Raubtier Hund

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Biancaund Mia

Re: Raubtier Hund

Beitrag von Biancaund Mia »

Hallo Marion,

danke fuer diesen Artikel.
Besser haette man es nicht schreiben koennen.

Du hast das ausfuehrlich geschrieben, was ich nur kurz und knapp genannt habe.

Ich hoffe, das niemand wirklich auf die Idee kommt und seinen Hund dazu provoziert in ein Stromzaun zu laufen.
Sorry, aber das ist Tierqualerei.
Denn laut Tierschutzgesetz ist jeder Art mit Strom verboten.

Im Deutschen Tierschutzgesetz heißt es in § 3 Nr. 11: „Es ist verboten, […] ein Gerät zu verwenden, das durch direkte Stromeinwirkung das artgemäße Verhalten eines Tieres, insbesondere seine Bewegung, erheblich einschränkt oder es zur Bewegung zwingt und dem Tier dadurch nicht unerhebliche Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügt, soweit dies nicht nach bundes- oder landesrechtlichen Vorschriften zulässig ist.“

Dieses Verbot wird gemeinhin als Verbot der Verwendung von Elektroreizgeräten interpretiert, wobei diese Interpretation nicht unumstritten ist. Im Februar 2006 bestätigte das Bundesverwaltungsgericht, dass es sich bei dem Verbot nach § 3 Nr. 11 TierSchG um ein generelles Verbot handelt. Es stellte klar, dass es dabei nicht auf die konkrete Verwendung im Einzelfall ankommt, sondern darauf, ob die Geräte bauartbedingt geeignet sind, dem Tier nicht unerhebliche Schmerzen zuzufügen. In Österreich existiert das Verbot ab Januar 2005.


Das nur dazu.

Wie Marion schon so schoen sagte:
Ein Hund kann nur so gut arbeiten, wie sein Ausbilder ist... Führungqualität nicht Strom ist gefragt!


Der Hirte

Re: Raubtier Hund

Beitrag von Der Hirte »

Hatte heute zwei unserer Hunde beim Pilzesuchen dabei. Paco, einen einjährigen, großen, kraftstrotzenden Dogo Canario, ein reines Muskelpaket, und Hexi, eine Pudelmischlingshündin, Findelkind. Bei ihr ist "Hopfen und Malz verloren", aber Pacos Gehorsam ist bereits ganz hervorragend. Direkt vor uns sprang ein Feldhase aus der Sasse. Die Hunde explodierten natürlich hinterher. Ich rief Paco - und er stand! Dann rief ich ihn zu mir. Alles funktionierte anstandslos. Hexi war selbstverständlich auf und davon. Aber sie erwischt sowieso keinen Hasen. Was Paco betrifft, so ist es ja schon recht schwierig hinzubekommen, einen Hund abrufen zu können, wenn er erst einmal einem Wild hinterher ist - aber einen Hund zurückzurufen, wenn gleichzeitig ein anderer, mit ihm losgelaufener, weiter hinterherhetzt, das ist schon eine beachtenswerte Gehorsamsleistung. Selbstverständlich erzielt ohne Hilfsmittel wie Teletakt etc.

Grüße aus Portugal!

Richard


Anni71

Re: Raubtier Hund

Beitrag von Anni71 »

Biancaund Mia hat geschrieben:Hallo Marion,

danke fuer diesen Artikel.
Besser haette man es nicht schreiben koennen.

Du hast das ausfuehrlich geschrieben, was ich nur kurz und knapp genannt habe.

Ich hoffe, das niemand wirklich auf die Idee kommt und seinen Hund dazu provoziert in ein Stromzaun zu laufen.
Sorry, aber das ist Tierqualerei.
Denn laut Tierschutzgesetz ist jeder Art mit Strom verboten.

Im Deutschen Tierschutzgesetz heißt es in § 3 Nr. 11: „Es ist verboten, […] ein Gerät zu verwenden, das durch direkte Stromeinwirkung das artgemäße Verhalten eines Tieres, insbesondere seine Bewegung, erheblich einschränkt oder es zur Bewegung zwingt und dem Tier dadurch nicht unerhebliche Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügt, soweit dies nicht nach bundes- oder landesrechtlichen Vorschriften zulässig ist.“

Dieses Verbot wird gemeinhin als Verbot der Verwendung von Elektroreizgeräten interpretiert, wobei diese Interpretation nicht unumstritten ist. Im Februar 2006 bestätigte das Bundesverwaltungsgericht, dass es sich bei dem Verbot nach § 3 Nr. 11 TierSchG um ein generelles Verbot handelt. Es stellte klar, dass es dabei nicht auf die konkrete Verwendung im Einzelfall ankommt, sondern darauf, ob die Geräte bauartbedingt geeignet sind, dem Tier nicht unerhebliche Schmerzen zuzufügen. In Österreich existiert das Verbot ab Januar 2005.


Das nur dazu.

Wie Marion schon so schoen sagte:
Ein Hund kann nur so gut arbeiten, wie sein Ausbilder ist... Führungqualität nicht Strom ist gefragt!

Naja, ich denke das dieser Artikel das E- Halsband (mit Recht) verbietet.

Ansonsten, baut mal schnell alle Weideschutz E Zäune ab, dass die Jagdhunde Eure Ziegen und Schafe besser reißen können. Denn die sind ja selber schuld, provozieren ja die armen Hunde...
Sorry, muss gerade herzhaft lachen...

Mit welchen Wort/Satz habe ich eigendlich erwähnt, den Hund an den E Zaun zu halten?? Oder ihn zu ermuntern die mit E Zaun gesicherten Tiere zu jagen. Hab ich geschrieben, dass man vielleicht noch ein Würstchen reinschmeissen sollte??
Nein, hab ich nicht. Ein jagender Hund fühlt sich von allem provoziert hinterher zu rennen, was wegrennt. Pech für ihn, wenn er da in einen E Zaun rein rennt.
Was anderes hatte ich nie gemeint und nie erwähnt.
Ich lass mich hier auch nicht weiter sozusagen (passt zum Thema) ans Bein pinkeln. Thema ist für mich beendet, wollte es nur nicht so da stehen lassen. ICH QUÄLE KEINE TIERE und lass mir das auch von niemanden hier unterstellen!!!

@ Richard, klasse Erziehung. Bei meinem Benny klappt das auch, wenn ich rechtzeitig losbrülle. Aber eine zehntel Sekunde zu spät und ich hab verloren. Doch er kommt nach 1-2 min brav zurück. Ohne Wild!


Alrun
Beiträge: 244
Registriert: 03.08.2008, 10:42

Re: Raubtier Hund

Beitrag von Alrun »

@ Marion,

ja, man kann Kindererziehung und Hundeerziehung durchaus miteinander vergleichen! Oft ist es ja auch so, dass nicht nur die Hunde in den diversen Familien "aufdrehen" - meist zeigen die Kinder ähnliches Verhalten.

Es stimmt sicherlich, dass man den "will to please" - also die Aufmerksamkeit des Hundes erst einmal erarbeiten muss. Denn wenn der Hund keine Bindung an mich hat, mich nicht Ernst nimmt und ich ständig alles falsch mache - dann ist das ganze Unternehmen gescheitert.
Aber eines muss man trotzdem sagen - es gibt Hunderassen, die sind einfacher zu handeln als andere. Das habe ich in meinem Posting eigentlich gemeint. Und die Hundekäufer sollten sich vielleicht doch vor der Anschaffung einer bestimmten Rasse von Leuten, die sich mit Hunden wirklich auskennen, was sagen lassen. Ich als ehemalige PRT-Züchterin kann davon ein Lied singen - nicht nur einmal habe ich Interessenten für einen Hund weggeschickt, weil ich einfach der Meinung war, dass diese Leute mit einem Terrier auf Dauer nicht zurecht kommen. Sehr wenige haben sich meine Ratschläge zu Herzen genommen und sich eben bei einem anderen Züchter ihren Traumhund gekauft. Das Ergebnis konnte ich dann ja wieder in der Hundeschule erleben...

Aus Deinem Posting kann man auch schön herauslesen, dass Du wirklichen Einblick in den Alltag eines Hundetrainers hast. Ich glaube, Du kannst verstehen, warum ich diesen Job auf Dauer nicht schaffe.

Eines möchte ich hier vielleicht noch loswerden, was ich meinen Kunden in der Hundeschule immer gepredigt habe: versucht doch einfach mal, Euch in den Hund reinzuversetzen! Dann wird plötzlich so vieles so einfach!
Dazu sollte man natürlich ein bißchen was über das Lernverhalten eines Hundes wissen. In guten Hundeschulen wird dieses Wissen auf jeden Fall vermittelt!
Ein Spielchen, welches bei mir alle Kunden in den Kursen einmal über sich ergehen lassen mussten: ein Mensch wurde von der Gruppe weggeschickt. Die Gruppe hat sich ausgemacht, dass der Mensch sich z. B. auf eine Bank setzen muss, die in der Mitte der Wiese stand. Nun haben wir es aber so gemacht, dass wir lediglich die Worte "heiß" oder "kalt" eingesetzt haben (man kann das auch mit Clicker machen). So, und dann haben wir den Menschen so lange probieren lassen, bis er kapiert hat, was wir eigentlich von ihm wollten. Es gab Menschen, die kapierten schnell was wir wollten, die probierten ganz mutig und ruck zuck waren sie am Ziel.
Es gab aber auch solche die sehr lange brauchten. Manche waren sehr unsicher, trauten sich kaum überhaupt irgendwas zu machen (einfach weil sie nicht wussten, was von ihnen erwartet wurde).
Und manche haben den "Blödsinn" einfach abgebrochen, weil das wirklich keinen Spaß macht!
Wie dem auch sei - nach solch einer Erfahrung hatte eigentlich jeder teilnehmende Mensch einmal eine ungefähre Ahnung wie ein Hund sich fühlen muss, der KEINE AHNUNG hat, was wir Menschen von ihm wollen!

Liebe Grüße
Alrun


Uzou

Re: Raubtier Hund

Beitrag von Uzou »

Hallo Alrun,
ich konnte das auch nur so gut nachfühlen, weil ich als Ausbilderin beim Reiten tätig bin! ;-) Gott sei dank muss ich damit nicht meine Moneten verdienen,denn sonst wär ich schon lange im anderen Job tätig! Es ist kaum zu glauben mit wieviel Unverstand so manche an ein Pferd herangehen, und wie wenig sie emotional und geistig einem Tier wie dem Pferd zutrauen.(Richard, wir sprachen ja darüber, aber der Thread kam wohl nicht richtig in Gang!) Aber ebenso geht es uns mit Hunden! Und gerade die Jagdhunde haben bis auf wenige Ausnahmen (Bracken Terrier) den "Will to please" besonders ausgeprägt. Ich habe jahrelang Braque du Bourbonnais geführt ( Keine eigentliche Bracke sondern ein Vorstehhund) und gezüchtet, und würde sie an sich JEDEM als Familienhund empfehlen, denn sie sind extrem leichtführig und sensibel bei guter Leistung, wenn man sie denn braucht! Aber manchen Menschen würde ich sie nicht anvertrauen, weil sie sensible Hunde nicht an sich binden können. Dann liegt es aber nicht an der Rasse oder dem Verwendungszweck, sondern daran, dass viele Menschen einen Hund als Begleiter nicht mehr so halten, dass der Hund glücklich wird! Darum habe ich es aufgegeben Hunde zu züchten. Heute erfreue ich mich an der Schönheit kleiner Windhunde (Whippets), die bei mir nebenbei nicht hetzen, und Ihr wisst ja, dass noch ein Corgi im Haus lebt.
Liebe Grüße Marion


Der Hirte

Re: Raubtier Hund

Beitrag von Der Hirte »

@Alrun

Dein Beispiel über das Rollenspiel auf dem Hundeplatz ist sehr auschlußreich. Aber im Prinzip weiß doch jeder Mann, der mit einer Frau zusammenlebt, wie ein Hund sich fühlen muß, wenn sich derjenige, der ihn permanent dressieren will, sich nur in Rätseln ausdrückt und dann auch noch völlig unbegreifliche Reaktionen zeigt, weil man ihn so unmöglicherweise verstehen kann. :D :D :D

Grüße aus Portugal!

Richard


Alraune
Beiträge: 619
Registriert: 16.05.2008, 18:59

Re: Raubtier Hund

Beitrag von Alraune »

Hi,
@Richard: Deswegen gibt es ja Wörterbücher, wie "Frau-Deutsch, Deutsch-Frau" #baeh# Leider gibt es kein wirkliches "Mann-Deutsch, Deutsch-Mann" weil es sehr schwierig ist die verschiedenen Grunzlaute, mit denen Männer sich ausdrücken, phonetisch korrekt wieder zu geben *fg* :P #damdidam#
Müßte man auch noch über die Beuteschemata beider Geschlechter nachdenken :D Dann kriegen wir aber bestimmt Haue von Sven, weil wir vom Thema abweichen #damdidam#
LG
Birgit


Alrun
Beiträge: 244
Registriert: 03.08.2008, 10:42

Re: Raubtier Hund

Beitrag von Alrun »

@Richard,

jaaaaaa, da hast Du absolut Recht! Deswegen mussten auch bevorzugt die Damen den Hund spielen ;-)

Liebe Grüße
Alrun


Chrysantheme
Beiträge: 425
Registriert: 22.03.2009, 20:09

Re: Raubtier Hund

Beitrag von Chrysantheme »

Hallo,
Hektor meinen "kleinen Bösewicht" wollte ich euch auch schon lange mal zeigen! :-)
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Chrysantheme
Beiträge: 425
Registriert: 22.03.2009, 20:09

Re: Raubtier Hund

Beitrag von Chrysantheme »

Hallo zusammen,
vielleicht habt ihr nochmal Zeit, mir zu helfen?
Dieses Buch v. Jan Fennel lag ja nun schon lange in meinem Nachtschrank!
Jetzt habe ich mich erst daran gemacht u. angefangen zu lesen! Es öffnen sich ja Horizonte!
Wenn ich das so lese und alles stimmt, denkt mein Hund tatsächlich er wäre der Rudelführer! #shock#
Da ich Knochen, Futter etc. bedenkenlos wegnehmen kann, auch begehrtes Spielzeug, er auf meine Kommandos hört usw. hätte ich das nicht im Traum gedacht! Aber es ist so, mind. bei der Begrüßung nach Abwesenheit u. bei Gefahrensituationen/Besuch macht sein Verhalten dies deutlich!
Ursprünglich hatte ich ja vor keine Kleintiere mehr auf dem Hof zu halten, will ich auch nicht mehr!
Nur meine Minischweinferkel passen jetzt auch in sein Beuteschema!!! #shock# Daher sah ich mich jetzt auch gemüßigt, endlich mal dieses Buch zu lesen ... und oh Schreck!
Jetzt habe ich auf eine Anzeige eines Hundetrainers geantwortet u. Samstag ist kostenlose Schnupperstunde.
Seine Ansage ohne Drill, Strafe oder Zwang.
Woran erkenne ich einen guten Hundetrainer? Vom Gefühl her? Worauf sollte ich achten? Was kann er kosten?
Er meinte er könne das Verhalten des Hundes ändern! Wie seht ihr die Chancen?
Ich sah echt schon den Speichel tropfen u. er leckte sich das Maul.
Der Betreuer v. TH meinte mit Wasserspritze, hab ich auch versucht, aber langfristig komme ich damit sicher nicht zum Erfolg.
Meint ihr die Angriffe auf Mitbewohner des Hofes liegen tatsächlich nur seiner doch mangelnden Unterordnung zu Grunde?
Warum sollte er die Beute sausen lassen?
Bitte sagt mal eure Meinung, wie ihr die Chancen seht?
( ansonsten bleibt nur Laufleine,Zwinger, die Schweinchen wachsen schnell aus der Ferkelgröße heraus? )

Ratlose Grüße v. Chrysantheme


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