Ich grüße aus Finnland, wir sind vor zwei Jahren hierher gezogen, da wir uns jeder einen Traum erfüllen wollten - mein Finne die Rückkehr in die Heimat und ich meinen Traum von einer eigenen Farm. Also haben wir einen alten Bauernhof mit noch intakten und kurz vor Kauf noch modernisierten Ställen und Betriebsgebäuden gekauft mit etwa 1ha Wald dazu und gegenüber knapp 3 gepachteten Hektar Weidefläche (wir verhandeln noch, aber der Besitzer ist ein Nachbar und Freund und hier gelten Absprachen viel).
Wir halten im Haus zwei Hunde und zwei Katzen, draußen eine Hofkatze und an Hoftieren haben wir Hühner, die wir auch selber nachzüchten (Zwergcochin, Marans und eine alte finnische Landrasse sowie ein paar Mixe), drei Hausgänse und nun kommen wir zum interessanten Teil.
Ein befreundeter Kinderbauernhof mit Streichelzoo hat sich kürzlich auflösen müssen und ziemlich kurzfristig ging es darum, eine Gruppe von schon seit Jahren zusammen lebenden 4 weiblichen Schafen (Suomenlammas, "Finnschaf") und einer weißen Ziege so schnell wie möglich irgendwo unterzubringen - und ratet, wer sich freiwillig gemeldet hat. #engel#
Andernfalls hätte den Tieren wohl nur das Schlachtbeil gewunken, da Finnland nicht gerade eine Hochburg der Ziegen- und Schafhaltung ist und wir die einzigen "Bekloppten" waren, deren Herz grundsätzlich erst einmal für alle Tiere schlägt. Also grasen in unserem Hof jetzt eine gemischte Schaf-Ziegengruppe, denn ich bin absolut neu in der Ziegen- sowie Schafhaltung und wollte daher erst einmal alles so machen, wie es die Tiere bisher gewöhnt waren.
Nun bin ich normalerweise eher so, dass ich mich vorher gründlich informiere, bevor ich ein Tier anschaffe - ich hoffe ich werde nicht allzu sehr virtuell verprügelt dafür, dass es in diesem Fall jetzt nicht so war. Ich möchte mich jetzt erst einmal grundlegend über Sozialverhalten, Haltung, Ernährung usw informieren und dann schrittweise die Haltung der Tiere optimieren, sie z.B. ggf trennen, evtl Tiere dazuholen oder notfalls auch im Frühjahr abgeben, wenn sich herausstellt, dass wir keine optimalen Haltungsbedingungen leisten können.
Noch ein Punkt ist leider die sehr ungenügende Versorgung mit Tierärzten oder erfahrenen Ziegenhaltern in der Region, denn Ziegen, Hühner und Schafe sind in Finnland allgemein schon sehr selten und unsere Kreistierärztin hat bereits zugegeben, keine Ahnung von Ziegenmedizin zu haben - unsere Hühner hat sie bereits mit einer Fehlbehandlung teilweise ums Eck gebracht - sprich, ich bin weitgehend auf mich allein gestellt.
Ich selbst bin Biologin und studiere gerade Tierheilpraktik, weshalb ich Zugang zu guter Literatur habe, die auch Nutztiere mit einschließt. Praktische Erfahrung konkret mit Ziegen kann man aber auf ein oder zwei Fälle und ansonsten reine Theorie reduzieren.
Ich habe z.B. schon verzweifelt versucht jemanden zu finden, der sich mit Klauenpflege auskennt - der Pferdehufschmied kommt nicht für Schafe oder Ziegen (der kommt nichtmal für jedes Pferd!). Damit geht es schon los mit den Problemen, denn meine Ziege hat eine Klaue, die nicht gut aussieht, sie ist zu lang und etwas verdreht. Sie lahmt nicht, ich kann aber als Nicht-Ziegenexperte schon so sehen, dass da was gemacht werden muss.
Welche Rasse meine Ziege hat, weiß ich leider auch nicht, da ich ihre Papiere (die Tiere sind alle registriert) noch nicht erhalten habe. Ich denke aber nicht, dass es eine Zwergziege ist - vielleicht könnt ihr mir ja beim Raten helfen, wenn ich ein Bild zeige.
Hier ist meine "Schnee-Ziege":

Liebe Grüße
Stephanie