ja, ist klar, leider keine ziegengeschmacksweide. diese weide würde ein schaf und pferd noch kurz halten. mal zum vergleich könnte ich dir ein foto schicken oder stell dir einfach einen mit "unkräutern" und buschwerk verwilderten streifen vor. hier findest du vorwiegend unkräuter, 2,5 m hohe disteln, jegliches blatt und buschwerk, brennesseln, goldrute, jenes land wo lange zeit keiner hinkam und was nun kaum noch zu durchdringen ist - da blüht die ziege auf. ansonsten, falls du sie nicht in ein derartiges unwegsames geländeplätzchen stellen kannst, mäkeln sie natürlich rum - sie fressen gräser, die frisch nachwachsen mal mit, aber in ihrer natur liegen büschungen, unkräuter und alles was sich findet, und wir im allgemeinen als ödland und wildwuchs bezeichnen. das ist die ideale ziegenweide. leider dauert es lange, bis land so verwildert, ein wenig der naturpflanzen kann man natürlich auch ansäen, wie goldrute, mariendisteln, brennesseln und so weiter. vielleicht findest du ja irgendwo so einen uhrigen streifen für sie, dann wärs ihr traum. esparsette, süsse wicken mögen sie auch, es gibt in den natursämerein einiges dabei. lass das land ruhen und verwildern und dies durch die entsprechende pflanzenaussaat noch fördern. sicher findet sich in deiner nähe irgend ein entsprechendes ödland, was den meisten ein dorn im auge ist und sie sind froh, wenn es mal jemand pflegt. bei uns ist das hier kein problem und somit schmeckts ganz einfach nur. da wo der mensch nicht mehr durch kommt, fängt im allgemeinen die pionierarbeit der glücklichen ziege an.
l.g. katrin
Entschuldigt bitte meine Ausdrucksweise:
aber das ist ein Schmarrn!
Ziegen fressen sehr wohl Gras, wenn die Weide nicht parasitenbelastet ist, und sie genug anderes bekommen!
Meine Ziegen stehen derzeit auf einer Wiese, die wir die letzten acht Jahre nur eimal jährlich gemäht hatten, als Dünger nur mehrjährig verrotteten Kompost-Mist. Von dieser Wiese haben wir den ersten Schnitt als Heu gemacht, und was jetzt nachwächst, wird beweidet (zum 1.Mal seit 8 Jahren- vorher waren nur Pferde auf dem Stück)
Auf dieser Wiese wächst hauptsächlich Gras (allerdings auch die -in intensiver Landwirtschaft selten gewordenen- Untergräser). Und die Ziegen mähen die Weide ab, ohne etwas übrig zu lassen. Sie haben angrenzend auch Sträucher, bekommen über Nacht im Stall ihr Heu, sind also nicht ausgehungert. Alle drei Tage zäune ich um, und sie bekommen ein neues Stück. Und wenn die Ziegen fertig sind mit der Weide, kommen wieder die Pferde drauf.
Die Pferde weiden derweilen die vorherige Ziegenweide ab, und wenn sie fertig sind damit, ist genug Zeit vergangen (nach einer gewissen Zeit für neuen Aufwuchs) um wieder die Ziegen drauf zu lassen. Wer keine Pferde hat, muss eben ausmähen und abwarten....
Da in den eingezäunten Stücken auch z.B. Himbeeren und Weidensträucher stehen, müssten die Ziegen nicht unbedingt das Gras fressen- tun sie aber trotzdem, oder zusätzlich!
Wenn ich mir die Weide von Jumei so anschaue, sieht das so aus, wie eine Ziegenweide, die schon lange beweidet wurde- zu kurze Wartezeiten bis zum neuen Besatz, kein Ausmähen, oder eben: Dauerweide. Mein Nachbar hat auch eine, von Ferne betrachtet grüne Wiese für seine Pferde: da stehen die Hottis dauernd drauf, und das einzige was grün ist, sind Geilstellen und Ampfer. Die Pferde weiden das Gras bis zu den Wurzeln ab, ich warte auf die erste Sandkolik.
Liebe Grüße,
Katja
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Ich bin wie ich bin.
Die einen kennen mich, die anderen können mich!
(Konrad Adenauer)
ich sprach von der idealweide, liebe anabell, das ist garantiert kein schmarren, klar sie fressen auch andere weiden. auch gras, wenn sie müssen, auch weiden runter, wenn sie nichts anderes haben. nur stellen ihnen mal zwei dieser weiden hin und du wirst sehen, dass sie lieber in der idealweide stehen. da man aber mit dauerweiden und regelmässig genutzten flächen diesen idealfall nicht bieten kann, muss es ja auch anderes gehen. und ich biete es eben meinen tieren - uns sie mögen es. denn die ziege wurde auch schon in der landschaftspflege als pionier für die zurückdrängung der verbuschung eingesetzt und nicht als grasbeweider. hier stehen pferd und schaf eher im vordergrund, wobei die schafe auch grosse kletten und bäume mögen und freihalten. diese fressen sie dann an den unteren rängen aus, während die ziege eigentlich die büsche völlig ruiniert und somit das land für wirtschaft oder nachnutzung freimacht. diesen unterschied verwendet man in der landschaftspflege um flächen freizuhalten, die nicht völlig zuwachsen sollen und damit nicht nutzbar wären, und zwar gezielt. die ziege ist eh kein tier für intensiv genutzte flächen, sondern eher für magerwiesen und wildflächen geeignet, was natürlich nicht für alle durchsetzbar ist, weil man hierzu einfach viel land benötigt.
l.g. katrin
Ja, wo hat man soviel Land zur Verfügung?
Nur fressen meine auch das Gras auf der Weide, obwohl genug Himbeere, Weidenbüsche, und Weissdorn da wären....
Liebe Grüße,
Katja
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Ich bin wie ich bin.
Die einen kennen mich, die anderen können mich!
(Konrad Adenauer)
ich habe da auch schon ganz unterschiedliche erfahrungen gemacht. vor kurzem holte ich zwei ziegen, eine weiblich und einen bock aus einer landwirtschaft mit rindern und schweinen auf freiland. hier wurden die tiere vorwiegend mit grünschnitt wie die schafe gefüttert. als die neu waren, fiel mir auf, dass sie auf der pferdeweide auch nicht an die brennesseln gingen - wobei ich da auch einige lieblingsfresser habe, die sie mit vorliebe runterfuttern - wie mein grosser ziegenbock. und diese beiden machten sich beim umtrieb an der regelmässig gemähten gemeindewiese zu schaffen, wobei hier frischer bewuchs von ca. 10 cm, hauptsächlich grass und klee war. ja, mir ist aufgefallen, dass sie anfangs gemäss ihrer alten fütterung eher gras wollten. das hat mich nämlich auch erstaunt.
und es ist auch so, dass mit dem land ist gar nicht so ohne. ich habe drei unterschiedliche festweiden. die eine vormals aus lw - grasansaat, die zweite magerwiese, hier eher mit vielen kräutern, die dritte liegt in der mitte, da sie von pferd, ziegen, schaf gemeinsam genutzt wird und neben gras auch einige kräuter und ziemlich viel brennesseln hat.
natürlich haben meine ziegen auch auf der landwirtschaftswiese die weide leer gefressen, da die zäunung es gar nicht anders zuliess. da es hier aber viele ungenutzte leerstehende grundstücke und bauland gibt und wir an den tagebau, ein riesiges naturschutzgebiet grenzen, finden sich auch die idealen flächen, die wirklich nur zugewachsen und verwildert sind, weil sich keiner drum kümmert. und viele grundstücksbesitzer sind froh, wenn sich nach jahren mal jemand drum kümmert. hier ist es nun richtig ideal, mit dem naturschutz bin ich am anfragen für landschaftspflege, da es wirklich gebiete gibt, wo mit technik keinerlei durchkommen mehr ist.
ausserdem hatte ich in diesem jahr aufgrund der trockenheit und der gemeinsamen nutzung auch das problem das ich ständig umtreiben musste und die tiere nicht extra noch zufüttern wollte, somit nun einfach diese aufteilungen gemacht. das pferd steht auf 5000 qm, die schafe hatten eine baulücke von 700 qm und sind jetzt auf der grasweide, die wieder nachgewachsen ist. die andere fläche, da sind heute die ziegen drauf, weil auch hier wieder schöner gras und kräuterbewuchs und buschwerk und brennesseln stehen. und drei sind noch im urwaldgelände, was sie nun erstmal langsam für eine netzzäunung bearbeitet haben. das wird dann weide für den herbst und hier sind noch viele bäume und büsche drin. aber da jetzt deckzeit ist und sie oben im gelände mais haben und auch die mähdrescher nachts im einsatz sind, am getreide, war mir das zu heikel da jetzt zu zäunen, sie bereiten das land also nur für später vor, sonst wäre ich nämlich nicht durchgekommen mit zäunung.
und somit stellen ich die zwei ziegengruppen jetzt auf die weide, ca. 1 monat, da ist auch die deckzeit, merkt man schon, dann ist die eine wo vorher alle drauf waren, von den kräutern und brennesseln befreit, die ziegen gehen auf die zwei vorbereiteten flächen und das pferd kann die andere ziegenweide eventuell noch nachweiden. na und für die schafe reicht es, oder da gibt es noch ne baulücke mit nussbäumen, dann gehen sie da drauf.
ja, ödland und bauland wo keiner baut gibts bei uns genug und auch streifen, die wuchern. das ist das gute daran, ist zwar aufwendig, aber was solls. so werden alle im sommer vom grünland satt. es hat aber auch einiges an neuinvestition gekostet, da man hier wieder ganz unterschiedliche weidezäunungen braucht um flexibel zu sein.
wenn deine ziegen vorwiegend gras und weniger an die büsche und himbeeren gehen, so kann das was mit der gewöhnung zu tun haben, aber generell ist es eben nicht so. auch die beiden gehen hier mit vorliebe dem kräuterbewuchs an, der bock ist ganz wild auf bäume, die ziege, ja so mittel. die vorliebe hängt manchmal von tier zu tier auch bissel unterschiedlich ab. was mir aber aufgefallen ist, als sie in dem "urwaldgelände" standen, aufgrund des einseitigen vorkommens der "unkräuter" wie brennesseln, disteln, goldrute und buschwerk u.a. schmeckte der frischkäse diesmal anders, wunderbar sahnig, ja da scheinen die kräuter eine rolle dabei zu spielen.
@ Sabine!
Nach drei bis vier Tagen kann es doch eigentlich noch nicht sehr verschmutzt sein?
Hallo,
je nach dem, wie lange die Weide vorher nicht genutzt wurde, ist das sehr wohl möglich. Auch, wenn die Besatzdichte (Herdengrösse) sehr hoch ist. Geht hier z.B. der Gross-Schäfer mit seinen 4-500 Tieren über eine Wiese, sieht die nach 2 Tagen schlimmer aus, als nach 2 Wochen (!) durch meine kleine Gruppe - im Sinne von verkoten.
@Annabella: ja, Ziegen fressen auch Gras, aber sie beissen es in der Regel nur in grösster Not so kurz, wie es auf dem Foto zu sehen ist (während sie daneben das Gras stehen lassen). Mit meiner Gruppe könnte ich das nicht praktizieren, die wären schon längst über die Zäune und auf dem nächstbesten Stück, das ihnen zusagt (interessanterweise ist das meist dann eine stark verbuschte oder verwilderte Fläche).
Ich bin ausserdem der Meinung, dass man kein (!) Weidetier dazu zwingen sollte, eine Weide so weit herunterzufressen, wie auf dem Foto stellenweise zu sehen ist = erhöhte Infektionsgefahr durch Parasiten, Aufnahme von Erde und Schmutz, etc.
Einmal habe ich die Ziegen auf ein Stück mit altem, hoch gewachsenen Gras gelassen. Sie haben praktisch nichts gefressen, sondern nur alles platt gedrückt. Frische Brennesseln fressen sie auch nicht. Aber stachelige Brombeeren lieben sie.
Also ich weiss nicht wirklich, was ich mit der Weide tun soll. Sie ist auch sehr steil und von schweren Pferden gabs grosse Löcher. Soll ich sie mit der Sense mähen? Das gute dran ist, das neben der Weide gleich viel Hasel wächst. Da schneid ich dann ab und zu was ab und werfe es zu den Ziegen rein. Zweige und Blätter mögen sie sehr.
deine Ziegen scheinen ähnliche Vorlieben zu haben wie meine. Löwenzahn, Klee, Wegerichblätter sind auch bei meinen Feinschmeckern seltsamerweise absolute NoGo-Nahrung. Wegerichblüten/Samenstände sind allerdings sehr beliebt. Selbst auf nie beweidetem Gelände gepflückte und als Test im Lieblingseimer frisch angebotene Blätter werden verschmäht. An der Verschmutzung liegt es also in dem speziellen Fall nicht. Aber an was dann?
Anmerken muss ich dazu, dass ich regelmäßig viel Buschzeug (und Heu) anbiete. Dafür lassen sie erstmal alles andere liegen. Nur wenn Rinde und Zweige knapp sind, gehen sie "notgedrungen" grasen. Und fressen dann am liebsten lange und harte Halme und Gräser, vorzugsweise mit Samen/Blütenständen dran. Von den Kräutern auf ihrer Weide fressen sie am liebsten Zaunwicke und Verwandte und Doldenblütler. An normales Gras gehen sie nur bei wirklichem Hunger, selbst wenn es ganz frisch ist.
Gruß
elli
Mir geht es genauso wie Euch. Meine Ziegen fressen zwar Löwenzahn - den Wegerich und vieles Andere (Sauerampfer, Hahnenfuß .,.) mehr lassen sie stehen. Auch mit Gras kann ich sie kaum überzeugen. Auch wenn das Weidestück ganz frisch ist (wir geben ihnen die Weidestücke in kleinen Portionen vor). Wenn sie könnten (und wenn ich für sie hätte) würden sie fast nur Blätter von Bäumen und Sträuchern, Rinde usw. fressen. Natürlich geben wir ihnen immer wieder etwas von dem, was sie wirklich wollen - aber immer geht das nicht. Grasfresser und Rasenmäher sind Ziegen wirklich nicht. Das machen Schafe viel besser, allerdings lassen auch sie stehen, was ihnen nicht bekommt, und Nachmähen ist angesagt.
So füttere ich ihnen Heu, Heu, Heu - und neuerdings auch Stroh, was sie mir aber nicht besonders danken.
Tja, Jumei, damit wirst du dich abfinden müssen, dass sie dir deine Wiese so hinterlassen, wie dein Foto zeigt. Dieses Bild kenne ich allzu gut.
Jumei hat geschrieben:
Also ich weiss nicht wirklich, was ich mit der Weide tun soll. Sie ist auch sehr steil und von schweren Pferden gabs grosse Löcher. Soll ich sie mit der Sense mähen? Das gute dran ist, das neben der Weide gleich viel Hasel wächst. Da schneid ich dann ab und zu was ab und werfe es zu den Ziegen rein. Zweige und Blätter mögen sie sehr.
ja, die pferde haben das land dort ganz schön ruiniert. mit der weide würde ich gar nichts machen. besorge dir einiges an kräuternachsaat und dann lass diese weide erst mal wieder regenerieren.das mit dem mähen und der sense? so wie es auf dem foto ausschaut dürfte das schwierig werden. ich würde diese fläche komplett bis zum frühjahr ruhen lassen, hast du kein anderes stückchen für die ziegen, wo du sie die letzten monate weiden lassen könntest? es ist ja bald wieder herbst und dann gehts meistens in die heimatställe. schau mal bei <!-- m --><a class="postlink" href="http://www.ingana.de">http://www.ingana.de</a><!-- m --> oder <!-- m --><a class="postlink" href="http://www.kraeuter-und-duftpflanzen.de">http://www.kraeuter-und-duftpflanzen.de</a><!-- m -->, da kann man viele der einheimischen naturkräuter zur aussaat bestellen und gezielt einfügen.
haben beide ein interessantes angebot. ich habe es auf meiner pferdeweide auch so gemacht, die wird dann wieder. hirtentäschel, wiesenkümmel, wilder fenchel, mariendistel, goldrute, pastinak, schafgabe, um mal einige zu nennen. kletten bekommt man sicher irgendwo in der gegend und einiges andere vielleicht auch in der natur. ja, die pferde sind leider ein grosses problem, wenn man da nicht grosse flächen zum wechsel hat und sie zu lange stehen ruinieren sie weiden eher.
und wenn du die ziegen nirgendwo hinbringen kannst, dann teile wenigstens ein stück ab, auf dem sie dann leider mit fütterung stehen, damit sich der andere teil regenerieren kann, aber ideal wärs nicht, weil dir das zufüttern um diese zeit viel arbeit macht und eigentlich noch nicht sein muss.
l.g. katrin