Findeldings - passt in keine Schublade

Neue Mitglieder stellen sich vor
Antworten
Findeldings

Findeldings - passt in keine Schublade

Beitrag von Findeldings »

Nachdem das Forum doch weiter existieren soll :thumbsup: , hab ich beschlossen, mich hier anzumelden. Obwohl ich nicht so ganz hierher passe.
Also erstmal "Hallo!" an alle ^^
Im Frühjahr hab ich ein Lamm mit der Flasche aufgezogen, jetzt ist es meins. Der Weg zum Schaf in Kurzfassung.

(und weil ungewöhnlich und bestimmt die Frage kommt die längere: Die Mutter hatte zu wenig Milch für zwei, der Schäfer hätts sterben lassen. Sie ist also in einer kleinen Herde, den Problemfällen des Schäfers, aufgewachsen. Mit mir als Zweitmutter. Nun ist es mit ihr so, irgendwie werden alle meine Haustiere zum Hund. Ich hatte noch nie einen Hund, aber das sagen andere über mein Verhältnis zu Tieren. Was eigentlich nur bedeutet, meine Tiere vertrauen mir, tun Dinge, die andere Vertreter ihrer Spezies nie machen würden.)

Nun macht man sich so seine Gedanken, was ein Schaf können soll, um ein "Haustier" zu sein. Keine Sorge, sie soll nicht wie Fiffi durchs Wohnzimmer toben und rosa Mäntelchen anziehen. Sie soll schafsmäßig leben können und dürfen, nur stellt ein Tier zu dem man eine Beziehung hat, doch irgendwie die Forderung nach Beschäftigung. An die "Nutztiere-sind-zum-essen-da-Fraktion" die jegliche geistige Förderung, die über das Befriedigen von natürlichen Trieben hinausgeht, ablehnt: Leben und leben lassen.
Es ist wohl sehr ungewöhnlich, wenn sich jemand mit einem Schaf abgibt, denn irgenwie werden die nie als Individuen gesehen. Naja, zurück zum Thema, irgendwie bin ich dann auf working-goats gestoßen, hab aber nur sehr wenige Beispiele im Internet gefunden, wo sich jemand mit Schafen beschäftigt. Werde hier wohl auch der Exot sein. Da mein Schäfchen ja doch ein etwas größeres Kaliber wird (Merino- Landschaf) sind so Sachen wie Pack-Schaf oder Zug-Schaf durchaus im Bereich des Möglichen, wenn auch noch in ferner Zukunft.

Aber das kann ja nie Schaden, wenn ein Tier sämtliche Basics zum stressfreien und spaßigen Umgang kann. Momentan sind wir (im Alter von 5 Monaten) so weit:
- absolut leinenführig, bin echt selber überrascht, wie schnell sie das geblickt hat
- ohne Leine folgt sie mir spätestens außer Sicht oder auf Pfiff
- anfassen, Hufe geben, bürsten, etcpp
- Hundeverträglich mit solchen, die nicht hektisch sind und ihr auf die Pelle rücken
- diverse kleine Kunststücke wie steigen, Topf schlagen, abknien
- vielbefahrene Straßen sind kein Problem (außer dass vielleicht ein Autofahrer beim Kopfverrenken auf einen Baum fährt #verwirrt# )

So, das wars zum Schaf, Nelli übrigends. Ich hoffe hier unter den Ziegenfreunden doch ein paar Anregungen und Hinweise zu bekommen 8)


ElliBesch
Beiträge: 3694
Registriert: 17.03.2008, 10:35

Beitrag von ElliBesch »

Ja, herzlich Willkommen hier im Ziegenforum! :-)

Erzähl mehr: Lebt Nelli in einem Stall, im Garten oder wie kann ich mir Euer 'Zusammenleben' vorstellen? Hat sie jemals Artgenossen wieder gesehen? ( Wäre ja wünschenswert)

Gespannte Grüße!

Elli :-)


Bild

Not being vegan is a mistake. ^^
Findeldings

Beitrag von Findeldings »

chihihi... wusst ichs, tschuldigung. Typisches "Haltungsbedingungen-Abklopf" zwecks Beratung für artgerecht. Neinein, nicht böse gemeint, so macht mans halt. Ich hab ja auch nichts zu verbergen, obwohl man durchs Internet ja auch nur die beschönigten Sachen preisgeben kann.

Nelli lebt im Moment mit ihrer fast gleich alten Freundin Maja (Waise) zusammen mit 4 älteren Jungtieren aus diesem Jahr und 4 ausgewachsenen Böcken. Sie haben freien Zugang zu ca 1,5 ha Weide mit Hecken außenrum. Der Stall ist ein ehemaliger Kuhstall aus Sandstein mit Böhmischem Gewölbe. Wenn die Schafe ins Winterquartier kommen, darf Maja bei Nelli hierbleiben. Nächstes Jahr kommen dann wieder Auen mit Nachwuchs.
Vielleicht insgesamt dazu: Ich wohne als Mieterin in einer WG auf einem uralten Gutshof, der Stall und die Weiden sind an einen Schäfer verpachtet. Außenrum sind beliebte Spazierwege, mit dem Fahrrad sinds nur zehn Minuten bis in die Stadt.


Dipla
Beiträge: 2752
Registriert: 17.08.2011, 10:14

Beitrag von Dipla »

Na auch herzlich willkommen von mir hier!
Mit nem Merino hast´de dir größentechnisch ja was vorgenommen, pass bloß auf daß du ihr nicht die "falschen Kunststückchen" beibringst :thumbsup: So von wegen in den Rücken springen und Schubkarre und so.. ich weiß wovon ich rede und meine Schafsdame ist nur 55kg leicht. :-D
Bist also nicht alleine unter den Ziegenhaltern mit deinem Schaf, wir haben auch "ein paar" davon :-)


Jeder Tag ist ein Geschenk.
Ulli
Beiträge: 3007
Registriert: 13.03.2008, 07:18

Beitrag von Ulli »

Hallo!

Hört sich doch alles gut an!

Das Herz hängt halt, wo es hängt ;) Ist bei mir genauso..auch wenn ich zur Nicht-Veganen Fraktion des Forums gehöre- aber ein Leben und liebevolle Behandlung steht jedem Tier zu. Und solange ein Tier Spass an der gemeinsamen Arbeit hat spricht nichts dagegen.

Würde mich freuen, wenn Du weiter berichtest- Schafe sind für mich "fremde Wesen", bin also neugierig.

LG Ulli


Leben ist gefährlich und endet immer tödlich
Ziegentrekking Altmühlfra
Beiträge: 1172
Registriert: 31.03.2010, 19:24

Beitrag von Ziegentrekking Altmühlfra »

Hallo,

auch wenn ich mich jetzt viell. gleich zu Anfang unbeliebt mache, aber was die Sache mit der "Fleischesser-Fraktion" anbelangt, bin ich ganz Ullis Meinung. Nicht jeder, der seine Tiere u. a. auch zum essen hält, hält automatisch nichts von tiergerechter Beschäftigung bzw., um es mit deinen Worten zu schreiben, von geistiger und körperlicher Förderung, die über das Befriedigen von natürlichen Trieben hinausgeht. Ich z. B. halte neben den Packziegen immer auch einige Ziegen zum essen, beschäftige mich aber mit ihnen genauso wie mit den Packern. Heißt: Sie lernen genauso Kommandos und kommen genauso auf die Spaziergänge mit.

Was mich gleich zur Sache kommen lässt: Mit Pack- oder Fahrschafen habe ich selbst leider keine Erfahrung. "Nur" mit Packziegen und auch da bislang nur wenig, da ich erst seit ca. 2 Jahren Ziegen halte und dieses Jahr erst richtig mit dem Packtraining anfange.

LG
Siegfried


Findeldings

Beitrag von Findeldings »

Mit "leben und leben lassen" meinte ich auch die Toleranz zwischen Vegetariern, Veganern und Fleischessern. Was hätten wir doch für eine bessere Welt, wenn alle ihre Tiere zum essen selber hätten oder wenigstens kennen würden. Ich glaube wir sind uns alle darüber einig, dass Massentierhaltung ein Irrweg ist. Es braucht insgesamt weniger Tiere, die dann unsere Wiesen beweiden, damit viel zum Erhalt unserer Artenvielfalt tun, den Kindern Respekt im Umgang mit Lebewesen zeigen, das Landschaftsbild bereichern etcpp
Dazu braucht man Herden und die können ja nicht unbegrenzt wachsen. Außerdem sollen sich ja nur die fittesten, gesündesten und robustesten Tiere vermehren. Man könnte auch alle "nichttauglichen" kastrieren und weiter durchfüttern, was utopisch ist.
Also nein, bei mir macht sich keiner unbeliebt, der seine Tiere isst. Ich könnte das niemals.

Vielleicht mach ich so eine Art Blog oder Tagebuch auf (hab hier schon ein Trainingstagebuch gesehen), allerdings brauch ich zum schreiben immer ewig.


Ziegentrekking Altmühlfra
Beiträge: 1172
Registriert: 31.03.2010, 19:24

Beitrag von Ziegentrekking Altmühlfra »

Hallo Johanna,

die Idee mit dem Tagebuch finde ich gut. :)


Antworten