Milchprüfung

Bubba2008

Re: Milchprüfung

Beitrag von Bubba2008 »

Hallo
wo bekomme ich denn die Sachen her, um die Milch prüfen zu lassen? Und was kostet dass??


Susanne M.
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Re: Milchprüfung

Beitrag von Susanne M. »

Hallo,
jetzt wieder zum Milch-Thema. Heute hab ich meine Ergebnisse bekommen. Ich habe zwei Proben abgegeben, weil mich der Unterschied im Zellgehalt bei alter und junger Ziege interessiert hätte. Scheinbar haben sie es zusammengeschüttet - es gab nur ein Untersuchungsergebnis.
Zellen 74.000/ml - ist gut, oder?
Keime 10.000/ml - ist viel, oder?
Harnstoff 375 mg/kg - keine Ahnung?
Fett 4,15 %, Eiweiß 3,16 %, Laktose 4,46 %, PH 6,52
Christine, hast du mir verziehen und kannst mir dazu was sagen?

@Bubba
Mit dem Milchprüfring hab ich Kontakt aufgenommen per E-Mail - da kam dann jemand und hat mir Fläschchen und Formulare gebracht und mir erklärt, wies geht. Ich die Proben dem Milchfahrer mitgegeben - angeblich kann man es beim nächsten Milchbauern abgeben - war eigentlich einfach. Neue Fläschchen muss ich mir beim Milchfahrer holen - Geld wird abgebucht.
LG Susanne


Ulli
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Re: Milchprüfung

Beitrag von Ulli »

Hallo!

Kannst Du mir mal die E-Mail-Adresse schicken? Wäre für mich interessant..

Ich würde sagen, wenn Du mit Handmelken genau auf der Grenze liegst bei den Keimzahlen,unter der man bleiben will,dann hast Du schon sehr sauber gearbeitet.. wäre meine Einschätzung als Laie.

LG Ulli


Leben ist gefährlich und endet immer tödlich
Susanne M.
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Re: Milchprüfung

Beitrag von Susanne M. »

Hallo Ulli,
ich glaube den Milchprüfring gibt es nur in Bayern und Baden-Württemberg. In Schleswig Holstein heisst es Landeskontrollverband <!-- w --><a class="postlink" href="http://www.lkv-sh.de">www.lkv-sh.de</a><!-- w --> - linken kann ich nicht. Oder bist du in Niedersachsen? Ich kenn mich nicht so gut aus im Norden.
Ich glaube auch kaum, dass meine Melkhygiene noch zu verbessern ist. Das Euter mit irgend einem Putzmittel feucht putzen mag ich nicht - ist bestimmt nicht gut für die Haut.
LG Susanne


Susanne M.
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Re: Milchprüfung

Beitrag von Susanne M. »

es hat von selber gelinkt - Wunder der Technik!!


Hitzewelle
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Re: Milchprüfung

Beitrag von Hitzewelle »

Oh, ich seh grad, ich bin ja richtig schnell mit meiner Antwort ;-) ist aber nur Zufall - hab grad ein bisschen "Muse" (zum nachschauen, alles hab ich nicht im Kopf) und Zeit (in einer Stunde kommt noch der Elektriker, denn unser Umbau geht auch fleißig voran #daumen_hoch* )

Also Zellzahl ist super - besser könnt ich es mir bei einer Kuh auch nicht wünschen (jedenfalls haben deine Ziegen ein sehr gesundes Euter), genauso wie die Keimzahl - finde die auch gut, fürs "Handmelken". Du hast aber sicher in deinen Fläschchen auch so ein Pülverchen oder Tabletten gehabt (die konservieren die Milch quasi bis zur Untersuchung). Und die Keime vermehren sich ja ständig, noch stärker, falls die Milch nicht schnell genug gekühlt wird. Auch die Behandlung (evtl. Sauberkeit der Gefäße / Finger, mit der sie in Berührung kommt, hat einen Einfluss) erhöht die Zellzahlen. Ich glaub aber nicht, dass das bei dir jetzt ein Problem ist (obwohl du ja mal was geschrieben hast, von "blähendem Käse" - aber damit kenn ich mich nicht so aus).

Ach ja, die beste Qualitätsklasse bei Kuhmilch geht bis 50 000 Keimen und 300 000 Zellen - allerdings in der "Mixmilch" der ganzen Tiere.

Zu Fett und Eiweiß was zu sagen ist schwierig, aber ich versuch es mal. In der Gruber Futterwerttabelle (die gibt es auch zum herunterladen im Netz - ganz hinten stehen auch zwei Seiten über Ziegen, aber nicht detailliert, also schau ich lieber bei den Kühen nach) steht was vom Fett:Eiweiß Quotienten, der ist bei dir bei 1,31.
bei 1,1 - 1,5:1 = ausgeglichene Ration
bei > 1,5:1 = zu Laktationsbeginn: hoher Fettabbau (Azetonämie) oder in der gesamten Ration: strukturreiche, energiearme Fütterung
bei < 1,5:1 = strukturarme, stärkereiche Fütterung.
Also scheint deine Fütterung schon ok zu sein. Ziegen (außer bestimmte Rassen, Anglo Nubier z. B.)haben, soweit ich weiß, aber eher weniger Inhaltsstoffe als Kühe, dafür würden auch die 3,16 % Eiweiß sprechen (bei Kühen sind mindestens 3,3). Dafür finde ich den Fettgehalt relativ hoch, aber in Ordnung, er spricht für eine ausreichende Fütterung mit Strukturfutter, also Rohfaser.

Wenn man dann noch den Harnstoffgehalt anschaut (bei mir wird er in mg/100 ml angegeben, würde also 37,5 entsprechen) wäre das ganz eindeutig ein Rohproteinüberschuss in der Fütterung, falls man die Werte von Ziegen und Kühen vergleichen kann (was ich nicht weiß), vielleicht bei eher knapper Energieversorgung, da du einen relativ geringen Eiweißgehalt hast. Vielleicht kannst du deine Fütterung mal dahingehend unter die Lupe nehmen.

Laktosegehalt und pH-Wert sagen mir gar nichts, wird bei Kühen auch nicht untersucht, meines Wissens.

Ok, das wars jetzt von mir, vielleicht kann ja auch noch jemand anderes hier was dazu sagen, es gibt ja auch Ziegenhalter hier, die Milchleistungsprüfung machen. Wegen dem Stammtisch hab ich dir ja schon geschrieben...


Viele Grüße
Christine
Susanne M.
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Re: Milchprüfung

Beitrag von Susanne M. »

Hallo,
ich freu mich richtig, dass die Werte der Milchprüfung so gut waren. Der niedrige Zellgehalt wundert mich fast, weil mir vor längerer Zeit ein TA sagte, die Euterentzündung bei meiner Sigi (ca. 10Jahre) wäre chronisch - scheinbar haben wir sie aber gut im Griff. Die Keimzahl war vielleicht niedriger, weil ich gleich in der Probefläschchen gemolken habe. Bis ich die Milch im Topf und in der Küche habe, sind es wahrscheinlich schon einige mehr, aber das ist halt so.
Zu der Sache mit dem Eiweiß und dem Harnstoff habe ich jetzt einiges in dem Buch "Landwirtschaftliche Ziegenhaltung" gefunden. Das muss ich aber bestimmt noch 5 - 10 Mal lesen, bis ich es kapiere, obwohl auch ein paar Skizzen das ganze erklären. Aber ich glaube, insgesamt ist die Fütterung schon o.k.
Ich werde die Prüfung dann in ein paar Monaten wiederholen, wenn es so richtig Gras gibt. Das kann man sich jetzt gar nicht vorstellen - wir sind total eingeschneit und warten sehnsüchtig auf das Ende des Winters.
Nochmals vielen Dank für deine Hilfe, Christine und
liebe Grüße an euch alle
Susanne


Bockhalter
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Re: Milchprüfung

Beitrag von Bockhalter »

Susanne M. hat geschrieben:Hallo,
obwohl wir unsere Ziegenmilch im eigenen Haushalt verbrauchen und verkäsen, hab ich mich entschlossen - auch auf Rat von Andreas - ab und zu eine Probe vom MPR untersuchen zu lassen - aus Interesse und zur eigenen Sicherheit.
Reicht es, auf F/E/L, Keimzahl, Zellzahl untersuchen zu lassen?
Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Keimzahl und Zellzahl?
Ich hab in keinem meiner Bücher was Konkretes darüber gefunden, außer, dass die Zellzahl bei älteren Ziegen über eine Million/ml sein könnte.
Susanne
Hallo Susanne,
sobald Du Deinen Käse nicht nur für Dich und Deine (auch erweiterte ) Familie verbrauchst reicht eine Keimbestimmung im Rahmen der MLP nicht aus. Außerdem ist sie ungenau, selbst wenn Du nur 50 Keime in der Probe hast steht als Ergebnis immer die unterste zulässige Grenze von Keimen in dem Untersuchungsergebnis,....ich glaube das sind 10.000, weiß es aber nicht genau,ich müßte nachschauen.
Du bist verpflichtet nach der Milchverordnung eine spezielle Keimprüfung durchführen zu lassen. Damit wird nach bestimmten Keimen getestet und die genaue Keimzahl wird genau aufgelistet.
Allerding ist diese Milchprobenuntersuchung wesentlich teurer als ein Test im Rahmen der MLP, dort bekommst Du nur eine Gesamzahl vorhandener Keime. Dies Ergebnis ist für Deine Käserei aber eigentlich wertlos.
Die MLP wird in erster Linie durchgeführt um Fett- und Eiweißgehalt in der Milch einer bestimmten Ziege zu ermitteln und den Zuchtwert einer Ziege zu kennen.
Keime kommen nur durch Hygienefehler in die Milch, angefangen bei der Stallluft bis hin zum Melkeimer und die Hände der melkenden Person. Wichtig ist auch ein möglichst rascher Weg vom Melkvorgang in den Kühlschrank .

In sofern ist es auch nicht richtig wenn immer wieder pauschal behauptet wird Handmelken ist keimbelastender,....wir melken z.B. seit vielen Jahren nur von Hand,..im Keimprüfungsbericht bekommen wir bisher immer nachgewiesen das wir Vorzugsmilch verarbeiten.

Viele Grüße der Bockhalter


Susanne M.
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Re: Milchprüfung

Beitrag von Susanne M. »

Hallo,
ich verkaufe keine Milch und keinen Käse - wird alles selber verbraucht. Die Prüfung mache ich nur zur eigenen Information und das genügt mir so. Außerdem sind mir ein paar Keime lieber, als eine ekelhafte tote H-Milch.
Susanne


Bockhalter
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Re: Milchprüfung

Beitrag von Bockhalter »

Susanne M. hat geschrieben:Hallo,
ich verkaufe keine Milch und keinen Käse - wird alles selber verbraucht. Die Prüfung mache ich nur zur eigenen Information und das genügt mir so. Außerdem sind mir ein paar Keime lieber, als eine ekelhafte tote H-Milch.
Susanne
Hi,
so fing das bei uns auch mal an.
Es geht ja auch gar nicht um "ein paar Keime" sondern um "zuviel" Keime.
Du haftest, wenn Du Käse verkaufst, nach deren Verzehr der Käufer Probleme bekommt.

Ich finde es einfach zum Kotzen wenn dann alljährlich in der Schweinezeitung steht: "Gefährlicher Rohmilchkäse - Schulkinder schwer erkrankt".
Schuld sind diese Möchtergernkäser die sich nicht VOR dem Käsen kundig machen und alle Anderen müssen dann später über unsinnige Verordnungen die den guten Käsegeschmack zerstören leiden.

Aber Du machst es ja nicht so und erkundigst Dich vorher. #daumen_hoch*

Helmut


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