Wer kennt sich gut mit Ponies aus?

Hier ist Platz für alle sonstigen Fragen aus der Tierwelt ...
Alrun
Beiträge: 244
Registriert: 03.08.2008, 10:42

Re: Wer kennt sich gut mit Ponies aus?

Beitrag von Alrun »

Peanuts hat geschrieben:
seit meinem 17. lj habe ich entweder beim händler oder gestüten jejobbt oder die letzten jahre 10 jahre selber (kinderponys)gehandelt.
Das spielt sicher mit eine große Rolle, warum Du das normal findest, ein Tier zur Probe zu nehmen bzw. zu vergeben. In Händlerkreisen gehört das zum Alltag.
Jedoch steht hier nicht das Wohl der Tiere an erster Stelle, sondern lediglich der Gewinn. Das muss auch gesagt werden.

Lg
Alrun


Fuchshub

Re: Wer kennt sich gut mit Ponies aus?

Beitrag von Fuchshub »

Unsere 21jährige Reitponystute hat fast 4 Wochen gebraucht um bei uns anzukommen.
Jule hatte vor uns schon ein halbes Dutzend Besitzer quer durch die Republik und war zickig, launisch und schreckhaft.
Wer so ein Pferd auf "Probe" übernimmt gibt es garantiert in der ersten Woche gleich weiter.... :-(


Mountain Meadows
Beiträge: 405
Registriert: 12.02.2007, 16:50

Re: Wer kennt sich gut mit Ponies aus?

Beitrag von Mountain Meadows »

So, dann willst Du mir (obwohl Du mich gar nicht kennst) also die Erfahrung auch abstreiten...
Naja, ich habe jahrelang auf einem Ponyhof gearbeitet, bei einem Händler und Metzger auf dem Hof gelebt und gearbeitet und besitze selber schon über 10 Jahre Pferde...
Was ich dazu sagen kann...
Also, die Züchter, die ich kenne, verleihen auch kein Pferd. Sie schauen sich die potenziellen Besitzer an. Schauen, wie ihr Pferd darauf reagiert. Lassen die Interessenten mait dem Pferd umgehen und entscheiden dann, ob die Konstellation passt. Bei manchen Leuten kann man sofort sagen; es passt nicht!
Der Händler hat einfach nur verkauft. Egal was an wen. Alles war brav und geritten. Er hat auch nicht verliehen. Nein, die Leute mussten kaufen, mit "rückgaberecht"... Das sah dann so aus, wenn jemandem das Pferd dann doch nicht passte, konnte er es zurück geben. Allerdings für nen Pferd, wo der Käufer 2000 € bezahlt hat, bekam er dann nur noch den Schlachtpreis! Wenn so ein Pferd dann drei bis vier mal verkauft worden ist und zurück kam, ging es in die Wurst! Toll! Das war der Grund, warum ich nur drei Monate da war. Ich war ja eigentlich für die Ausbildung der Pferde da. Aber egal wie weit ich war, alles wurde als brav und geritten verkauft.
Auf dem Ponyhof sind halt auch zwischendurch mal Pferde verkauft worden. Da war eine Stute bei, die sah ja echt toll und edel aus. Da waren auch Interessenten da, kauften sie auf Probe und stellten fest, dass diese kleine Stute viel zu viel Temperament hatte. Also kam sie zurück. Etwas später viel diese Stute wieder jemandem auf. Wieder auf Probe gekauft, wieder in nen anderen Stall, wieder klappte es net. So ging es dieser armen Stute in knapp zwei Jahren vier mal!
Als sie dann zurück kam, kaufte ich sie. Sie habe ich jetzt 10 Jahre.
Aber; Sie wurde das erste mal als 2 Jährige stolz und selbstsicher verkauft. Als ich sie zu mir nahm, war sie nicht nur heruntergekommen, sonder konnte keine Hufe mehr geben, war nicht mehr halfterführig und hing sehr an mir. Niemand anderes durfte an sie ran. Wenn sie zu nem Händler gegangen wäre, wäre sie wohl nur noch zum Schlachten gut gewesen. Und da war sie dann ja grad mal 4 Jahre. Das sie da ist, wo sie heute steht, war harte und lange Arbeit. Das Selbstbewusstsein ist irgendwo in einem der Ställe geblieben, wo sie zur Probe war! Und das wieder zu finden war nicht einfach!
Und was die Aussage angeht, dann dürfte man auch keine Wanderritte und so machen...
Das hat ja nichts mit dem Gewohnheitstier zu tun. Wenn meine Pferdchen auf Wanderritte gehen, ist immer ihr Mensch dabei. Und zu 99 % auch noch andere bekannte Pferde.
Aber bei nem Stallwechsel ist ja nicht nur die Umgebung anders, auch andere Pferde, die schon eine feste Rangordnung haben, wo sich "der Neue" irgendwie integrieren muss, fremde Menschen (der Käufer auf Probe ist ja auch fremd), fremde Geräusche und meist auch fremdes Futter...
So, und das alles ist von meinen Erfahrungen her. Ich arbeite nun schon seit über 20 Jahren mit Pferden. Und habe selber auch zwei Pferde verkauft. Beide Pferde haben es bei ihren Besitzern gut und die Besitzer sind sehr zufrieden, auch ohne Probezeit!


Gun robh dion air t-ionmhag
(Möge das, was Du schätzest, sicher sein)

Tine
Soluna
Beiträge: 1148
Registriert: 15.02.2009, 13:27

Re: Wer kennt sich gut mit Ponies aus?

Beitrag von Soluna »

Da haben wir es doch!!! Ich verstehe gar nicht warum sich einige so aufregen. Würde man die Tiere nicht einfach so verscherbeln noch dazu mit "rückgaberecht" würde so was seltener passieren.
Ein Profi der ein Pferd kauft möchte es bei sich zu hause einmal selber satteln und reiten, es ist ganz klar das viele Tiere in ihrer Gewohnten ganz brav und ruhig sind. Wenn sie dann an einem neuen Ort sind haben sie Angst, vor allem wenn das schon öfter passiert ist.
Habt ihr schon mal einen Hund aus dem Tierheim geholt??? Das dauert über ein bis zwei Monate bis man das Tier bekommt und ich find das richtig, ich geh doch auch nicht in den Laden und kauf was das ich nicht kenne...
Ihr findet es gut wenn die Tiere sofort verkauft werden und dann nach einer gewissen Zeit wo man nicht weis was diese armen Tiere durchmachen mussten wieder zurückkommen, wo es doch besser währe wenn man dem Mensch und dem Tier eine gewisse Zeit geben würde wo sich beide an die neue Situation gewöhnen können #stoned#

Aber ich glaube wir weichen grad wieder vom Thema ab, also Mädels seid lieb zueinander und gebt der lieben Frau die anständig gefragt hat, anständige Antworten (ich werde mich auch anständig aufführen :-) )

Aber ich hab noch was zum Thema Ponie, lass Dich nicht von der Futtermittel Industrie verrückt machen wenn Du Dir Ponies anschaffst, Ponies brauchen nicht das und das und das!!! Wie bei Ziegen ist weniger oft mehr.
Was ich gerade jetzt im Frühjar mache ist ganz viel Löwenzahn, der ist super für die Ponies und mit Löwenzahn bekam eine Freundin von mir eine Vergiftungsrehe in den Griff...

lg Gabi


Macht hat nur der über Dich dem Du diese Macht auch gibst....
Claudi

Re: Wer kennt sich gut mit Ponies aus?

Beitrag von Claudi »

Alrun hat geschrieben:
Peanuts hat geschrieben:
seit meinem 17. lj habe ich entweder beim händler oder gestüten jejobbt oder die letzten jahre 10 jahre selber (kinderponys)gehandelt.
Das spielt sicher mit eine große Rolle, warum Du das normal findest, ein Tier zur Probe zu nehmen bzw. zu vergeben. In Händlerkreisen gehört das zum Alltag.
Jedoch steht hier nicht das Wohl der Tiere an erster Stelle, sondern lediglich der Gewinn. Das muss auch gesagt werden.

Lg
Alrun[/quote


falsch, das ist zu kurz gedacht.

mir geht es bei der probezeit darum, ob der mensch dem ZOSSEN (:-D ) überhaupt gewachsen ist. da ich ausschließlich eher junge, gesunde ponys aufgekaufe, die auf als problemfälle (unreitbar etc) auf dem weg zum schlachter waren, sie in monatelanger arbeit wieder korrigiert habe. mir war es schon wichtig zu sehen, ob der evtl. neue besitzer der situation überhaupt gewachsen war oder sich maßlos selbstüberschätzt.

probezeit ist für beide seiten, das wird bei der ganzen diskussion vergessen.
lediglich bei ponys die ins ausland oder sehr weit weg gingen, fällt sowas wegen des transportstresses weg. das waren dann aber auch profis wo die ponys hinkamen.

wie soluna schon sagte, die nase muss auch dem pony passen, ich habe oft leute wieder nach hause geschickt, weil es nicht passte.

und gewinn zu machen, das finde ich nicht schlimm, man steckt auch viel zeit rein und so riesengroß ist die gewinnspanne bei ehemaligen problemfällen nicht. probezeit, ist in meinen augen auch aktiver tierschutz.
und wenn es nicht passt zwischen bdeiden, muss eben weiter gesucht werden bis es passt.
ein pferdeleben ist lang und im unterhalt teuer. in regionen wo die unterkunft 200-300€monatl betragen, kann man von eltern nicht verlangen auf ewig ein unpassendes pony zu halten. das zu glauben ist schlicht arrogant.


Claudi

Re: Wer kennt sich gut mit Ponies aus?

Beitrag von Claudi »

Tine80 hat geschrieben: Aber bei nem Stallwechsel ist ja nicht nur die Umgebung anders, auch andere Pferde, die schon eine feste Rangordnung haben, wo sich "der Neue" irgendwie integrieren muss, fremde Menschen (der Käufer auf Probe ist ja auch fremd), fremde Geräusche und meist auch fremdes Futter...
So, und das alles ist von meinen Erfahrungen her. Ich arbeite nun schon seit über 20 Jahren mit Pferden. Und habe selber auch zwei Pferde verkauft. Beide Pferde haben es bei ihren Besitzern gut und die Besitzer sind sehr zufrieden, auch ohne Probezeit!

um mal wieder zum urprung zurück zu kommen: es geht hier ausschließlich um KINDER, nicht erwachsene


Alrun
Beiträge: 244
Registriert: 03.08.2008, 10:42

Re: Wer kennt sich gut mit Ponies aus?

Beitrag von Alrun »

Hallo peanuts,

ich denke, dass man es durchaus auch so machen kann, dass man die zukünftigen Besitzer vom jeweiligen Tier (es muss ja nicht unbedingt ein Pferd sein) auch bei sich im Stall bzw. bei sich zu Hause kennenlernen kann. Dann kann man auch gleich sehen, wie denn der Umgang mit dem Tier ist. So habe ich das zumindest immer gemacht. Das ist zwar sehr zeit- und nervenaufwändig, aber so können auch die Interessenten gleich mal zeigen, wie ernst es ihnen auch wirklich ist.

Ich habe den Interessenten für meine abzugebenden Tiere immer eine ganze Menge abverlangt. Wem das zu blöd, zu anstrengend oder sonst was war - bitte, der musste ja nicht unbedingt bei mir ein Tier erwerben. Allerdings dauert es dann schon oft recht lange, bis man den passenden Menschen für das jeweilige Tier gefunden hat.

Du schreibst, dass man von Eltern nicht verlangen kann, für ein unpassendes Pferd jahrelang hohe Unterhaltskosten zu bezahlen. Und genau da widerspreche ich Dir. Man kann sehr wohl verlangen, dass erwachsene Menschen sich zuvor überlegen was sie sich da "aufladen". Wer die finanziellen Mittel nicht hat, der soll sich bitte auch keine Tiere, und schon gar kein Pferd zulegen. Dann müssen die Sprösslinge eben schon mal lernen, dass man nicht alles sofort bekommt!
Und außerdem: die Leute haben für jeden Sch.... Geld (Autos, Urlaube, etc.) - na, dann sollen sie halt mal auch auf etwas verzichten.

Des weiteren gebe ich hier auch zu bedenken, dass diese "Hintertürchen" in Form von "Rückgaberecht", "Probezeit", etc. eigentlich immer auch eine recht einfache Sache für den jenigen sind, der das Tier abgibt. Na, jetzt ist es doch nicht so wie ich mir das vorstelle, oder ich habe einfach die Freude und den Spaß an dem Tier verloren - wie praktisch: der Züchter, Vorbesitzer nimmt das Vieh zurück. Da braucht man nicht mal mehr ein schlechtes Gewissen zu haben! Denn dort geht es dem Pferd, Hund, etc. ja eh super.....

Ich finde, die Leute gehören auch erzogen! Und das mach ich, indem ich ihnen zuvor derart auf den Zahn fühle und sie auf Herz und Nieren prüfe. Dann klappt das meistens (Ausnahmen gibt es natürlich) sehr gut.
Außerdem finde ich, dass die Leute im allgemeinen belastbarer sind, als es scheint.

Liebe Grüße
Alrun


Claudi

Re: Wer kennt sich gut mit Ponies aus?

Beitrag von Claudi »

hallo alrun,

das was du beschreibst, mache ich auch. ich mache es fürchterlich unbequem für die leute. aber je nach pony bleibt es die vorstufe, weil ich nicht weiß wie sich das ganze woanders, ohne diese kontrolle entwickelt.(es ist übrigens nie eins zurückgekommen)
nicht selten tauchen bei dem wort "problempferd" oder "neues" dann in großen ställen irgendwelche "pferdeflüsterer" auf, die endlich zeigen wollen, was sie schon lange jahre in zeitungsabos gelesen haben. je größer der stall, desto mehr "fachleute". und das diese ganz schön druck ausüben können, dem nicht jeder gewachsen ist, ist auch klar. (hatte ich auch mal, denen hatte ich einen anderen stall vermittelt.)
da ist probezeit auch schutz für den verkäufer, der im zweifel durch das umtauschrecht, den zossen total verkorkst nach einem halben jahr zurückbekommt.

fraglich ist doch sowieso dieses einjähriges umtauschrecht, der unfug tür und tor öffnet.
so wie früher 14 tage, würde mehr sinn machen (länger ist ja auch keine probezeit)

probezeit heißt nicht ich suche mir 3 ponys aus dem regal aus und nimm sie erstmal mit. sicherlich gibbet auch solche händler, aber da brauch man auch nur in die futterkiste zu schauen. wer da kinderponys kauft, ist selber schuld.
probezeit heisst auch zuhause schauen ob kind und pony wirklich zusammen passen.
probezeit heist ein recht das ich sowieso habe, guten gewissens in anspruch zu nehmen.

ich denke auch nicht das es immer möglich ist, dass sich beide zusammen raufen, dass ist bei kleineren oder ängstlicheren kindern auch viel zu gefährlich es darauf ankommen zu lassen. da nachzugeben, hat nichts damit zu tun, den kids den allerwertesten nachzutragen.(sowelche gibt es auch, aber die schicke ich gleich nach hause).

und wenn die finanzen nur für einen zossen reichen, bleibt nun nunmal nur die rückgabe oder wenn das nicht möglich ist, der verkauf. ganz schnell hat man so ein "wanderpferd", insbesondere in den "pferdehochburgen". dann lieber wieder zurück wo es herkam.


Soluna
Beiträge: 1148
Registriert: 15.02.2009, 13:27

Re: Wer kennt sich gut mit Ponies aus?

Beitrag von Soluna »

@Peanuts Du sagtest man muss aufpassen was man für ein Pferd bekommt, glaub mir je verkorster um so schneller würd ichs glaub ich kaufen, und das ist nämlich auch ein Problem. Ach das arme Pferd, komm wir kaufen und retten es...
Zuhause stellt man dann halt doch fest das man absolut überfordert ist.
Ich glaub wie mans dreht und wendet, bei dem Überfluss was wir haben, an Tieren, Lebensmitteln usw... werden solche Sachen leider nie aufhören...

nachdenkliche Grüsse
Gabi


Macht hat nur der über Dich dem Du diese Macht auch gibst....
Claudi

Re: Wer kennt sich gut mit Ponies aus?

Beitrag von Claudi »

mitleid ist immer ein schlechter ratgeber :-)
das vergisst man auch schnell die eigenen fähigkeiten und finanziellen ressourcen.

das kann man schön auf pferdemärkten beobachten, wo nebendran das schlachthaus ist.

so verdient der händler mehrs als am fleisch, dabei wäre der tod für manches dieser armen wesen eine erlösung gewesen.
solange aber leute dort kaufen, wird das nicht nie aufhören.


Antworten