Was macht man bloß? Unser eines Pferd.

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Ortrud
Beiträge: 154
Registriert: 23.05.2007, 11:09

Re: Was macht man bloß? Unser eines Pferd.

Beitrag von Ortrud »

Hallo,
entschuldige, bin nicht eher wieder an den PC gekommen und morgen schaff ich es wahrscheinlich gar nicht. Ich werde am Montag mal den Bericht entweder einscannen oder Passagen abschreiben, da ich den Bericht zwar lesen, aber nicht 100 % verstehen kann. Das von mir geschriebene wurde uns so entsprechend in der Klinik erläutert.
Liebe Grüße Kerstin


Locura
Beiträge: 4653
Registriert: 31.05.2007, 10:01

Re: Was macht man bloß? Unser eines Pferd.

Beitrag von Locura »

Scanne den Bericht ruhig ein...solltest Du "Übersetzungshilfe" brauchen, melde Dich einfach.

LG, Petra


Man sollte sich die Ruhe und Nervenstärke eines Stuhles zulegen. Der muss schließlich auch mit jedem Ar*** klar kommen!
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Ortrud
Beiträge: 154
Registriert: 23.05.2007, 11:09

Re: Was macht man bloß? Unser eines Pferd.

Beitrag von Ortrud »

Hallo,
also wie auch immer, ich krieg's hier nicht rein. Egal, ich bin jetzt so schön sauer weil ich zu doof bin, ich schreib es jetzt auf:

"Am 10.3.06 stellten Sie Ihren Wallach "Eliott" (Thüringer Warmblut, 7 Jahre, Schimmel) aufgrund einer Lahmheit hinten rechts in der Chirurgischen Tierklinik der Vererinärmedizinischen Faklutät der Univrersität Leipzig vor.

Bei der Untersuchung wurden folgende abnormalen Befunde erhoben:

Lahmheitsuntersuchung:
- hochgradige Lahmheit hinten rechts (Zehenspitzenfußung; 4/5)
- hochgradig positive distale Beugeprobe hinten rechts
- diffuse Schwellung des Fesselbereiches, v.a. lateral hinten rechts
- vermehrte Füllung der Fesselbeuge - Sehnenscheide hinten rechts
- geringgradige Schwellung der Beugesehnen unterhalb des Sprunggelenkes hinten rechts
- in Heilung befindliche Wunde dorsal am Fesselkopf hinten rechts (Anmerkung von mir: war vom G i p s, den er dran
hatte!)
- negative TPA (tiefe Palmaranästhesie) Anästhesie
- geringgradige bis mittelgradige Verbesserung der Lahmheit nach Anästhesie der Sehnenscheide
- mittelgradige Verbesserung nach tiefer und hoher 4 Punkt Anästhesie

Ultraschalluntersuchung:
- die vermehrte Füllung der Sehnenscheide war nur während der ersten Tage des Klinikaufenthalts prominent
- unregelmäßige axiale Oberfläche der Gleichbeine
- ggr. inhomogene Struktur der tiefen Beugesehne (palmar) im Bereich der Gleichbeine

Röntgenologische Untersuchung:
- Sesamoidose hinten rechts (vergrößerte/erweiterte Gefäßkanäle; osteolytische Bereiche an den axialen Bereichen der
Gleichbeine; Knochenzubildung an den Gleichbeinen )

Die Lahmheit bei "Eliott" verbesserte sich nach strikter Boxenruhe, und die Gliedmaßenschwellung verschwand nach Anlegen von einem Anguß- bzw. straffen Gliedmaßenverbänden.

Die Prognose für Lahmfreiheit ist ungünstig. Alle Befunde sowie mögliche Therapieansätze wurden mit Ihnen besprochen.

Behandlung:
- orale Entzündungshemmer (Phenylbutazone) während des Klinikaufenthalts
- Injektion der Beugesehnenscheide mit Entzündungshemmer (Betamethason) und Hyaluronat.

Zum Zeitpunkt der Entlassung zeigte "Eliott" im Schritt eine angedeutete Lahmheit und im Trab eine mittelgradige Lahmheit (3/5)."

Dann kommen noch Hinweise auf die weiterhin einzuhaltende Boxenruhe (insgesamt ca. 5 Monate!, schrecklich) und wann der Verband runter konnte...

Tja, wie gesagt, gesagt hatten sie uns, dass das sehr wahrscheinlich nie mehr weg gehen wird und so ist es denn auch mehr oder weniger. Wie gesagt, bei fast keiner Belastung (also nur Koppel und Spaziergänge) ging es ganz gut, war aber immer mal wieder so: "Guck mal, lahmt er jetzt nun wieder oder nicht", naja ich habe es ja schon beschrieben.

Z.Zt. steht er (mittlerweile wieder mit straffem Verband) auf dem Paddock. Mit Gesellschaft. Wir haben erstmal den Mittelweg zwischen Koppel und Boxenruhe gewählt. Er lahmt nach wie vor stark. Röntgen steht noch aus, da der Tierarzt momentan total überlastet ist.

Ich hoffe, dass ich in meinem Frust über meine mangelhaften PC-Kenntnisse nicht zuviel Rechtschreibfehler in den Bericht eingebaut habe :-) .

Liebe Grüße und vielen Dank für Eure Unterstützung, Kerstin


Mountain Meadows
Beiträge: 405
Registriert: 12.02.2007, 16:50

Re: Was macht man bloß? Unser eines Pferd.

Beitrag von Mountain Meadows »

Hallo!
Also, ich habe im Mai einen Shetty Wallach übernommen. Er ist vom Schutzhof und war schwer vermittelbar, weil er eine Behinderung hat (gilt also unreitbar). Der kleine Kerl humpelt im Trab. Im Schritt sieht man es nur, wenn er bergab geht, sonst nicht. Seine Fehlbildung ist an der rechten Schulter. Wobei mir niemand sagen konnte, ob es ein Unfall war oder angeboren. Meine Kinder lieben den Kerl, er ist ja auch so lieb. Und ne kleine Runde kann man die Kinder auch auf ihm Führen, damit hat er keine Probleme. Er ist wohl auch schmerzfrei, humpelt nur, weil das gesamte rechte Bein durch diese Fehlbildung sehr steif ist (hufeauskratzen ist ne Qual an der Seite). Sonst ist er aufgeweckt und lebenslustig. Er hat es verdient ein schönes Leben zu haben und das hat er bei uns auch. Wenn er aber Schmerzen hätte, würde ich ihn allerdings auch erlösen...
Ich weiss, es ist immer schwer herauszufinden, was in dem jeweiligen Fall das Richtige ist. Aber wenn Dein Pferd leben will, lass Dir nichts von blöden Aussenstehenden einreden. Die haben nicht die Beziehung zu Deinem Pferd wie Du!
Nur weil es die stört, das Dein Pferd nicht hohe Dressur im Viereck läuft, hat es Dein Pferd doch nicht verdient zu sterben...Lass ihn Dir selber sagen, was er möchte. Wenn er gehen will, dann lässt er es Dich schon wissen!
Ich drück Dir die Daumen, das er bald wieder schmerzfrei ist und zumindest nen bissl Zeit auf der Weide verbringen kann. #trost#


Gun robh dion air t-ionmhag
(Möge das, was Du schätzest, sicher sein)

Tine
Locura
Beiträge: 4653
Registriert: 31.05.2007, 10:01

Re: Was macht man bloß? Unser eines Pferd.

Beitrag von Locura »

Ich würde aufgrund der Schwellungen mal eine Blutegeltherapie versuchen (entzündungshemmender Effekt).

LG, Petra


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Ortrud
Beiträge: 154
Registriert: 23.05.2007, 11:09

Re: Was macht man bloß? Unser eines Pferd.

Beitrag von Ortrud »

Hallo,
und danke :-) . Es ist alles schwierig zu entscheiden, weil man eben nicht g e n a u und 100 % weiß ob die Entscheidung -welche auch immer man trifft- richtig ist. Gut, das gibt es in vielen Lebenssituationen, aber hier ist einem ein Leben anvertraut und damit tu ich mich schon sehr schwer.
Wir hatten auf dem Hof eine Reiterin, deren Pferd schwer erkrankt war. Alle -auch wir- haben gesagt bzw. gedacht sie solle die Stute doch erlösen. Die Frau hat ihre Entscheidung ewig hin gezogen und das Pferd hat gelitten. So richtig verstanden hat das keiner, auch ich nicht. Man sah es dem Tier an, dass es litt. Jetzt nun, auch wenn die Lage nicht unmittelbar vergleichbar ist, versteh ich das doch. Man hofft immer und immer wieder, das sich "plötzlich" was tut und alles ist wieder gut. Am Ende musste sie ihre Stute doch gehen lassen. Aber uns geht es eben auch so, man will und will es nicht wahrhaben. Wir denken auch (oder tun so), ach, vielleicht würde es diesmal den großen Durchbruch geben und wir nehmen ihm seine Chance.
@Petra: unser Huforthopäde bietet so eine Blutegel-Therapie an. So richtig konnte/kann ich mir darunter nichts vorstellen. Aber wenn Du es für möglich hälst, dass das Sinn macht, werde ich ihn danach fragen.
Ich denke, dass es vielleicht theatralisch rüber kommt (letztendlich ist es "nur" ein Tier), aber es ist so verdammt schwer, zu Eliott hinzugehen, sein Vertrauen zu haben (denke ich auf jeden Fall, er ist ein sehr lieber Kerl), sein freundliches Entgegenkommen zu erleben und im Kopf den Gedanken zu haben, ja, lass ich dich nun am Leben oder nicht. Ich glaub um diesen Zwiespalt zu verstehen, muss man es erlebt haben. Mich macht es fertig.

Gute Nacht und liebe Grüße Kerstin


Locura
Beiträge: 4653
Registriert: 31.05.2007, 10:01

Re: Was macht man bloß? Unser eines Pferd.

Beitrag von Locura »

Äh, ganz ehrlich: Ein Huforthopäde ist ein Huforthopäde - kein Tierheilpraktiker.
Wenn ich ein Brot brauche, gehe ich auch nicht zum Hutmacher, nur weil der tolle Hüte fertigt.

Ich würde mir einen qualifizierten Tierheilpraktiker suchen (oder alternativ einen TA, der zusätzlich noch homöopathisch arbeitet) und den samt Egeln anrücken lassen.

LG, Petra


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Mountain Meadows
Beiträge: 405
Registriert: 12.02.2007, 16:50

Re: Was macht man bloß? Unser eines Pferd.

Beitrag von Mountain Meadows »

Darum ist es ja so schwer, weil er "nur" ein Tier ist... So ein Tier urteilt nicht nach dem Aussehen oder der Geldbörse. So ein Tier ist ehrlich und seine Liebe ist echt. Das ist das, was solche Entscheidungen so schwer macht...
Weil egal wie man sich entscheidet, das Tier macht den Menschen für diese Entscheidung nicht verantwortlich...


Gun robh dion air t-ionmhag
(Möge das, was Du schätzest, sicher sein)

Tine
Ulli
Beiträge: 3007
Registriert: 13.03.2008, 07:18

Re: Was macht man bloß? Unser eines Pferd.

Beitrag von Ulli »

Hallo Kerstin!

#trost# Versuche, Dir selbst gegenüber fairer zu sein..

Denn Du sorgst Dich nur um Dein Tier und wenn, dann würdest Du die Entscheidung, ihn gehen zu lassen, nicht für Dich sondern für ihn treffen.

Vielleicht ist es ein klein wenig leichter, wenn Du den Gedanken in "was für ein Tag ist heute" und in "möchte er noch" umformst.. denn das ist es, was Dich bewegt- mit dem "lass ich ihn am Leben" tust Du Dir Unrecht.

LG Ulli


Leben ist gefährlich und endet immer tödlich
Ortrud
Beiträge: 154
Registriert: 23.05.2007, 11:09

Re: Was macht man bloß? Unser eines Pferd.

Beitrag von Ortrud »

Hallo Petra,
richtig. War vielleicht ein bißchen falsch ausgedrückt und ich werde das auch noch überprüfen, aber neben seiner Tätigkeit beschäftigt er sich, mit anderen zusammen, mit solchen Sachen. Wobei er da vielleicht nur eine untergeordnete Rolle spielt. Aber das weiß ich nicht und wie gesagt, ich werde mir das genau ansehen. Mir liegt auch nichts daran, dass er mal so eben ausprobiert, was er vielleicht vor einer halben Stunde selbst das erste Mal gesehen hat. Von ihm habe ich jedenfalls von der Therapie erfahren.

Ja, ich danke Euch allen, stimmt schon. Aber je länger man darüber nachdenkt um so unmöglicher erscheint es einem überhaupt eine Entscheidung treffen zu können. Irgendwie ist man wie gelähmt. Auf jeden Fall wird er jetzt erstmal (in der akuten Phase) ordentlich behandelt werden und das getan werden, was in irgendeiner Weise Erfolg haben könnte. Aufgeben können wir immer noch und ich hoffe, dass ich im richtigen Moment dann die richtige Entscheidung -die richtige für ihn- treffen werde.

LG Kerstin


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