trotz behandlung fleischverarbeitung?

Anonymous

Beitrag von Anonymous »

Elise hat geschrieben:Schafe sind bekanntlich ja auf Wanderschaft. Wenn da Tiere erkranken, haben sie keine Chance gegen die Krankheit anzukämpfen, da sie (unwissend geschrieben !) keinen ruhigen Stallplatz zur Verfügung haben.
Dann schau doch mal im Schafforum nach.
Die meisten Halter dort haben Kleinbestände wie wir hier auch und ähnliche Haltungsbedingungen inkl. Familienanschluss.
Und kriegen ihre Tiere trotz Behandlung oft nicht durch.

*Mir* geht in Bezug auf BT ziemlich der Stift...

Michael


Elise
Beiträge: 1768
Registriert: 21.08.2005, 17:49

Beitrag von Elise »

Hallo, Annabella hat das mit der Umwidmung erklärt.

Von den Theoretikern weiß mal wieder keiner was und es wird verordnet was das Zeug hält.
Hauptsache irgendwas geschrieben oder gesagt.

Vlg Claudia


Elise
Beiträge: 1768
Registriert: 21.08.2005, 17:49

Beitrag von Elise »

Hallo Michael, Angst haben nutzt nix. Sie kommt oder sie kommt nicht.

Ich habe für den Fall des Falles bei meinem TA angerufen und gefragt, ob er BT behandelt und wie und bekam keine zufriedenstellende Antwort.
Er meinte nur, daß er dann die Dienstanweisung vom Vet.Amt. befolgen würde.
Da könnte ich ja mal anrufen, die Idee kommt mir jetzt erst.

Vlg Claudia


Tenne
Beiträge: 28
Registriert: 24.01.2005, 10:35

Beitrag von Tenne »

Hallo zusammen!
Diseree hat geschrieben:Wir haben dann Latroxin Delta eingesetzt, welches auch umgewidmet werden muss...... Mussten dann auch nur 24 Std Wartezeit einhalten wegen bio ( konv. 12 Std.). Damit ist man wenigstens auf der sicheren Seite.
Auf der sicheren Seite? Das einzige, was da sicher ist: Ihr bekommt erheblichen Ärger, wenn das jemand von Eurem Bioverband/der Konkurrenz mitbekommt. Latroxin ist (genauso wie Butox) nicht für Ziegen zugelassen. Kann aber nach der Kaskadenregelung umgewidmet werden, dann 28 Tage Wartezeit. Für "Bio" das Doppelte?

Prima, die ganzen Arzneimittel- und anderen Skandälchen werden wohl auch im Biogewerbe nicht lange auf sich warten lassen. Ein gefundenes Fressen für die "Konventionellen", siehe z.B. die Schlagzeilen von <!-- m --><a class="postlink" href="http://www.animal-health-online.de">http://www.animal-health-online.de</a><!-- m --> Bioleute leben vom Vertrauen der Kunden und von sonst gar nichts, vielleicht denkt Ihr bei Gelegenheit dran!

(@Ann-Marie: Das ist auf keinen Fall persönlich böse gemeint - ich denke, da hat Euer Doc was vergeigt!)

Lange Rede, kurzer Sinn: Die Anwendung von all diesen Mitteln ist in einem Milchbetrieb, der von seiner Produktion leben muss - zumindest legal - nicht möglich!! Privat würde ich die Milch aber (illegalerweise) ohne weiteres verwenden, von den ~methrinen dürfte recht wenig in die Milch gelangen.
Winnie23 hat geschrieben: es muß schnellstmöglich ein impfstoff her. BZ bedeutet den RUIN wenns so weiter geht für die vollerwerbsschafhalter!!
Und das erklärt auch, wieso die "Grossbauern" unter uns so laut nach dem Impfstoff schreien. Wenn mir 50 % meiner 10 Ziegen und Schafe eingehen würden, dann fände ich das äusserst bedauerlich. Aber ich würde sogar noch Geld sparen dabei, weil es für mich ein teures und zeitaufwendiges Hobby ist.

Ist es da nicht ziemlich arrogant, wenn man verlangt, dass ein berufsmässiger Schäfer tatenlos zuschaut, wie 50 % seiner 500 Ziegen/Schafe verrecken - wenn doch mit einem Impfstoff schnell Abhilfe geschaffen wäre? Und das sogar noch auf relativ "natürlichem" Weg: Durch Aktivierung der körpereigenen Abwehr. Anstatt zu versuchen, das in den Brunnen gefallene Kind mit Massen an Antibiotika und Schmerzmitteln und fraglichem Erfolg wieder auf die Beine zu bekommen? Kann mir das mal jemand von der Anti-Impf-/Medikamentenfraktion sinnig darlegen? Oder erklären, was Zuschauen beim Verrecken mit Tierschutz zu tun hat?

Mit einem Impfstoff bis zum Frühjahr ist im Übrigen nach dem momentanen Stand nicht zu rechnen: Die Firma Merial hat zwar den Impfstoff fast fertig. Allerdings ist ihr einziges Labor, das ihn auch herstellen könnte in GB. Und da ist ihnen jüngst das MKS-Virus abgehauen, also ist der Laden bis auf weiteres dicht gemacht. Dann gibt es noch die Firma Intervet, die haben aber erst gar keine Produktionsmöglichkeiten. Und dann gibt es da noch nationale Zulassungshürden, die es zu überwinden gilt. Sicher wird vielen von einem anderen unliebsamen Ärgernis das FLI Riems in Erinnerung sein. Diese obersten Bedenkenträger werden sicher auch dieses Mal wieder mitmischen.

Es bleibt eigentlich nur zu hoffen, dass der Winter richtig kalt wird. Den im Stall überwinternden Gnitzen macht das allerdings nicht viel aus. Somit könnte nächstes Jahr ganz Teutschland Sperrgebiet sein, dann fallen wenigstens die Beschränkungen beim Transport weg. Wenn die Population erstmal durchseucht ist (quasi eine Bio-Impfung, harhar) wird dann auch wieder Ruhe einkehren. Zumindest für die, die es überlebt haben.

Tut mir leid, wenn ich zu sarkastisch bin - aber das musste mal raus.

Allen viel Spass mit ihren Tieren und viele Grüsse,

Tenne


ClaudiaH
Beiträge: 1256
Registriert: 14.09.2005, 23:24

Beitrag von ClaudiaH »

Hallo,

aber die überlebenden Tiere sind dann immun, das habe ich doch richtig verstanden?

Liebe Grüße,
Claudia


Tenne
Beiträge: 28
Registriert: 24.01.2005, 10:35

Beitrag von Tenne »

Ja, die Überlebenden sind gegen das aktuelle BTV Serotyp 8 immun, leider nicht gegen die anderen BTV-Subtypen. Wie lange die Immunität genau anhält ist noch nicht ganz klar, aber zumindest sollte sie erstmal für ein, zwei Jahre stabil sein. Ausserdem wird sich das Virus an die hiesigen Gegebenheiten anpassen: Soll heissen, es wird weniger bösartig sein. Ein "schlaues" Virus bringt seinen Wirt nicht gleich um.

Viele Grüsse,
Tenne


Anonymous

Beitrag von Anonymous »

Tenne hat geschrieben:Ja, die Überlebenden sind gegen das aktuelle BTV Serotyp 8 immun, leider nicht gegen die anderen BTV-Subtypen. Wie lange die Immunität genau anhält ist noch nicht ganz klar, aber zumindest sollte sie erstmal für ein, zwei Jahre stabil sein.
Sei mir bitte nicht böse, aber die Realitäten sehen inzwischen anders aus: Schafe die im letzten Jahr erkrankt waren, erkranken in diesem Jahr erneut. Das wird zumindest seitens der Schafhalter berichtet. Krankheitsursache war immer der Serotyp 8...

Gruss,
Michael


Matscher
Beiträge: 289
Registriert: 08.11.2007, 21:11

Beitrag von Matscher »

Zum Thema impfen:
DANKE, Tenne, dem brauch ich eigentlich nichts mehr hinzufügen.
Leider hat Mutter Natur für jedes Lebewesen div. Seuchen erfunden. Am Beispiel Kaninchen: Auch wir Hobbyhalter impfen wegen 10 Tieren, nicht nur die Grossproduzenten. Und Verluste schmerzen uns nicht nur finanziell, sondern mental. Wer kann nachvollziehen, wie es ist wenn gerade das Lieblingstier der Tochter eingeht, welches nie zur Schlachtung bestimmt war?
Unser Schäfer hat letztes Jahr geweint, weil sein geimpfter Kaninchenbestand erkrankte und er Verluste hinnehmen musste, nur weil sein asozialer Nachbar mit grösserem Bestand wie immer nichts getan hatte und die Myxomatose voll zugeschlagen hatte! Über solche leider oft vorkommende Geschichten kann ich dann auch nicht lachen! Und Resistenzen bilden sich oft auch an der Grenze, wo Impfgebiete ständig in Kontakt mit denen ohne Impfschutz stehen: Beispiel Parvovirose beim Hund in Polen, durch eingeschleppte Billo- Welpen kam das Virus wieder nach Deutschland und wird unter grossem Aufwand behandelt und scheint nach Aussage der Veterinäre aggressiver zu werden.
Gut, jetzt halt ich besser die Klappe.
Euch allen Alles Gute!
Gruss, Mathias


Tenne
Beiträge: 28
Registriert: 24.01.2005, 10:35

Beitrag von Tenne »

Tenne hat geschrieben:Ja, die Überlebenden sind gegen das aktuelle BTV Serotyp 8 immun, leider nicht gegen die anderen BTV-Subtypen. Wie lange die Immunität genau anhält ist noch nicht ganz klar, aber zumindest sollte sie erstmal für ein, zwei Jahre stabil sein.
Michael hat Recht, da muss ich meine Lehrbuchmeinung revidieren. Allerdings wusste das auch Frau Reinking vom FLI noch nicht - ganz schoen schwach in meinen Augen, scheint aber einiges ueber das dortige Interesse an BT zu sagen. Die TiHo Hannover hat aber bestaetigt, dass die Tiere auch im naechsten Jahr wieder erkranken koennen, was natuerlich ziemlicher Mist ist.

Wenigstens ist jetzt das Labor in Pirbright wieder in Aktion, laut Merial sind sie dabei, die Chargen fuer die Feldpruefung herzustellen. Hoffen wir mal, dass alles so klappt, wie vorgesehen!

Einen schoenen Tag!

Tenne


Antworten