Wie stellen wir unsere Ziege trocken?

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Koko
Beiträge: 5
Registriert: 26.09.2007, 20:33

Wie stellen wir unsere Ziege trocken?

Beitrag von Koko »

Hallo,

unsere Ziege Flöckchen hat dieses Jahr ihr erstes Lämmchen bekommen. Vor 2 tagen haben wir den Bock abgesetzt, da sie nicht viel Milch für ihn hatte und er auch sehr groß und kräftig ist (3 Monate alt). Gesundheitliche Probleme hatte sie nach der Geburt mit Gebärmutterentzündung, als sie sich davon erholt hatte bekam sie Durchfall und zusätzlich hat das große Böckchen sehr an ihr gezehrrt. Nun sind wir etwas verunsichert was das trocken stellen der Mutterziege angeht. Wir sind blutige Anfänger was Ziegen betrifft, haben unsere erst seit einem Jahr.
Wir haben gestern und heute ausgemolken, ca. 3/4 Liter, 1 mal tägl. um die Produktion nicht noch mehr anzuregen. Sollen wir sie nun jeden Tag abmelken? Stellt sie die Michproduktion dann von selbst ein oder was müssen wir tun? Wenn wir nicht melken haben wir wegen Euterentzündung bedenken. Wir möchten sie gerne trocken stellen damit sie endlich mal die möglichkeit hat sich richtig zu erholen.
Für eure Hilfe und Ratschläge sind wir dankbar.
LG Tina & Dieter


Amelie
Beiträge: 1991
Registriert: 14.03.2007, 08:02

Beitrag von Amelie »

Guten Morgen Tina& Dieter,

normalerweise stellt man Ziegen(genau wie Mutterkühe) trocken, indem man das Euter ab sofort komplett in Ruhe lässt.Durch den Milchdruck und die nicht mehr vorhandene Nachfrage stellt das Muttertier sich dann trocken.Das ist ein ganz normaler,natürlicher Vorgang.Dabei wird das Euter natürlich einige Tage sehr prall.Das soll auch so sein.Wenn ihr abmelkt,egal wieviel,regt ihr den Milchfluss immerwieder neu an.Bei der geringen Milchleistung die die Ziege hat sollte das problemlos gelingen.Wenn ihr trotzdem Angst vor einer Euterentzündung habt könnt ihr das Euter täglich ganz vorsichtig kontrollieren.Es darf nicht heiß werden oder Verhärtungen bekommen.Aber nicht melken!
Außerdem ist es wichtig während der Trockenstellzeit möglichst karg zu füttern.Absolut kein Kraftfutter jeglicher Art und nur Heu,Stroh,Zweige und möglichst karges Gras.Also jetzt nicht auf das nächste frische Weidestück.Der hohe Energiegehalt würde die Milchproduktion unnötig anregen.
Irgendwo hier im Forum gibt es einen Beitrag indem steht was man vorsorglich homöopatisch bei drohender Euterentzündung geben kann.Ich kann mich aber nichtmehr erinnern wo ich das gelesen habe.Eigentlich kann ich mir auch nicht vorstellen das das nötig ist.


Liebe Grüße

Christine


Der Optimist sieht die Rose,der Pessimist nur die Dornen.
sanhestar
Beiträge: 8258
Registriert: 17.03.2003, 11:56

Beitrag von sanhestar »

Hallo Tina,

ich sehe im Moment noch Schwierigkeiten beim trockenstellen, weil das Futter noch so hochwertig ist.

Ist eure Ziege entwurmt? Was bekommt sie an Futter im Moment?

Evtl. wäre es sinnvoller, den Kleinen noch für 4-5 Wochen an der Mutter zu lassen und sie dann erst trocken zu stellen, wenn sie mit der Milchproduktion aufgrund des weniger gehaltvollen Futters im Hochsommer (alles ausgeblüht, trockener, rauhfaserhaltiger) von selbst zurückgeht und sie jetzt einfach mit guter Pflege zu unterstützen.

Ist sie denn in einem solch schlechten Futterzustand, dass ein Absetzen des Lammes schon notwendig ist?

Gruss


Sabine M.H.
http://www.working-goats.de Pack- und Fahrziegen
Therapiehof

Beitrag von Therapiehof »

Amelie hat geschrieben:Es darf nicht heiß werden oder Verhärtungen bekommen.Aber nicht melken!
Kleine Korrektur: wird das trocken gestellte Euter heiß (nicht warm!) und bekommt Verhärtungen, sofort wieder ausmelken, mehrfach. Milch mit Schalmtest untersuchen und evtl. TA hinzuziehen, der dann für den zweiten Versuch vorher "Trockensteller" (ein Langzeitantibiotika) direkt ins Euter gibt.

Grundsätzlich sehe ich kein Problem eine Ziege mit 3/4 Lit. Tagesleistung trockenzustellen, evtl. würde ich sie 2-3 Tage bei Heu und Wasser im Stall lassen.

lg
Andreas


Amelie
Beiträge: 1991
Registriert: 14.03.2007, 08:02

Beitrag von Amelie »

Oh,da habe ich mich scheinbar falsch ausgedrückt. *oops* Das"Aber nicht ausmelken"war nur auf die Kontrolle bezogen.Wenn das Euter wirklich heiß oder verhärtet wird muß natürlich ausgemolken werden und evtl.ein Trockensteller eingegeben werden.Aber das sollte dann bei eher unerfahrenen Ziegenhaltern(bitte jetzt nicht falsch verstehen) ein guter Ta machen,der sich auskennt.


Liebe Grüße

Christine


Der Optimist sieht die Rose,der Pessimist nur die Dornen.
Koko
Beiträge: 5
Registriert: 26.09.2007, 20:33

Beitrag von Koko »

Hallo Sabine,

wir entwurmen die Ziegen regelmäßig, zuletzt mit Ivomec.
Die Ziegen stehen bei uns auf einer ungedüngten Wiese. Hier haben Sie allerlei Hecken, Kräuter und mageres Gras (Wiese wurde seit mehreren Jahren nicht bewirtschaftet), Mineralleckstein haben sie immer, nehmen sie auch gut an. Ansonsten gibt es kleine Leckereien aus der Hand, wie z. B. trockenes Brot und Äpfel.
Den kleinen Bock möchten wir nicht bei den Damen lassen, weil mit seinen 3 Monaten hat er langsam auch noch andere Dinge im Kopf #engel#
Er steht nun mit seinem Vater auf einer seperaten Weide, hier ist quasie Männerwirtschaft angesagt.
Im Vergleich zu unserer anderen Ziegenmutti ist Flöckchen etwas magerer aber gesundheitlich gut drauf.

Wir werden nun ersteinmal die Finger vom Euter lassen (was das melken angeht, beobachten tun wir natürlich immer) und abwarten.
Vorab danken wir für die Hilfe und Ratschläge.

LG Tina & Dieter


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