ClaudiaH hat geschrieben:
Nur noch mal kurz: Der Hund kam aus absolut ungeeigneten Händen und ließ sich als Dreijähriger von seinen Besitzern nicht mehr anfassen. Wir haben den Hund wegen eingerollter Lidränder und übelst entzündeter Augen in der TA- Praxis, wo ich arbeitete, operiert. Wir mußten uns zu viert auf ihn drauflegen, um uns die Augen auch nur ansehen zu können. Der Hund war über Jahre faktisch blind und permanent unter Schmerzen. Er hatte auch einfach nie gelernt, daß da jemand stärker (nicht nur körperlich!) sein kann als er. Nachdem er wieder sehen konnte, lief er über Wochen mit der Nase im Himmel und hat ganz neue Welten entdeckt.
Ich bin wirklich kein Schisser, aber als der Hund mal die Box aufbekommen hatte, als ich nicht da war, hatte ich doch arge Befürchtungen, ein Blutbad vorzufinden und angegriffen zu werden. Der war gar nicht einfach nur aggressiv, der hat sich nur nicht ankommen lassen. Wenn er beschlossen hatte, er will jetzt nicht vom Auslauf in die Box, dann konnte der Versuch, das Halsband zu nehmen böse enden. Eine Stunde später konnte die gleiche Sache völlig problemfrei sein.
Hm, das erklärt doch auch schon fast alles. Über Jahre keine solide Führung und dazu auch noch Schmerzen - da fängt vermutlich jeder Hund irgendwann an, so richtig aufzudrehen und das Leben nach seinen Wünschen zu gestalten.
Leider kann ich mir bei so was nie den Gedanken verkneifen, dass man den Exbesitzer bis kurz vorm Erstickungstod aufhängen sollte. Wäre deutlich sinnvoller als bei dem Hund, bei dem ich schon sagen würde, dass er mindestens die Hälfte seines Verhaltens erlernt hat.
Schade, dass nur in den seltensten Fällen die Besitzer zur Verantwortung gezogen werden...
Hunde testen ihre Grenzen aus (wie alle Tiere einschließlich dem Säugetier Mensch) - kommt kein Contra, gehen sie halt einen Schritt weiter. Irgendwann artet es dann in einen Machtkampf wie mit dem Shar Pei aus; eine Situation, die mit Sicherheit vermeidbar gewesen wäre.
Ein Hund zeigt im Regelfall eine Drohphase, die man erkennen und lesen können sollte. Hier hat man offenbar versäumt, gleich zu Beginn geeignete Maßnahmen durchzuführen oder, wenn man es nicht allein hinbekommt, jemanden zu Rate zu ziehen.
Leider informieren sich wohl auch wenige Menschen, welche Rasse sie sich ins Haus holen. Wach- und Schutzhunde, zu denen auch definitiv ein Shar Pei zählt, sind immer schwieriger zu führen als Rassen, die weniger auf eigenständiges Arbeiten und Denken gezüchtet wurden.