Knochen für Hunde pfui!

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Moritz

Knochen für Hunde pfui!

Beitrag von Moritz »

"Auch die Knochen sind gut für die Hunde" schreibt jemand aus dem Sachsenland in einem anderen Themenbereich.

In der Natur (Wölfe, Schakale, Hyänen) müssen sich im Rudel jene Tiere mit Knochen begnügen, die in der Hierarchie ganz weit unten stehen.
Sie fressen / befressen Knochen, um nicht zu verhungern.

Tausende von Hunden gehen jedes Jahr elendig ein, weil durch Knochensplitter der Darm perforiert wird und auch eine teure und schmerzhafte OP nicht mehr helfen kann.

Achtlose, uninformierte Hundehalter geben gern Hühner-, Kaninchen- und, wie ich hier lese, Ziegenknochen.

Schon ein abgenagter Maiskolben, weil unverdaulich, kann zu einem Darmdurchbruch führen.

Die einzige Gabe von besonderen Knochen, die gerechtfertigt ist, dient der Zahnpflege, der Vorbeugung von Zahnsteinbildung, die bei manchen Hunden durch besondere Speichelzusammensetzung sehr stark ist.

Um dem Hund jährliche Vollnarkose (bei Border-C oft von leichten epileptischen Anfällen begleitet) zur Zahnsteinentfernung (was obendrein Frauchens Portemonnaie leert und stets mit Narkoserisiko einhergeht) oder alternativ auf längere Sicht Zahnausfall nach Parodontitis und Parodontose zu ersparen,
kocht man 10 Minuten die Kugelköpfe von Rinder-Oberschenkelknochen, die man sich beim Metzger / Fleischer gerade absägen läßt, und überläßt diese den Hunden 20 bis 30 Minuten kontrolliert zum Benagen.
Den Zadder kann man vorher grob entfernen.

Das säubert die Zähne von Zahnstein, ist mit minimalen Blutungen des schon entzündeten Zahnfleisches verbunden - und der Hund bleibt gesund.

Frauchen weint vor Glück: sie hat Freude, Nutzen, Sparsamkeit an allen Fronten bewiesen - ist ihren Freundinnen ein Vorbild.

Mo


Mountain Meadows
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Beitrag von Mountain Meadows »

Naja, aber Hunde kannst Du nicht mit Wölfen, Schakalen und so weiter vergleichen, da sie nicht wirklich viel gemeinsam haben, ausser dass sie sich ähnlich sehen... ;-)
Und gewisse Knochen schaden eben nicht. Nein, Schwein ist schlecht, da Schweine ähnliche Krankheiten wie Hunde bekommen können. Huhn auch, da diese Knochen leicht splittern, aber Rind z.B. ist nicht verkehrt. Und zur Information, Hunde sind von Natur aus keine Fleischfresser, sondern hauptsächlich Aasfresser. Das heisst, dass sie sehr wohl Knochen abnagen... ;-)
Meine Hunde sind mit ihren Lieblingsknochen bisher immer sehr alt geworden... 8)


Gun robh dion air t-ionmhag
(Möge das, was Du schätzest, sicher sein)

Tine
Moritz

Beitrag von Moritz »

Du könntest heut noch einen Pudel, den die Jacobs-Sisters auf dem Arm tragen, mit einem Wolf kreuzen.

Laß mal ein totes Rind oder eine tote Ziege 2 Tage auf der Weide liegen: das ist Aas.

Dann schau mal, was Aasfresser fressen! Die Knochen bleiben liegen für die Geier.

Das Überleben Deiner Hunde ist nur eine statistische Frage.
Die Aujeszkysche Krankheit beim Schweinefleisch wird durch Abkochen eliminiert.
Mo


Mountain Meadows
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Beitrag von Mountain Meadows »

Ich weiss was Aas ist.
Klar kann man Hunde und Wölfe kreuzen, aber das selbe funktioniert auch bei Pferden und Eseln. Die sind trotzdem grundverschieden...
Und ich wusste irgendwie schon vorher, dass von Dir so eine Reaktion kommt... ;-)


Gun robh dion air t-ionmhag
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Tine
Bolivar
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Beitrag von Bolivar »

Hallo,
Hühnerknochen werden gefährlich,wenn sie stark erhitzt z.B. durch Braten/Grillen werden.Sie werden porös und splittern leicht.Deswegen sollte man auch Röhrenknochen nicht verfüttern.Prinzipiell liefern Knochen Kalzium und andere Mineralien.Roh und von jungen Tieren sind sie biegsam und unschädlich.Ich halte Rohfütterung von Hunden sinnvoll darum von abgekochtem Schweinefleisch nix.Das Knochen in der Natur liegenbleiben heisst nicht, das nicht doch welche bzw. je nach Knochen das Mark gefressen werden.Das nicht wahllos bzw. in grossen Mengen Knochen verfüttert werden versteht sich von selbst ( Verstopfungsgefahr ).
Ganz allgemein schaden vielen Hunden diese Wolf-Hund-Vergleiche.Ein Wolf ist ein Wolf und ein Hund ist ein Hund.

Gruss Michael


Annabella
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Registriert: 19.11.2003, 10:48

Beitrag von Annabella »

Off topic!!!
....und weil ein Wolf ein Wolf, und ein Hund ein Hund ist (nämlich seit unzähligen Generationen domestiziert), ist die Rohfütterung für unsere heutigen Hunde auch nicht so ganz das Wahre.
Unsere Hunde haben sich, durch das enge Zusammenleben mit den Menschen, verdauungstechnisch ziemlich verändert und vom Wolf entfernt. Bevor die Welle der Hundefuttermittelindustrie über uns hereinrollte (weil wer einen "Luxushund" hat, kann auch teures Futter kaufen, das eigentlich "Dreck" ist) bekamen die Vierbeiner das zu fressen, was von der Menschentafel übrigblieb: und das war gewiss kein rohes Fleisch! Und diese Hunde blieben damit seltsamerweise gesund und wurden deutlich älter als der heutige Durchschnittshund (in der Pferdefütterung ist es ja ähnlich)
Zum Thema:
Da kann ich mich Moritz nur anschliessen. Knochen (egal von welchem Tier, und ob gekocht oder roh) sind kein Hundefutter! Man kann mal einen knorpeligen Kalbsknochen zum Abnagen geben, sollte ihn aber rechtzeitig entfernen, bevor der Hund den Knochen annagt und zerbeisst. Den Calciumbedarf kann man auch anders decken, und das bleibt im Endeffekt billiger als eine Darm-OP. Zur Zahnfleischpflege geht auch Trockenpansen, der beim Kauen das Zahnfleisch massiert, zum Entfernen von eventuell vorhandenem Zahnstein gebe ich meinen Hunde sehr harte Hundkuchen zum Frühstück (natürlich welche ohne Zucker!).


Liebe Grüße,
Katja
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Ich bin wie ich bin.
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Mountain Meadows
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Registriert: 12.02.2007, 16:50

Beitrag von Mountain Meadows »

Reine Fleischfütterung ist für den Hund auch nicht gut, da er Pflanzenfasern für die Verdauung braucht (auch nimmt er so einige Nährstoffe auf). Und diese Frühstückshundekuchen... Naja, das meiste industriell gefertigte Futter besteht zu über 90 % aus Soja und so nem Dries... Ein reiner Vegetarier ist der Hund auch net... Wo man wieder sieht, das die Bedürfnisse des "besten Freund des Menschen" den wenigsten Menschen bekannt sind... Und nach über 20 Jahren Hundehaltung habe ich noch nie eine Darm OP bei meinen Hunden gehabt. Und nach 15 - 20 Jahren darf so ein Hund auch ruhig mal an Altersschwäche sterben (bzw. eingeschläfert werden)...
Und mit dem Knochen nagen, da sollte eigentlich jedem Hundehalter mit normalem Tierverstand klar sein, dass der Hund den Knochen net auffressen soll, sondern bei Markknochen z.B. den Knochen wegnehmen, wenn das Mark weg ist und andere Knochen entfernen, wenn sie "abgenagt" sind...


Gun robh dion air t-ionmhag
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Tine
Amelie
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Registriert: 14.03.2007, 08:02

Beitrag von Amelie »

Hallo,
ich frag mich jetzt grade warum meine Tä neulich sagte das Rinderknochen ok wären und gut fürs Gebiss,man nur drauf aufpassen solle das der Hund ausgehölte Markknochen nicht über seinen Unterkiefer stülpt.Es kämen wohl mind. 1-2 mal im Jahr aufgeregte Hundehalter mit Hunden denen das beim rauspulen des Marks passiert sei.Man kann sich leicht vorstellen wie unangenehm die Entfernung des Knochens dann ist.Ansonsten riet sie zu frischen Knochen mit Kugelgelenk.Da ist das Risiko einer Verletzung eher gering.Durchs kochen werden Knochen porös,da stimme ich Michael zu und zu große Mengen sind ungesund.Knochen sind aber ja auch kein Hauptfuttermittel sondern man gibt sie mal zwischendurch.


Liebe Grüße

Christine


Der Optimist sieht die Rose,der Pessimist nur die Dornen.
Moritz

Beitrag von Moritz »

Markknochen splittern gewaltigst, wenn der Hund etwas abnagen kann.

Mein Beitrag war ein gut gemeinter Rat für Hundehalter, deren Hunde stark zur Zahnsteinbildung neigen, die ihre Hunde nicht ständig narkotisieren lassen und ihnen die Zähne erhalten möchten, welche andernfalls über den Entzündungsprozeß langfristig ausfallen.

Ich wollte also etwas zur Zahnpflege erläutern und keine Ernährungsdebatte oder Überlebenslotterie-Diskussion anleiern.

Es ging die genannten "Kugelköpfe". Das Abkochen (wenige Minuten) dient dem Entkeimen, denn oft liegen die Knochen schon mit anderen Abfällen an der Fleischtheke in der Tonne.
Mo


Annabella
Beiträge: 1746
Registriert: 19.11.2003, 10:48

Beitrag von Annabella »

Zitat:
>>Ich wollte also etwas zur Zahnpflege erläutern und keine Ernährungsdebatte oder Überlebenslotterie-Diskussion anleiern. <<

Das heisst für mich im Klartext:
>>"Doc" Mo. sprach das Wort zum Sonntag, es hat ohne Diskussion angenommen zu werden<<

Ich finde das nicht ok.


Liebe Grüße,
Katja
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