Wir wissen nicht mehr weiter.......Durchfall

Hinweis: Dieses Forum ersetzt nicht den Gang zum Tierarzt!
Fiedler-Sproll
Beiträge: 6
Registriert: 01.08.2007, 16:19

Beitrag von Fiedler-Sproll »

Hallo Michael,

mit mähen und Kalk funktioniert das bei uns nicht. Wir sind im Naturschutzgebiet und die Ziegen sind die Landschaftspfleger.
Ab November können wir für paar Wochen noch auf eine andere Fläche (auch Naturschutzgebiet) und dann ab Ende November je nach Witterung kommen sie dieses Jahr alle in den Stall.

Wir haben den Rat bekommen unsere Herde drastisch zu reduzieren (von 17 auf 7). Dabei sind wir gerade. Nächstes Jahr werden wir wieder mal seit langem versuchen ein paar Rinder mit auf die Fläche zu bekommen. Diese nehmen die Würmer ebenfalls auf, aber die Würmer sterben in den Rindern ab und somit helfen sie uns die Wurmmenge auf der Fläche zu reduzieren. Mal schauen ob das dann klappt.

Gruß
Alex


Anonymous

Beitrag von Anonymous »

Fiedler-Sproll hat geschrieben: mit mähen und Kalk funktioniert das bei uns nicht. Wir sind im Naturschutzgebiet und die Ziegen sind die Landschaftspfleger.
Ab November können wir für paar Wochen noch auf eine andere Fläche (auch Naturschutzgebiet) und dann ab Ende November je nach Witterung kommen sie dieses Jahr alle in den Stall.
Das wäre dann mein nächster Vorschlag gewesen.
Wichtig wäre dann wirklich noch Ausweichflächen zu organisieren, um die Flächen lang genug ruhen zu lassen (min. 6 Wochen). Standweiden sind leider zwar bequem, aber früher oder später entwickeln sie sich zu einer Wurmplantage.
Nachmulchen nach der Beweidung ist ja eine anerkannte Pflegemethode, sollte auch bei Euch möglich sein. Hätte zusätzlich zur Weideruhe den Vorteil, dass die Fläche ordentlich besonnt wird und die Parasitenlast somit nochmals reduziert wird.

Letztendlich läuft es darauf hinaus, Eure Flächen auszuweiten um das mit der Weidehygiene in den Griff zu bekommen. Ich glaube nicht, das die Reduktion der Tierzahl den gleichen Effekt hat, an der grundsätzlichen Verseuchung ändert das nichts.
Ideal wäre bei solchen Riskikoflächen ein Wechsel von mechanischer Pflege und Beweidung. Sprich in Jahr 1 Beweiden, in Jahr 2 nur mulchen und in 3 wieder Beweiden usw. dann dürfte den Würmern die Luft ausgehen.
Ist Kalkung bei Euren Flächen definitiv ausgeschlossen? Es gibt auch in Naturschutzgebieten ja die Nutzung der landwirtschaftlichen Flächen, oftmals ist nur die Anwendung von Gülle und Kalkstickstoff ausgeschlossen, Branntkalk z.B. ist nicht ausdrücklich verboten.


HTH,
Michael


Fiedler-Sproll
Beiträge: 6
Registriert: 01.08.2007, 16:19

Beitrag von Fiedler-Sproll »

Hallo Michael,

danke für Deine weiteren interessanten Infos. Ich hätte das Problem hier mal schon früher anbringen sollen. Jetzt haben wir unsere Herde schon ziemlich reduziert, aber wie sagt mein Mann immer: nächstes Jahr haben wir wieder etliche mehr.
Das mit der Kalkung und dem Nachmulchen werden wir mal mit dem NABU besprechen. Es ist ja auch nicht so toll, wenn wir ständig Medikamente verwenden müssen, wodurch der Kot der Ziegen angeblich für viele Wurmarten (auch die nützlichen) ungenießbar wird.
Ob wir es schaffen unsere Herde eine ganze Saison mal wo anders weiden zu lassen wird schwierig, aber wenigstens mal versuchen.

Gruß
Alex


sanhestar
Beiträge: 8258
Registriert: 17.03.2003, 11:56

Beitrag von sanhestar »

Hallo Alex,

habt ihr denn auch schon mal ein "Resistenzprofil" der Darmparasiten erstellen lassen bzw. mit welchen Wurmmitteln habt ihr bislang entwurmt? Wurde euch von eurem TA gesagt, dass Ziegen die doppelte Schafdosis benötigen, wegen schnellerem Stoffwechsel?

Wäre Cydectin als Injektionslösung (Wirkdauer/Schutz vor Neuinfektion 6-8 Wochen) für euch eine Lösung?

Wenn ihr nicht die ganze Weide still legen könnt, versucht doch, das ganze parzellenweise zu lösen (1/3, 1/4 der Fläche), dauert länger, aber so solltet ihr auch etwas mehr "Ruhe" reinbringen können.

Wenn ihr mit dem NABU sprecht, erwähnt auch solche Möglichkeiten wie den Einsatz von Milchsäurebakterien (Fermentgetreide flüssig von Kanne, effektive Mikroorganismen) und/oder Kieselerde oder Plocher-Produkten, die euch langfristig helfen können, das Bodenmilieu zu verändern und parasitenfeindlicher zu machen.

Und nochwas fällt mir ein: es gibt ein Buch über alternative Landwirtschaft von Wolfgang Becvar (Titel fällt mir gerade nicht ein), in dem er über verschiedene energetische Möglichkeiten für Weidesanierung spricht. Falls ihr das Buch irgendwo findet und reinschauen könnt, überlegt euch, ob diese Methoden für euch anwendbar sind. Die Herstellung von Eigennosoden aus dem Kot befallener Tiere und die Ausbringung dieser auf den Weiden halte ich auf alle Fälle für machbar.

Gruss


Sabine M.H.
http://www.working-goats.de Pack- und Fahrziegen
Antworten