wölfe in brandenburg

-Sabine-

Re: wölfe in brandenburg

Beitrag von -Sabine- »

Ziegenpetra hat geschrieben: Denn auch diese Hunde sind nicht nur für Wölfe gefährlich.
Richtig groß gezogen und gehalten sind sie nicht gefährlicher als alle anderen Hunde auch. Es sind nicht bestimmte RASSEN, die per se gefährlich, sondern bestimmte INDIVIDUEN, die es aufgrund menschlichen Versagens geworden sind.
Für die Wölfe wie für die Herdenschutzhunde und auch unsere Ziegen und Schafe, wäre es sehr von Vorteil, wenn sich jeder erst mal Informationen von allen Seiten holt und dann die für Ihn/Sie passenden Masnahmen ergreift.
Da wären z.B Flatterband etc.
Seh ich auch so.
Im Englischen Garten in München gab es einige Angriffe von Huskys auf die Schafe. Es war ein sehr heftiges Bild. Ein Laie kann bestimmt keinen Unterschied zwischen Wolfs und Hundebiss sehen.
Ich habe einen Border ein Schaf reissen sehen ..... Wie gesagt: Der Mensch machts - nicht das Tier.


Katrin S. T.
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Re: wölfe in brandenburg

Beitrag von Katrin S. T. »

Also unser Hof (Einzellage) grenzt direkt am Barnimer Naturresavat. Uns trennt nur 1 kleines Feld. Ich hatte geglaubt Unterstützung zu bekommen um unsere Koppeln Wolfsicher zu machen, musste aber erfahren das dies nur für gewerbetreibende gilt. Also für alle die selbst ein Kleinstgewerbe mit ihren Tieren führen bekommen eine 50% Bezuschussung für ihre Zaunaufrüstung. Wir haben um unsere 5000qm Koppel ummantelten Zaun in Eigenarbeit vergraben und der Spaß hat uns ca 800€ gekostet. Daher konnten wir uns bisher nur eine Koppel leisten. Außerdem haben wir einen großartigen Hütehund und zwar eine pommersche Schafspudeldame - im Sommer werden es aber 2. Sie läuft aber nicht mit den Schafen und Ziegen, jedenfalls nicht auf der Koppel. Das wäre zu viel Stress für die gehörnten Damen. Bisher hatten wir Glück.
Der Schaden der beim reißen entsteht wird auch nicht ohne weiteres erstattet. Erst muss bestätigt werden das ein Wolf die Tiere gerissen hat und dann wird die Summe an der Beschaffenheit des Zauns gemessen.
Falls sich einer fragt warum der Wolf so viele Tiere auf einmal reißt liegt das daran das ja die Tiere eingeperrt sin und nicht fliehen können.


Ziegentrekking Altmühlfra
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Re: wölfe in brandenburg

Beitrag von Ziegentrekking Altmühlfra »

-Sabine- hat geschrieben:
Ziegenpetra hat geschrieben: Denn auch diese Hunde sind nicht nur für Wölfe gefährlich.
Richtig groß gezogen und gehalten sind sie nicht gefährlicher als alle anderen Hunde auch. Es sind nicht bestimmte RASSEN, die per se gefährlich, sondern bestimmte INDIVIDUEN, die es aufgrund menschlichen Versagens geworden sind.
Für die Wölfe wie für die Herdenschutzhunde und auch unsere Ziegen und Schafe, wäre es sehr von Vorteil, wenn sich jeder erst mal Informationen von allen Seiten holt und dann die für Ihn/Sie passenden Masnahmen ergreift.
Da wären z.B Flatterband etc.
Seh ich auch so.
Im Englischen Garten in München gab es einige Angriffe von Huskys auf die Schafe. Es war ein sehr heftiges Bild. Ein Laie kann bestimmt keinen Unterschied zwischen Wolfs und Hundebiss sehen.
Ich habe einen Border ein Schaf reissen sehen ..... Wie gesagt: Der Mensch machts - nicht das Tier.
@ Sabine: Ich schließe mich dir in allen Punkten an.


Dorchen
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Re: wölfe in brandenburg

Beitrag von Dorchen »

Im TV zeigten sie auch Bilder zu dem Vorfall, auf denen keine Schwarzkopfschafe zu sehen waren. *oops*

Hallo Sabine,

das, was heute und die letzten hundert Jahre in Rußland als HSH "arbeitet", sind Landschläge, die hier kaum einer als Kaukase durchgehen lassen würde und die dort auch andere Namen haben. Kaukasen sind...ich will nicht sagen seit Jahrhunderten, aber seit Hundegenerationen..inzwischen Militärhunde geworden, und die Westeuropäer sind bemüht, das dadurch bedingte, unausgeglichene Verhalten aus ihren - ansonsten - Schauhunden wieder herauszuzüchten. Wenn Du heute einen Kaukasen mit FCI-Papieren kaufen möchtest, bekommst Du entweder einen gedrungenen, molossoiden Schauhund mit Chow-Chow-Kopf, der schon körperlich an der Herde nichts taugt, oder einen zwar leichteren, beweglicheren Hund mit Militärhunderbe. Daneben laufen natürlich auch 'ne Menge Mischlinge rum, die als Kaukase "verkauft" werden.
Alle gleich sind die HSH schon durch die Lebensweise und Mentalität ihrer Halter und Züchter aus den verschiedenen Ländern nicht. Hunde, die die Transhumans begleiteten, mußten menschen- und hundefreundlicher sein als ein Berghund aus Georgien, der außer seiner Herde und seinem Hirten nichts zu dulden braucht.

Daß es auch Pyris gibt, die Zäune überspringen, haben mir Pyribesitzer auch schon geschildert, wobei 1,5m nicht wirklich hoch ist, da habe ich schon andere Geschichten gehört. Die Pyris, die ich die letzten zwei Jahre auf Ausstellungen sah, waren zu meinem Erstaunen aber so leicht und filigran, daß ich ihnen locker Zweimeterzäune zutraue.

LG
Ute


-Sabine-

Re: wölfe in brandenburg

Beitrag von -Sabine- »

Hallo Ute,
Dorchen hat geschrieben: das, was heute und die letzten hundert Jahre in Rußland als HSH "arbeitet", sind Landschläge, die hier kaum einer als Kaukase durchgehen lassen würde und die dort auch andere Namen haben.
Die Herdenschutzhunde sind ALLE Landschläge - nimm die Kraski Ovcars, die Sarpis und die sog. "Kaukasen". Und auch in Russland haben die "Kaukasen" sehr sehr unterschiedliche Aussehen. Ich war überrascht, wie vielfältig sie sind. Und sehe es mit Sorge, dass die hier nun in "Rassen" nach unseren Vorstellungen getrennt werden sollen.

Die Militärhunde sind nochmal was anderes. Es hat immer auch - und gibt sie noch - aber auch Hunde gegeben, die an den Herden arbeiten. Egal, wie man sie nun nennt. Die "scharfen" waren die mit - ich meine Bernhardinern - verkreuzten Diensthunde. Und da haben wir hier in D eine ähnliche Entwicklungen zu beobachten: Bei den Schäferhunden, Malinois und Rottweilern. Würde ich jetzt aber nicht unbedingt der Rasse anlasten ;-)

Einen deutschen Kaukasen mit 80 cm Schulterhöhe und mehr und 80kg wollte ich übrigens nie und nimmer haben. Das ist kein Hund (mehr), sondern eine Krankheit.

Und "Mischlinge" gibt es an den Herden per defitionem nicht, da ausschließlich nach Leistung selektiert wurde und wird. Das bedingt - zusammenen mit den Umweltbedingungen - mit der Zeit ein relativ einheitliches Exterieur ("die Form folgt immer der Funktion"), eine Rasse nach unseren Maßstäben war und ist aber nie Ziel.
Hunde, die die Transhumans begleiteten, mußten menschen- und hundefreundlicher sein als ein Berghund aus Georgien, der außer seiner Herde und seinem Hirten nichts zu dulden braucht.
Das würde ich persönlich unter Prägung und Erziehung subsummieren.

Aber jetzt haben wir hier irgendwie einen Hundethread *oops*


Zieglinde
Beiträge: 2759
Registriert: 06.03.2003, 18:21

Re: wölfe in brandenburg

Beitrag von Zieglinde »

Hallo,
heute wurde darüber berichtet, das in Zerbst nunmehr 1 Schäferhund und 1 Dogge 6 Kamerunschafe gerissen haben....
Über die Wölfe habe ich außer in geifernden Leserbriefen nix gelesen.

LG
Silke

@Holzwurm, die Bildzeitung haben wir hier nicht ausliegen!


Holzwurm
Beiträge: 1452
Registriert: 18.02.2010, 23:50

Re: wölfe in brandenburg

Beitrag von Holzwurm »

@ zieglinde !

Und diese Hunde, werden dann GSD aus dem Verkehr gezogen !

Es wundert mich, dass in ein und derselben Zeitung im überregionalen Bereich, unterschiedliche Artikel zum Wolfsthema geschrieben worden sein sollen ! #stoned#

Viele Grüße


Wir leben alle unter demselben Himmel, aber wir haben nicht alle denselben Horizont!
(Konrad Adenauer)
Dorchen
Beiträge: 247
Registriert: 09.03.2009, 16:02

Re: wölfe in brandenburg

Beitrag von Dorchen »

Hallo Sabine,

die Bernhardinerkreuzungen sind Moskauer Wachhunde, nichts weiter als Designerdogs, scharf ja, aber keine Diensthunde und schon gar nicht als solche in den Militärzwingern gezüchtet.

Andere HSH-Rassen hatten das Glück, nicht in großen, russischen Militärzwingern zu landen, während Kaukasen und Centralasiaten dort zweckentfremdet und dementsprechend anders selektiert wurden.
-Sabine- hat geschrieben: Einen deutschen Kaukasen mit 80 cm Schulterhöhe und mehr und 80kg wollte ich übrigens nie und nimmer haben. Das ist kein Hund (mehr), sondern eine Krankheit.
Das wird auch schwierig. Ich habe bisher nur einen Kaukasen mit dieser Größe aus Deutscher Zucht gesehen, aber der ist gesund und wiegt nie und nimmer 80kg. Die wenigen "Krankheiten", die dieser Größe entsprachen, kamen aus Sibirien.

Hunde, die die Transhumanz begleiteten, mußten menschen- und hundefreundlicher sein als ein Berghund aus Georgien, der außer seiner Herde und seinem Hirten nichts zu dulden braucht.
Das würde ich persönlich unter Prägung und Erziehung subsummieren.
Ich nicht, da ich von einer hohen Erblichkeit der Charaktereigenschaften ausgehe.

Aber Du hast recht, das wird nun langsam OT. Da ich die Begriffe Rasse und Schlag anders definiere als Du, reden wir ohnehin aneinander vorbei.

LG
Ute


-Sabine-

Re: wölfe in brandenburg

Beitrag von -Sabine- »

Dorchen hat geschrieben:
Hunde, die die Transhumanz begleiteten, mußten menschen- und hundefreundlicher sein als ein Berghund aus Georgien, der außer seiner Herde und seinem Hirten nichts zu dulden braucht.
Das würde ich persönlich unter Prägung und Erziehung subsummieren.
Ich nicht, da ich von einer hohen Erblichkeit der Charaktereigenschaften ausgehe.
Guten Morgen :-)

das widerspricht dem, was ich gelernt habe. Wie kommst Du darauf?

Zu den reissenden Hunden:

Das haben mir die Wolfsleute übereinstimmend bestätigt: Meist sind es Hunde, die Schafe reissen, zumindest weit häufiger, als es die Wölfe tun, die in den Wäldern genug Nahrung finden - auch wenn sie die "Schaf-Drive-In's" gerne nutzen. Sie sagten übrigens auch, dass nur der Schäfer bei seinen Schafen bleiben müsste, um Schäden zu vermeiden - anstatt zuhause vor dem Fernseher zu sitzen ;-) Bitte kein Aufschrei: Ich weiß, dass die Aussage polarisiert und das viele die Möglichkeit gar nicht haben. Aber in keinem traditionell von Schafen lebendem Land würde der Schäfer je seine Schäfchen alleine lassen - aus den genannten Gründen.

Ob man es nun alleine den Wölfen anlasten muss/soll, dass wir ihnen die Schafe quasi auf dem Silbertablett servieren - ich weiß nicht .... Wir haben uns vielleicht schon zu sehr daran gewöhnt, dass hier KEINE Raubtiere wie Wolf, Bär, Luchs mehr leben. Was ich persönlich schade finde und was auch für die Natur nicht gut ist: Siehe Verbissschäden Rehe.


Bunnypark
Beiträge: 2934
Registriert: 19.01.2010, 10:12

Re: wölfe in brandenburg

Beitrag von Bunnypark »

-Sabine- hat geschrieben: Wir haben uns vielleicht schon zu sehr daran gewöhnt, dass hier KEINE Raubtiere wie Wolf, Bär, Luchs mehr leben.
hinzu kommt auch noch, dass der mensch sich mit angesprochener gemütlichkeit sich immer weiter in deren wildgebiete einnistet - deren nahrung bejagt, verdrängt und ausrottet....

in den gebieten, in denen jetzt der wolf gerade noch leben kann wird in wenigen jahren eine feriensiedlung stehen, gefolgt von nutztier-hobbyhaltern und allerlei häusern - der mensch will ja raus aus der stadt, gibt ja darin auch bald keinen platz mehr.

und der wolf? #ka#
entweder stirbt er....oder er ernährt sich notgedrungen von den haustieren


Herrchen unser, der du bist am Hofe; geheiligt werde deine weide; das astwerk komme, unser Wille geschehe, wie im stall so auch auf der Weide; Uns're täglichen Kräuter gib uns heute; Und vergib uns unsere Schuld, wenn wir hopsen auf nachbars Weide; führ uns also nicht in Versuchung, sondern Erlöse uns von dem Astwerkmangel....so is'es .Bild
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