Fütterung einer Milchziege

Renca
Beiträge: 66
Registriert: 21.07.2007, 17:32

Fütterung einer Milchziege

Beitrag von Renca »

Hallo,

irgendwie finde ich gerade nichts zu dem Thema, vielleicht sind meine Suchbegriffe auch falsch.

Jedenfalls brauche ich Tipps, was man idealerweise einer Milch gebenden Ziege füttert - und dann bitte auch gleich noch, wie man die "Dame" darauf hinweist, dass es gut ist, was man ihr vor die Nase stellt. :-)

Also es ist so: Ich habe seit Sonntag eine 3jährige Tauernschecke, die Lämmer sind vor kurzem abgesetzt und ich melke sie nun. Damit sie stillsteht, was sie nach zwei Tagen Eingewöhnungszeit nun auch hervorragend macht, bekommt sie einen Eimer unter die Nase.... und mümmelt so vor sich hin. Ich hatte mich schon von Beginn an gewundert, wie viel Futter immer noch im Eimer ist, da sie keine Unmengen bekommt und vorhin hab ich dann mal zugeschaut, was sie so frisst und siehe da.... sie pickt sich die wenigen Körner heraus, die im Futter sind (Hafer) und den Rest (Pellets, Mais gequetscht, Apfelschnitze) lässt sie liegen. Man muss dazu sagen, dass es ein Pferdemüsli ist, da unser Futterhändler Montag kein Ziegenfutter da hatte und ich ja "irgendwas" brauchte.... aber meine Böcke, die auch ein wenig abbekommen, futtern das Müsli weg wie nix.

Ich weiß, dass der Vorbesitzer Gerste und ein Hochleistungsfutter für Milchkühe gefüttert hat. Leider weiß ich nicht, in welcher Form die Gerste war und Hochleistungsfutter will ich nicht füttern!

Wir haben früher die Milchziegen (früher heißt auf dem Hof, wo ich immer geholfen habe und auch gemolken habe, es ist 15 Jahre her.....) immer einfach nur mit Hafer gefüttert - aber das erscheint mir so einseitig. (?)

Daher nun meine Frage: Was füttere ich idealerweise und wie überzeuge ich die Madam, dass das gut für sie ist?
Also gibts irgendwas zum "Leckerermachen" - so wie bei Pferden z.B. Leinöl o.ä.

Ansonsten bekommt sie Gras + Heu ad lib. (Offenstallhaltung) und sie haben einen Leckstein liegen.

Ich würde mich über Antworten (oder einen Hinweis, wo das Thema schon mal anstand) sehr freuen,

Viele Grüße
Inga


Altenberger76

Re: Fütterung einer Milchziege

Beitrag von Altenberger76 »

Hallo Inga,

wenn deine Madame(und so hab ich auch angefangen) NUR den Hafer mag, dann ist gut. Sie braucht den ganzen Sch*** nicht. So wie ich es rausgelesen habe, brauchst du die Milch für dich. Also hat Madames Milchleistung keine Auswirkungen auf deine Milchwirtschaft. ;-)

Lass es, DU brauchst die Geduld. Das Tier gewöhnt sich schneller an das tägliche, auch 2x, melken als du denkst.

Gib ihr ein kleines Stück Apfel oder Möhre... es macht sie nicht unnötig fett. Und du lerne Geduld mit dem Tier. Lies dir Beiträge hier über Fütterung durch und ziehe deine Schlüsse draus. Mir hat es damals geholfen! #daumen_hoch*

Als milchfördernd wird Brennessel beschrieben und die mögen sie gerade jetzt so verblüht! Löwenzahn... denke aber daran, dass jetzt die Milch eh zurück geht.

LG

Jeannette


Ziegengeli26
Beiträge: 409
Registriert: 09.11.2008, 09:12

Re: Fütterung einer Milchziege

Beitrag von Ziegengeli26 »

Hallo!
Wir füttern gemischt gequetschtes und Kleie, von der Mühle.
Da ist es am günstigsten.
Frisch abgelammt bekommen sie die ersten Wochen eine kleine Portion Ziegenpellets dazu.
Denn ich hab die Erfahrung gemacht, das sie gut bei Kraft bleiben und gut in die Laktation kommen.
Dann lassen wir es weg und bekommen nur noch gequetschtes mit Kleie gemischt.
Aber es kommt auch draufan, iob man es intensiv betreibt oder nur Hobby.
Wenn es nur Hobby ist und nicht melken tust, um die Milch zu verarbeiten, reicht
Quetschhafer aus.Viel Glück!
Angelika


Renca
Beiträge: 66
Registriert: 21.07.2007, 17:32

Re: Fütterung einer Milchziege

Beitrag von Renca »

Hallo,

ich melke nur für den Eigenbedarf - möchte aber die Ziege trotzdem nicht ausbeuten und daher etwas füttern, wo sie noch ein wenig was ansetzten kann vor dem Winter.

Grüße
Inga


Altenberger76

Re: Fütterung einer Milchziege

Beitrag von Altenberger76 »

Nix... gar nix geben... das hilft am besten. Heu, Zweige und gut! Gib mir einen Grund für das "Naschwerk"!

LG
Jeannette


Renca
Beiträge: 66
Registriert: 21.07.2007, 17:32

Re: Fütterung einer Milchziege

Beitrag von Renca »

Der Grund: Jeden Abend beim Melken hat sie extrem eingefallene Flanken, während die Böcke wegkugelbar sind! Und die sind nicht zu fett, sondern gut so! Sie haben Heu + Gras ad lib. und Zweige so, wie es gerade anfällt. Derzeit vor allem Weide.


Barbara2
Beiträge: 638
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Re: Fütterung einer Milchziege

Beitrag von Barbara2 »

Altenberger76 hat geschrieben:Nix... gar nix geben... das hilft am besten. Heu, Zweige und gut! Gib mir einen Grund für das "Naschwerk"!

LG
Jeannette
Hallo Jeannette,
ein Grund für das "Naschwerk" wie Du es nennst, ist, dass eine Milchziege, die gemolken wird, eindeutig mehr braucht als Heu und Zweige.

Hallo Renca,
am besten bekommt sie das, was sie beim Vorbesitzer auch bekommen hat. Die örtliche Umstellung reicht als Stress schon aus, da muß nicht noch sofort eine Futterumstellung dazu kommen. Frag doch einfach beim Vorbesitzer, in welcher Form die Gerste gefüttert wurde. Gerste ist ein gutes Leistungsfutter für Milchziegen.
Wenn dann eine Umstellung erfolgen soll, macht man das erst, wenn sich die Ziege gut eingelebt hat. In diesem Fall jetzt würde ich der Ziege das alte Futter geben bis sie sowieso trocken gestellt wird und mit der Futterumstellung dann erst danach beginnen.
Auch wenn man "nur für den Eigenbedarf" melkt, ist das Tier das diese Milch produziert, ein Hochleistungstier und muß entsprechend ernährt werden. Dem Tier ist es nämlich egal, was mit der Milch gemacht wird und ob es zuviel oder zuwenig ist.
Gruß
Barbara


Altenberger76

Re: Fütterung einer Milchziege

Beitrag von Altenberger76 »

Na dann scheiden sich hier die Geister... meine Madame und die anderen bekommen eine saftige Wiese mit allerlei Kräutrich und das ist den Ziegen und Schafen genug. Heu und Zweige und gut. Jeder wie er es gern hätte... oder die Ziegen.

Und meine Madame hat so nun schon 6 Jahre bei mir "überlebt", sie gibt Milch auch ohne Lamm und wenn es weniger wird, dann hab ich eben weniger Milch.

Kurz vor dem ablammen bekommen die Mädels ein Müh Leinsamen gemischt mit Möhre.

LG
Jeannette


sanhestar
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Registriert: 17.03.2003, 11:56

Re: Fütterung einer Milchziege

Beitrag von sanhestar »

Hallo,

ich war auch lange Jahre der Meinung, dass auch eine laktierende Ziege ohne Zufütterung auskommen kann. Zwei meiner Ziegen haben mich das Gegenteil gelehrt und mir gezeigt, dass man immer das Einzeltier und die dazugehörige Haltung betrachten muss.


Sabine M.H.
http://www.working-goats.de Pack- und Fahrziegen
Barbara2
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Registriert: 09.07.2003, 14:06

Re: Fütterung einer Milchziege

Beitrag von Barbara2 »

Hallo zusammen,
in diesem Fall ist es aber so, dass die Ziege bis jetzt Gerste und Milchleistungsfutter erhalten hat. Daher sollte man dabei zunächst auch bleiben. Grundsätzlich sollte man beim Vorbesitzer genau erfragen, wie die Tiere bis dahin gehalten wurden und was genau in welcher Menge gefüttert wurde. Am besten läßt man sich sogar etwas von dem Futter mitgeben, um dem Tier die Eingewöhnung zu erleichtern. Da muß man, wie ich meine, einfach seine persönliche Einstellung mal hinten an stellen und im Sinne des Tieres handeln. Die Umstellung des Futters auf die eigene Vorstellung sollte erstens langsam erfolgen und zweitens überhaupt erst begonnen werden, wenn die Eingewöhnung des Tieres erfolgreich stattgefunden hat.
Ich stelle immer wieder fest, wie wenig Mitgefühl die neuen Tierbesitzer doch mit den Tieren haben. Das Tier wird aus seiner gewohnten Umgebung gerissen, hat Angst und Heimweh. Ja, auch wenn es aus der hier so viel gepriesenen "schlechten" Haltung kommt, hat es in der Regel Heimweh. Warum kann man sich da nicht vorstellen, dass es für ein Tier sehr tröstlich sein kann, wenigstens das gewohnte Futter zu bekommen und nicht auch noch von Hunger oder Bauchschmerzen durch anderes Futter geplagt zu werden?
Gruß
Barbara


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