Hallo zusammen!
Diseree hat geschrieben:Wir haben dann Latroxin Delta eingesetzt, welches auch umgewidmet werden muss...... Mussten dann auch nur 24 Std Wartezeit einhalten wegen bio ( konv. 12 Std.). Damit ist man wenigstens auf der sicheren Seite.
Auf der sicheren Seite? Das einzige, was da sicher ist: Ihr bekommt erheblichen Ärger, wenn das jemand von Eurem Bioverband/der Konkurrenz mitbekommt. Latroxin ist (genauso wie Butox) nicht für Ziegen zugelassen. Kann aber nach der Kaskadenregelung umgewidmet werden, dann 28 Tage Wartezeit. Für "Bio" das Doppelte?
Prima, die ganzen Arzneimittel- und anderen Skandälchen werden wohl auch im Biogewerbe nicht lange auf sich warten lassen. Ein gefundenes Fressen für die "Konventionellen", siehe z.B. die Schlagzeilen von <!-- m --><a class="postlink" href="http://www.animal-health-online.de">http://www.animal-health-online.de</a><!-- m --> Bioleute leben vom Vertrauen der Kunden und von sonst gar nichts, vielleicht denkt Ihr bei Gelegenheit dran!
(@Ann-Marie: Das ist auf keinen Fall persönlich böse gemeint - ich denke, da hat Euer Doc was vergeigt!)
Lange Rede, kurzer Sinn: Die Anwendung von all diesen Mitteln ist in einem Milchbetrieb, der von seiner Produktion leben muss - zumindest legal - nicht möglich!! Privat würde ich die Milch aber (illegalerweise) ohne weiteres verwenden, von den ~methrinen dürfte recht wenig in die Milch gelangen.
Winnie23 hat geschrieben:
es muß schnellstmöglich ein impfstoff her. BZ bedeutet den RUIN wenns so weiter geht für die vollerwerbsschafhalter!!
Und das erklärt auch, wieso die "Grossbauern" unter uns so laut nach dem Impfstoff schreien. Wenn mir 50 % meiner 10 Ziegen und Schafe eingehen würden, dann fände ich das äusserst bedauerlich. Aber ich würde sogar noch Geld sparen dabei, weil es für mich ein teures und zeitaufwendiges Hobby ist.
Ist es da nicht ziemlich arrogant, wenn man verlangt, dass ein berufsmässiger Schäfer tatenlos zuschaut, wie 50 % seiner 500 Ziegen/Schafe verrecken - wenn doch mit einem Impfstoff schnell Abhilfe geschaffen wäre? Und das sogar noch auf relativ "natürlichem" Weg: Durch Aktivierung der körpereigenen Abwehr. Anstatt zu versuchen, das in den Brunnen gefallene Kind mit Massen an Antibiotika und Schmerzmitteln und fraglichem Erfolg wieder auf die Beine zu bekommen? Kann mir das mal jemand von der Anti-Impf-/Medikamentenfraktion sinnig darlegen? Oder erklären, was Zuschauen beim Verrecken mit Tierschutz zu tun hat?
Mit einem Impfstoff bis zum Frühjahr ist im Übrigen nach dem momentanen Stand nicht zu rechnen: Die Firma Merial hat zwar den Impfstoff fast fertig. Allerdings ist ihr einziges Labor, das ihn auch herstellen könnte in GB. Und da ist ihnen jüngst das MKS-Virus abgehauen, also ist der Laden bis auf weiteres dicht gemacht. Dann gibt es noch die Firma Intervet, die haben aber erst gar keine Produktionsmöglichkeiten. Und dann gibt es da noch nationale Zulassungshürden, die es zu überwinden gilt. Sicher wird vielen von einem anderen unliebsamen Ärgernis das FLI Riems in Erinnerung sein. Diese obersten Bedenkenträger werden sicher auch dieses Mal wieder mitmischen.
Es bleibt eigentlich nur zu hoffen, dass der Winter richtig kalt wird. Den im Stall überwinternden Gnitzen macht das allerdings nicht viel aus. Somit könnte nächstes Jahr ganz Teutschland Sperrgebiet sein, dann fallen wenigstens die Beschränkungen beim Transport weg. Wenn die Population erstmal durchseucht ist (quasi eine Bio-Impfung, harhar) wird dann auch wieder Ruhe einkehren. Zumindest für die, die es überlebt haben.
Tut mir leid, wenn ich zu sarkastisch bin - aber das musste mal raus.
Allen viel Spass mit ihren Tieren und viele Grüsse,
Tenne