser)

Beim Auflösen des Ätznatrons wird sich das Wasser stark erwärmen. Es werden auch ätzende Dämpfe frei, deshalb müssen die Sicherheitsregeln beachtet werden.

ACHTUNG: Man gibt immer zuerst das destillierte Wasser in den Topf und schüttet langsam das Ätznatron zum Wasser hinzu. Niemals umgekehrt arbeiten, sonst gibt es eine kleine Explosion mit schlimmen Laugenspritzern.

Dazu einen kindischen Merkspruch:
"Erst das Wasser, dann die Lauge, denn sonst spritzt es dir ins Auge!"
Seifensieden
Jetzt beginnt die Seifensiederarbeit. Man schüttet vorsichtig die noch heiße, aufgelöste Lauge in den Topf mit dem Fett und dem Öl, das noch immer 50 bis 60°C haben soll. Es wird sofort eine milchige Masse daraus werden. Wer einen Stabmixer hat, kann jetzt einige Minuten damit rühren. Fett und Lauge werden sich innig vermischen. Bald wird die Masse immer dicker, wie ein Pudding. Wer mit dem Kochlöffel rührt, wird wohl eine halbe Stunde fleißig rühren müssen, bis die Masse dick und puddingartig wird. Wenn die Masse so fest wird, daß man mit dem Kochlöffel darauf Spuren hinterläßt (wenn man auf der Seife "schreiben" kann...) dann sollte man sofort das Ganze in die vorbereitete Seifenform hineinschütten.

ACHTUNG: Beim Seifenrühren entsteht auch Wärme. Die ganze Masse wird 60°C und mehr erreichen. Wer zu lange rührt und zu heiß arbeitet, wird die Seifenmasse nur mehr schwer aus dem Topf in die Seifenform kriegen. Die Seife wird grob und bröckelig sein.

Wenn die Seife in der Form ist, wird sie bald hart werden. Es ist gut, wenn sie noch lange in der Wärme stehenbleibt. Man deckt die Form gut mit alten Tüchern zu, um die Eigenwärme zu halten. Die Seife soll mindestes 24 Stunden in der Form bleiben, damit sie "ausreifen" kann. Sie verliert durch die Lagerung an "Schärfe", d.h. der Laugenanteil wird geringer. Ein Chemiker würde feststellen, daß der pH-Wert der Seife sinkt. Eine ausgereifte Seife wird einen pH-Wert zwischen 8,5 und 10 haben.

Fertigstellen
Nach einer Ruhezeit von einem oder mehreren Tagen nimmt man den inzwischen hart gewordenen Seifenblock aus der Form und schneidet ihn mit einem Messer in handliche Stücke. Wer es ganz schön machen will, kann auch noch die Kanten beschneiden, damit die Seife gut in der Hand liegt.

Die Seifenstücke sollen noch einige Tage liegenbleiben und trocknen. Man wählt dazu einen kühlen, luftigen Platz ohne direkte Sonneneinstrahlung. Unsere Seifen können sicherlich monatelang lagern, sie werden aber wahrscheinlich nach längerer Zeit etwas ranzig riechen. Das ist aber nur ein Oberflächengeruch, der beim Waschen sofort verschwindet. Dieses Seifenrezept ist ja absichtlich so berechnet worden, daß die fertige Seife überfettet ist. Das überschüssige Fett kann sich durch Luft und Sonnenlicht an der Oberfläche etwas zersetzen, was man auch riechen kann. Die selbstgemachte Seife ist eben ein Naturprodukt. Sie enthält keine chemischen Stabilisatoren und kann daher nicht mit einem Industrieprodukt verglichen werden.

Wer bis hierher mitgearbeitet hat, der ist jetzt sicher vom "Seifenvirus" befallen. Es warten noch tausende Rezepte im Internet und in den Fachbüchern auf Sie. Wollen Sie weitersieden ?



Hinweis: Eine detailreiche Einführung in die Kunst des Seifensiedens hat Claudia aus Wien im Internet veröffentlicht, unter <!-- m --><a class="postlink" href="http://www.naturseife.com">http://www.naturseife.com</a><!-- m -->


Bei mir hat dieses Rezept gleich funktioniert, und nach 6 Wochen Lagerung, hatte ich mein erstes Stück Ziegenseife in der Hand.

den Gruß entsendet
Andreas


Das Auge des Herrn mästet das Vieh
Osiris

Beitrag von Osiris »

Vielen Dank Andreas , die beschriebene Seite kenn ich schon und habe sie mehrfach besucht: immer mit dem Gefühl: Das möchtest Du auch mal gern probieren...Jetzt hast Du mir einen Grund dafür gegeben... #daumen_hoch* Gruß Marion


Leiliche
Beiträge: 331
Registriert: 22.03.2006, 20:40

Beitrag von Leiliche »

Hallo Marion,
die Seife mit Ziegenschmalz ist sehr gut, und das Basisrezept lässt sich ausbauen z.B anstatt Wasser für die Lauge Ziegenmilch (tiefgefroren) oder Molke verwenden.

den Gruß entsendet
Andreas


Das Auge des Herrn mästet das Vieh
Dani
Beiträge: 92
Registriert: 27.04.2003, 12:10

Beitrag von Dani »

Hallo,

Ziegenmilchseife hab ich schon einige Variationen gemacht, das mit dem Schmalz ist eine interessante Idee, die wird dann irgendwann im Sommer ausprobiert.

LG
Dani


Lafayette
Beiträge: 1256
Registriert: 13.05.2005, 12:53

Beitrag von Lafayette »

Hallo Andreas und @all,

als schon längst mit dem Seifenvirus infizierte Person möchte ich der Richtigkeit halber hier noch einen Link zu einem Seifenrechner setzen, der tatsächlich tierische Fette enthält. Claudias' Seite bezieht sich nur auf pflanzliche Fette und Öle.

Hier ist der Link mit den tierischen Fetten.

Desweiteren bitte ich jede/n zukünftige/n Seifensieder/in nicht einfach Rezepte zu übernehmen, sondern sich den Anteil NaOH immer über einen Seifenrechner zu ermitteln. Allein schon wegen der gewünschten Überfettung der Seife.

Seifige Grüße :D
Lafayette


Leiliche
Beiträge: 331
Registriert: 22.03.2006, 20:40

Beitrag von Leiliche »

Hallo Lafayette,
das Rezept, das ich hier eingestellt ist, habe ich so ausprobiert, und es funktioniert sehr gut. Es war meine erste Seife die ich hergestellt habe, und dadurch bin ich weiter in die Materie eingestiegen.
Dieses Rezept war auch hier nur als Anfänger-Tip eingestellt, oder als Idee was mach ich mit dem Fett, ausser wegwerfen.

Der Link von Dir ist sehr gut, gerade wegen der tierischen Fette, dankeschön dafür #danke# .

Auch von mir seifige Grüsse
Andreas


Das Auge des Herrn mästet das Vieh
Lafayette
Beiträge: 1256
Registriert: 13.05.2005, 12:53

Beitrag von Lafayette »

Hallo Andreas,

Dein Rezept habe ich jetzt nicht nachgerechnet. Soviel Verantwortlichkeit, daß eben die NaOH-Menge stimmt, traue ich Dir doch zu Mönsch :D !

Es ist nur so, daß in den Seifen-Hardcore-Kreisen aus Sicherheitsgründen keine Angaben in Gramm gemacht werden, weil es sich herausgestellt hat, daß dies zu Problemen führt, wenn jemand größere oder kleinere Mengen Fett als im Rezept angegeben, verwendet.

Man gibt nur die Fette in Prozent an und macht eine Aussage zur Überfettung. Durch das Auseinandersetzen mit den Seifenrechnern sinkt auch die Wahrscheinlichkeit von Wiegefehlern. Die können nämlich bei geringen Fettmengen fatal für die Hautgesundheit sein.

Ein Rezept sieht dann z. B. so aus:

50 % Ziegentalg
30 % Olivenöl
20 % Rapsöl

8 % ÜF

Flüssigkeitsanteil: 25 % der Fettmenge.

Jeder der das Nachsieden will, muß sich jetzt ermitteln, wieviel g Ziegentalg er hat und wieviel Oliven- und Rapsöl noch hinzukommen. Dazu muß eben noch die NaOH-Menge errechnet werden, genauso wie der Flüssigkeitsanteil bezogen auf die tatsächliche Fettmenge. Und schon passieren weniger Wiegefehler und weniger Fehler bei der NaOH-Menge, weil man sich einfach mit der Materie auseinander setzen muß ;-) .

Wie heißt es so schön in den Seifenforen: Seife sieden ist nicht Kuchen backen - so, oder so ähnlich ;-)

Seifige Grüßle
Lafayette


Osiris

Beitrag von Osiris »

Hallo ,ich hoffe damit nicht ganz offtopic zukommen , aber es lechzt mich danach mal eine Seife einzustellen, die eine Seifensiederin bei uns im Nachbarort herstellt :

Bild
Schön , nicht wahr ! Sie heißt Fliederzeit...
Schöne Grüße Marion


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